Aussöhnung mit den Taliban

politische Aspekte von Rechtsprechung und Gesetzesvorhaben; rechtliche Aspekte von politischem Agieren

Moderator: FDR-Team

windalf
Topicstarter
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 14942
Registriert: 27.01.05, 02:00
Wohnort: Internet

Aussöhnung mit den Taliban

Beitrag von windalf » 26.03.18, 12:59

https://www.n-tv.de/politik/Von-der-Ley ... 54559.html

Angebot: Ihr sprengt bei uns nichts mehr in die Luft dafür tollerieren wir weiterhin das Frauen zwangsverheiratet und gesteinigt werden. Damit ihr uns nicht mehr umbringen müsste konvertieren wir dann auch Deutschlandweit alle zum Islam und stellen den Verzehr von Schweinfleisch in Deutschland unter Strafe. Ach so und außerehelicher Sex wird bei uns natürlich auch unter Strafe gestellt. Problem gelöst.

Oder wie darf man sich solche Verhandlungen vorstellen. :devil:
...fleißig wie zwei Weißbrote
0x2B | ~0x2B
Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

hambre
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 6246
Registriert: 02.02.09, 13:21

Re: Aussöhnung mit den Taliban

Beitrag von hambre » 26.03.18, 13:50

Und Du verdienst angeblich ein 6-stelliges Gehalt? Das kann ich ja gar nicht glauben.
Wenn ein Grundschüler die Frage so stellen würde, dann könnte ich das verstehen.

windalf
Topicstarter
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 14942
Registriert: 27.01.05, 02:00
Wohnort: Internet

Re: Aussöhnung mit den Taliban

Beitrag von windalf » 26.03.18, 13:54

Und Du verdienst angeblich ein 6-stelliges Gehalt?
Was ist daran so schwer. Man muss nur ein bisschen progammieren und um die Ecke denken können und Kunden haben, die einen ständig beauftragen wollen...
Wenn ein Grundschüler die Frage so stellen würde, dann könnte ich das verstehen.
Na dann hilf mir doch aus der Patsche und formuliere die Frage so, wie ich die hätte stellen sollen? Ich bin schon gespannt...
...fleißig wie zwei Weißbrote
0x2B | ~0x2B
Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

ktown
FDR-Moderator
Beiträge: 21798
Registriert: 31.01.05, 08:14
Wohnort: Auf diesem Planeten

Re: Aussöhnung mit den Taliban

Beitrag von ktown » 26.03.18, 13:59

windalf hat geschrieben:Oder wie darf man sich solche Verhandlungen vorstellen.
Was hat Deutschland damit zutun?
Bei ihrem Besuch in Kabul appellierte die CDU-Politikerin an die afghanische Regierung, die Reformen und die Aussöhnung mit den radikalislamischen Taliban voranzutreiben.
Das war nur an die dortige Regierung gerichtet.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

windalf
Topicstarter
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 14942
Registriert: 27.01.05, 02:00
Wohnort: Internet

Re: Aussöhnung mit den Taliban

Beitrag von windalf » 26.03.18, 14:03

Was hat Deutschland damit zutun?
Vielleicht, weil Deutschland "ein Feind der Taliban" ist? Die zwei Türme vom WTC sind vermutlich auch nur eingestürzt weil die in Afghanistan standen?
Das war nur an die dortige Regierung gerichtet.
Mit welchem Ziel? Macht die Anschläge bitte wieder (nur) bei den Ungläubigen im Ausland?
...fleißig wie zwei Weißbrote
0x2B | ~0x2B
Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

ktown
FDR-Moderator
Beiträge: 21798
Registriert: 31.01.05, 08:14
Wohnort: Auf diesem Planeten

Re: Aussöhnung mit den Taliban

Beitrag von ktown » 26.03.18, 14:20

windalf hat geschrieben:Vielleicht, weil Deutschland "ein Feind der Taliban" ist?
Was hat das eine mit dem anderen zutun? Nach deinem Verständnis gibt es nur eine Lösung, nämlich die komplette Auslöschung des Problemes.
Wohin das führt hat ja Amerika oft genug aufgezeigt. :lachen:
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

windalf
Topicstarter
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 14942
Registriert: 27.01.05, 02:00
Wohnort: Internet

Re: Aussöhnung mit den Taliban

Beitrag von windalf » 26.03.18, 14:33

Was hat das eine mit dem anderen zutun? Nach deinem Verständnis gibt es nur eine Lösung, nämlich die komplette Auslöschung des Problemes.
Bei Verhandlungen ist es ja üblicher Weise so, dass man verhandelt. Verhandeln meint, dass man sich hinsichtlich bestimmter Themen bei denen man sich nicht einig ist auf etwas einigt. An welcher Stelle ist denn von den Taliban (oder von uns) die Bereitschaft erkennnbar bestimmte Positionen aufzugeben. Aktuelle Schnittmengen gibt es ja nicht. Daher die Frage

a) Welche Positionen unsererseits sind denn disponibel (ohne bräuchte man ja nicht verhandeln gehen, wenn man kein Angebot hat) und
b) von welchem Positionen glaubt man denn, dass diese aus Sicht der Taliban disponibel sein.
...fleißig wie zwei Weißbrote
0x2B | ~0x2B
Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

ktown
FDR-Moderator
Beiträge: 21798
Registriert: 31.01.05, 08:14
Wohnort: Auf diesem Planeten

Re: Aussöhnung mit den Taliban

Beitrag von ktown » 26.03.18, 16:00

windalf hat geschrieben:Bei Verhandlungen ist es ja üblicher Weise so, dass man verhandelt. Verhandeln meint, dass man sich hinsichtlich bestimmter Themen bei denen man sich nicht einig ist auf etwas einigt. An welcher Stelle ist denn von den Taliban (oder von uns) die Bereitschaft erkennnbar bestimmte Positionen aufzugeben. Aktuelle Schnittmengen gibt es ja nicht.
und woher wissen sie, dass es bei den derzeitigen Verhandlungsparteien keine Schnittmenge gibt?
Für mich ist der Ansatz zusehr auf Schwarz oder Weiß getrimmt.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

windalf
Topicstarter
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 14942
Registriert: 27.01.05, 02:00
Wohnort: Internet

Re: Aussöhnung mit den Taliban

Beitrag von windalf » 26.03.18, 17:03

und woher wissen sie, dass es bei den derzeitigen Verhandlungsparteien keine Schnittmenge gibt?
Sich über Schnittmengen zu einigen darüber braucht man keine großen Verhandlungen anstreben. Welchen großen Schnittstellen die einer Verhandlung bedürfen siehst du denn?

Die Schwierigkeit bei einer Verhandlung liegt ja darin eigene Positionen zumindest teilweise zur Disposition zu stellen um die Schnittmenge zu vergrößern (oder überhaupt erst eine zu schaffen).
Daher zitiere ich gern noch einmal
a) Welche Positionen unsererseits sind denn disponibel (ohne bräuchte man ja nicht verhandeln gehen, wenn man kein Angebot hat) und
b) von welchem Positionen glaubt man denn, dass diese aus Sicht der Taliban disponibel sein.
...fleißig wie zwei Weißbrote
0x2B | ~0x2B
Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

hambre
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 6246
Registriert: 02.02.09, 13:21

Re: Aussöhnung mit den Taliban

Beitrag von hambre » 26.03.18, 17:08

ohne bräuchte man ja nicht verhandeln gehen, wenn man kein Angebot hat
Selbstverständlich kann man auch ohne konkretes Angebot verhandeln. Es ist sogar dringend zu empfehlen, das zu tun. Man sollte jedoch nicht ohne ein Ziel verhandeln.

Du bist offenbar Lichtjahre mit Deinen Vorstellungen entfernt davon, wie solche Verhandlungen tatsächlich ablaufen. Da ich jetzt nicht die geringste Lust habe, Romane zu schreiben um Dich aufzuklären, möchte ich Dich bitten, Dir Literatur über erfolgreiche Verhandlungen in der Vergangenheit zu beschaffen und die erst einmal zu studieren.

Als schönen Einstieg kann ich Dir die Beschäftigung mit dem Zustandekommen des Camp-David-Abkommens vom 17.09.1978 empfehlen. So laufen derartige Verhandlungen ab, wenn man erfahrene Verhandlungsführer hat und das wird hier auch nicht anders sein. Daneben sollte man sich mit der Spieltheorie beschäftigen, wenn man verstehen, will, wie solche Verhandlungen ablaufen.

windalf
Topicstarter
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 14942
Registriert: 27.01.05, 02:00
Wohnort: Internet

Re: Aussöhnung mit den Taliban

Beitrag von windalf » 26.03.18, 17:19

Da ich jetzt nicht die geringste Lust habe, Romane zu schreiben um Dich aufzuklären, möchte ich Dich bitten, Dir Literatur über erfolgreiche Verhandlungen in der Vergangenheit zu beschaffen und die erst einmal zu studieren.
Ich verhandel meine privaten Interessen immer gut. Es mag was anderes sein für eine Gruppe zu verhandeln aber mit Spieltheorie und Co. bin ich gut vertraut.
Selbstverständlich kann man auch ohne konkretes Angebot verhandeln.
Das habe ich auch nicht behauptet. Man überlegt sich aber trotzdem vorher was man will und wie man die Gegenseite davon überzeugen kann (und vor allen Dingen muss man sich überlegen, was man bereit ist dafür zu opfern/aufzugeben). Für Lau bekommt man da gar nichts, wenn die andere Verhandlungsseite keine Idioten sind (und selbst wenn doch, dann peilen die das später und halten sich dann einfach nicht daran, wenn die sich über den Tisch gezogen fühlen. Ein Vetrag/Stück Papier ist denen doch völlig egal)
Man sollte jedoch nicht ohne ein Ziel verhandeln.
Da sind wir uns einig. Mehr oder weniger war das ja auch meine Frage. Mit welchem (realistischen) Ziel soll denn nun mit den Taliban verhandelt werden? Sich auf irgendwas zu einigen (in der Hoffnung sich in der Zukunft auf mehr einigen zu können) oder was konkret soll denn nun verhandelt werden?
...fleißig wie zwei Weißbrote
0x2B | ~0x2B
Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

Mike R.
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 515
Registriert: 14.01.06, 19:55
Wohnort: Raum Bodensee

Re: Aussöhnung mit den Taliban

Beitrag von Mike R. » 19.04.18, 11:51

windalf hat geschrieben:https://www.n-tv.de/politik/Von-der-Ley ... 54559.html

Angebot: Ihr sprengt bei uns nichts mehr in die Luft dafür tollerieren wir weiterhin das Frauen zwangsverheiratet und gesteinigt werden. Damit ihr uns nicht mehr umbringen müsste konvertieren wir dann auch Deutschlandweit alle zum Islam und stellen den Verzehr von Schweinfleisch in Deutschland unter Strafe. Ach so und außerehelicher Sex wird bei uns natürlich auch unter Strafe gestellt. Problem gelöst.

Oder wie darf man sich solche Verhandlungen vorstellen. :devil:
windalf hat geschrieben: Man muss nur ein bisschen progammieren und um die Ecke denken können und Kunden haben, die einen ständig beauftragen wollen...
:devil: Wäre es nicht weit eher ein Zeichen von "um die Ecke denken", wenn man der chinesisch traditionellen Medizin 'verkauft', 'nur' die getrockneten Hoden von militanten islamistischen Kämpfern wären das ultimative Aphrodisiakum? :devil:
Hätte gleich mehrere Vorteile: Die afrikanischen Nashorn- und Elefantenbullen wären deutlich sicherer...

Aber im Ernst; eine Diskussion mit massiv ideologisch indoktrinierten Menschen, ganz gleich ob religiös oder politisch, macht wenig Sinn. Das haben schon Generationen von klugen Leuten vor uns versucht. Die Indoktrination sorgt für eine deutliche Verzerrung der Wahrnehmung und plötzlich sind für diese Menschen die abstrusesten Argumente völlig nachvollziehbar und korrekt. Das ist aber leider nur zu menschlich, findet sich nicht nur in den abrahamitischen Religionen wieder, eher in allen Ideologien...

Eingeschränkt taugliches Gegenmittel: Die Menschen zum kritischen Hinterfragen und Denken erziehen. Das dürfte aber auch in D letztlich nicht gewollt sein, denn das würde die deutsche Politik, deren Vertreter beruflich auch kaum überleben .... :devil:
Dankeschön
Mike R.

Charon-
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 1652
Registriert: 12.07.06, 20:45

Re: Aussöhnung mit den Taliban

Beitrag von Charon- » 19.04.18, 15:53

Mike R. hat geschrieben: Die Indoktrination sorgt für eine deutliche Verzerrung der Wahrnehmung und plötzlich sind für diese Menschen die abstrusesten Argumente völlig nachvollziehbar und korrekt.
Und wie lässt sich nun feststellen, ob diese Aussage:
Mike R. hat geschrieben: denn das würde die deutsche Politik, deren Vertreter beruflich auch kaum überleben
nicht auf einer verzerrten Wahrnehmung durch Indoktrination beruht?

Eine Diskussion ist ja deiner Einlassung nach sinnlos, falls die Aussage auf Indoktrination beruht, also was ist zu tun?
Um der allgemeinen Sprachverwirrung des Siezens entgegenzuwirken, biete ich jedem Nutzer das dänische Umgangsduzen an.

Mike R.
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 515
Registriert: 14.01.06, 19:55
Wohnort: Raum Bodensee

Re: Aussöhnung mit den Taliban

Beitrag von Mike R. » 20.04.18, 04:24

Charon- hat geschrieben:
Mike R. hat geschrieben: Die Indoktrination sorgt für eine deutliche Verzerrung der Wahrnehmung und plötzlich sind für diese Menschen die abstrusesten Argumente völlig nachvollziehbar und korrekt.
Und wie lässt sich nun feststellen, ob diese Aussage:
Mike R. hat geschrieben: denn das würde die deutsche Politik, deren Vertreter beruflich auch kaum überleben
nicht auf einer verzerrten Wahrnehmung durch Indoktrination beruht?

Eine Diskussion ist ja deiner Einlassung nach sinnlos, falls die Aussage auf Indoktrination beruht, also was ist zu tun?
:D Auf die Politik bezogen oder auf das Thema Taliban/IS? :D
Über beides zerbrechen sich jedoch schon seit Generationen Menschen den Kopf, die deutlich klüger sind als ich... :D

Das einzige Mittel, welches mir dazu bekannt ist, ist - wie erwähnt - eine entsprechende Erziehung zur kritischen Sicht. Nichts als gegeben oder 'wahr' ansehen, jeden 'Kritik'punkt hinterfragen. Damit sind wir aber bereits tief in der Psychologie und weit weg von Politik und Recht...
Dankeschön
Mike R.

Charon-
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 1652
Registriert: 12.07.06, 20:45

Re: Aussöhnung mit den Taliban

Beitrag von Charon- » 20.04.18, 06:11

Mike R. hat geschrieben:Auf die Politik bezogen oder auf das Thema Taliban/IS?
Wenn ich zitiere "denn das würde die deutsche Politik, deren Vertreter beruflich auch kaum überleben" wird es nicht auf die Taliban bezogen sein.
Mike R. hat geschrieben:Das einzige Mittel, welches mir dazu bekannt ist, ist - wie erwähnt - eine entsprechende Erziehung zur kritischen Sicht
Mit anderen Worten, wenn jemand bereits indoktriniert ist, und seine "Wahrheiten" als Dogma verbreitet, kann man nichts mehr tun, um das zu ändern? Was tut man dann mit solchen Menschen?
Um der allgemeinen Sprachverwirrung des Siezens entgegenzuwirken, biete ich jedem Nutzer das dänische Umgangsduzen an.

Antworten