Grundrente

politische Aspekte von Rechtsprechung und Gesetzesvorhaben; rechtliche Aspekte von politischem Agieren

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Celestro
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Re: Grundrente

Beitrag von Celestro » 05.02.19, 10:28

FM hat geschrieben:Jemand der 30 Jahre Vollzeit arbeitete hat deutlich mehr gearbeitet als jemand der 35 Jahre halbtags arbeitete. Die Grundrente soll aber nur der zweite bekommen.
Soll denn der 35 Jahre Halbzeitler die Grundrente in gleicher Höhe bekommen, wie ein Vollzeitler ? Eher nicht, oder ?

ExDevil67
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Re: Grundrente

Beitrag von ExDevil67 » 05.02.19, 10:41

Ja, die Grundrente soll "nur" die persönliche Rentenhöhe auf ein heute definiertes Niveau oberhalb der aktuellen Grundsicherung heben.

Old Piper
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Re: Grundrente

Beitrag von Old Piper » 06.02.19, 07:26

Celestro hat geschrieben:Soll denn der 35 Jahre Halbzeitler die Grundrente in gleicher Höhe bekommen, wie ein Vollzeitler ? Eher nicht, oder ?
Die RV sieht im Versicherungsverlauf nur die Entgelthöhe. Ob diese in Voll- oder Teilzeit erarbeitet wurde, ist nicht erkennbar.
MfG
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FM
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Re: Grundrente

Beitrag von FM » 07.02.19, 12:41

Zafilutsche hat geschrieben:Die Person die in Teilzeit unterwegs war, könnte vielleicht Eltern gepflegt haben oder mehrere Kinder (vielleicht noch mit Behinderungen) großgezogen haben. Das wird nicht als "Arbeit" klassifiziert, aber letztlich ist es eine wichtige und wertvolle Arbeit.
Kindererziehung und Pflege kann man ja rentenmäßig wie Erwerbsarbeit behandeln, und das ist auch schon so geregelt.

windalf
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Re: Grundrente

Beitrag von windalf » 13.02.19, 08:27

Grundrente "light"

https://www.n-tv.de/politik/Heil-beharr ... 54918.html
Das Ministerium reagierte damit auf einen Bericht der "Bild"-Zeitung, wonach sich in der Großen Koalition ein Kompromiss auf eine "Prüfung light" abzeichnet. Demnach soll bei Renteneintritt lediglich geprüft werden, über welches Haushaltseinkommen ein Rentner verfüge. Nicht angerechnet werden solle hingegen das Eigenheim sowie Vermögen wie Lebensversicherung oder Auto.
Da darf man dann ja nur hoffen, dass dieser Blödsinn wirklich nicht kommt. Wenn man nun die zusätzlichen Punkte wegen seines ach so harten Arbeitslebens verdient hat, warum sollte man die auf einmal nicht mehr verdient haben, wenn man anderweitig "Haushaltseinkommen hat"... War das Arbeitsleben dann weniger hart und hat vermeintlich weniger Respekt verdient? Das ganze Konzept wird immer abstruser...
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

lottchen
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Re: Grundrente

Beitrag von lottchen » 13.02.19, 09:18

Ist das letztendlich nicht egal, ob ich x Euro Rente bekomme und mit Sozialleistungen bis zum Existenzminumum aufstocke oder gleich Rente in Höhe des Existenzminimums bekomme? Klar kommt das Geld aus verschiedenen Töpfen, aber letztendlich ist das doch auch nur eine Umverteilung von Steuern. Gerechtigkeit wird man auch mit diesem Gesetz nicht erreichen, wie immer. Das erwartet doch wohl auch niemand?
Ich empfehle, Beiträge unserer Forentrolle BäckerHD, FelixSt und Dieter_Meisenkaiser konsequent zu ignorieren!

windalf
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Re: Grundrente

Beitrag von windalf » 13.02.19, 09:28

Ist das letztendlich nicht egal, ob ich x Euro Rente bekomme und mit Sozialleistungen bis zum Existenzminumum aufstocke oder gleich Rente in Höhe des Existenzminimums bekomme?
Es geht ja nicht um die gleiche Höhe sondern mehr zu bekommen als nur Grundsicherung, wenn man "vermeintlich hart gearbeitet" hat...

Der Gedanke, dass jeman der "mehr getan hat" auch mehr bekommen soll als jemand der weniger getan hat ist ja vom Grundsatz her erst einmal gut...
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

ExDevil67
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Re: Grundrente

Beitrag von ExDevil67 » 13.02.19, 10:16

windalf hat geschrieben: Da darf man dann ja nur hoffen, dass dieser Blödsinn wirklich nicht kommt. Wenn man nun die zusätzlichen Punkte wegen seines ach so harten Arbeitslebens verdient hat, warum sollte man die auf einmal nicht mehr verdient haben, wenn man anderweitig "Haushaltseinkommen hat"... War das Arbeitsleben dann weniger hart und
Da gab es mal einige Beispielrechnungen und da kam raus das nicht nur die die Vollzeit zu niedrigen Löhnen gearbeitet haben davon profitieren würden, sonder auch z.B. die die nicht Vollzeit arbeiten mussten weil der Partner gut verdiente und über berufsständische Versorgungswerke auch im Alter über mehr als ausreichende Einkünfte verfügt.

Townspector
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Re: Grundrente

Beitrag von Townspector » 13.02.19, 10:40

Hamlet, 2 Akt, 1. Szene:

"Behandelt jeden Menschen nach seinem Verdienst, und wer ist vor Schlägen sicher?
Behandelt sie nach Eurer eignen Ehre und Würdigkeit; je weniger sie verdienen, desto mehr Verdienst hat Eure Güte."
Gedenksignatur - Gewidmet dem unbekannten Anwalt
In dankbarer Erinnerung an all jene namenlosen, stets laut angekündigten Rechtsvertreter,
die jedoch heldenhaft nie in meinem Dienstzimmer erschienen sind oder tapfer nichts von sich hören ließen.

windalf
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Re: Grundrente

Beitrag von windalf » 03.04.19, 07:36

https://www.n-tv.de/politik/Union-will- ... 43779.html
"Wer aber weitere Alterseinkünfte bezieht durch betriebliche Altersvorsorge, durch private Vorsorge, gar durch Vermietung und Verpachtung, da stellt sich die Gerechtigkeitsfrage, ob man dann noch einen zusätzlichen Anspruch auf staatliche Leistungen haben muss."
Was für ein Blödsinn. Nimmt man den A und B. Bei beiden alles gleich mit dem Unterschied, dass A noch Privat vorgesort hat und B das Geld stattdessen in den Konsum gesteckt hat... Wie kann es da gerecht sein, wenn B dafür noch etwas bekommt und A nicht. Bei der ganzen Umverteilungsnummer geht es doch eigentlich fast nie um Gerechtigkeit sondern wenn um Bedürftigkeit. Gerechtkeit und Bedürftigkeit haben haben nahezu nichts miteinander zu tun...
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

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