Steuererklärung nur mit speziellem OS möglich

politische Aspekte von Rechtsprechung und Gesetzesvorhaben; rechtliche Aspekte von politischem Agieren

Moderator: FDR-Team

windalf
Topicstarter
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 14927
Registriert: 27.01.05, 02:00
Wohnort: Internet

Re: Steuererklärung nur mit speziellem OS möglich

Beitrag von windalf » 15.04.13, 07:54

also alle die andere Einkünfte außer Einkünfte aus nicht-selbständiger Tätigkeit haben oder Lohnersatzleistungen)
Ja und dafür reicht es schon wenn du als normaler Angestellter ne Photovoltaikanlage auf dem Dach und/oder nen Blockheizkraftwerk im Keller hast ...
Wir haben zu viele Ausgaben, wir müssen schlanker und effizienter werden was die Verwaltung betrifft u.ä.!
Meine Intention war nicht zu sagen es ist schlecht, dass man Online seine Steuererklärung abgeben kann. Ich begrüße das durchaus. Mich hatte nur gewundert, warum man da wenn man schon ein OS hofiert sich ausgerechnet für eines entscheidet, was auch noch kostenpflichtig ist, wo es ja auch echte Alternativen gibt.
Ich war gerade gestern auf einer Diskussion bezüglich des von Paul Kirchhof vorgeschlage-nen Bundessteuergesetzbuches, diese würde eine massive Vereinfachung des Steuerrechtes bedeuten. Aber bisher stößt dies auf so großen Widerstand, weil mindestens ebenso viele wie die die unter der Schwierigkeit der Steuergesetze leiden auch von eben dieser Schwierigkeit profitieren (Firmen, Steuerberater, Einzelunternehmer). Hätten wir aber ein einfaches Steurrecht wäre dieses wesentlich gerechter und die Finanzverwaltungen und Gerichte kämen mit einem Bruchteil des Personals aus.
Ja wenn man die überflüssige Bürokratie abbauen würde in allen Bereichen, hätten wir am nächsten Tag vermutlich 10 Mio. mehr Arbeitslose. Das Ganze scheint eine große ABM und Umverteilungsmaßnahme zu sein... Geld für Anwesenheit und Leistung die nur auf Grund des Systems erforderlich ist...

Korrigiere mich wenn ich mich täusche aber so wie ich das sehe dreht sich das Rad immernoch unaufhörlich weiter in Bürokratieaufbau...
...fleißig wie zwei Weißbrote
0x2B | ~0x2B
Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

Cicero
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 7925
Registriert: 24.11.05, 00:33

Re: Steuererklärung nur mit speziellem OS möglich

Beitrag von Cicero » 15.04.13, 09:54

Ryuk hat geschrieben:Cicero, falls es Ihnen entgangen ist ich habe das wettbewerbsrechtliche Argument als durchaus relevant bezeichnet.
Ich verstand Ihren Beitrag so: Das Wettbewerbsrechtliche Argument ist zwar formal betrachtet richtig, aber die gleichen Leute, die heute damit kommen, haben gestern den schlankeren Staat gefordert und sollten deshalb eigentlich mit dem Ergebnis zufrieden sein und es nicht mit einem wettbewerbsrechtlichen Argument torpedieren. Falls es anders gemeint war - sorry.
Jedoch ist mittlerweile kein [Wortsperre: Produktname] PC mehr von Nöten ist.
Das habe ich allerdings verpasst. Warum soll der nicht mehr vonnöten sein? Gibt es die erforderliche Software mittlerweile auch für andere Betriebssysteme? Oder bekommt jeder, der einen "anderen" PC hat eine unbillige Härte zugestanden. Das glauben Sie aber doch nicht wirklich?

Ryuk
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 250
Registriert: 16.11.09, 12:48

Re: Steuererklärung nur mit speziellem OS möglich

Beitrag von Ryuk » 15.04.13, 13:09

@ windalf

Wer sich eine Photovoltaikanlage auf das Dach schraubt, ist eben schon Unternehmer und Unternehmern spricht man andere Verantwortungen zu als normalen Arbeitnehmern. Und mal im Ernst wie der Photovoltaikanlagen Ihnhaber die Vorsteuer bekommt hat er auch meist schnell raus und da klappt es auch mit der elektronischen Übermittlung der Voranmeldung.

Zumindest hier in Rheinland-Pfalz wird die Steuerverwaltung massiv verkleinert. Viele sind sogar der Ansicht, das wir unsere Aufgaben nicht mehr vollumfänglich erfüllen können. Ich sehe das übrigens genauso. Das Problem ist nur das immer weniger kontrolliert wird und wenn doch einer auffällt wird derjenige kaum bis gar nicht bestraft. Vertrauen ist wirklich gut, aber der bewusste Missbrauch, wie er immer häufiger auftritt, muss hart sanktioniert werden.


@ Cicero

Ja ich glaube sie haben mich etwas missverstanden. Soweit ich weiß kann mittlerweile auch der Pinguin und andere Betriebssysteme neben "Festern" genutzt werden um die Erklärung zu erstellen.

Aber es regen sich ja selbst Leute auf die die "Fenster" Software haben, dass sie übermitteln müssen.

In meinem kurzen aber interessanten Gespräch mit Kirchhoff musste ich leider feststellen das ihm diese Problematik auch immer wieder entgegen schlägt. Alle wollen einfachere Gesetzte, aber keiner will etwas dafür tun. Weder die Politik, noch die einzelnen Lobbies und viele Unternehmer schon gar nicht. Wir müssen das gesamte Sytem von Grundauf umkrempeln, auf beiden Seiten, um etwas zu erreichen !

windalf
Topicstarter
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 14927
Registriert: 27.01.05, 02:00
Wohnort: Internet

Re: Steuererklärung nur mit speziellem OS möglich

Beitrag von windalf » 15.04.13, 13:30

...fleißig wie zwei Weißbrote
0x2B | ~0x2B
Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

Ryuk
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 250
Registriert: 16.11.09, 12:48

Re: Steuererklärung nur mit speziellem OS möglich

Beitrag von Ryuk » 15.04.13, 13:42

Na super. Damit hätte sich die Verwaltung mit Ihrem teilweise irrsinnigen Sparzwang mal wieder selbst ins Knie geschossen... Ich dachte wirklich man kann jetzt auch mit Pinguin arbeiten...

Vielleicht sollte mal einer klagen, mich würde der Ausgang wirklich brennend interessieren. Wir hatten hier im Steuerrecht schonmal die Diskussion was eigentlich mit der Unterschrift bei Ehegatten passiert, denn hier kann sich jeweils nur jeder für sich alleine authentifizieren. Auch hier gibt es einfach zu wenige Infos...

huki
FDR-Mitglied
Beiträge: 48
Registriert: 11.04.13, 00:36

Re: Steuererklärung nur mit speziellem OS möglich

Beitrag von huki » 17.04.13, 16:41

windalf hat geschrieben:http://www.spiegel.de/netzwelt/web/elek ... 87483.html

Ist das nicht eigentlich eine unerlaubte Diskriminierung vom Staat... Ein nicht ganz unbekannte Betriebssystemhersteller bekommt ja auch eins auf den Deckel, wenn er es nicht ermöglicht verschiedene Browser automatisch bei der Installation zur Vorauswahl anzubieten...

Steuerzeugs muss man ja teilweise sogar verpflichtend online machen. Wie kann es da sein, dass Vater Staat da nur ein OS hofiert?
Das hat aber gedauert bis der irgendwann mal ein klein wenig was auf den Deckel bekommen hat.

Bill Gates, Fenstershersteller: "Ich, glaube OS/2 ist es vorherbestimmt, das wichtigste Betriebssystem und vielleicht Programm aller Zeiten zu sein."
Bill Gates, Fenstershersteller: "The future is OS/2."

Geburtstag: 10 Jahre OS/2 2.0
"Unkaputtbar, Zehn Jahre OS/2 mit der Technik von heute
Dabei kann OS/2 2.0 von 1992 auch im Vergleich zu Fensters XP von 2002 konzeptionell durchaus noch mithalten - das spricht für die 1992er Systemarchitektur."
ct magazin 9/2002, Seite 41

Mit Fensters musste man sich lange mit einem 10 Jahre alten BS zufrieden geben. Das fortschritlichste BS gibt es heute in dem Sinne auch nicht mehr, da IBM es alleine irgendwann nicht mehr weiterprogrammiert hat auch wegen Wettbewerbsverletzungen von MS.
Die Massen laufen ohnehin dem Markführer und damit der Macht hinterher und ein Teil davon bekämpft sogar jeglichen Fortschritt.

Dieses Problem mit den BSen gibt es also verstärkt seit 23 Jahren und es ist kaum Umdenken in Sicht.

Man wird den Staat kaum verpflichten können alle Betriebssysteme zu unterstützen aber mit den 5-10 am weitesten verbreitesten könnte man im Einzelfall versuchen dagegen vorzugehen. Letztlich wird es aber wahrscheinlich darauf hinauslaufen, dass man dann seine Steuererklärung wieder zu Fuss abgeben dürfte. Wird die Anzahl solcher Menschen zu gross, dann könnte Umdenken eintreten.
Dh. man muss sich aber mit dem Staat auseinandersetzen und dabei evtl. auch zu Gunsten anderer Nachteile in Kauf nehmen. Und wer gegen den Staat ist, ist bei vielen Menschen ein Querulant.
In meinem kurzen aber interessanten Gespräch mit Kirchhoff musste ich leider feststellen das ihm diese Problematik auch immer wieder entgegen schlägt. Alle wollen einfachere Gesetzte, aber keiner will etwas dafür tun. Weder die Politik, noch die einzelnen Lobbies und viele Unternehmer schon gar nicht. Wir müssen das gesamte Sytem von Grundauf umkrempeln, auf beiden Seiten, um etwas zu erreichen !
Wer Grundrechtsverletzungen und Menschenrechtsverletzungen in Deutschland beseitigen will, der ist bereits ein Querulant.
Da muss man aber ein grosser Lobbyist sein und viel Geld haben, wenn man Gesetze zu seinem Gunsten machen darf, damit dabei das Volk zu einem hochschaut.
Dabei scheitert man am System, wenn man dem Volk was gutes tun will und wird hinterher evtl. noch von vielen im Volk verspottet, weil man dadurch am wenigsten Reiche einflussreiche Freunde hat.

Das Superkonto, Der Griff nach den EU-Miliarden:
Brüssel ist wie ein grosses Stück Käse mit vielen Mäusen drumherum. Brüssel ist auch Sitz von über 15000 Lobbyisten. Hinter dieser Fassade lernen Sie Tricks und Kniffe wie wie sie Einfluss nehmen können auf Entscheidungen die Geld bringen. Das Standardhonorar eines Beraters beträgt rund 1000 EUR pro Tag. In Brüssel profitiert eine gane Branche davon. Ob Fruchtsafthersteller oder Gas- und Wasserlieferant. Im Machtzentrum von Brüssel haben sich über 2500 Lobbyisten angesiedelt. Copa-Cogeca ist so Einflussreich, das er wie ein Verhandlungspartner akzeptiert wird. 1% der Grossbetriebe in Deutschland bekommen 30% dieser 4,5 bis 5 Milliarden EUR, die nach Deutschland fliessen. ...Vorraussichtlich macht Nostle einen Reingwinn von 3,8 Milliarden EUR, dennoch fordert der Konzern Subventionen von der Europäischen Kommission. Im Jahr 2005 waren das 48 Millionen EUR. ...Es sind die Grossbetriebe, Konzerne und Industrieunternehmen aber auch die europäischen Königs- und Fürstenhäuser, die sich dengrössen Anteil am Superkonto der EU sichern. ...Diese Gelder sind an nichts gebunden ob sie diese privat verwenden bleibt Ihnen überlassen. ...

Antworten