Urlaubsabgeltung

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süsse
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Urlaubsabgeltung

Beitrag von süsse »

Hallo,

nehmen wir mal an, Person A hat sein Arbeitsverhältnis zum 31.07. gekündigt. 3 Urlaubstage waren im letzten Dienstplan eingeplant, davon konnte Person A zwei Tage nicht nehmen, da er krank war. Muss Person A dem Arbeitgeber schriftlich mitteilen, das er diese beiden Urlaubstage bezahlt haben möchte, da er diese bis zum 31.07. nicht mehr nehmen kann oder braucht er seinen Abgeltungsanspruch für die Urlaubstage nicht geltend machen und der Arbeitgeber muss die beiden Tage automatisch auszahlen?

Wenn er den Abgeltungsanspruch geltend machen muss wie lange hat er die Möglichkeit dazu, bis der Abgeltungsanspruch verfällt?
Elektrikör
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Re: Urlaubsabgeltung

Beitrag von Elektrikör »

Hallo,

der AN muss den AG nicht auf die Rechtslage aufmerksam machen.
AN ist schliesslich kein Anwalt.
Der AG muss alles richtig machen. Wie er das sicherstellt ist SEINE Sache.
Alles hier von mir geschriebene stellt meine persönlichGanzFürMichAlleineMeinung dar
Falls in einer Antwort Fragen stehen, ist es ungemein hilfreich, wenn der Fragesteller diese auch beantwortet
lottchen
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Re: Urlaubsabgeltung

Beitrag von lottchen »

Wenn der AN sein Geld haben möchte sollte er es schon einfordern. Er kann natürlich abwarten, ob der AG das von selber macht, aber wenn nicht - schriftlich einfordern. Wenn er in der letzten/vorletzten Woche krank ist statt seinen Urlaub nehmen zu können dann ist der Lohnzettel für diesen Monat schon lange geschrieben und kann dann erst im nächsten Monat korrigiert werden. Ausschlußfristen sollten im Arbeitsvertrag stehen.
Ich empfehle, Beiträge unserer Forentrolle BäckerHD, FelixSt und Dieter_Meisenkaiser konsequent zu ignorieren!
karli
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Re: Urlaubsabgeltung

Beitrag von karli »

Gab es eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vom Arzt?
süsse hat geschrieben: 22.07.22, 21:34Wenn er den Abgeltungsanspruch geltend machen muss wie lange hat er die Möglichkeit dazu, bis der Abgeltungsanspruch verfällt?
Falls im Arbeitsvertrag keine Ausschußfrist vereinbart wurde dürfte die regelmässige Verjährungsfrist von drei Jahren, gemäß §195 BGB, gelten.
Wenn du kritisiert wirst, dann mußt du irgend etwas richtig machen, denn man greift nur denjenigen an, der den Ball hat. (Bruce Lee)
Achtung: Meine Beiträge können Meinungsäusserungen, Denkanstösse, sowie Spuren von Ironie und Sarkasmus enthalten.
fodeure
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Re: Urlaubsabgeltung

Beitrag von fodeure »

karli hat geschrieben: 23.07.22, 13:23 Gab es eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vom Arzt?
Wenn es nicht im Arbeitsvertrag anders geregelt ist, war die nicht erforderlich.
matthias.
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Re: Urlaubsabgeltung

Beitrag von matthias. »

süsse hat geschrieben: 22.07.22, 21:34
Wenn er den Abgeltungsanspruch geltend machen muss wie lange hat er die Möglichkeit dazu, bis der Abgeltungsanspruch verfällt?
Die minimalzulässige Ausschlussfrist ist 3 Monate (nach Fälligkeit).

Man muss ein bisschen unterscheiden zwischen Pflichten und Ansprüchen und was praktisch sinnvoll ist, das geht insbesondere in der Frage wild durcheinander.

Der AG muss am Ende des Arbeitsverhältnisses natürlich korrekt abrechnen und dann gehört das auch dazu. Wie schon gesagt wurde kann es sein dass die Abrechnung längst steht und dann muss man dem AG auch evtl. eine Frist von 1 Monat einröumen diese zu korrigieren.

Was man aber zu Pflichten und Ansprüchen sagen muss was vielen dann nicht wirklich klar ist: Hier ist der AG (automatisch)verpflichtet das Geld auszuzahlen, allerdings zwingen tut ihn auch keiner. Es kommt ja nicht automatisch die Polizei und sagt: "Herr AG zahlen sie mal die 2 Urlaubstage an den AN aus."
Wenn der das einfach nicht macht, passiert erstmal nix und der AN hat kurzfristig auch kaum ne Chance an dem Zustand was zu ändern. Immer der der das Geld hat, sitzt ein bisschen am längeren Hebel.

Würde der AG (was ich nicht unbedingt glaube) sich dann weiter tot stellen oder einfach nicht zahlen, müsste der AN (obwohl sein Anspruch unzweifelhaft besteht) erst zum Gericht gehen da klagen und am Schluss einen vollstreckbaren Titel haben mit dem er einen Gerichtsvollzieher schicken kann, der das Geld eintreibt.
Das ist jetzt das absolute Worst Case Szenario, es ist aber möglich aber zu Beruhigung, die allermeisten Schuldner knicken dann doch vorher ein und gerade bei 2 Tagen wird irgendwann doch gezahlt um die Sache vom Tisch zu haben.
Was ich einfach deutlich machen wollte: Den Anspruch haben und wirklich das Geld auf dem Konto, das kann Monate dauern :shock:

Also was ich machen würde: Heute Morgen nochmal auf der Personalabteilung anrufen und die darauf hinweisen, dass da noch 2 Krank Tage sind und nett anfragen ob man das in die Abrechnung noch mit reinnehmen könnte und wenn die sagen: Sorry schaffen wir nicht, machen wir aber im Laufe des Augusts, dann ist die Sache doch schön geregelt.
ktown
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Re: Urlaubsabgeltung

Beitrag von ktown »

fodeure hat geschrieben: 23.07.22, 13:54
karli hat geschrieben: 23.07.22, 13:23 Gab es eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vom Arzt?
Wenn es nicht im Arbeitsvertrag anders geregelt ist, war die nicht erforderlich.
§ 5 Abs. 1 Satz 3 EntgFG
Der Arbeitgeber ist berechtigt, die Vorlage der ärztlichen Bescheinigung früher zu verlangen.
und in solch einem Sachverhalt vereinfacht es dem ex. AN die Beweisbarkeit. :wink:
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe
karli
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Re: Urlaubsabgeltung

Beitrag von karli »

ktown hat geschrieben: 25.07.22, 10:18
Der Arbeitgeber ist berechtigt, die Vorlage der ärztlichen Bescheinigung früher zu verlangen.
und in solch einem Sachverhalt vereinfacht es dem ex. AN die Beweisbarkeit. :wink:
Das sehe ich genauso.
Meiner Ansicht nach müsste der AN nachweisen, daß er tatsächlich arbeitsunfähig war.
Im Nachhinein einfach zu behaupten, daß man krank war reicht meiner Ansicht nach nicht aus.
Wenn du kritisiert wirst, dann mußt du irgend etwas richtig machen, denn man greift nur denjenigen an, der den Ball hat. (Bruce Lee)
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Evariste
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Re: Urlaubsabgeltung

Beitrag von Evariste »

matthias. hat geschrieben: 25.07.22, 09:24 Würde der AG (was ich nicht unbedingt glaube) sich dann weiter tot stellen oder einfach nicht zahlen, müsste der AN (obwohl sein Anspruch unzweifelhaft besteht) erst zum Gericht gehen da klagen und am Schluss einen vollstreckbaren Titel haben mit dem er einen Gerichtsvollzieher schicken kann, der das Geld eintreibt.
...
Heute Morgen nochmal auf der Personalabteilung anrufen ...
Wegen der Ausschlussfrist sollte man unbedingt in den Vertrag schauen. In der Regel hat man 3 Monate Zeit, um den Anspruch geltend zu machen. Bei einer sog. zweistufigen Ausschlussfrist ist es dann notwendig, nach der Geltendmachung auch die Klage innerhalb einer gewissen Frist einzureichen. In jedem Fall muss man nicht gleich klagen, ein Brief (besser Einschreiben) genügt erstmal. Was allerdings nicht reicht, ist ein Anruf, der Anspruch muss schriftlich geltend gemacht werden.
matthias.
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Re: Urlaubsabgeltung

Beitrag von matthias. »

Danke für den Hinweis, mein Tipp war nicht dazu da Ansprüche zu sichern, sondern die Sache auf dem kleinen Dienstweg zu regeln. ;-)
Kleinalrik
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Re: Urlaubsabgeltung

Beitrag von Kleinalrik »

Es ist hier auch noch zu berücksichtigen, dass bei Arbeitsunfähigkeit zum Unternehmensaustritt hin der Arbeitgeber die Entgeltfortzahlung verweigern kann.
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