Online-Buchhändlers Partnerprogramm mit NPD

politische Aspekte von Rechtsprechung und Gesetzesvorhaben; rechtliche Aspekte von politischem Agieren

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Dike
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Online-Buchhändlers Partnerprogramm mit NPD

Beitrag von Dike » 07.06.09, 11:16

Hallo allerseits,

nachdem ich durch folgenden Artikel darauf aufmerksam gemacht wurde, dass der Brandenburgische Verfassungsschutz eine Kooperation zwischen einem bekannten Online-Buchhändler und der NDP aufgedeckt hat
http://www.handelsblatt.com/politik/deu ... it;2329728,
frage ich mich, ob man außer einer Beschwerde an die Geschäftsführung und einer Boykottdrohung Möglichkeiten habt, Unmut gegen solche Geschäftspraxis zu äußern.

Vielen Dank für Ideen, Meinungen und weitere Hinweise!
nur mal so - ex aermelo

spraadhans
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Beitrag von spraadhans » 07.06.09, 16:19

Jedenfalls keine verfassungsrechtlichen, deshalb in Ermangelung einer besseren Idee nach "Recht und Politik" verschoben.

Adromir
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Beitrag von Adromir » 07.06.09, 17:33

Solange diese Organisation nicht verboten ist, hat jeder die Möglichkeit mit ihr Geschäfte zu machen oder auch nicht. So läufts nunmal, ob es einem Schmeckt oder nicht.
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Karsten11
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Beitrag von Karsten11 » 08.06.09, 10:16

Hallo,

ich würde eher eine Beschwerde an das Handelsblatt schicken. Die Öffentlichkeitswirkung für die NPD aus dem Artikel ist sicherlich um ein Vielfaches bedeutsamer als die paar Euro, die (Wortsperre: Firmename) an die NPD ausschüttet...

Abgesehen davon stelle ich mir die Frage, wie (Wortsperre: Firmename) die Nutzung des Affiliate Programms durch Extremisten verhindern soll? Das könnte ja auch auf dem Namen einen NPD-Mitglied lauten. Und neben der NPD haben wir ja auch noch genug andere Parteien mit wenig demokratischer Gesinnung.

spraadhans
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Beitrag von spraadhans » 08.06.09, 10:18

Und neben der NPD haben wir ja auch noch genug andere Parteien mit wenig demokratischer Gesinnung.
Ganz so schlimm ist die CSU jetzt aber auch nicht...

Adromir
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Beitrag von Adromir » 08.06.09, 10:55

Vielleicht ist der Buchstore aufgrund seiner Marktbeherrschenden Stellung zum Vertragsabschluss verpflichtet. Damit mich niemand falsch versteht, ich halte von der NPD und ihrer Gesinnung nun so rein gar nichts, finde es aber Problematisch, wenn in einer Demokratie/ Rechtstaat Personen und Organisationen aufgrund ihrer politischen Gesinnung von Dienstleistungen etc. ausgeschlossen werden würde.
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0Klaus
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Beitrag von 0Klaus » 08.06.09, 18:47

Hallo,

ich sehe hier überhaupt keine Probleme. Die NPD ist eine nicht als verfassungswidrig erklärte Partei. Auch ein Partnerprogramm ist keine unsittliche Einnahmequelle. Vielleicht sollten die anderen Parteien auch mitdenken und entsprechende "Spendenshops" einrichten. Das bietet sich nicht nur bei Büchern an, sondern kann mit fast allen im Internet handelbaren Gegenständen gemacht werden (zB Kleidung).
mfg
Klaus

Michael A. Schaffrath
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Beitrag von Michael A. Schaffrath » 09.06.09, 12:24

Adromir hat geschrieben:Vielleicht ist der Buchstore aufgrund seiner Marktbeherrschenden Stellung zum Vertragsabschluss verpflichtet.
Welchen Markt sollte der brasilianische Fluß denn beherrschen? Den für Online-Buchverkäufe (den es gar nicht gibt) wohl kaum. Den Buchmarkt insgesamt? Erst recht nicht.
DefPimp: Mein Gott
Biber: Nö, war nur M.A.S. Aber hier im Forum ist das schon ziemlich dicht dran.

Chabos wissen, wer der M.A.S. ist.

Redfox

Beitrag von Redfox » 09.06.09, 13:02

Karsten11 hat geschrieben:Abgesehen davon stelle ich mir die Frage, wie (Wortsperre: Firmenname) die Nutzung des Affiliate Programms durch Extremisten verhindern soll? Das könnte ja auch auf dem Namen einen NPD-Mitglied lauten. Und neben der NPD haben wir ja auch noch genug andere Parteien mit wenig demokratischer Gesinnung.
Dann müsste der Verkäufer eben "die Einhaltung der Teilnahmebedingungen unseres Partnerprogramms durch die Website" prüfen, und "nach Abschluss der Prüfung adäquate Maßnahmen treffen" --> http://www.tagesspiegel.de/politik/deut ... 22,2814745

Hier haben sie es ja nun getan --> www.boersenblatt.net/sixcms/detail.php?id=324522 .
Adromir hat geschrieben:aber Problematisch, wenn in einer Demokratie/ Rechtstaat Personen und Organisationen aufgrund ihrer politischen Gesinnung von Dienstleistungen etc. ausgeschlossen werden würde.
Das ist problematisch, ja. Siehe dazu z.B. auch hier. Aber es wäre auch problematisch, wenn Vertragspartner gezwungen wären, mit Verkäufern Verträge abschließen zu müssen, die ihrerseits mit Personen/Organisationen in Kontakt stehen, die nun wieder von den Vertragspartnern abgelehnt werden.

Ich kann jedenfalls jeden boykottieren, der z.B. etwas mit dem Lied: "Wir lagen vor Madagaskar" zu tun hat.

Und darum kommt es m.E. auch gar nicht auf diese Punktef an, sondern, ob ein Boykottaufruf rechtmäßig ist.

Dazu mag man dann das Lüth-Urteil oder die Blinkfüer-Entscheidung studieren.
Dike hat geschrieben:nachdem ich durch folgenden Artikel darauf aufmerksam gemacht wurde, dass der Brandenburgische Verfassungsschutz eine Kooperation zwischen einem bekannten Online-Buchhändler und der NDP aufgedeckt hat
Nein, dass Handelsblatt schreibt von "entdeckt". "Aufzudecken" war da wohl kaum etwas, es steht öffentlich auf der entsprechenden Webseite.

hws
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Beitrag von hws » 09.06.09, 13:24

0Klaus hat geschrieben:Das bietet sich nicht nur bei Büchern an, sondern kann mit fast allen im Internet handelbaren Gegenständen gemacht werden (zB Kleidung).
Nee, nee, dann kommt Thor Steinahr und die Kaufer dürfen die Kleindung nicht in der Schule tragen :lol:

Wobei es mir in der damaligen Diskssion nicht so ganz klar ist, wieso Kleidung von T S (ohne jegliche Kennzeichnung wegen politischer Missliebigkeit verboten wird, Aber Kleidung die in Kinderarbeit in der dritten Welt hergestellt wird - erlaubt ist.

hws

0Klaus
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Beitrag von 0Klaus » 09.06.09, 18:24

Aber Kleidung die in Kinderarbeit in der dritten Welt hergestellt wird - erlaubt ist.
Irgend was muss man ja anziehen :D
mfg
Klaus

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