Drittes Geschlecht

politische Aspekte von Rechtsprechung und Gesetzesvorhaben; rechtliche Aspekte von politischem Agieren

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windalf
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Drittes Geschlecht

Beitrag von windalf » 08.11.17, 12:30

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/v ... 76974.html

Was bedeutet das eigentlich für viele Gesetze.

Angenommen eine solche Person die keine Frau ist wird Schwanger bzw. eine Person die kein Mann ist ist Erzeuger eines Kindes... Wirft man da ein Blick ins Gesetz steht da ja nicht selten...
zum Beispiel sowas wie
Vater eines Kindes ist der Mann,
1. der zum Zeitpunkt der Geburt mit der Mutter des Kindes verheiratet ist,
2. der die Vaterschaft anerkannt hat oder
3. dessen Vaterschaft nach § 1600d oder § 182 Abs. 1 des Gesetzes über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit gerichtlich festgestellt ist.
Ist die Person dritten Geschlechtes dann ggf. Vater ohne männlich zu sein. Wie sieht es mit Unterhalt aus, wenn "das Schwangere" (oder wie auch immer die richtige Bezeichnugn ist) ein Kind bekommt. Kann man überhaupt Vater sein ohne männlich zu sein oder wäre das dann wieder eine Diskriminierung?

Und liest man dann zum Beispiel hier...
(1) Der Vater hat der Mutter für die Dauer von sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt des Kindes Unterhalt zu gewähren. Dies gilt auch hinsichtlich der Kosten, die infolge der Schwangerschaft oder der Entbindung außerhalb dieses Zeitraums entstehen.
Hat dann "das Schwangere" gegen "das Erzeuger" überhaupt einen Unterhaltsanspruch?

Man muss wohl nicht lange suchen um weitere Fundstellen im Gesetz zu finden, die sich an einem Geschlecht "aufhängen", bei dem aber immer davon ausgegangen wird, dass es entweder männlich oder weiblich ist... Wird das vorher alles überarbeitet?
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

Tastenspitz
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Re: Drittes Geschlecht

Beitrag von Tastenspitz » 08.11.17, 13:33

:mrgreen:
zb. das neue "Mutter und sowas in der Art Schutzgesetz" MusidArSchG
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ExDevil67
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Re: Drittes Geschlecht

Beitrag von ExDevil67 » 08.11.17, 13:35

Da wird man nicht auf eine Gesetzesänderung warten müssen.
Die Ehe für alle schafft da doch schon Probleme. Verheirate mal gedanklich 2 Frauen und lasse eine schwanger werden.

windalf
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Re: Drittes Geschlecht

Beitrag von windalf » 08.11.17, 13:40

Die Ehe für alle schafft da doch schon Probleme. Verheirate mal gedanklich 2 Frauen und lasse eine schwanger werden.
Naja bei "Vater eines Kindes ist der Mann"... habe ich bei zwei Frauen weniger Interpretationsprobleme. Auch biologisch dürfte die zweite Frau nicht Vater sein. Soweit ist die Technik noch nicht...
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

ExDevil67
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Re: Drittes Geschlecht

Beitrag von ExDevil67 » 08.11.17, 13:57

windalf hat geschrieben:Naja bei "Vater eines Kindes ist der Mann"... habe ich bei zwei Frauen weniger Interpretationsprobleme. Auch biologisch dürfte die zweite Frau nicht Vater sein. Soweit ist die Technik noch nicht...
Rein biologisch klar. Nur wann will man mit welcher Begründung vom Grundsatz abweichen, bei einer verheirateten Frau wird der Partner als Vater eingetragen?

Mount'N'Update

Re: Drittes Geschlecht

Beitrag von Mount'N'Update » 08.11.17, 19:53

Ich sehe schon - ihr müsst noch eine Menge lernen.

Man muss sich auch mal vom Gedanken lösen, dass jedes Kind einen Vater haben muss. Die Gesetzesdefinition ist die gesetzliche. Einen biologischen wird es immer geben, einen gesetzlichen nicht immer.

Die einzige Frage bleibt wirklich, ob wir so ein MusidArSchG :lachen: brauchen. Wenn das dritte Geschlecht gegenüber den Frauen benachteiligt wird, ist es Essig mit der Frauenquote. :|


Das dritte Geschlecht ist weder Mann noch Frau. Nur sehr wenige von ihnen können überhaupt schwängern oder selbst schwanger werden. Warum? Weil es sich bisher für ein Geschlecht entscheiden musste. Dann wurde es operativ "umgerüstet" und fertig war es. Es ist dann aber nicht mehr in der Lage, Kinder zu kriegen.

Das kann man sich in Zukunft vielleicht sparen. Und wenn die Gesetze umgeschrieben werden müssen, na dann macht man das halt.

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Re: Drittes Geschlecht

Beitrag von windalf » 09.11.17, 08:44

Man muss sich auch mal vom Gedanken lösen, dass jedes Kind einen Vater haben muss.
Aus Unterhaltssicht fällt es schwer sich davon lösen zu wollen. Entweder müssen alle die gleiche Verantwortung auch in finanzieller Hinsicht tragen oder aber nicht. Einzelnen zu erlauben sich legal zu drücken ist unfair.
Einen biologischen wird es immer geben, einen gesetzlichen nicht immer.
Ist das so? Spätestens wenn du Anfängst DNA von mehr als 2 Menschen zusammen zu würfen um ein Kind "zu basteln" wird das mit was nun genau ein Vater und eine Mutter ist nicht mehr so einfach...
Das dritte Geschlecht ist weder Mann noch Frau.
Ja das ist schon klar. Die Frage ist mit was für Vorteilen/Nachteilen diese Entscheidung einher geht. Was ist denn wenn alle (bisher männlichen) Vorstände der großen Daxunternehmen sagen ich lebe zwar mit einer Frau zusamemn und bin mit einer verheiratet. Ab sofort fühle ich mich aber wie das Dritte geschlcht. Sind dann die Frauen beruflich nicht mehr diskriminiert. Haben wir dann kein Diskriminerungsproblem mehr. Was für Konsequenzen hat es denn wenn man einfach nur zu seinem Vorteil sich entscheidet doch lieber zum dritten Geschlecht gehören zu wollen? Bringt das dann nur Vorteile oder auch Nachteile mit sich? Was genau bedeutet dann diese Entscheidung die jeder für sich selbst treffen kann in der Praxis?
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Tastenspitz
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Re: Drittes Geschlecht

Beitrag von Tastenspitz » 09.11.17, 08:54

Na letztlich sollten die Gleichstellungsbeauftragten (M/W/S) hier einfach auf die Eigenschaft abzielen:
:arrow: "Ein unsicher Geschwängerter im Sinne des Gesetzes ist eine Frau"
:arrow: "Ein unsicher Erzeugender im Sinne des Gesetzes ist ein Mann"
....oder so.
Also eine Gleichstellung in der Eigenschaft, nicht im Geschlecht....
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Re: Drittes Geschlecht

Beitrag von windalf » 09.11.17, 08:59

Du sagst also wenn "es" einmal schwanger war oder aber nur einmal ein Kind gezeugt hat, dann ist es im Ergebnis auf Mann oder Frau festgelegt und darf es sich nicht mehr aussuchen.

So lange es nocht kinderlos ist, kann es frei zwischen den Geschlechtern hüpfen. Je nachdem wie es gerade besser passt (oder natürlich wie man sich gerade so fühlt)
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

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Re: Drittes Geschlecht

Beitrag von Tastenspitz » 09.11.17, 09:08

Nö. :)
Nur solange es bspw. schwanger ist, ist es in dieser Eigenschaft als Mutter eine Frau und bekommt auch in dieser Eigenschaft die entsprechenden Schutzrechte (bspw. Mutterschutz).
Ansonsten ist es es und nicht sie.
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Re: Drittes Geschlecht

Beitrag von windalf » 09.11.17, 10:47

Und "das Vater"? Nach der Geburt nicht mehr Unterhaltspflichtig weil er es dann wieder kein Vater mehr ist?
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Re: Drittes Geschlecht

Beitrag von Tastenspitz » 09.11.17, 13:37

Durch die Abgabe der empfängnisbedürftigen Willenserklärung (aka "oh mein Gott ich komme") wird "es" zum "es Vater".
Daran ändert sich auch nichts wenn "es Vater" mglw. dann später zu "sie" wird. Dann wäre es halt eine Väterin oder so.... :?
Er/sie/es bleibt Erzeuger der Brut.
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Re: Drittes Geschlecht

Beitrag von Biggi0001 » 09.11.17, 13:44

Ist doch geil, da haben wir gleich die nächsten, die sich demnächst über Diskriminierung beschweren....
Verba docent, exempla trahunt et quae nocent, docent.

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Re: Drittes Geschlecht

Beitrag von Biggi0001 » 09.11.17, 13:45

Tastenspitz hat geschrieben:Durch die Abgabe der empfängnisbedürftigen Willenserklärung (aka "oh mein Gott ich komme") wird "es" zum "es Vater".
Daran ändert sich auch nichts wenn "es Vater" mglw. dann später zu "sie" wird. Dann wäre es halt eine Väterin oder so.... :?
Er/sie/es bleibt Erzeuger der Brut.
:lachen:
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Mount'N'Update

Re: Drittes Geschlecht

Beitrag von Mount'N'Update » 09.11.17, 13:56

windalf hat geschrieben:
Man muss sich auch mal vom Gedanken lösen, dass jedes Kind einen Vater haben muss.
Aus Unterhaltssicht fällt es schwer sich davon lösen zu wollen. Entweder müssen alle die gleiche Verantwortung auch in finanzieller Hinsicht tragen oder aber nicht. Einzelnen zu erlauben sich legal zu drücken ist unfair.
Definitiv, kommt aber immer wieder vor.

Was mir aber noch einfällt: Wie ist das mit den öffentlichen Toiletten? :shock:

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