Berechnungsgrundlage Lohnfortzahlung

Moderator: FDR-Team

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Rat_such_en_der
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Berechnungsgrundlage Lohnfortzahlung

Beitrag von Rat_such_en_der »

Hallo zusammen,

folgender fiktiver Fall:

Arbeitnehmer und Arbeitgeber sind sich uneinig über die Höhe der Entgeltfortzahlung bei Urlaub. Der Arbeitnehmer ist in einem Teilzeit-Beschäftigungsverhältnis mit 120 Stunden. Die Lohnfortzahlung wird nicht über einen Tarifvertrag geregelt und es gibt auch keine Betriebsvereinbarung. Der Arbeitsvertrag regelt desgleichen keine Lohnfortzahlung.

Der Arbeitnehmer schickt dem Arbeitgeber die folgende Quelle, nachdem er die Berechnung vorgenommen hat:
https://f28anwalt.de/urlaubsabgeltungsrechner/

Der Arbeitgeber schickt dem Arbeitnehmer wiederum seine Berechnung der Lohnfortzahlung.

Berechnungsgrundlage Arbeitgeber, 3 Monate vor Urlaubsbeginn:

Monat 1 Gesamtstunden laut Monatsbeleg 129,02 ÷ 26 (Werktage im Monat 1) = 4,96 Std. (Durchschnitt pro Tag)
Monat 2 Gesamtstunden laut Monatsbeleg 119,03 ÷ 26 (Werktage im Monat 2) = 4,58 Std. (Durchschnitt pro Tag)
Monat 3 Gesamtstunden laut Monatsbeleg 144,07 ÷ 27 (Werktage im Monat 3) = 5,76 Std. (Durchschnitt pro Tag)

4,96 Std.
+4,58 Std.
+5,76 Std.
= 15,3 ÷ 3 Monate = 5,10 Std. (Durchschnitt pro Tag)

Liegt der Arbeitgeber mit seiner Berechnung richtig?

Nette Grüße

Ratsuchender
ExDevil67
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Re: Berechnungsgrundlage Lohnfortzahlung

Beitrag von ExDevil67 »

Wo kommen die 120 Stunden her und wie erfolgt die Abrechnung dieser Stunden? Ist irgendwas in die Richtung vereinbart das fix an x Tagen jeweils y Stunden gearbeitet wird?
Rat_such_en_der
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Re: Berechnungsgrundlage Lohnfortzahlung

Beitrag von Rat_such_en_der »

Dazu schreibt der Arbeitgeber in seinem Arbeitsvertrag:

Arbeitszeit
Forenregeln beachten
Zuletzt geändert von ktown am 26.10.22, 16:27, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Bitte Forenregeln beachten
Rat_such_en_der
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Re: Berechnungsgrundlage Lohnfortzahlung

Beitrag von Rat_such_en_der »

120 Stunden sind variabel vereinbart. Mindestens 120 Std. pro Monat nicht darunter.
lottchen
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Re: Berechnungsgrundlage Lohnfortzahlung

Beitrag von lottchen »

In Monat 2 wurden doch unter 120h (wenn auch minimal) abgerechnet, oder?

Was ist denn das Problem bei der Berechnung des AG? Was rechnet denn der AN und auf was kommt er?
Ich empfehle, Beiträge unserer Forentrolle BäckerHD, FelixSt und Dieter_Meisenkaiser konsequent zu ignorieren!
Rat_such_en_der
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Re: Berechnungsgrundlage Lohnfortzahlung

Beitrag von Rat_such_en_der »

Korrekt. Interessierte Herrn X (AG) aber nicht.

Er kommt auf 5,26 Herr Y (AN). Das ist die Berechnung laut obiger Quelle mit den Zahlen, die Herr Y vorliegend in die Maske eingesetzt hat. Da kam das genannte Ergebnis raus. Y rechnet mit den tatsächlichen Monatsgehältern, X dagegen mit den tatsächlichen Stunden um auf einen Mittelwert zu kommen. Hier liegt eine Differenz vor. Es kann ja gut sein, dass Y falsch liegt, nur hätte er gern gewusst warum?

X hält fest:
Arbeitszeit
1. Die regelmäßige monatliche Arbeitszeit beträgt 120,00 Stunden.
2. Die Verteilung der Arbeitszeit richtet sich nach den jeweiligen Vorgaben der X Firma. Ihre Lage richtet sich nach den betrieblichen Erfordernissen und den jeweiligen betrieblichen Regelungen. Die X Firma behält sich vor, Verteilung und Lage der Arbeitszeit nach billigem Ermessen näher zu bestimmen und auch nachträglich abweichend zu regeln.

Bei dem persönlichen Gespräch wurde versichert das Y nie unter 120 Std. kommt. Leider ist es jetzt doch manchmal anders.
Tastenspitz
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Re: Berechnungsgrundlage Lohnfortzahlung

Beitrag von Tastenspitz »

Rat_such_en_der hat geschrieben: 26.10.22, 15:48 Entgeltfortzahlung bei Urlaub
OK.
Vermutlich ist hier das Urlaubsentgelt gemeint. Oder war der AN während des Urlaubs krank?
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.
Rat_such_en_der
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Re: Berechnungsgrundlage Lohnfortzahlung

Beitrag von Rat_such_en_der »

Urlaubsentgelt war gemeint richtig. AN war auch nicht während des Urlaubs krank.
hambre
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Re: Berechnungsgrundlage Lohnfortzahlung

Beitrag von hambre »

Die Höhe des Urlaubsentgelts richtet sich nach § 11 BUrlG. Danach ist das Durchschnittseinkommen der letzten 13 Wochen ohne Überstundenvergütung zu Grunde zu legen.

Ich komme mit dem Rechner des AN nur auf 5,03 h.
Niemand2000
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Re: Berechnungsgrundlage Lohnfortzahlung

Beitrag von Niemand2000 »

Tastenspitz
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Re: Berechnungsgrundlage Lohnfortzahlung

Beitrag von Tastenspitz »

Differenz beträgt 0,16 h/Tag. Also ca. 9Min: 30 Sek.
Bei 20 € Stundenlohn streitet man sich also um etwa 3,20 € am Tag Brutto oder ca. 2,50 € Netto.
OK.
Prinzipiell ist es so wie in dem erwähnten § 11 geregelt.
Man muss also die Wochen vor dem Urlaub betrachten, nicht die Monate.
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hggord
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Re: Berechnungsgrundlage Lohnfortzahlung

Beitrag von hggord »

Hallo,
erhält der AN gesetzliche Zuschläge zum Stundenlohn (Sonn-, Feiertags-, Nachtarbeit)? Auch dafür muss der Lohn grundsätzlich fortgezahlt werden.

Edit: Ich sehe gerade, dass das in dem verlinkten Rechner berücksichtigt wird ....
Pünktchen
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Re: Berechnungsgrundlage Lohnfortzahlung

Beitrag von Pünktchen »

Rat_such_en_der hat geschrieben: 26.10.22, 15:48 Monat 3 Gesamtstunden laut Monatsbeleg 144,07 ÷ 27 (Werktage im Monat 3) = 5,76 Std. (Durchschnitt pro Tag)
Das sind aber nur knappe 5,34 Stunden/Tag.
matthias.
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Re: Berechnungsgrundlage Lohnfortzahlung

Beitrag von matthias. »

Rat_such_en_der hat geschrieben: 26.10.22, 15:48

Monat 1 Gesamtstunden laut Monatsbeleg 129,02 ÷ 26 (Werktage im Monat 1) = 4,96 Std. (Durchschnitt pro Tag)
Monat 2 Gesamtstunden laut Monatsbeleg 119,03 ÷ 26 (Werktage im Monat 2) = 4,58 Std. (Durchschnitt pro Tag)
Monat 3 Gesamtstunden laut Monatsbeleg 144,07 ÷ 27 (Werktage im Monat 3) = 5,76 Std. (Durchschnitt pro Tag)
Liegt denn hier eine 6 Tage Woche vor?

Werden die Urlaubstage auch auf 6 Tage Woche Basis berechnet?
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