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recht.de • Thema anzeigen - Von der Kapitulation des Gesetzgebers ...
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BeitragVerfasst: 29.09.12, 00:00 
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FDR-Moderator

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Beiträge: 19404
... und Gutmenschen-Richtern

In der Spiegel Bestseller-Liste steht das Buch von Heinz Buschkowsky (SPD) bereits eine Woche nach seinem Erscheinen auf Platz eins. Die Thesen des Neuköllner Bezirksbürgermeisters polarisieren. Anders als Sarrazin hantiert er nicht nur mit Statistiken, sondern setzt ein bildzeitungstaugliches Zitat neben das andere. Ein Buch, das auch Juristen lesen sollten, empfiehlt Arnd Diringer*.

Um das Wichtigste vorwegzunehmen: Das Buch ist keine wissenschaftliche Abhandlung und soll es auch ausdrücklich nicht sein. Ein juristisches Lehrbuch ist es schon gar nicht. Gerade deshalb hat es aber nicht nur für die dringend notwendige politische und gesellschaftliche Diskussion einen besonderen Wert, sondern auch für die Rechtswissenschaft und -praxis. ...


Wenn ich etwas von Heinz Buschkowsky zu diesem Thema lese, dann denke ich immer auch an Kirsten Heisig und an ihr Buch.

Siehe Süddeutsche: Kirsten Heisig - Das Vermächtnis der Richterin - ein Bestseller (30.07.2010, 08:53)


___________
*Der Autor Prof. Dr. Arnd Diringer hat eine Professur für Zivil- und Strafrecht an der Hochschule Ludwigsburg und leitet dort die Forschungsstelle für Personal und Arbeitsrecht. Vor seiner Berufung war er u.a. als Leiter Zentrale Dienste Arbeits- und Tarifrecht einer privaten Klinikgruppe und Leiter Personal eines Versicherungsunternehmens tätig. Er ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen.


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BeitragVerfasst: 04.10.12, 23:00 
Es sagt ja schon viel über unsere Gesellschaft aus, wenn jemand ein bildzeitungstaugliches Zitat neben das andere setzt und trotzdem den Juristen empfohlen wird, dies zu lesen.

Buschkowsky sagt, Multikulti sei gescheitert. Wenn er das sagt, mag er recht haben, er übersieht nur zwei Dinge:

1. Ist Multikulti gescheitert, so ist auch er gescheitert. Er ist lange genug Bezirksbürgermeister, um etwas zu unternehmen. Hat er aber nicht. Früher hat man dann kein Buch geschrieben, sondern ist zurückgetreten.
2. Unabhängig davon bleibt das Problem bestehen. Wir können nicht sagen, es ist gescheitert, wir lassen's weg. Wir brauchen auch weiterhin eine Lösung, das Problem ist nicht wegzumanuskripten.


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BeitragVerfasst: 05.10.12, 09:56 
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Registriert: 10.03.09, 21:37
Beiträge: 7050
Wohnort: derzeit: Thüringen
wo ist der "daumen-hoch-smiley" ?



ich rätsele noch, ob "bildzeitungstaugliches zitat" nun ein lob oder eine leichte, gut versteckte kritik ist ...

_________________
juggernaut
Redfox hat geschrieben:
Das ist ein Irrtum. Beamte arbeiten nicht. Sondern ... machen sonstwas. Aber arbeiten tun sie nicht.


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BeitragVerfasst: 05.10.12, 17:05 
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FDR-Moderator

Registriert: 09.12.06, 18:23
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Themenstarter
Mount'N'Update hat geschrieben:
...
Buschkowsky sagt, Multikulti sei gescheitert. Wenn er das sagt, mag er recht haben, er übersieht nur zwei Dinge:

1. Ist Multikulti gescheitert, so ist auch er gescheitert. Er ist lange genug Bezirksbürgermeister, um etwas zu unternehmen. ...
Generell ist "Multi-Kulti" nicht gescheitert, zumal wir inzwischen ein Einwanderungsland sind.

Allerdings besteht ein Problem bei bildungsfernen Bevölkerungsschichten. Auf dieses Problem weist Buschkowsky (und auch Heisig) hin.

Als Praktiker begrüße ich beide Bücher. Es gibt zum Thema viele weitere Veröffentlichungen. U.a. beschreibt auch Necla Kelek (in "Die fremde Braut" und "Die verlorenen Söhne") die Problematik.

Der Titel "Neukölln ist überall" ist m.E. unglücklich gewählt. Besser wäre ein Titel wie "Neukölln gibt es überall" gewesen. In jeder Großstadt gibt es soziale Brennpunkte oder Stadtteile, die mit einigen Gebieten in Neukölln vergleichbar sind. Hier hat sich eine Parallelgesellschaft entwickelt, die ihre eigen Normen und Gesetze hat (vgl. Die Welt - 26.09.11 und Joachim Wagner: "Richter ohne Gesetz. Islamische Paralleljustiz gefährdet unseren Rechtsstaat").


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BeitragVerfasst: 07.10.12, 00:03 
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Beiträge: 1677
Ich persönlich mag keine populärwissenschaftlichen Bücher über juristische Themen. Wenn jemand was Juristisches zu sagen hat, dann soll er das bitte in einem wissenschaftlichen Stil in einem Lehrbuch, einer Kommentatur, einem Aufsatz oder einer Monografie machen. Ich weiß zwar nicht, was in diesem Buch steht und ich will es auch nicht wissen. Da das Buch aber wahrscheinlich keine Randnummern und Fußnoten hat, interessiert es mich nicht.

_________________
Das Einzige, das man sich jederzeit nehmen darf, ohne danach sitzen zu müssen, ist Platz. - Heinz Erhardt.


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BeitragVerfasst: 07.10.12, 12:09 
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FDR-Moderator

Registriert: 09.12.06, 18:23
Beiträge: 19404

Themenstarter
ThePhil hat geschrieben:
Ich persönlich mag keine populärwissenschaftlichen Bücher über juristische Themen. Wenn jemand was Juristisches zu sagen hat, dann soll er das bitte in einem wissenschaftlichen Stil in einem Lehrbuch, einer Kommentatur, einem Aufsatz oder einer Monografie machen. ...
Nun, Buschkowsky ist vom Beruf her Diplom-Verwaltungswirt und nun Politiker. Ob er in der Lage wäre, einen juristischen Kommentar zu schreiben, kann ich nicht beurteilen.

Es gibt aber Juristen (StAs, Richter, RAs), die beruflich für soziale Brennpunkte zuständig sind. Hier kann es, - im Rahmen der Lebensweltorientierung -, durchaus hilfreich sein, sich mit den hier angesprochenen Themen auseinander zusetzen. Insbesondere sollten sich Juristen, die im Jugendstrafrecht tätig sind, nicht nur den/die Kommentare zum JGG oder SGB VIII lesen. ;-)

ThePhil hat geschrieben:
... Da das Buch aber wahrscheinlich keine Randnummern und Fußnoten hat, interessiert es mich nicht.
Das Leben in sozialen Brennpunkten besteht leider nicht nur aus Randnummern und Fußnoten. Dies hat im übrigen auch der Jurist Joachim Wagner erkannt.


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BeitragVerfasst: 07.10.12, 15:42 
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Registriert: 09.01.08, 21:16
Beiträge: 1677
Dipl.-Sozialarbeiter hat geschrieben:
Das Leben in sozialen Brennpunkten besteht leider nicht nur aus Randnummern und Fußnoten. Dies hat im übrigen auch der Jurist Joachim Wagner erkannt.


Das habe ich auch nicht behauptet. Was ich mit meinem Beitrag sagen wollte, war, dass ich es bevorzuge, wenn man sich wissenschaftlich mit ernsten Themen auseinandersetzt. Das ist nicht nur auf die juristische Wissenschaft beschränkt. Für sowas sind halt irgendwelche anderen Wissenschaften zuständig. Auf solche Werke auf Bildniveau, wie es in dem Ausschnitt stand, kann ich daher getrost verzichten.

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