Referendariat mit über 60...

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windalf
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Referendariat mit über 60...

Beitrag von windalf » 16.06.10, 17:21

Angenommen der A hat sein erstes Staatsexamen abgeschlossen (und ist dann ja Diplom-Jurist) und fängt direkt zu arbeiten ohne Volljurist zu werden.

Wie lange darf er sich das Referendariat aufsparen?...

Angenommen er wird mit über 60 arbeitslos und soll frühverrentet werden. Kann er dann z.B. mal 2 jahre (plus 1 mal durchfallen) zum Überbrücken nutzen?
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

Chavah
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Re: Referendariat mit über 60...

Beitrag von Chavah » 17.06.10, 17:47

Diplom-Jurist ist was anderes, als derjenige, der sein 1. Staatsexamen an der Uni abgelegt hat. Für das Referendariat gibt es Altersgrenzen, bei uns war (ist) es der 34. Geburtstag. Allerdings muss dieser Mensch ein normales Jurastudium absolviert haben, um überhaupt als Referendar akzeptiert zu werden, abgesehen vom Alter.

Chavah

spraadhans
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Re: Referendariat mit über 60...

Beitrag von spraadhans » 17.06.10, 18:24

Diplom-Jurist ist was anderes, als derjenige, der sein 1. Staatsexamen an der Uni abgelegt hat
Wirklich? Ich dachte bisher, das man diese Diplomierung in Ermangelung eines "handfesten" akademischen Grades für die armen Juristen eingeführt hat. Zumindest in der Form des Diplom-Juristen (Univ.). Die FH-Absolventen haben m.W. imer noch einen Zusatz z.B. Wirtschaftsjurist (FH).

Zur eigentlichen Frage kann ich leider nichts beitragen, denn weder bin ich Referendar, noch habe ich vor, das Referendariat erst mit 60 zu absolvieren...

windalf
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Re: Referendariat mit über 60...

Beitrag von windalf » 17.06.10, 19:04

Wirklich? Ich dachte bisher, das man diese Diplomierung in Ermangelung eines "handfesten" akademischen Grades für die armen Juristen eingeführt hat.
So ist es. (Zumindest ist es in Berlin so)...
Für das Referendariat gibt es Altersgrenzen, bei uns war (ist) es der 34. Geburtstag
Für Berlin scheint das nicht zu gelten, denn ich kenne jemanden der über 34 ist und demnächst sein Referendariat anfängt...
Zur eigentlichen Frage kann ich leider nichts beitragen, denn weder bin ich Referendar, noch habe ich vor, das Referendariat erst mit 60 zu absolvieren...
Habe ich auch nicht vor. Ich finde die Frage (und vor allen die richtige Antwort darauf) trotzdem interessant :mrgreen:
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spraadhans
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Re: Referendariat mit über 60...

Beitrag von spraadhans » 17.06.10, 20:29

Ich kann dir in 2 Jahren bescheid geben :ostern: .

windalf
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Re: Referendariat mit über 60...

Beitrag von windalf » 17.06.10, 21:41

spraadhans hat geschrieben:Ich kann dir in 2 Jahren bescheid geben :ostern: .
Sach blos du studierst "diese brotlose Kunst"? :devil:
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Re: Referendariat mit über 60...

Beitrag von spraadhans » 18.06.10, 05:10

So ganz brotlos wird es hoffentlich nicht bleiben...

Redfox

Re: Referendariat mit über 60...

Beitrag von Redfox » 18.06.10, 08:11

Chavah hat geschrieben:Für das Referendariat gibt es Altersgrenzen, bei uns war (ist) es der 34. Geburtstag.
Wo kann man das nachlesen?

M.E. wäre dies ein unzulässiges Berufsverbot.

Chavah
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Re: Referendariat mit über 60...

Beitrag von Chavah » 19.06.10, 08:21

nein, ist kein unzulässiges Berufsverbot. Ausserdem ist Referendar nun mal kein Beruf. Ansonsten ist die Ausbildung Landesrecht. Mag in Berlin anders sein als woanders. Ich weiss nur, wie es in meinem Land funktioniert. Natürlich gibt es auch ausnahmen, die es gestatten, nach dem 34. Geburtstag mit dem Referendariat anzufangen.

Beispiel: Eine Polizistin studiert "so nebenbei" Jura. Sehr gutes 1. Staatsexamen. Sie beginnt mit 35 die Referendarausbildung, ist mit knapp 38 fertig. 1. Sondergenehmigung also für die Referendarsausbildung. 2. Sondergenehmigung dann für die Aufnahme in den Staatsanwaltsdienst. Allerdings nicht in "Ihrem" Land NRW, sondern in Meklenburg-Vorpommern. Ist jetzt dort seit einem Jahr tätig.

Der Titel von jemandem, welcher das 1. Staatsexamen bestanden hat, ist schlicht und ergreifend "Jurist." Zumindest hier bei uns.

Chavah

windalf
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Re: Referendariat mit über 60...

Beitrag von windalf » 19.06.10, 11:22

Der Titel von jemandem, welcher das 1. Staatsexamen bestanden hat, ist schlicht und ergreifend "Jurist." Zumindest hier bei uns.
http://de.wikipedia.org/wiki/Diplom-Jurist
Der akademische Grad Diplom-Jurist/in (Dipl.-Jur.) wird heute in Deutschland von vielen Juristischen Fakultäten bzw. Fachbereichen der Hochschulen nach bestandenem 1. Juristischen Staatsexamen bzw. bestandener Hochschulprüfung auf Antrag der Absolventen oder automatisch verliehen. Grund dafür ist die ansonsten im Vergleich zu Absolventen anderer Staaten, die mit Abschluss des Studiums einen akademischen Grad erwerben, bestehende Chancenungleichheit. Die meisten dieser Fakultäten verleihen den Grad auch noch nachträglich für frühere Absolventen des Ersten Staatsexamens.
In Berlin ist das ein schönes Geschäftsmodell. Da holt sich fast jeder Jurist mit erstem Staatsexamen noch sein Diplom ab und latzt dafür knapp 100 EURO zusätzlich :devil:
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Redfox

Re: Referendariat mit über 60...

Beitrag von Redfox » 19.06.10, 16:26

Chavah hat geschrieben:nein, ist kein unzulässiges Berufsverbot. Ausserdem ist Referendar nun mal kein Beruf.
Das ist mir klar, es ist Teil einer Ausbildung.

Schade, dass meine Frage, wo man das nachlesen kann, nicht beantwortet wurde. Auich Landesrecht müsste schriftlich niedergelegt sein.

So, liebe Chavah, ist Deine Antwort völlig unbrauchbar.

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Re: Referendariat mit über 60...

Beitrag von Chavah » 19.06.10, 17:03

Ja, dann lies doch im Landesrecht nach, was hindert Dich daran?

Chavah

Redfox

Re: Referendariat mit über 60...

Beitrag von Redfox » 19.06.10, 17:35

Chavah hat geschrieben:Ja, dann lies doch im Landesrecht nach, was hindert Dich daran?
Nichts.

Und darum habe ich es als erstes gemacht.

Und keine Altersgrenze gefunden.

Da Du aber behauptest, dass es sie gibt, gib' bitte die Fundstelle an, ansonsten sehe ich keinen Sinn in Deinen Beiträgen.

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Re: Referendariat mit über 60...

Beitrag von moro » 19.06.10, 19:40

Zur Ausgangsfrage: Eine Rechtsgrundlage für eine absolute Altersgrenze für die Zulassung zum Rechtsreferendariat ist mir nicht bekannt, wohl aber eine für eine relative Grenze, nämlich bezogen auf den Zeitpunkt des ersten Staatsexamens.

§ 37 der baden-württembergischen JAPrO zum Beispiel legt (als Sollvorschrift) eine vierjährige Grenze fest:

http://amtsgericht-tauberbischofsheim.d ... 0-2008.pdf

Gruß,
moro

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Re: Referendariat mit über 60...

Beitrag von Chavah » 24.06.10, 15:20

In vielen Ländern gibt es eine spezielle Ausbildungsordnung, die dann wieder auf die Landesgesetze für Beamte verweisen. Und dort findet man dann auch die Einstellungsgrenze, altersmässig.

Chavah

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