das Fachkräfte-Zuwanderungsgesetz - eine globale Gültigkeit!?

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linlin
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das Fachkräfte-Zuwanderungsgesetz - eine globale Gültigkeit!?

Beitrag von linlin » 08.06.19, 01:21

Hallo und guten Tag,

seit gestern ist das Gesetz nun verabschiedet - das Fachkäftezuwanderungsgesetz: Hier ein paar kurze Fragen bzw. eine Kurzzusammenfassung - um zu überprüfen ob ich das Gesetz kpl. verstanden hab:

Was sind die wesentlichen Neuerungen durch das Fachkräfteeinwanderungsgesetz?


dt. Arbeitsmarkt wird für Menschen aus Nicht-EU-Ländern und alle Berufe geöffnet.

Voraussetzung:
- Bedarf
- Qualifikation

Die Vorrangprüfung entfällt. - Unternehmer müssen nicht mehr nachweisen dass sie für eine ausgeschriebene Stelle _keinen_ Arbeitnehmer
aus der EU gefunden naben.

Neu - dies gilt nun nicht mehr nur für Hochqualifizierte - also so genannte Bluecard-Besitzer...
Ferner: Schließt das ein : Zuwanderung aus allen Ländern aller Kontninente - ohne Einschränkung - ergo also zum Beispiel auch aus....

A wie Argentinien
B wie Bolivien
I wie Indien & Israel
S wie Südafrika

m.a. W; Bedeudet das, dass wirklich nun auch auf der ganzen Welt in den Arbeitsmarkt zuwandern können? Das - nebenbei bemerkt - find ich eine prima Sache!

noch mal anders gefragt: Hat das Fachkräfte-Zuwanderungsgesetz denn tatsächlich so etwas wie eine globale Gültigkeit!?
Freue mich von Euch zu hoeren.

Viele Grüße
LinLin


hier noch ein paar Zusatzinfos: https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/faqs ... esetz.html

Zu den wesentlichen Neuerungen gehören:
ein einheitlicher Fachkräftebegriff, der Hochschulabsolventen und Beschäftigte mit qualifizierter Berufsausbildung umfasst,
der Verzicht auf eine Vorrangprüfung bei anerkannter Qualifikation und Arbeitsvertrag,
der Wegfall der Begrenzung auf Mangelberufe bei qualifizierter Berufsausbildung,
die Möglichkeit für Fachkräfte mit qualifizierter Berufsausbildung entsprechend der bestehenden Regelung für Hochschulabsolventen für eine befristete Zeit zur Arbeitsplatzsuche nach Deutschland zu kommen (Voraussetzung: deutsche Sprachkenntnisse und Lebensunterhaltssicherung),
bei Vorliegen eines geprüften ausländischen Abschlusses verbesserte Möglichkeiten zum Aufenthalt für Qualifizierungsmaßnahmen im Inland mit dem Ziel der Anerkennung von beruflichen Qualifikationen, Verfahrensvereinfachungen durch eine Bündelung der Zuständigkeiten bei zentralen Ausländerbehörden und beschleunigte Verfahren für Fachkräfte.

linlin
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Re: das Fachkräfte-Zuwanderungsgesetz - eine globale Gültigkeit!?

Beitrag von linlin » 09.06.19, 14:22

hi

hier nochmals linlin... hab mich noch etwas weiter eingelesen: Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz (FEG) bringt für den Arbeitgeber viele Änderungen, hinsichtlich der Aufenthaltserlaubnis zur Ausübung einer qualifizierten Beschäftigung. Von zentraler Bedeutung ist für Arbeitgeber sind z.B. einige Neuregelungen des Aufenthaltsgesetzes - v.a. § 18 AufenthG-E.
Vor allen Dingen geht es hier um die Erteilung der Aufenthaltserlaubnis - z.B. im Rahmen einer angestrebten Ausübung Beschäftigung.

Wenn der Arbeitgeber eine ausländische.....
- Fachkraft mit Berufsausbildung beschäftigen möchte – (betrifft also alle, die eine deutsche oder gleichwertige Berufsqualifikation mitbringen, oder eine ausländische
- Fachkraft mit akademischer Ausbildung beschäftigen möchte – (das betrifft also Ausländer, die einen deutschen oder anerkannten bzw. vergleichbaren ausländischen Hochschulabschluss mitbringen,

...dann hatte er hier in der Vergangenheit viel zu regeln - waren diese Dinge schwierig zu bewerkstelligen.
Relevant sind hier - im ausländerrechtlichen Sinne - im Wesentlichen etwa § 18 AufenthG-E.

weitere wesentliche Vorzüge sind etwa:

- der Verzicht auf eine zeitentensive Vorrangprüfung bei anerkannter Qualifikation und Arbeitsvertrag,
- dies führt zu einer erheblichen Beschleunigung des Zustimmungsverfahrens der Bundesagentur für Arbeit;
- dies führt dazu dass Zustimmungsverfahren der Bundesagentur für Arbeit sich wohl auch nicht mehr so lange Zeit in Anspruch nimmt.
- der Wegfall der Begrenzung auf Mangelberufe bei qualifizierter Berufsausbildung,
- die Möglichkeit für Fachkräfte mit qualifizierter Berufsausbildung entsprechend der bestehenden Regelung für Hochschulabsolventen für eine
befristete Zeit zur Arbeitsplatzsuche nach Deutschland zu kommen (Voraussetzung ist hier allerdings: deutsche Sprachkenntnisse und Lebensunterhaltssicherung),
bei Vorliegen eines geprüften ausländischen Abschlusses verbesserte Möglichkeiten zum Aufenthalt für Qualifizierungsmaßnahmen im Inland)



ich finde dass das FEG sehr vieles neu regelt u. sehr hifchreich sein kann....

FelixSt
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Re: das Fachkräfte-Zuwanderungsgesetz - eine globale Gültigkeit!?

Beitrag von FelixSt » 09.06.19, 19:17

Toll, dass Sie so begeistert sind. Und jetzt?
Ich empfehle jedem, selbst zu denken und es sich nicht von unseren Forengutmenschen wie z.B. lottchen abnehmen zu lassen.

2xc
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Re: das Fachkräfte-Zuwanderungsgesetz - eine globale Gültigkeit!?

Beitrag von 2xc » 03.07.19, 22:10

Ich finde diese Änderungen ziemlich schlimm. Damit wird die Tür ganz weit für Szenarien wie dieses geöffnet:

- Als angeblich oder tatsächlich Arbeitssuchender in die BRD einreisen, keine Arbeit finden und sich anschließend Dulden lassen wegen tatsächlicher oder angeblich unzumutbarer Zustände im Heimatland.

- Deutsche Arbeitnehmer konkurrieren somit faktisch mit allen Arbeitskräften weltweit, also auch mit solchen aus den ärmsten Ländern der Erde.

Hört sich für mich alles ziemlich schlimm an, bin mal gespannt was diese Gesetzesänderungen in den nächsten 10, 20 Jahren in der Praxis für Verwerfungen verursachen werden.

windalf
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Re: das Fachkräfte-Zuwanderungsgesetz - eine globale Gültigkeit!?

Beitrag von windalf » 04.07.19, 10:05

- Deutsche Arbeitnehmer konkurrieren somit faktisch mit allen Arbeitskräften weltweit, also auch mit solchen aus den ärmsten Ländern der Erde.
Und was ist daran schlecht?
...fleißig wie zwei Weißbrote
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

Evariste
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Re: das Fachkräfte-Zuwanderungsgesetz - eine globale Gültigkeit!?

Beitrag von Evariste » 04.07.19, 11:08

2xc hat geschrieben:
03.07.19, 22:10
- Als angeblich oder tatsächlich Arbeitssuchender in die BRD einreisen, keine Arbeit finden und sich anschließend Dulden lassen wegen tatsächlicher oder angeblich unzumutbarer Zustände im Heimatland.
Voraussetzung für die Einreise ist aber, dass der Lebensunterhalt für die Dauer des Aufenthalts gesichert ist. Wer diese Anforderung erfüllt, hat es normalerweise nicht nötig, sich bei uns "einzuschleichen".
- Deutsche Arbeitnehmer konkurrieren somit faktisch mit allen Arbeitskräften weltweit, also auch mit solchen aus den ärmsten Ländern der Erde.
Erstens konkurrieren deutsche Arbeitnehmer sowieso mit allen Arbeitskräften weltweit.

Zweitens stimmt das - auf das Gesetz bezogen - so nicht, die deutschen Arbeitnehmer konkurrieren nicht mit allen Arbeitskräften weltweit, sondern nur mit solchen, die in Deutschland leben (oder dies wollen) und die die nötigen Qualifikationen besitzen. Das "aus den ärmsten Ländern der Erde" suggeriert, dass diese Arbeitskräfte besonders billig sind, das sind sie aber nicht mehr, wenn sie hier leben, Miete zahlen, Steuern und Sozialabgaben zahlen, ihre Kinder auf die Schule schicken, und so weiter.

2xc
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Re: das Fachkräfte-Zuwanderungsgesetz - eine globale Gültigkeit!?

Beitrag von 2xc » 15.07.19, 22:33

windalf hat geschrieben:
04.07.19, 10:05
- Deutsche Arbeitnehmer konkurrieren somit faktisch mit allen Arbeitskräften weltweit, also auch mit solchen aus den ärmsten Ländern der Erde.
Und was ist daran schlecht?
Sie sind Beamte / ÖD?

Ich beantworte Ihre Frage in meinem nächsten Post mit.

2xc
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Re: das Fachkräfte-Zuwanderungsgesetz - eine globale Gültigkeit!?

Beitrag von 2xc » 15.07.19, 22:51

Doppelpost
Zuletzt geändert von 2xc am 15.07.19, 23:05, insgesamt 1-mal geändert.

2xc
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Re: das Fachkräfte-Zuwanderungsgesetz - eine globale Gültigkeit!?

Beitrag von 2xc » 15.07.19, 23:03

2xc hat geschrieben:
03.07.19, 22:10
- Als angeblich oder tatsächlich Arbeitssuchender in die BRD einreisen, keine Arbeit finden und sich anschließend Dulden lassen wegen tatsächlicher oder angeblich unzumutbarer Zustände im Heimatland.
Voraussetzung für die Einreise ist aber, dass der Lebensunterhalt für die Dauer des Aufenthalts gesichert ist. Wer diese Anforderung erfüllt, hat es normalerweise nicht nötig, sich bei uns "einzuschleichen".
Oft ist es so, dass die ganze Familie zusammenlegt um die Einreise nach Deutschland zu ermöglichen, in der Erwartung dass der "Entsandte" dann Geld "nach Hause" schicken wird.
- Deutsche Arbeitnehmer konkurrieren somit faktisch mit allen Arbeitskräften weltweit, also auch mit solchen aus den ärmsten Ländern der Erde.
Erstens konkurrieren deutsche Arbeitnehmer sowieso mit allen Arbeitskräften weltweit.

Zweitens stimmt das - auf das Gesetz bezogen - so nicht, die deutschen Arbeitnehmer konkurrieren nicht mit allen Arbeitskräften weltweit, sondern nur mit solchen, die in Deutschland leben (oder dies wollen)
Fast alle Länder der Erde sind ärmer als Deutschland, können Sie sich einen Arbeitnehmer vorstellen der nicht in Deutschland leben möchte?
und die die nötigen Qualifikationen besitzen.
Ich habe andere Erfahrungen gemacht. Beruflich habe ich (selbstständig) eine Zeit lang häufig mit Ärzten zusammengearbeitet, meist angestellte Ärzte. Ein Teil davon waren Einwanderer. Die Sprachkenntnisse waren offiziell sicher C1 oder C2 (habe diesen Test selbst in einer anderen Sprache gemacht und weiß, dass er viel zu leicht ist), eine fachliche Kommunikation war dennoch nur mit Mühe möglich und sehr zeitaufwändig, mitunter gab es folgenreiche Missverständnisse. Da es nicht mehr wirtschaftlich war, musste ich bei "ausländischen" Ärzten das berücksichtigen und habe demnach die Preise speziell für diese Zielgruppe so weit angehoben, dass die Wirtschaftlichkeit wieder gegeben war. Die Nachfrage ist dann, was diese Zielgruppe anbelangt entsprechend zurückgegangen, womit ich gut leben kann. Meiner Erfahrung nach fehlte es neben den Sprachkennissen auch an Sekundärtugenden (u.a. Absprachenfähigkeit, Zuverlässigkeit). Das waren teilweise Ärzte in leitender Position (Oberarzt) die in deutschen Krankenhäusern gearbeitet haben. Wenn es bei Ärzten und Oberärzten schon so ist, war ich nicht mir vorzustellen wie es ein, zwei Ebenen untendrunter aussieht.
Das "aus den ärmsten Ländern der Erde" suggeriert, dass diese Arbeitskräfte besonders billig sind, das sind sie aber nicht mehr, wenn sie hier leben, Miete zahlen, Steuern und Sozialabgaben zahlen, ihre Kinder auf die Schule schicken, und so weiter.
Sie machen m.E. Denkfehler:

- "Ausländische" Fachkräfte sind meist kinderreicher als Deutsche. D.h. die Abgabenlast relativiert sich somit für diese bereits aufgrund der Familienversicherung der AOK, da es eine Quersubventionierung durch weniger kinderreiche deutsche Arbeitnehmer gibt. Ähnliches gilt auch für die Steuern, kinderreiche Familien bezahlen weniger Steuern, nehmen aber mehr staatliche Leistungen, inkl. Infrastruktur, in Anspruch. Gerade für "geringverdienende" Fachkräfte müsste somit eine Einreise lohnenswert gibt, da es in Ihren Herkunftsländern eine solche Quersubventionierung nicht gibt.

- Ich weiß nicht ob Sie das Konzept "hedonische Anpassung" kennen. Für deutsche Fachkräfte fühlt sich das deutsche Steuer- und Abgabensystem nicht besonders gut an (für mich zumindest nicht) u.a. da die Steur- und Abgabenlast viel zu hoch ist, jemanden der aus einem armen Land kommt wird sich dagegen wie im Paradies vorkommen.

- In dem Haus in dem ich früher gewohnt habe wohnte eine Einwandererfamilie zu dritt in einer Einraumwohnung (Kenne die Wohnung, da ich mit dem Vormieter bekannt war). Ich hatte den Eindruck, dass sie mit dem zufrieden sind was sie haben. Eine deutsche Familie würde nie und nimmer zufrieden zu dritt in einer Einraumwohnung leben wollen. Weil sie eben einen ganz anderne Standard gewohnt sind.

Wollen Sie denn allen ernstes behaupten, dass verstärkte Einwanderung den Selektionsdruck auf dem einheimischen Arbeitsmarkt nicht erhöhen wird? Der Druck ist durch die hohe Eintrittshürde (sehr hohe Steuern- und Abgabenlast, viele und komplizierte Reglementierungen) ohnehin schon sehr hoch.

Ich war vor einigen Jahren bereits im Spitzenstuersatz obwohl ich nicht besonders viel verdient habe. Mittlerweile habe ich mein Leben völlig verändert. Von meinem ursprünglichen Ansatz so viel wie möglich Geld zu verdienen bin ich völlig abgekommen. Mittlerweile ist mein Ansatz eher der, dass ich versuche so wenig wie möglich zu arbeiten und genieße lieber die zusätzliche Lebenszeit (aufgrund der hohen Steuern- und Abgabenlast ist dieser Ansatz für mich wirtschaftlich, zumal Geld teilweise durch Zeit substituiert werden kann).

Sie haben sich bisher noch nicht geäußert, was Ihnen genau an den gesetzlichen Neuregelungen so gut gefällt?
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windalf
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Re: das Fachkräfte-Zuwanderungsgesetz - eine globale Gültigkeit!?

Beitrag von windalf » 17.07.19, 13:33

Sie sind Beamte / ÖD?
Nein Arbeitnehmer
Wollen Sie denn allen ernstes behaupten, dass verstärkte Einwanderung den Selektionsdruck auf dem einheimischen Arbeitsmarkt nicht erhöhen wird?
Nö. Es gilt halt wer rastet der rostet. Wer sich nicht weiterentwickelt stirbt aus...
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

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Re: das Fachkräfte-Zuwanderungsgesetz - eine globale Gültigkeit!?

Beitrag von Celestro » 18.07.19, 13:21

2xc hat geschrieben:
15.07.19, 23:03
Oft ist es so, dass die ganze Familie zusammenlegt um die Einreise nach Deutschland zu ermöglichen, in der Erwartung dass der "Entsandte" dann Geld "nach Hause" schicken wird.
Das sind doch 2 völlig verschiedene Paar Schuhe. Der von Ihnen beschriebene Fall ist heute schon an der Tagesordnung. Dafür braucht es das Gesetz also nicht. Hinzu kommt aber, das man als Tourist nicht unbegrenzt hierbleiben darf.

Beim Fachkräfte-Zuwanderungsgesetz ist es aber so, dass ein Bewerber, der hier arbeiten soll ein Bleiberecht dafür erhält. Es basiert aber darauf, dass eine Firma den Bewerber auch beschäftigen will. Das Szenario "Person sucht hier Arbeit und findet keine" kann also (eigentlich) überhaupt nicht vorkommen. Bzw. wenn man "die Möglichkeit für Fachkräfte mit qualifizierter Berufsausbildung entsprechend der bestehenden Regelung für Hochschulabsolventen für eine befristete Zeit zur Arbeitsplatzsuche nach Deutschland zu kommen (Voraussetzung: deutsche Sprachkenntnisse und Lebensunterhaltssicherung)" muss man, wenn man keine Arbeit findet, eben auch Deutschland wieder verlassen. Wer dann so argumentiert wie Sie den verweise ich wie gesagt auf "so wie Sie sich das denken, kann man es eh machen". Da macht das neue Gesetz also auf keinen Fall etwas kaputt.

Evariste
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Re: das Fachkräfte-Zuwanderungsgesetz - eine globale Gültigkeit!?

Beitrag von Evariste » 18.07.19, 17:10

2xc hat geschrieben:
15.07.19, 23:03
Sie machen m.E. Denkfehler:

- "Ausländische" Fachkräfte sind meist kinderreicher als Deutsche. D.h. die Abgabenlast relativiert sich somit für diese bereits aufgrund der Familienversicherung der AOK, da es eine Quersubventionierung durch weniger kinderreiche deutsche Arbeitnehmer gibt. Ähnliches gilt auch für die Steuern, kinderreiche Familien bezahlen weniger Steuern, nehmen aber mehr staatliche Leistungen, inkl. Infrastruktur, in Anspruch. Gerade für "geringverdienende" Fachkräfte müsste somit eine Einreise lohnenswert gibt, da es in Ihren Herkunftsländern eine solche Quersubventionierung nicht gibt.
Um nur mal diesen einen Punkt aufzugreifen, hier liegt der Denkfehler eher auf Ihrer Seite. Sie zählen alle Vorteile auf, die kinderreiche Familien haben, dabei z. T. rein theoretische (ja, kinderreiche Familien profitieren von der Familienversicherung, aber das bringt keinen einzigen zusätzlichen Euro in die Haushaltskasse), vergessen dabei aber die simple Tatsache, dass mehr Kinder auch mehr kosten. Unter dem Strich hat dieser fiktive kinderreiche Ausländer (von den in D arbeitenden Ausländern, die ich kenne, haben viele keine Kinder) im Verhältnis zur Familiengröße nicht mehr Netto als der kinderarme deutsche Vergleichsarbeitnehmer - im Gegenteil. Die diesem Netto gegenüberstehenden Kosten sind aber auf deutschem Niveau.

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