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Re: Stuttgart 21

Verfasst: 27.05.16, 16:59
von Oktavia
Mount'N'Update hat geschrieben:Aber noch mehr frage ich mich, warum das Problem erst jetzt eines sein soll?
Das ist ja wie aus dem Bericht ersichtlich kein neues Problem. Es gibt halt immer mal wieder Unfälle an geneigten Bahnsteigen.
Ich spekuliere mal, dass U-Bahnhöfe andere Problematiken haben als Fernbahnhöfe in einer Großstadt. Bei der U-Bahn kann man zur Not ausweichen, wenn man mit den Intercities unterwegs sein will, wird das problematischer. Bei so alten Bahnhöfen kann man ja leider auch oft nicht viel machen zum Thema Barrierefreiheit. Bei Neubauten muss aber darauf geachtet werden Vorgaben einzuhalten. Das hat man bei S-21 nicht getan. Auch der Brandschutz wurde dort nicht geplant, hoffentlich aber im Gegensatz zu BER nachgebessert.
Ich persönlich mag Kopfbahnhöfe am liebsten. Diese kann man gut barrierefrei erreichen und es gibt keine Engstellen an Treppen. Mit Kinderwagen kann man ja noch zur Not die Rolltreppe benutzen, bei vielen Rollstühlen ist das nicht möglich.

Re: Stuttgart 21

Verfasst: 30.05.16, 07:11
von carn
Mount'N'Update hat geschrieben:Ich frage mich gerade, wofür solche Neigungen gut sind. Aber noch mehr frage ich mich, warum das Problem erst jetzt eines sein soll? In Berlin gibt es den U-Bahnhof Kaiserdamm. Der war immer schon geneigt, und das seit 1908! Unfälle sind bis heute nicht überliefert, was wohl aber eher daran liegt, dass der Bahnhof seit jeher nicht barrierefrei ist.
Eine so leicht geneigter Bahnsteig wird eben sehr selten zu Unfällen führen.

Einfach das Frontal21 Video anschauen.

Erstens ist in 6 von 7 Test der Kinderwagen nicht Richtung Gleist gerollt. Zweitens dauert es etwa 15-20 s bis der Kinderwagen ins Gleis gefallen wäre, da muss man schon sehr, sehr abgelenkt sein, dass man in der Zeit nicht noch zu greifen und festhalten kann. In der Zeit wird sogar häufig jemand anderes am Bahnsteig zugreifen und das Unglück verhindern. Aber ein "Kinderwagen rollte ein bischen und cih hab ihn dann festgehalten" kann 100 mal ind er Woche passieren und niemand kriegt es mit; nur den 1 von 100000 Fällen, in dem durch unglückliche Umstände die 15 Sekunden nicht ausreichend waren, den registriert die Statistik und der ist wohl zu selten, dass das Problem richtig durchdringt.

Wie in dem Video gesagt, auf abstrakte Gefahren wird nur selten reagiert und solange die Kinderwägen immer noch erwischt werden, bleibt die Gefahr abstrakt.

Das heißt nicht, dass dieses kein Sicherheitsproblem sei. Aber es erklärt, warum es nicht wahrgenommen wird.

Re: Stuttgart 21

Verfasst: 30.05.16, 07:33
von Tastenspitz
Kinderwagen (oder heißt es Wägen?) haben deswegen auch Feststellbremsen, damit sie an Schrägen eben nicht wegrollen. Egal wo die sind.
Wieviele Unfälle Kinderwagen vs. Eisenbahn gibt es denn im Jahr?

Re: Stuttgart 21

Verfasst: 30.05.16, 21:17
von Mount'N'Update
carn hat geschrieben:
Mount'N'Update hat geschrieben:Ich frage mich gerade, wofür solche Neigungen gut sind. Aber noch mehr frage ich mich, warum das Problem erst jetzt eines sein soll? In Berlin gibt es den U-Bahnhof Kaiserdamm. Der war immer schon geneigt, und das seit 1908! Unfälle sind bis heute nicht überliefert, was wohl aber eher daran liegt, dass der Bahnhof seit jeher nicht barrierefrei ist.
Eine so leicht geneigter Bahnsteig wird eben sehr selten zu Unfällen führen.

Einfach das Frontal21 Video anschauen.
Habe ich gemacht, daher entstand die Frage. Oder um es mit Bertold Brecht zu sagen: „Und so sehen wir betroffen / Den Vorhang zu und alle Fragen offen.“

Re: Stuttgart 21

Verfasst: 01.06.16, 06:43
von carn
Mount'N'Update hat geschrieben:
carn hat geschrieben:
Mount'N'Update hat geschrieben:Ich frage mich gerade, wofür solche Neigungen gut sind. Aber noch mehr frage ich mich, warum das Problem erst jetzt eines sein soll? In Berlin gibt es den U-Bahnhof Kaiserdamm. Der war immer schon geneigt, und das seit 1908! Unfälle sind bis heute nicht überliefert, was wohl aber eher daran liegt, dass der Bahnhof seit jeher nicht barrierefrei ist.
Eine so leicht geneigter Bahnsteig wird eben sehr selten zu Unfällen führen.

Einfach das Frontal21 Video anschauen.
Habe ich gemacht, daher entstand die Frage. Oder um es mit Bertold Brecht zu sagen: „Und so sehen wir betroffen / Den Vorhang zu und alle Fragen offen.“
Tja, dann lautet die Antwort wohl "Weil Rollstuhlfahrer/Kinderwagennutzer sich des durch Schrägen bedingten Risiko des Wegrollens/Abstürzens/vor den Laster rollen so sehr bewusst sind, dass sie mit den Schrägen an Bahnsteigen gut zurecht kommen und 15 Sekunden im Allgemeinen ausreichend für eine Abwendung des Sturzes sind."

Ist ja nicht so, dass das Problem von Schrägflächen nur an Bahnsteigen auftritt.

Re: Stuttgart 21

Verfasst: 01.06.16, 16:27
von Oktavia
carn hat geschrieben:Ist ja nicht so, dass das Problem von Schrägflächen nur an Bahnsteigen auftritt.
Das stimmt! Allerdings herrschen auf Bahnsteigen auch besondere Bedingungen. Die Menschen sind oft mit Gepäck vollgeladen, es ist relativ Eng, vor allem an den Treppenaufgängen. Alle sind irgendwie in Eile, weil der Zug nur 2 min hält. Informationen sind nicht so offensichtlich, da ist man schnell abgelenkt.
Ich glaube, wir brauchen nicht zu diskutieren wie dusselig man sein muss um zu vergessen die Bremse fest zu stellen. Es reicht zu wissen, dass es Normen und Empfehlungen gibt an die man sich hier nicht hält. Im Zweifel wird sich bei einem Unfall der Betreiber und die Genehmigungsbehörde mit Vorwürfen und Klagen/Strafverfahren auseinandersetzen müssen.

Was ich nicht verstehe ist, warum jemand sowas plant. In Einfamilienhäusern ist heute vorgeschrieben, wie der Handlauf einer Treppe auszusehen hat damit kein dusseliges Kind drüber fällt oder sich den Kopf einklemmt. Könnte man ja auch sagen, dass die Eltern da drauf aufpassen müssen....

Re: Stuttgart 21

Verfasst: 06.06.16, 23:05
von Oktavia
Schon wieder ein Update: Klick

Re: Stuttgart 21

Verfasst: 07.06.16, 05:48
von Tastenspitz
500 Mio. Da lach ich doch. Und der BER auch.
Das Ding wird fertig......irgendwann. Und dann wird es wie der Name schon sagt 21 Mrd. gekostet haben.

Re: Stuttgart 21

Verfasst: 07.06.16, 06:50
von Ronny1958
So ist das halt mit ungeliebten und totgeborenen "Kindern". :devil:

Niemand braucht sie, niemand will sie und erst recht will niemand für sie gerade stehen.

BER, Stuttgart 21, Kassel-Calden, Frankfurt-Hahn etc etc etc, alles Projekte für die die Verantwortlichen in einer besseren Zeit ans Kreuz genagelt worden wären.

Re: Stuttgart 21

Verfasst: 07.06.16, 15:23
von Name4711
Ronny1958 hat geschrieben: BER, Stuttgart 21, Kassel-Calden, Frankfurt-Hahn etc etc etc, alles Projekte für die die Verantwortlichen in einer besseren Zeit ans Kreuz genagelt worden wären.
Na, sowas ... ist das jetzt nicht ein Aufruf zu Willkür und Gewaltmaßnahmen?

Re: Stuttgart 21

Verfasst: 16.06.16, 13:22
von Cordelia
Noch ist es nicht zu spät...
Für das Aktionsbündnis gegen das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 ist die Sache klar: „Kein Vorstand der Welt wird dieses Projekt retten können.“ Angesichts befürchteter neuer Kostensteigerungen und Zeitverzögerungen legte das Bündnis am Montag in groben Zügen einen Plan vor, wie die Bauarbeiten am Tiefbahnhof in der Landeshauptstadt gestoppt und die bereits erledigten Bauarbeiten in ein neues Verkehrskonzept integriert werden können. Bereits getätigte Investitionen wären also nicht verloren.
Fast niemand fährt auf Stuttgart 21 ab
Die Neuordnung des Stuttgarter Bahnknotens wird voraussichtlich 2023 fertig werden, zwei Jahre später als zuletzt geplant. Nur drei Jahre nach der Kostenexplosion von 4,5 auf 6,526 Milliarden Euro gilt der vom Aufsichtsrat gewährte Nachschlag als aufgezehrt. Siebeneinhalb Jahre vor der Fertigstellung bleibt nur ein Mini-Puffer von 15 Millionen Euro...
Was passiert, wenn die Bahn den Kostendeckel sprengt?
Steht Stuttgart 21 auf der Kippe?

Re: Stuttgart 21

Verfasst: 28.06.16, 13:04
von schaminater
Tja die Verantwortlichen werden dafür wohl nicht zur Verantwortung herangezogen.

Re: Stuttgart 21

Verfasst: 27.08.17, 09:37
von Cordelia
Kontext Wochenzeitung hat geschrieben:Fachleute – und nicht nur die auf Seiten der Stuttgart-21-Gegner – beklagen die mangelnde Weitsicht und das fehlende Risikomanagement der DB. In der Schweiz mischt sich Häme in die Reaktionen. Man täte gut daran, Deutschland als Drittweltstaat einzustufen, schreibt die "Basler Zeitung", insbesondere wenn es um Infrastruktur- und Verkehrspolitik geht. Die Schweiz müsse sich überlegen, "ihr Entwicklungshilfebudget aufzustocken, um so im Krisengebiet vor Ort dringend benötigte Planer und Ingenieure zum Einsatz bringen zu können"
Bohren ohne Plan
Kommentar Basler Zeitung hat geschrieben:Es ist genau dieselbe Politik, die es zulässt, zwei von drei europäischen Nord- Süd-Achsen zwecks Sanierung zu schliessen, während die dritte in offensichtlich dilettantischer Weise untertunnelt wird. Der Warenverkehr in weiten Teilen Europas liegt deswegen darnieder. Ins Bild passt, dass sich in Deutschland derzeit für keinen Politiker so etwas wie eine Verantwortlichkeitsfrage stellt. Wer für die Schäden bei Dienstleistern und Privatindustrie aufkommt, bleibt damit unklar.
Drittweltland Deutschland

Re: Stuttgart 21

Verfasst: 27.08.17, 10:54
von ktown
Da ich aus eigener Erfahrung weiß, wie vielschichtig die Vorgänge bzw. Entscheidungen im Hintergrund sein können, halte ich solche Artikel eher als fragwürdig.