Warum?

politische Aspekte von Rechtsprechung und Gesetzesvorhaben; rechtliche Aspekte von politischem Agieren

Moderator: FDR-Team

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Ronny1958
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Warum?

Beitrag von Ronny1958 »

Ich übertreibe jetzt mal aber ich weiß nicht wie ich sonst die Betroffenheit rüberbringen kann:

1. Was muß noch passieren, damit sich der A.... des Gesetzgebers endlich bewegt? Und er endlich mal ohne die Waffenlobby wirksame und drastische Massnahmen vorsieht, die geegnet sind den Missbrauch zu verhindern?

2. Können wir es uns eigentlich noch leisten, bei solchen Waffen von Hobby zu sprechen?

3. Wie krank muß eine Gesellschaft sein, die solche Vorgänge unwidersprochen und ohne einen landesweiten Aufschrei hinnimmt?

Es gibt kostengünstige und an die Identität der Erlaubnisinhaber gebundene Sicherungssysteme die solche Vorgänge verhindern helfen könnten.

Ebenso wäre denkbar und m.E. auch zumutbar, wenn der private Waffenbesitzer seine Waffen ausserhalb seiner Wohnung aufbewahrt, sobald in seinem Haushalt Kinder leben.

Any Ideas?

Komme mir bitte keiner mit dem Argument, dass so etwas nicht zu verhindern sei. Der Vater (den ich jetzt am liebsten wegen Beihilfe anzeigen würde) hat ganz klar gegen die ansonsten eher weniger resttriktiven Aufbewahrungsvorschriften verstoßen.
Das Bonner Grundgesetz ist unverändert in Kraft. Eine deutsche Reichsverfassung, eine kommissarische Reichs-Regierung oder ein kommissarisches Reichsgericht existieren ebenso wenig, wie die Erde eine Scheibe ist. (AG Duisburg 26.01.2006)
spraadhans
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Beitrag von spraadhans »

Es wäre aber zu kurz gedacht, nur die Waffenvorschriften zu kritisieren.

Wer sowas plant, der wird auch an die entsprechenden Hilfsmittel herankommen, viel wichtiger ist es daher aus meiner Sicht, allen Kindern eine Perspektive zu geben und familiäre Defizite so weit als möglich auszugleichen.

Ich sehe in unserer Gesellschaft eine gefährliche (Fehl-)Entwicklung als gesteuerte Mischung aus zumeist willigen Massenmedien, einer übermächtigen Konsumgüterindustrie und einer Politik, die bestenfalls hilflos zuschaut, wie multinationale Interessengruppen ihre Handlungsspielräume mehr und mehr einschränken.
questionable content
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Beitrag von questionable content »

Ist es nicht viel frustrierender, in einer Gesellschaft zu leben, die bei regelmäßigen medienwirksam ausgeschlachteten Amokläufen selbst nach Jahren kaum Menschen hervorbringt, die geistig zu mehr fähig sind, als nur nach verschärften Beschränkungen für den Schusswaffenbesitz zu verlangen?


Wie wäre es, einmal über die unbequemeren Fragen nachzudenken, z.B.:

Was sagt es über unsere Gesellschaft, dass es nun überhaupt eine größere Zahl von Jugendlichen gibt, die zu so etwas fähig sind?

Ist eine Gesellschaft, deren Mitglieder bei punktuellen Krisen, als erste Instinktreaktion routinemäßig zu nicht mehr fähig ist, als kollektiv nach dem Staat zu plärren statt zumindest auch die klassische Frage "was könnte ich, was könnten wir gemeinsam tun?" aufzuwerfen, nicht schon deshalb massiv degeneriert?

Wenn man bedenkt, dass so ein Amoklauf nur möglich wird, wenn eine Vielzahl von Umständen zusammenkommen - wie viele abertausende psychisch extrem kaputte Jugendliche verbergen sich hinter diesen Einzelexzessen, die nur an den fehlenden Möglichkeit scheitern? Und vor allem: ist *das* nicht die wahre Tragödie?

Schließlich: Solche Amokläufe sind letztendlich wohl kaum einmal allein ein Ausdruck von Mordlust - dafür bringen sich die Täter zu oft selbst um, finden Sie nicht? Damit ist es ein Akt der Kommunikation. Glauben Sie, die deutsche Gesellschaft versteht, was man ihr damit sagen will und hat auch nur kurz über die Botschaft hinter der Tat nachgedacht?
Few people are capable of expressing with equanimity opinions which differ from the prejudices of their social environment. Most people are even incapable of forming such opinions.
Ronny1958
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Beitrag von Ronny1958 »

Für mich ist zunächst die einzige Tragödie die, dass 16uUnschuldige Menschen tot sind und zahllose andere verletzt.

Sie werden mir verzeihen, dass ich nach den Erignissen heute emotional erst mal zu aufgewühlt bin weil ich nicht wußte ob evtl. Bekannte und Verwandte betroffen waren, und ich deswegen momentan nur über zwei Umstände einigermassen beruhigt bin:

1. keiner meiner Verwandten und Bekannten dort unten sind direkt in Mitleidenschaft gezogen worden,

2. der Täter hats hinter sich.

Insofern kann mich der Letzgenannte nicht mehr belügen und behaupten er wollte nur kommunizieren. Ich bin da sehr archaisch eingestellt, weil ich beruflich des öfteren mit Waffennarren zu tun habe (zwangsläufig).

Der Amokläufer kann vor allem deswegen soviel Schaden anrichten weil er zu leicht an fremde waffen kommt (im vorl. Fall hat der Vater sich offensichtlich falsch verhalten).

Was ich tun könnte um derlei Vorfälle minimieren zu helfen interessiert kaum jemand , da wir zwar immer wieder unseren Senf zum Waffenrecht beitragen dürfen, aber angesichts der Lobby immer den kürzeren ziehen müssen.

Beispielsweise würde niemand etwas verlieren wenn die sog. Sportwaffen am Ort der Sportausübung gelagert werden müßten, kleine Ursache große Wirkung. Aber...Politsch aus Angst kaum realisierbar. Stattdessen werden Messer mit drei (!!!!!) cm langer Klinge deswegen zum verbotenen Gegenstand, weil man die Klinge mit einer Hand öffnen kann...

Die größte Angst der Waffenbehörden ist die:

Dass es bei uns passiert und dann noch ein Kollege was übersehen hat....

Und zur Gesellschaftskritik:

Diskutieren Sie doch die Botschaft mit dem Varter der Mutter oder einem Freund der toten Mädchen....

Ich bin zu alt geworden und habe zu oft das weil einer Tat gehört, als dass ich dazu noch Lust hätte.
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Mount'N'Update

Re: Warum?

Beitrag von Mount'N'Update »

Ronny1958 hat geschrieben:Ich übertreibe jetzt mal aber ich weiß nicht wie ich sonst die Betroffenheit rüberbringen kann:

1. Was muß noch passieren, damit sich der A.... des Gesetzgebers endlich bewegt?
Wenn wir schon auf der Ebene -1 angekommen sind, so kann ich versichern, dass der Gesetzgeber seit 2002 schon zwei mal seinen A.... bewegt hat und schärfere Waffengesetze auf den Weg brachte.
Komme mir bitte keiner mit dem Argument, dass so etwas nicht zu verhindern sei.
Mache ich jetzt aber trotzdem. Was wir nicht benötigen, sind schärfere Gesetze, sondern Vorschläge, wie es möglich ist, dass diese auch eingehalten werden. Der Vater hätte einfach nur die Waffe wegschließen müssen. Mehr nicht. Eine ganz einfache Handlung, die nichts kostet, wenig Zeit in Anspruch nimmt und Menschenleben rettet. Was soll man also tun, damit sich das Verhalten der Menschen ändert?
juggernaut
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Beitrag von juggernaut »

... waffen gleich ganz verbieten? ist doch kein sport ... sollen schach spielen oder halma, da bewegt man sich genauso wenig und denkt mehr.
juggernaut
Redfox hat geschrieben:Das ist ein Irrtum. Beamte arbeiten nicht. Sondern ... machen sonstwas. Aber arbeiten tun sie nicht.
flipmow

Beitrag von flipmow »

Die Lehrer müssen sich Ihrer Verantwortung als Pädagogen bewusst werden, die Eltern Ihrer Verantwortung als Erziehungsberechtigte (wahrscheinlich gehen beide Eltern arbeiten oder sie leben in Scheidung und der Junge verbrachte die meiste Zeit allein) und Heranwachsende sollten endlich lernen, sich dem Gruppenzwang nicht zu beugen.

Das mag jetzt erstmal pauschal "dahingeworfen" sein, aber ist im Endeffekt das Kernproblem. Ich bin nur froh, dass bis jetzt diese elendige Killerspiel-Diskussion noch nicht hochgekommen ist. Ich bin mir aber sicher, dass er auch solche Spiele gespielt hat ... nicht, weil er damit das Attentat planen wollte, sondern weil ein Großteil der Jungs in dem Alter solche Spiele spielen.

Gewaltfilme/spiele und nicht sicher verwahrte Waffen sind nur das Ende der Kette.

Aber ich bezweifele, dass man ernsthafte Probleme hat, an eine Waffe zu kommen, wenn man denn will.

Ich bin der Meinung, dass an JEDER Schule über der Grundschule mind. 5, eher 10 Schüler sind, die derartiges gefährliches "Potential" in sich bergen. Gott sei dank kommt es nur bei den aller wenigsten zum Ausbruch.
Phönix3
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Beitrag von Phönix3 »

"Gewalt als Mittel der Kommunikation" wie es vorher geschrieben wurde, ist gar nicht so abwegig ! Was sehen denn Heranwachsende, wenn sie sich umschauen ?

1. Genervte und frustrierte Eltern, wenn überhaupt beide Elternteile
verfügbar sind.
2. Sex and Crime schon im Abendprogramm im TV
3. Auf dem Schulhof regiert der Proll, Muskelkraft und Einschüchterung
4. Lehrer (verständlicherweise) oft total überfordert
5. Keine einzige Vertrauensperson, weil Oma und Opa bereits ins
Heim verfrachtet wurden, wenn sie noch leben.

WO lernen Kinder, sich a) selbst verstehen zu lernen b) echte Kommunikation c) wo sind die Identifikationspunkte ? d) Idole / Vorbilder ?

Heute muss man cool sein, stark sein, reich sein, schön sein, klug sein.
Mit 40 muss man es geschafft haben, Haus, super Job, Familie....

Ich will diesen Jungen, der dieses Gemetzel in BW angerichtet hat, auf keinen Fall unschuldig sprechen. Er wusste, was er tat !
Eines ist aber ganz klar: Ein gesunder Mensch reagiert auf Krankmachendes mit Krankheit. Und ich sage euch, es ist nur der Anfang ! Die nächsten Jahren wird es noch extremer werden. Es werden archaische Strukturen aufbrechen, schlimmer als zur Steinzeit. Denn dort hatten die Frühmenschen noch Regeln, eine gewisse Kultur.

Die Waffen sehe ich nicht als das Problem Nummer eins. Es sterben weniger Menschen durch Amokläufer, als durch die Verführung von Drogendealern oder Mobber, die Menschen in den Selbstmord treiben. Es sterben mehr Menschen jährlich an Diabetes und Bluthochdruck. Keiner würde einen Waffenschein für Zucker oder Lebensmittel beantragen, die versteckten Zucker enthalten ! Es sterben jährlich mehr Menschen an Alkohol und keiner würde einen Waffenschein verlangen für Schnaps und Wodka. Auf jeder Zigarettenschachtel ist der Hinweis auf den Tod und auf Krankheit.......auf keiner Autohaube habe ich jemals einen solchen Hinweis gesehen und jährlich sterben tausende Menschen im Strassenverkehr durch Raser u.ä. Es sterben jährlich mehr Kinder an Vernachlässigung, häuslicher Gewalt, Missbrauch... es gibt bis heute keinen "Elternführerschein". Für jedes kleine Motorrollerchen brauche ich einen Führerschein, Kinder kann man einfach so in die Welt setzen, weil man gerade mal "Bock" hatte drauf.
Ich könnte hier ohne Unterlass weiter schreiben.......Nicht die Waffen sind das alleinige Problem oder die Gesetze. Es sind die Menschen und die grenzenlose Blindheit und das ständige Abgeben von Verantwortung an Dritte. Wir sind in einer Rückentwicklung und wenn wir nicht aufpassen und endlich mal die Werte wieder zurechtrücken, da wo sie hingehören, wird die Spezie Mensch sich in ein paar Jahrzehnten ausgerottet haben.
Alle schreiben nach LIEBE und Aufmerksamkeit ! Aber keiner will sie geben ! Aber dafür hat man eine super schöne Villa und ein schnelles Auto und macht "Karriere" und kann in die schönsten Länder reisen.... Was also wundern wir uns alle gemeinsam ? Auch wenn einzelne anders denken, das Kollektiv kann sich dem Kollektiv nicht entziehen.
WAS ICH IN KINDER HINEINGEBE, DAS ERHALTE ICH ZURÜCK.
In der Schule lernt man nichts über das Leben. Es fehlen so viele wertvolle Fächer ! (Psychologie, Rechtskunde, Staatsbürgerkunde, Benimmunterricht und und und ) es fehlt eine vernünftige Schulspeisung nach neuesten ernährungsphisologischen Erkenntnissen. Wie kann ein Hirn richtig funktionieren, wenn es nur Minderwertiges bekommt ? Es fehlt eine Schuluniform (nur Oberteile, farbig getrennt), damit der Markenwahnsinn und die Mobberei endlich aufhört, endlich mal alle gleichgestellt sind. Leider hat das beim Deutschen gleich einen üblen Nachgeschmack, dabei ist es sinnvoll und würde auch die Textilindustrie beleben und und und.
Wann begreift das endlich jemand. Die Gewalt im Fernsehen ist mittlerweile abartigst und keiner merkt das noch. Urängste werden ständig wachgehalten, damit wir funktionieren...und wenn dann mal einer ausflippt.......steht die Nation Kopf ! Kann mir das mal einer erklären ?
Dies ist keine Verhältnismässigkeit von Ursache und Wirkung.

Phönix
Zuletzt geändert von Phönix3 am 13.03.09, 01:17, insgesamt 1-mal geändert.
J_Denver
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Beitrag von J_Denver »

Im Waffenrecht hat sich ja schon einiges getan.

http://forum.waffen-online.de/index.php ... pic=343694

Was m.e. fehlt, ist eine Pflicht zur getrennten Aufbewahrung von Waffen und Munition.
Mitglied im Zentralrat der Luden
Ronny1958
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Beitrag von Ronny1958 »

Was m.e. fehlt, ist eine Pflicht zur getrennten Aufbewahrung von Waffen und Munition.
Die Kurzwaffen unterliegen schon einer besonderenAufbewahrungspflicht.

Das Problem ist:

Mancher dieser "Sportler" hält sich nicht dran und bewahrt (wie vorliegend auch) die Waffen nicht ordnungsgemäß auf.

Und weil das immer wieder vorkommt, wir aber als Ordnungsbehörde das sowohl rechtlich wie personell kaum überwachen können (wie sollen wir die Aufbewahrung adhoc , also ohne jede Vorankündigung , zu jeder denkbaren Tages- und Nachtzeit überprüfen?), gehören andere Massnahmen auf die Agenda.

Alle Vorkommnisse der letzten Jahre in Deutschland geschahen (den Unkenrufen der Waffenlobby zum Trotz) durch die missbräuchliche Verwendung legal besessener Waffen.

Bei dem Vater in dem gestrigen Fall müßte m.E. ein Verfahren wegen Beihilfe zum Mord eingeleitet werden. Weil er sich nicht an die sehr eindeutigen Aufbewahrungsvorscriften gehalten hat und damit die Vorkommnisse zumindest billigend in Kauf genommen hat.
Das Bonner Grundgesetz ist unverändert in Kraft. Eine deutsche Reichsverfassung, eine kommissarische Reichs-Regierung oder ein kommissarisches Reichsgericht existieren ebenso wenig, wie die Erde eine Scheibe ist. (AG Duisburg 26.01.2006)
Ivanhoe

Beitrag von Ivanhoe »

Wer vorhat eine solche Tat zu begehen, der wird und kann sich das notwendige "Werkzeug" beschaffen. Daran werden auch die schärfsten Waffengesetze nichts ändern. Nun wieder eine Debatte über das Waffenrecht loszutreten ist m.E. völlig überflüssig.
Hätte der Vater des Täters seine Waffen vorschriftsgemäß aufbewahrt, wäre der Täter, zumindest nicht so leicht, an eine Waffe gelangt. Hier liegt die Hauptverantwortung beim Vater des Täters!
Zu verhindern, werden solche Amokläufe niemals sein.
Was kann man tun?
Ein erolgreiches Verbrechen braucht 3 Voraussetzungen: Täter, Opfer und Gelegenheit.
Die einzige Vorraussetzung, die eingeschränkt werden kann, ist die Gelegenheit.
Aber wie? Die Polizei kann eben nicht überall zur gleichen Zeit sein. Wäre sie mehr präsent, würde wiederum eine Aufschrei folgen, wir würden uns zu einem Polizeistaat entwickeln.
Was kann man also tun, um solche Taten zu verhindern?
So traurig es klingt - nichts!!!
Wir müssen damit leben.

Ein Ansatz wäre das, was spraadhans schon richtig erkannt hat:
...viel wichtiger ist es daher aus meiner Sicht, allen Kindern eine Perspektive zu geben und familiäre Defizite so weit als möglich auszugleichen.
hawethie
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Registriert: 14.09.04, 12:27

Beitrag von hawethie »

Mal ganz dumm gefragt: willst du das Auto fahren verbieten, weil jährlich mehr Menschen durch das Auto sterben, als durch Amok-Läufer?
Für den Straßenverkehr gelten mehr als genug Vorschriften.
Das Problem ist:
Mancher dieser "Sportler" hält sich nicht dran und bewahrt (wie vorliegend auch) die Waffen nicht ordnungsgemäß auf.
umgesetzt: Manche (viele) Autofahrer halten sich nicht dran und fahren auch nicht ordnungsgemäß.
Weiter im Text:
Und weil das immer wieder vorkommt, wir aber als Ordnungsbehörde das sowohl rechtlich wie personell kaum überwachen können (wie sollen wir die Einhaltung der Vorschriften adhoc , also ohne jede Vorankündigung , zu jeder denkbaren Tages- und Nachtzeit überprüfen?), gehören andere Massnahmen auf die Agenda.
Alle Vorkommnisse der letzten Jahre in Deutschland geschahen (den Unkenrufen der Autolobby zum Trotz) durch die missbräuchliche Verwendung legal besessener Kraftfahrzeuge.
Na? fällt dir was auf?
jaeckel
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Beitrag von jaeckel »

Ich sehe es eher wie qc und hawethie. Menschenverachtendes (asoziales) Verhalten erlebe ich auf der Autobahn und auch sonst nahezu täglich. Und schaut man sich mal das durchschnittliche Abendprogramm an: Mord hat bei uns den höchsten Unterhaltungswert. Wer A sagt muß sich über das B nicht wundern sondern eher mal die rosarote Heuchler-Brille absetzen.
Herzlichen Gruss
Ihr Achim Jäckel
www.recht.de
flipmow

Beitrag von flipmow »

Ivanhoe hat geschrieben:Ein erolgreiches Verbrechen braucht 3 Voraussetzungen: Täter, Opfer und Gelegenheit.
Die einzige Vorraussetzung, die eingeschränkt werden kann, ist die Gelegenheit.
Da muss ich widersprechen. Die beste Möglichkeit ist es m.M.n., die Opfer von sozialer Ausgrenzung (selbst wenn sie sich nur so fühlen) erst gar nicht zu Tätern werden zu lassen. Bei aller Trauer für die Opfer der Amokläufe, sollte viel mehr psychologische Ursachenforschung betrieben werden über die Täter. Diese sind nämlich zunächst mal Opfer von ihrer Klasse oder gar ihrer Stufe.

Viele Jugendliche sind sich der Tragweite ihres Mobbings (dass sie gar nicht als solches erkennen) gar nicht bewusst. Das ist in meinen Augen aber der Hauptgrund für solche Taten. Die Täter sind immer gleich: "komischer Aussenseiter"!

Das Thema sollte viel mehr in den aktiven Unterricht einbezogen werden.
Ivanhoe

Beitrag von Ivanhoe »

Es wird immer kranke Hirne geben. Da hilft auch keinerlei Prävention.
Und die einzige Möglichkeit zur Zeit, ist die Gelegenheit einzuschränken.
Der von Dir gemachte Vorschlag hätte, wenn überhaupt, erst sehr langfristig Wirkung. Und trotzdem wäre dann eine solche Tat niemals ausgeschlossen. Den Täter wird es immer geben.
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