Corona und Folgekrankheiten

politische Aspekte von Rechtsprechung und Gesetzesvorhaben; rechtliche Aspekte von politischem Agieren

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windalf
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Corona und Folgekrankheiten

Beitrag von windalf »

https://www.focus.de/gesundheit/kollate ... 19577.html
Der Dortmunder Statistik-Professor Walter Krämer warnt davor, die restriktiven Anti-Corona-Maßnahmen zu lange aufrechtzuerhalten, da sonst potenziell tödliche Folgekrankheiten zunehmen könnten. "Die Leute werden Fett ansetzen, es wird Diabetes zunehmen, es wird häusliche Gewalt zunehmen, und es werden Selbstmorde zunehmen. ...
"Zwei, drei Wochen ohne Sport und mit zu viel Essen und in sozialer Isolation sind kein Problem. Aber wenn wir diesen Zustand deutlich länger durchhalten müssten, wäre der Nutzen geringer als die Kosten." Schon jetzt seien "Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Deutschland Todesursache Nummer eins, 300.000 Menschen sterben pro Jahr daran", so der Statistiker. "Es ist bekannt, dass Übergewicht und zu wenig Bewegung diese Erkrankungen befördern."
Was ich ja nicht verstehe. Wo doch Deutschland im Moment so gern auf Mediziner hört und es normal geworden ist, dass der Staat seinen Bürgern vorschreibt was die zu tun und lassen haben.

Warum regelt man das dann nicht einfach auch. Jeder Bürger muss pro Woche mindestens x km bei mind. Durchschnittsgeschwindigkeit y km/h laufen und das nachweisen. APps dazu gibt es ja ohne Ende und der Bootcampolizist könnte das ja auch überwachen. Bei Verstoß dagegen halt 25k kassieren und die Staatskasse sanieren. Kann man doch problemlos in die Verordnung neben die ganzen anderen Bevormundungen reinschreiben. Was spricht dagegen? Von Medizinexperten empfohlen. Macht man noch ein paar Ausnahmen rein für Kinder usw. Problem gelöst und stringent auf die Bedenken von Medizinern gehört. Sich Sorgen darüber machen, dass es auch die falschen Treffen könnte ist kein Argument. Das gilt ja für die ganze Verordnung(en)...

Jetzt wo wir ganz viel Solidarität einfordern dann können wir das doch auch gleich von allen Einfordern ein geringes Risiko fürs Gesundheitssystem zu bleiben.
Zuletzt geändert von windalf am 28.03.20, 10:09, insgesamt 1-mal geändert.
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

ktown
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Re: Corona und Folgekrankheiten

Beitrag von ktown »

Wer hindert die Bevölkerung daran Sport zu machen?
Was haben wir nur gemacht, als es noch keine Fitnessstudios gab. :lachen:
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

windalf
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Re: Corona und Folgekrankheiten

Beitrag von windalf »

ktown hat geschrieben:
28.03.20, 09:57
Wer hindert die Bevölkerung daran Sport zu machen?
Das Problem ist ja, dass es nur eine Option ist und keine Pflicht. Um die Folgekrankheiten zu vermeiden sollte es zur Pflicht gemacht werden. Jetzt wo der Staat alles vorschreibt was zu tun und lassen ist warum nicht auch dem Bürger vorschreiben wieviel Sport er machen muss um das Gesundheitssystem weniger zu belasten. Deswegen machen wir doch den ganzen Spaß. Wir wollen das Gesundheitssystem nicht überstrapazieren. Es wäre ganz im Sinne der geforderten Solidarität nun auch vom Bürger einzufordern er muss sich entsprechend fitt halten und bei Verstoß dann deftige Sanktionen
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

winterspaziergang
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Re: Corona und Folgekrankheiten

Beitrag von winterspaziergang »

Der Dortmunder Statistik-Professor Walter Krämer warnt davor, die restriktiven Anti-Corona-Maßnahmen zu lange aufrechtzuerhalten, da sonst potenziell tödliche Folgekrankheiten zunehmen könnten. "Die Leute werden Fett ansetzen, es wird Diabetes zunehmen, es wird häusliche Gewalt zunehmen, und es werden Selbstmorde zunehmen. ...
der gute StatistikProfessor sollte bei seiner Statistik bleiben und keine ursächlichen Korrelationen heraufbeschwören, die medizinischer Unfug sind.
Niemand wird dick und Diabetiker, weil er mal 3 Monate überwiegend oder ganz zu Hause bleibt.

:arrow: Im Übrigen sind solche Aussagen die eigentlichen "Folgeerkrankungen" und zeigen das Bild einer Gesellschaft: Statt darüber zu reden, wie man mit der notwendigen und vorübergehenden Situation fertig werden kann, wird an Tag 1 schon über die Folgen von einem eventuellen Tag 30 lamentiert.
Die nächste Folgeerkrankung ist, dass alle bislang im Nichts tummelnden "Experten" ihre Stunde gekommen sehen und sich mit allerlei Halbwissen zu Wort melden.

Das ist wie beim 10jährigen Schüler, der vorab überzeugt ist, dass er kein Mathe kann. Er holt nicht sein Heft raus und bemüht sich gar nicht darum, auch nur zu schauen, ob und was er versteht, sondern verweigert sich ganz, um danach die Arbeit nicht zu bestehen und sich bestätigt zu fühlen, dass er ja vorher wusste, dass er nichts kann.

Auch bekannt unter "sich selbst erfüllende Prophezeiung". 8)
"Zwei, drei Wochen ohne Sport und mit zu viel Essen und in sozialer Isolation sind kein Problem. Aber wenn wir diesen Zustand deutlich länger durchhalten müssten, wäre der Nutzen geringer als die Kosten." Schon jetzt seien "Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Deutschland Todesursache Nummer eins, 300.000 Menschen sterben pro Jahr daran", so der Statistiker. "Es ist bekannt, dass Übergewicht und zu wenig Bewegung diese Erkrankungen befördern."
Quizfrage an den Statistiker und andere: Was sind die Ursachen dieser Erkrankungen? Und ist Bewegungsarmut eine direkte oder indirekte Ursache? ist die Korrelation ursächlich oder ist der Faktor Bewegung nur mit weiteren ungünstigen - von dem Umstand raus zu können völlig unabhängigen- Bedingungen verknüpft, welche die eigentliche Ursache darstellen. Gibt es am Ende mehrere Ursachen, die zusammen kommen müssen? usw.
[/quote]
Was ich ja nicht verstehe. Wo doch Deutschland im Moment so gern auf Mediziner hört und es normal geworden ist, dass der Staat seinen Bürgern vorschreibt was die zu tun und lassen haben.
der ist gut! wo kann man sich den Film, in dem das so sich abspielt, ausleihen?

Tastenspitz
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Re: Corona und Folgekrankheiten

Beitrag von Tastenspitz »

Deine Ideen sind ja schon bekanntermaßen "unkonventionell" aber das da.
windalf hat geschrieben:
28.03.20, 09:53
Jeder Bürger muss pro Woche mindestens x km bei mind. Durchschnittsgeschwindigkeit y km/h laufen und das nachweisen.
ist was für den 1. April. :lachen:
Dir ist schon klar, dass sowas die Überalterung der Sozialsysteme noch weiter vorantreibt. :devil:
Und es ist nicht "Normal", was grade an Einschränkungen gemacht werden. Es ist das Gegenteil von Normal.
Und ob es gesund ist, wenn ich gegen meinen Willen 5 km am Tag auf dem Asphalt durch die Stadt rennen und Feinstaub wegatmen muss, werde ich bis zum Beweis des Gegenteils mal abstreiten.
Übergewicht kommt übrigens nicht von zuwenig Sport sondern von zuviel und falschem Essen.
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.

Evariste
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Re: Corona und Folgekrankheiten

Beitrag von Evariste »

Tastenspitz hat geschrieben:
28.03.20, 10:40
Übergewicht kommt übrigens nicht von zuwenig Sport sondern von zuviel und falschem Essen.
Darüber könnte man lange diskutieren, jedenfalls hilft Sport beim Gewichthalten bzw. beim Abnehmen.

windalf
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Re: Corona und Folgekrankheiten

Beitrag von windalf »

der gute StatistikProfessor sollte bei seiner Statistik bleiben und keine ursächlichen Korrelationen heraufbeschwören, die medizinischer Unfug sind.
Niemand wird dick und Diabetiker, weil er mal 3 Monate überwiegend oder ganz zu Hause bleibt.
Aber da wir ja gerade solidarisch im Namen der Gesundheit aller unterwegs sind ist es völlig unerklärlich, warum das nicht ganzheitlich betrachet und geregelt wird.
Deine Ideen sind ja schon bekanntermaßen "unkonventionell" aber das da.
Dafür bezahlen mich auch meine Kunde. Ich kann da nicht aus meiner Haut..
ist was für den 1. April.
Ich hatte tatsächlich überlegt ob ich mit dem Post noch bis dahin warte aber eigentlich so nochmal drüber nachgedacht is das kein Witz sondern einfach nur konsequent weiter gedacht...
Dir ist schon klar, dass sowas die Überalterung der Sozialsysteme noch weiter vorantreibt.
Ich dachte das wäre gerade erklärtes Ziel. Ich habe nur Maßnahmen empfohlen die konsquenter Weise auf das gleiche Ziel einzahlen. Ich sage nicht, dass ich das gut finden würde ich sage nur, wenn man das schon macht mit den Bürgerrechtseinschränkungen alles im Namen der Solidarität und der Gesundheitsnummer dann doch bitte auch konsequent...
Und ob es gesund ist, wenn ich gegen meinen Willen 5 km am Tag auf dem Asphalt durch die Stadt rennen und Feinstaub wegatmen muss, werde ich bis zum Beweis des Gegenteils mal abstreiten.
Und sowas kommt ausgerechnet von Dir und Co die mir sonst erklären wollen man solle man nicht jede Maßnahme auf Sinnhaftigkeit in jedem Einzelfall in Frage stellen. Komisch das das bei diesem Vorschlag nun aufeinmal anders sein soll.
Die Feinstaubnummer dürfte im Moment auch kein großes Problem sein. 5km ist auch ein Witz. 10 müssen es schon mindestens sein und pro Woche nicht unter 20... Wenn du das zeitsparend hinter dich bringen willst musst du ja nur schneller laufen...
Übergewicht kommt übrigens nicht von zuwenig Sport sondern von zuviel und falschem Essen.
Ich finde Joggen total scheiße. Ich mache das nur, weil ich damit mein Gewicht und meine Arbeitsfähgikeit im Griff behalte. Und es funktioniert. Wenn ich mal einen Monat nicht den inneren Schweineund besiege dann merke ich das sofort.
Darüber könnte man lange diskutieren, jedenfalls hilft Sport beim Gewichthalten bzw. beim Abnehmen.
ich würde mal sogar soweit gehen zu behaupten das stellt das sogar sicher...
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

Tastenspitz
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Re: Corona und Folgekrankheiten

Beitrag von Tastenspitz »

windalf hat geschrieben:
28.03.20, 12:15
ich würde mal sogar soweit gehen zu behaupten das stellt das sogar sicher...
Also man bekämpft dann damit die Ursache des Übergewichtes. Gut. Und was ist dann die Ursache?
windalf hat geschrieben:
28.03.20, 12:15
Ich mache das nur, weil ich damit mein Gewicht und meine Arbeitsfähgikeit im Griff behalte. Und es funktioniert.
Schön. Ein Einzelfall... :mrgreen:
windalf hat geschrieben:
28.03.20, 12:15
man solle man nicht jede Maßnahme auf Sinnhaftigkeit in jedem Einzelfall in Frage stellen.
So eine Maßnahme macht auch im Gesamten keinen Sinn. Man tauscht einen Rückgang von Erkrankungen wegen Übergewicht gegen Sportverletzungen, Gelenkschäden, Atemwegsproblemen und Unfällen. Ob das volkswirtschaftlich besser ist kann ich nicht sagen. Von dem Zwang und den daraus resultierenden psychosomatischen Effekten mal ganz zu schweigen.
windalf hat geschrieben:
28.03.20, 12:15
wenn man das schon macht mit den Bürgerrechtseinschränkungen alles im Namen der Solidarität
Wie gesagt. Es ist eine zeitlich begrenzte Ausnahmesituation. Gilt das dann für deine Überlegungen auch, bin ich dabei: Wie damals bei Trimmy.
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windalf
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Re: Corona und Folgekrankheiten

Beitrag von windalf »

Also man bekämpft dann damit die Ursache des Übergewichtes. Gut. Und was ist dann die Ursache?
Ne ich halte mich damit fit um beim Fussball allen anderen davonzulaufen. Klappt bei Ü40 ziemlich gut... Nach spätestens 30 Minuten traben die da nur noch auf Sparflamme. Dann kann ich teilweise durchmarschieren...

Übergewicht habe ich nicht. Das lässt sich tatsächlich über auch über weniger Kalorienzufurh steuern aber die Leistungsfähigkeit steigt ungemein und man ist deutlich weniger krank...
Schön. Ein Einzelfall...
Ne guck dir die Anmeldungszahlen bei den Volksläufen an. Geht steil nach oben. Vor 25 Jahren habe ich noch 30 DM für nen Marathonanmeldung zahlen müssen. Jetzt bekommst du teilweise nichtmal mehr nen Platz auch wenn du mit über 200 EUR winkst...
So eine Maßnahme macht auch im Gesamten keinen Sinn. Man tauscht einen Rückgang von Erkrankungen wegen Übergewicht gegen Sportverletzungen, Gelenkschäden, Atemwegsproblemen und Unfällen. Ob das volkswirtschaftlich besser ist kann ich nicht sagen. Von dem Zwang und den daraus resultierenden psychosomatischen Effekten mal ganz zu schweigen.
Sowas kann auch nur behaupten, wer diesen Sport nicht ausübt. Im Gegensatz zu den ganzen anderen beliebten Kontaktsportarten die die Republik so ausführt ist Joggen gehen alles andere als Problemverursachend. Das stellt die eher ab. > 20km mag vielelicht nicht unbedingt gesund sein und eher sowas wie falscher Ehrgeiz aber bis 15 km im moderaten Tempo hält Kreislauf, Gelenke und alles andere fit. Auch wenn du das nicht hören willst...

Aber es muss ja nicht joggen sein. Fahrradfahren, Schwimmen und ähnliches hat auch einen entsprechenden Effekt. Schwimmen ist ohne großen Pool im eigenen Garten aktuell ggf. eher schwierig...
Wie gesagt. Es ist eine zeitlich begrenzte Ausnahmesituation. Gilt das dann für deine Überlegungen auch, bin ich dabei
Na klar. Wenn wir wieder die Freiheit haben selbst zu entscheiden was wir tun wollen, dann darf das natürlich nicht gelten. Da wir die aktuell nicht haben her mit Maßnahmen dieser Art.Solidarität ist keine Einbahnstraße. Wenn sich alle solidarisch hinsichtlich des Gesundheitssystems verhalten sollen dann doch bitte auch alle und ganzheitlich.
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

jaeckel
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Re: Corona und Folgekrankheiten

Beitrag von jaeckel »

windalf hat geschrieben:
28.03.20, 09:53
Jeder Bürger muss pro Woche mindestens x km bei mind. Durchschnittsgeschwindigkeit y km/h laufen und das nachweisen.
Sehr schön konsequent durchgepielt in dem Roman Corpus Delicti: Ein Prozess von Juli Zeh (ISBN-10: 3442740665).
Herzlichen Gruss
Ihr Achim Jäckel
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