Mohammed-Karikaturen in Deutschland verboten?

politische Aspekte von Rechtsprechung und Gesetzesvorhaben; rechtliche Aspekte von politischem Agieren

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carn
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Re: Mohammed-Karikaturen in Deutschland verboten?

Beitrag von carn » 08.05.12, 09:37

Ronny1958 hat geschrieben:
Und sollte es tatsächlich so sein wie von den Salafisten behauptet, dass "der Islam" auf das bloße Zeigen von Mohammed-Karikaturen oder auf Kritik an einzelnen Mitgliedern nur mit Rebellion reagieren kann, dann ist die Konsequenz für mich klar.
Nur dass für diese Konsequenz vordergründig die leidige Glaubensfreiheit im Wege zu stehen scheint.
Welche Konsequenz meinte Hafish denn?

Und in Anbetracht dessen, dass religiöse Strömungen, die fragwürdige und gefährliche Ansichten vertreten, vom Staat aktiv im Rahmen der Gesetze angegangen werden, beispiel für einen Zuständigen von der SPD http://www.spdfraktion.de/cnt/rs/rs_rub ... 24,00.html , spricht nichts dagegen, dass man Gruppierungen innerherhalb des Islams bzw. den ganzen Islam, wenn er tatsächlich entsprechend der Befürchtung von Hafish ein solches Merkmal allgemein oder überwiegend aufweist, genau so angeht. Dann würde es halt bei dem SPD Zuständigen nicht mehr heissen:
"
Themen

Titel
Was ist eine "Sekte"? HTML
Scientology HTML
Transzendentale Meditation (TM) HTML
Zeugen Jehovas HTML
Kriminelle Aspekte konfliktträchtiger Gruppen HTML
"

sondern:

Themen

Titel
Was ist eine "Sekte"? HTML
Scientology HTML
Islam/Islamismus/wie immer mans auch nennt HTML
Transzendentale Meditation (TM) HTML
Zeugen Jehovas HTML
Kriminelle Aspekte konfliktträchtiger Gruppen HTML


Das sollte mit GG4 vereinbar sein, auch wenn es vielleicht nicht mit Wahlen oder dem Ziel eines friedlichen Zusammenlebens vereinbar ist (wobei, wenn man letzteres tatsächlich als Ziel formuliert, dann steckt man sowieso schon bis zum Hals ...).

DaChris77
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Re: Mohammed-Karikaturen in Deutschland verboten?

Beitrag von DaChris77 » 08.05.12, 10:58

Es geht ja munter weiter:

http://www.bild.de/regional/ruhrgebiet/ ... .bild.html

Polizist als Salafist, und, natürlich, ein türkischer "Einwanderer".

Dann türkische grünen Politiker die ihre Wahlkampfansprachen in türkisch halten und es nicht für nötig erachten auf Fragen deutscher Journalisten zu antworten.

Wo sind wir hier eigendlich? In der Türkei würde so einer (der Wahlkampf in Deutsch macht) aus dem Parlament geprügelt.


Bei den Zuständen ist die Auswanderung die beste Alternative.

Roni
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Re: Mohammed-Karikaturen in Deutschland verboten?

Beitrag von Roni » 08.05.12, 12:46

Polizist als Salafist, und, natürlich, ein türkischer "Einwanderer".
und was ist mit ihm passiert ?
Bereits Ende April wurde er gefeuert, soll auch aus dem Beamtenverhältnis entlassen werden.
steht doch auch in der Zeitung. Ich meine unser Staat kommt mit sowas schon gut zurecht, sieht man doch hier
Bei den Zuständen ist die Auswanderung die beste Alternative.
ja, ja woanders ist eben alles anders :lachen:

carn
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Re: Mohammed-Karikaturen in Deutschland verboten?

Beitrag von carn » 08.05.12, 13:37

Roni hat geschrieben:
Polizist als Salafist, und, natürlich, ein türkischer "Einwanderer".
und was ist mit ihm passiert ?
Bereits Ende April wurde er gefeuert, soll auch aus dem Beamtenverhältnis entlassen werden.
steht doch auch in der Zeitung. Ich meine unser Staat kommt mit sowas schon gut zurecht, sieht man doch hier
Was der Artikel auslässt ist die genaue und hoffentlich schlüssige Begründung für die Entlassung. Denn alles was der Beamte verbrochen hat, war den Koran über das deutsche Grundgesetz zu stellen und möglicherweise Kontakt mit potentiellen Propagandakriminellen gehabt zu haben.

Da der Islam wie wir alle und ohne jeglichen Zweifel wissen, ist der Islam Teil Deutschlands und das ist auch ganz toll. Daraus folgt aber auch, dass der Koran keine nennenswerten Widersprüche gegenüber dem Grundgesetz aufweist. Denn ansonsten wäre der Islam ja wohl kaum Teil des modernen Deutschlands bzw. man sollte sich zumindest über die Ausbreitung GG-feindlichem Gedankenguts in Form von mehr Muslimen mit folglich mehr Koranen (den sollen Muslime ja schliesslich kennen) nicht freuen.

Wenn aber der Koran keine nennenswerten Widersprüche gegenüber dem GG aufweist, ist in dem Koran über das GG stellen kein Problem zu sehen, denn ein Beamter ist nur zu Treue zum GG verpflichtet, die er eben auch dann einhält, wenn er etwas GG-konformes darüber stellt.

Das ein Polizist mit potentiellen Kriminellen Kontakt hat, ist an sich auch kein Problem, Polizisten sollten sich ja eigentlich hauptsächlich mit Kriminellen beschäftigen.

flokon
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Re: Mohammed-Karikaturen in Deutschland verboten?

Beitrag von flokon » 08.05.12, 13:47

carn hat geschrieben:
Das ein Polizist mit potentiellen Kriminellen Kontakt hat, ist an sich auch kein Problem, Polizisten sollten sich ja eigentlich hauptsächlich mit Kriminellen beschäftigen.
Aber doch hauptsächlich in der Dienstzeit und nicht privat. :wink:

Vll stellt sich aber auch demnächst raus, dass er ein V-Mann ist. :lachen:

Roni
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Re: Mohammed-Karikaturen in Deutschland verboten?

Beitrag von Roni » 08.05.12, 13:51

Als Staatsschützer ihn befragten, gab er an, dass der Glaube für ihn über allen anderen Gesetzen stehe.“

windalf
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Re: Mohammed-Karikaturen in Deutschland verboten?

Beitrag von windalf » 08.05.12, 14:02

Roni hat geschrieben:
Als Staatsschützer ihn befragten, gab er an, dass der Glaube für ihn über allen anderen Gesetzen stehe.“
Das dürfte für den einen oder anderen Polizisten, der Christ ist genauso gelten... Im Ergebnis hat er kein Problem, wenn sein Glaube ihm kein Problem mit dem GG beschert.
...fleißig wie zwei Weißbrote
0x2B | ~0x2B
Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

carn
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Re: Mohammed-Karikaturen in Deutschland verboten?

Beitrag von carn » 08.05.12, 14:04

Roni hat geschrieben:
Als Staatsschützer ihn befragten, gab er an, dass der Glaube für ihn über allen anderen Gesetzen stehe.“
Wo ist das Problem, wenn kein Widerspruch zwischen Glauben und Gesetzen ist?

Und wo sollte der Widerspruch sein, wenn der Koran und der eigentliche Islam nichts mit Islamismus zu tun haben?

Andreas Hüttig
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Re: Mohammed-Karikaturen in Deutschland verboten?

Beitrag von Andreas Hüttig » 08.05.12, 14:28

carn hat geschrieben:Was der Artikel auslässt ist die genaue und hoffentlich schlüssige Begründung für die Entlassung.
Öhm...haben sie sich die Quelle mal angesehen? Erwarten sie von der Quelle tatsächlich gut recherchierten Journalismus???
Denn alles was der Beamte verbrochen hat, war den Koran über das deutsche Grundgesetz zu stellen und möglicherweise Kontakt mit potentiellen Propagandakriminellen gehabt zu haben.
Nein, er stellt SEINEN GLAUBEN über das deutsche Grundgesetz und sein Glaube kann sowohl vom Koran, als auch vom Islam abweichend sein (auch wenn er selbst und wenige andere ihn ggf. Islam nennen und ggf. etwas lesen was sie Koran nennen).
Da der Islam wie wir alle und ohne jeglichen Zweifel wissen, ist der Islam Teil Deutschlands und das ist auch ganz toll. Daraus folgt aber auch, dass der Koran keine nennenswerten Widersprüche gegenüber dem Grundgesetz aufweist. Denn ansonsten wäre der Islam ja wohl kaum Teil des modernen Deutschlands bzw. man sollte sich zumindest über die Ausbreitung GG-feindlichem Gedankenguts in Form von mehr Muslimen mit folglich mehr Koranen (den sollen Muslime ja schliesslich kennen) nicht freuen.
Um das nochmal zu erwähnen: Es gibt nicht nur einen Islam, es gibt viele. Wenn jetzt jemand sagt "der Islam ist Teil Deutschlands" meint er damit mit Sicherheit nicht jede noch so verquere radikale Stilblüte, die sich selbst Islam nennt.
Wenn aber der Koran keine nennenswerten Widersprüche gegenüber dem GG aufweist, ist in dem Koran über das GG stellen kein Problem zu sehen, denn ein Beamter ist nur zu Treue zum GG verpflichtet, die er eben auch dann einhält, wenn er etwas GG-konformes darüber stellt.
Wenn ich das Buch "Das Schweigen der Lämmer" über das GG stelle und anfange junge Frauen abzuschlachten um mir eine weibliche Hülle zu basteln (oder das bisher nur plane und propagiere), heißt das weder, das "Das Schweigen der Lämmer" nicht mit dem GG vereinbar ist, noch das es schlimm ist, wenn jemand "Das Schweigen der Lämmer" verschenkt (ok, vermutlich wäre es schon schlimm, wenn man das Buch an Kinder verschenkt), noch dass meine Tätigkeit als Polizist nicht beeinträchtigt wird.
Das ein Polizist mit potentiellen Kriminellen Kontakt hat, ist an sich auch kein Problem, Polizisten sollten sich ja eigentlich hauptsächlich mit Kriminellen beschäftigen.
Ich denke sie mißverstehen das Sprichwort "Kontakte haben"...

curry
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Re: Mohammed-Karikaturen in Deutschland verboten?

Beitrag von curry » 15.05.12, 16:30

Dieser Staat ist durch und durch marode und am Ende.
Ein Rechtsstaat ist es ebenfalls schon lange nicht mehr.
Ob Salafisten oder andere Radikale hier Oberhand gewinnen, ist auf lange Sicht ebenfalls egal.

Die grundlegenden Fehler wurden bereits 1949 gemacht und durch einen unsäglich unfähigen Bundestag zur heutigen Misere weiterentwickelt.

carn
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Re: Mohammed-Karikaturen in Deutschland verboten?

Beitrag von carn » 15.05.12, 19:14

curry hat geschrieben:
Die grundlegenden Fehler wurden bereits 1949 gemacht und durch einen unsäglich unfähigen Bundestag zur heutigen Misere weiterentwickelt.
Was hat man denn 1949 falsch gemacht?
Das GG einführen?
Oder vergessen mit Hilfe der in der ersten Jahreshälfte noch bestehenden atomaren Überlegenheit Stalin aus Osteuropa zu verjagen?

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