Warum?

politische Aspekte von Rechtsprechung und Gesetzesvorhaben; rechtliche Aspekte von politischem Agieren

Moderator: FDR-Team

flipmow

Beitrag von flipmow »

Natürlich wird es sie immer geben, aber ich vertrete die Meinung, dass niemand krank auf die Welt kommt, sondern die Welt erst krank macht. Wenn man jemandem helfen will, darf man ihn nicht als "krank" abstempeln.

Zu allererst sind das introvertierte sensible NORMALE Menschen.
questionable content
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Beitrag von questionable content »

flipmow hat geschrieben:
Viele Jugendliche sind sich der Tragweite ihres Mobbings (dass sie gar nicht als solches erkennen) gar nicht bewusst. Das ist in meinen Augen aber der Hauptgrund für solche Taten. Die Täter sind immer gleich: "komischer Aussenseiter"!

Das Thema sollte viel mehr in den aktiven Unterricht einbezogen werden.
Wie wäre es gleich mit der geradezu radikalen Forderung, Schülern auch in der Schule positives *Sozialverhalten* gezielt beizubringen, Diskriminierungsstrukturen und Mobbing zu zerschlagen, gezielt Stressresistenz zu trainieren und Schüler aktiv zu "Coachen" im Hinblick auf Lebensplanung und -gestaltung wie es wohl in denglisch inzwischen heißt?

Aber halt....das geht ja nicht....denn das war ja noch nieeee da!
Mögen sich die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen auch noch so massiv gewandelt haben....das Schulprogramm muss sich genauso wenig anpassen wie genau diese veränderten Rahmenbedingungen eine Ursache sein könnten für eine soziale Verwahrlosung der Jugend...
Few people are capable of expressing with equanimity opinions which differ from the prejudices of their social environment. Most people are even incapable of forming such opinions.
jaeckel
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Beitrag von jaeckel »

flipmow hat geschrieben:psychologische Ursachenforschung
Die individuelle Psychologie ist ja in der Diskussion nur spannend, wenn man die gesellschaftliche Ursachenkomponente wieder ausblendet. Also m.E. eine Ablenkung vom viel wichtigerem Thema: "Welche gesellschaftlichen Trends führen zu welchen Nebenwirkungen?"
flipmow hat geschrieben:Tragweite ihres Mobbings...nicht bewusst
Ein Spiegel der Gesellschaft. Ausgrenzung ist täglich beobachtbar und ein allseits beliebter Volkssport (- auch hier im Forum).
Herzlichen Gruss
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questionable content
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Beitrag von questionable content »

Ivanhoe hat geschrieben:Es wird immer kranke Hirne geben. Da hilft auch keinerlei Prävention.
.
Definiere "krank".

Ist jetzt jeder der Tausenden, die in Deutschland jedes Jahr den Tod eines anderen Menschen verursachen "krank"?

Falls ja kommen wir zu interessanten Ergebnissen. Denn was ist wohl derUnterschied zwischen den paar tausend, die fahrlässig einen tödlichen Autounfall verursachen und den Millionen, die genau das gleiche Verhalten zeigen und nur aus reinem Zufall eben nicht auf jemanden treffen, den sie mit ihrem Verhalten töten?

Und schon schließt sich wieder der Kreis - denn wenn nach dieser Logik ein guter Teil der Bevölkerung derart "krank" ist....wieso geht man dann so ignorant und sorglos mit dem Problem dieser Menschen um?
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jaeckel
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Beitrag von jaeckel »

Ivanhoe hat geschrieben:Und die einzige Möglichkeit zur Zeit, ist die Gelegenheit einzuschränken.
Die Realitätsnähe dieser Forderung erinnert mich an den "Krieg gegen Terror". Die Konsequenz wäre Flächenbombardement, richtig?
Herzlichen Gruss
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Richard Gecko
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Beitrag von Richard Gecko »

Der Schrei nach den Killerspielen kam im uebrigen schon:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,612735,00.html hat geschrieben:Fernab dessen müsse zudem geklärt werden, ob Tim K. Killer- und Gewaltspiele auf dem Computer gespielt habe: "Nicht jeder Nutzer macht einen Amoklauf, aber ein hoher Anteil unter den Amokläufern hat Killerspiele genutzt", so Beckstein zu SPIEGEL ONLINE: "Da sollten wir nachbohren."
Ist ja auch viel einfacher als sich mit einer starken Lobby anzulegen:
s.o. hat geschrieben:Zwischenzeitlich wollte Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) das novellierte Waffengesetz entschärfen, etwa die Altersgrenze wieder auf 18 Jahre senken. Kritiker vermuteten die Schützen-Lobby hinter den Vorschlägen, die massiv für die Interessen der rund zwei Millionen Waffenträger in Deutschland streitet.
Wo doch gerade das neue Waffengesetz deutlich Wirkung gezeigt hat:
s.o. hat geschrieben:Stimmt, sagt Dicke, im Jahr würden rund tausend Waffen gestohlen. Vor Verschärfung der Sicherheitsbestimmungen für Waffenschränke waren es noch 6000.
Soweit bis jetzt bekannt, gab es keine Vorzeichen, Ankuendigungen oder Selbstdarstellungen des Taeters. Selbst die Bildzeitung hat sich darueber beklagt.
Ivanhoe

Beitrag von Ivanhoe »

jaeckel hat geschrieben:
Ivanhoe hat geschrieben:Und die einzige Möglichkeit zur Zeit, ist die Gelegenheit einzuschränken.
Die Realitätsnähe dieser Forderung erinnert mich an den "Krieg gegen Terror". Die Konsequenz wäre Flächenbombardement, richtig?
Falsch. Der Einsatz Ihres "Messersets" bringt uns nicht weiter Dr. Jäckel! :wink:
Ich habe schon in meinem ersten Post erwähnt, dass dies nicht möglich sein wird, aber die zur Zeit einzige Möglichkeit ist. Kurzfristig gesehen.
Die Idee von flipmow ist ja wunderbar und richtig, hätte allerdings erst sehr langfristig eventuellen Erfolg. Was sollen wir so lange tun? Augen zu und durch?
Es gilt ja kurzfristig die Bevölkerung zu schützen. Und die ist nun einmal nur durch die Einschränkung der Gelegenheit machbar. Auf welche Weise dies geschehen kann, muss natürlich diskutiert werden.

questionable content hat geschrieben:Definiere "krank".
Psychisch krank eben.
Ich habe es vlt etwas unglücklich ausgedrückt, aber ich meine tatsächlich psychisch kranke Menschen. Was nicht immer durch die Gesellschaft verursacht sein muss.

Und wie ich schon sagte, wer so etwas tun will, der tut es auch!
Schwind sagte, kaum jemand wisse, dass in Deutschland zehn Millionen legale Waffen und geschätzte rund 20 Millionen illegale Waffen im Umlauf seien.
Quelle
Hier wäre eventuell ein Ansatzpunkt, die Gelegenheit einzuschränken.
Ich finde es erschreckend, dass es doppelt soviele illegale Waffen gibt!
jaeckel
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Beitrag von jaeckel »

Ivanhoe hat geschrieben:...dass dies nicht möglich sein wird, aber die zur Zeit einzige Möglichkeit ist.
Kommt Ihnen das nicht auch widersprüchlich vor?
Ivanhoe hat geschrieben:psychisch kranke Menschen
Sie wissen aber inzwischen schon, dass der bislang unauffällige Junge aus der Nachbarschaft in dieses Schema nicht wirklich reinpasst. Trotzdem eine Kerbe, die immer wieder populär ist.
Herzlichen Gruss
Ihr Achim Jäckel
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Ivanhoe

Beitrag von Ivanhoe »

jaeckel hat geschrieben:
Ivanhoe hat geschrieben:...dass dies nicht möglich sein wird, aber die zur Zeit einzige Möglichkeit ist.
Kommt Ihnen das nicht auch widersprüchlich vor?
Teilsteils. Die kurzfristig einzige Möglichkeit präventiv zu wirken, ist die Einschränkung der Möglichkeit. Was aber wiederum nur bedingt erreicht werden kann, da hierzu unzähliges Personal vonnöten wäre.
jaeckel hat geschrieben:
Ivanhoe hat geschrieben:psychisch kranke Menschen
Sie wissen aber inzwischen schon, dass der bislang unauffällige Junge aus der Nachbarschaft in dieses Schema nicht wirklich reinpasst. Trotzdem eine Kerbe, die immer wieder populär ist.
Ist schon erwiesen, dass er nicht psychisch krank war?
Er war nach außen unauffällig, das stimmt.
Dies ist ein Fall, der durch flipmows Vorschlag sogar verhindert werden könnte. Aber eben erst langfristig! Was ist denn Ihrer Meinung nach kurzfristig machbar?
Darum geht es doch!
Ich stimme flipmow doch 100% ig zu!
Aber was ist kurzfristig machbar? Wer schützt meine Kinder, die heute in die Schule gehen?
Richard Gecko
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Beitrag von Richard Gecko »

Und um die Frage dieses Threads zu beantworten, zwei Zitate:
http://www.netzeitung.de/politik/deutschland/1296197.html hat geschrieben:Der damalige Bundespräsident Johannes Rau sprach vielen aus dem Herzen, als er während der bewegenden Trauerfeier sagte: «Wir sollten unsere Ratlosigkeit nicht zu überspielen versuchen mit scheinbar nahe liegenden Erklärungen. Wir sollten uns eingestehen: Wir verstehen diese Tat nicht.»
und
flipmow

Beitrag von flipmow »

Ich halte nicht viel von "Mediengeschwafel" (auch wenn die Intention eine gute ist).
Wir verstehen diese Tat nicht
teile ich im übrigen mit unserem BuPrä nicht. Die breite Masse wird es wohl nicht verstehen, weil sie von vermeintlichen Auslösern geblendet werden. Die Medienmaschinerie tut das, was sie immer tut. Manipulation.
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Beitrag von Versicherungsmensch »

Richard Gecko hat geschrieben:Und um die Frage dieses Threads zu beantworten, zwei Zitate:
http://www.netzeitung.de/politik/deutschland/1296197.html hat geschrieben:Der damalige Bundespräsident Johannes Rau sprach vielen aus dem Herzen, als er während der bewegenden Trauerfeier sagte: «Wir sollten unsere Ratlosigkeit nicht zu überspielen versuchen mit scheinbar nahe liegenden Erklärungen. Wir sollten uns eingestehen: Wir verstehen diese Tat nicht.»
Oha, eine bislang richtige Aussage. Wir werden solche Taten auch nicht verstehen, solange nicht wirklich in die tiefe gegangen wird, sondern nur für die Bekämpfung der oberflächlich sichtbaren Gründe eingetreten wird.

Insofern stimme ich flipmow (nicht bezogen auf seinen Kommentar direkt über meinem) auch zu. Erst wenn wirklich beleuchtet werden kann, wie es überhaupt zu einer solchen Tat kommt oder kommen konnte, können daraus Rückschlüsse und eventuell sogar Präventivmaßnahmen gezogen und entwickelt werden.

Schlimm ist, dass zunächst immer schnell ein Sündenbock her muss, damit das eigene Gewissen beruhigt wird. Erinnert mich an verschiedene Vorgänge in der deutschen Geschichte. Problematisch ist dieser Ansatz, da z.B. auch bei einer einfachen Krankheit die Krankheit selber bekämpft werden sollte und nicht nur die Symptome. In der momentanen Zeit ist es allerdings bequemer und schneller, sich nur gegen die Symptome zu wenden, schließlich ist Zeit Geld und geld haben wir momentan mehr als zu wenig.

Fangen wir also an die Angelegenheit an der Oberfläche zu betrachten, kommen wir zu den Ergebnissen, dass der Vater dieses Täters Waffen hatte und diese nicht verschlossen aufbewahrte. Hmmm... Wenn ich wollte könnte ich auch eins meiner Kochmesser schnappen und damit Menschen verletzen und töten. Als nächstes hat der Täter wohl auch (die oft verdächtigten) Killerspiele gespielt. Auch hier stellt sich mir die Frage, wieso jemand, der gewalttätige Spiele spielt, zum Mörder oder Amokläufer wird. Vorgelebt bekommt man in solchen Spielen eigentlich schon, dass man ein gewisses Ziel mit Waffengewalt durchgesetzt bekommt, aber ist das Spielen nicht erstmal nur eine Flucht vor der Realität, weil diese zu hart erscheint und man im Spiel fast grenzenlose Möglichkeiten hat, die einem die Realität nicht bieten kann. Zudem ist man hier in einer gewissen Machtposition, die im Leben nicht unbedingt vorherrschen muss. Macht das aber einen Menschen zum Mörder oder Amokläufer?

Ein wenig tiefer an der Oberfläche gekratzt bemerken wir, dass der Täter wohlhabende Eltern hatte. Laut Aussage von Bekannten des Täters hatte dieser alles, was er haben wollte. Stellt sich die Frage, ob eventuell die notwendige emotionale Unterstützung und Zuneigung der Eltern gefehlt hat. Bei der frage kommen wir aber erstmal nicht weiter.

Noch ein wenig tiefer gekratzt erhalten wir die Information, dass der Täter wohl in seiner Schule von Mitschülern gemobbt (ich mag dieses Wort nicht) wurde und von Lehrern teilweise ignoriert wurde. Wir kommen der Sache also schon etwas näher, da nicht nur scheinbar das Elternhaus versagt hat, sondern auch das Umfeld einen positiven Kontakt unmöglich oder schwer möglich machte.

Die beiden vorherigen Absätze sind nur Mutmaßungen.

Wie kommen wir hier also weiter? Wie können wir Menschen in ihrem Selbstbewustsein stärken und auch stark machen anderen, die gerne Ziel von den Gehässigkeiten anderer sind, zu helfen? Es sind zu viele Faktoren, die jeder einzelne für sich selber ersteinmal berücksichtigen und leben sollte. Es fängt dann zwar im kleinen an, aber es könnte große Wellen schlagen, wenn wir einfach mal ein wenig rücksichtsvoller und freundlicher miteinander umgehen würden und uns mehr gegenseitig helfen und nicht nur uns im einzelnen sehen (auch wenn dadurch viele Anwälte ihren Job verlieren :wink: ).
Ich kann länger nicht rauchen als ein Nichtraucher rauchen. Ich bin somit der mental Stärkere. (Horst Evers)
Richard Gecko
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Beitrag von Richard Gecko »

Diese Aufzaehlung von (moeglichen) Gruenden ist ja ganz schoen. Nur trifft sie auf sehr viele Menschen zu. Warum dann ein einzelner zum Amoklaeufer wird ist nicht klar.
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,612730,00.html hat geschrieben:Wissenschaftlichen Erhebungen zufolge kam es zwischen 1974 und 2007 weltweit zu etwa hundert Schulamokläufen, davon 66 im letzten Jahrzehnt. Fast 200 Schüler und Lehrer fielen den Gewalttaten zum Opfer.
Und das ist weltweit.
Also ein absolutes Ausnahmephaenomen.
flipmow

Beitrag von flipmow »

Es wird das gesagt, was die Leute hören wollen. Die Leute wollen nicht hören, dass junge Menschen mit psychischen Problemen aufgrund ihrer Mitschüler und ihrer Eltern diese Taten begehen. Die Politik schlägt in die Kerbe, die vorallem die Eltern hören wollen ... "Killerspiele". "Junge, ich hab dir schon so oft gesagt, dass du nicht so viel am Computer sitzen sollst" ...

Die Namen Schäuble und Beckstein gehören mittlerweile doch schon zum festen Repertoire einer derartigen Berichterstattung über Amokläufe.

Wenn man bedenkt, dass ein Großteil der Jungen in dem Alter derartige Spiele spielt, ist es doch zu erwarten, dass man selbige auch findet.

Der Grund, warum ich mich in die Lage sehr gut reinversetzen kann, ist ganz einfach:

Ich habe in der Schule auch eher die Aussenseiterrolle erfüllt. War zwar nicht völlig ausgegrenzt, aber war durchaus der einen oder anderen böswilligen Attacke meiner Mitschüler ausgesetzt. Letztlich kam ich da nur raus, in dem ich mich auf das besinnt habe, was ich kann und was ich bin. Solche Leute versuchen nämlich andere schlecht zu machen, sodass sie besser da stehen.

Im Grunde genommen ist das nichts weiter, als überspieltes mangelndes Selbstbewusstsein. Da ich sehr wortgewandt bin, hat sich das dann später gelegt. Sobald die merken, dass man ihnen mindestens ebenbürtig ist und sie einmal "richtig vor den Kopf stösst", ist Ruhe. Zumindest ist das meine Erfahrung.

Ich habe mir sozusagen also selbst geholfen. Das habe ich durch Selbstreflektion geschafft, um mein Selbstbewusstsein zu stärken. Erwähnen sollte man an dieser Stelle, dass ich von zuhause aus, schon kein gutes Selbstbewusstsein hatte, weil mein Vater mich für nen Taugenichts hält. Mittlerweile weiss ich, dass er einer ist. ;)

Mit 16 Jahren habe ich tagtäglich ca. 4 Stunden ein gewisses "Killerspiel" gespielt. Anstatt Mord- oder Rachegelüste habe ich dann Teamgeist gespürt, weil ich sehr organisiert gespielt habe und auch mit meinem Team gegen ein deutsches Top-Team gewonnen habe. Das ganze habe ich ca. 3 Jahre durchgezogen. Da war ich mit Sicherheit süchtig nach diesem Spiel, aber letztlich würde ich diese Zeit nicht missen wollen. Ich habe übrigens noch nie eine Schlägerei gehabt oder unkontrollierte Gewaltausbrüche.

Ich habe also durchaus die "Grundvoraussetzungen" erfüllt. Das hätte also genauso gut schief gehen können. Aus dieser Zeit stammt auch meine Affinität für Psychologie und deren Zusammenhänge.

Ich habe auf der anderen Seite aber schon genug unterschwellige Aggression bei Menschen gespürt, deren Leben nicht so läuft, wie sie sich das wünschen.

In jeder Schule sollte meiner Meinung nach ein Schulpsychologe arbeiten, der mit "auffälligen" Schülern Kontakt aufnimmt. Der Vertrauenslehrer sollte hierbei Vermittlungsinstanz spielen. Gleichwohl sollte mehr auf die psychologische Beratung von Lehrern geachtet werden. In meiner Schulzeit hatte ich oft das Gefühl, dass viele Lehrer dem Druck eines Klassenverbandes nicht gewachsen sind und daher eher Probleme mit sich selbst hatten. Da ist natürlich nicht daran zu denken, dass man anderen hilft.

Eine nicht abgeschlossene Schusswaffe ist dann letztlich nur das Ende der Fahnenstange. Man muss die Sache definitiv beim Kern packen.

ps: Wobei ich klarstellen möchte, dass das Thema Amoklauf oder Rache für mich nie zur Debatte stand.
Zuletzt geändert von flipmow am 12.03.09, 11:57, insgesamt 1-mal geändert.
flipmow

Beitrag von flipmow »

Richard Gecko hat geschrieben:Diese Aufzaehlung von (moeglichen) Gruenden ist ja ganz schoen. Nur trifft sie auf sehr viele Menschen zu. Warum dann ein einzelner zum Amoklaeufer wird ist nicht klar.
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,612730,00.html hat geschrieben:Wissenschaftlichen Erhebungen zufolge kam es zwischen 1974 und 2007 weltweit zu etwa hundert Schulamokläufen, davon 66 im letzten Jahrzehnt. Fast 200 Schüler und Lehrer fielen den Gewalttaten zum Opfer.
Und das ist weltweit.
Also ein absolutes Ausnahmephaenomen.
Weil sich die meisten gott sei dank darauf besinnen, dass das letztlich keine Lösung ist. Jeder Mensch hat eine individuelle Erwartung an sein Leben und auch einen Lebenswillen, der sehr stark variieren kann. Ziel sollte letztlich nicht nur sein Amokläufe zu verhindern, sondern auch Suizide oder andere Dinge, die mit den Ursachen in Verbindung stehen.

Gibt es eine Statistik über Suizide von Jugendlichen? Die Amokläufer sind ja auch nur die Spitze des Eisbergs (sozusagen die schlimmste Konsequenz aus den Ursachen). Ein Großteil von religiösen Menschen ist auch nicht radikal, trotzdem kommt einem der radikale teil bei manchen Religionen übermächtig vor.
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