Jura ohne Abitur (Berlin / Potsdam)

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Tjeridan
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Jura ohne Abitur (Berlin / Potsdam)

Beitrag von Tjeridan » 09.04.13, 00:23

Kann mir jemand sagen, ob es theoretisch möglich ist ohne Abitur in Berlin oder Potsam Jura (kein Wirtschaftsrecht) zu studieren?

Es handelt sich bei der interessierten Person um jemanden, der bereits über dreißig Jahre alt ist, sechs Jahre lang in der Unteroffizierslaufbahn im Stabsdienst der Bundeswehr tätig war, danach im Einzelhandel arbeitete und über den Zweiten Bildungsweg die Fachhochschulreife erlangte. Er verfügt außerdem über eine Ausbildung zum Bürokaufmann. Zur Zeit arbeitet er als Sicherheitsmitarbeiter im Öffentlichen Dienst.

Die Person ist sehr an einem Jura Studium interessiert, aber es ist ihr aus bestimmten Gründen die ich nicht näher erläutern will nicht möglich das Abitur zu machen.

Ich weiß, dass ein Studium möglich wäre, wenn man einen "verwandten" Beruf wie z.B. Rechtsanwaltsfachangestellter gelernt hat. Bürokaufmann zählt aber wohl nicht dazu. Und auch wenn die Person in ihrer Tätigkeit bei der Bundeswehr tagtäglich mit Vorschriften und Verordnungen zu tun hatte, glaube ich nicht, dass das reichen wird.

Gibt es auch ohne Abitur mit den oben genannten Voraussetzungen die Möglichkeit sich für ein Studium zu bewerben?
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Hafish
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Re: Jura ohne Abitur (Berlin / Potsdam)

Beitrag von Hafish » 09.04.13, 07:26

Nach einer kurzen Internetrecherche bin ich auf das hier gestoßen:
:arrow: Klick

Einfach mal gucken, ob die interessierte Person darunter fällt.
Aber ich will dazu mal eins anmerken: Jura ist nichts, was man mal nebenbei studiert. Es hat einen guten Grund, warum ein solches Studium ursprünglich mal das Abitur vorausgesetzt hat.
Ich halte es auch für sehr gewagt, mit über 30 noch Jura anzufangen. Wenn sie dann fertig ist, ist sie so um die 40. Schließlich frage ich mich ehrlich gesagt auch nach der Motivation. Wenn es ums Geld geht, würde ich die Pläne lieber gleich über Bord werfen.

Wenn Interesse besteht, führe ich das heute abend gerne ein bisschen aus.

Gruß
Hafish
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;)

Tjeridan
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Re: Jura ohne Abitur (Berlin / Potsdam)

Beitrag von Tjeridan » 09.04.13, 10:35

Die dort aufgelisteten Punkte kannte ich soweit. Natürlich habe ich auch bereits gegoogelt. Dabei stieß ich unter anderem auf einen Bürokaufmann, der gegen eine Ablehnung der Uni geklagt und verloren hatte, weil er der Meinung war sein Beruf sei berufsähnlich und berechtige ihn zum Studium.

Wenn ich jetzt jeden einzelnen Punkt durch gehe, so erfüllt die interessierte Person keinen einzigen in der Weise, dass es reichen würde um zugelassen zu werden. Deshalb meine Frage, ob es eine Möglichkeit darüber hinaus gibt, oder ob man vielleicht argumentieren könnte, die reine Bürokaufmann Ausbildung reicht zwar nicht, aber wenn man es in Zusammenhang mit der Stabsdiensttätigkeit und der Tätigkeit im öffentlichen Dienst sieht, plus der Fachhochschulreife, vielleicht reicht es dann grad so. Jedenfalls ist das aus meiner Sicht mindestens genauso qualifiziert, wie ein Realschüler mit lediglich einer dreijährigen Ausbildung zum ReNo ohne weitere Berufspraxis, aber der würde wohl ohne weiteres die Voraussetzungen erfüllen.

Es geht der Person bezüglich des Jura Studiums überhaupt nicht ums Geld. Finanziell steht sie momentan sehr gut da. Sie ist sehr interessiert an diesem Beruf und traut sich den Stoff ohne weiteres zu. Die Motivation liegt einfach darin, dass sie eigentlich schon immer Jura studieren wollte, aber aufgrund des fehlenden Abiturs dies nie konnte. Jetzt hätte sie auch noch das soziale Umfeld und die finanzielle Abgesichertheit dazu, nur die Zugangsvoraussetzungen scheinen immer noch nicht zu genügen. Auf einer Fachhochschule dürfte die Person so vieles studieren, wovon sie überzeugt ist, dass sie es niemals schaffen würde, weil sie gerade im mathematischen Bereich nicht so gut ist, z.B. Architektur, Ingeneurswesen, Maschinenbau usw., aber gerade das Feld wofür sie sich interessiert und sich sicher ist es erfolgreich studieren zu können, das wird auf einer Fachhochschule nicht angeboten, wenn man mal vom Wirtschaftsrecht (was nicht in Frage kommt) absieht.
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Re: Jura ohne Abitur (Berlin / Potsdam)

Beitrag von Chris2 » 12.06.13, 09:53

Wenn es der Person nur ums Interesse am Beruf geht, kann er/sie auch einfach eine Ausbildung machen. Ich persönlich erachte das als viel sinnvoller.
Mit 40 als Anwalt ohne Berufserfahrung irgendwo einsteigen zu können, ist praktisch unmöglich wenn man bedenkt das es teilweise 22 jährige fertige Studenten gibt.
Oder 24 jährige Doktoranden. Diese hätten also schon mit 30 deutlich mehr Erfahrung als besagte Person, und wären dabei auch noch 10 Jahre jünger.
Aus Reinem Interesse an der Materie in diesem Alter noch ein Studium anfangen zu wollen, naja. Zu deiner Frage allerdings ich denke nicht das es da eine Möglichkeit gibt.
Die Erfahrung ist wie eine Laterne im Rücken; sie beleuchtet stets nur das Stück Weg, das wir bereits hinter uns haben.
Konfuzius

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Re: Jura ohne Abitur (Berlin / Potsdam)

Beitrag von windalf » 12.06.13, 12:21

Wenn das fehlende Abitur der Hinderungsgrund ist und Geld da ist... Was spricht denn dagegen einfach zuerst das Abitur nachzuholen?
...fleißig wie zwei Weißbrote
0x2B | ~0x2B
Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

Caesar
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Re: Jura ohne Abitur (Berlin / Potsdam)

Beitrag von Caesar » 14.07.13, 22:44

Alternativ zum Abitur gäbe es auch die Möglichkeit über die Fachhochschulreife ein Studium an einer Fachhochschule abzuschließen und dieses abgeschlossene Studium dann als Hochschulzugangsberechtigung an einer Uni für das gewünschte Studium, hier Jura, zu nutzen.

Dies erscheint mir im Gegensatz zu einem Abitur auch für sinnvoller, denn ein abgeschlossenes Studium lässt sich im Gegensatz zum Abitur beruflich direkt verwerten.
Falls diese Person es sich also nach diesem Studium an der Fachhochschule anders überlegt, dann war die in das Studium gesteckte Zeit nicht völlig vergeudet.
Außerdem hat diese Person dann auch die Möglichkeit zu erfahren, wie es in einem Studium so läuft und dadurch lässt sich dann auch leichter abschätzen ob ein Jura Studium an einer Uni überhaupt in Frage kommt.

Darüber hinaus gibt es auch Fachhochschulen, die nicht nur MINT Fächer anbieten.
Man könnte z.B. auch Kunst studieren, wenn man dafür qualifiziert ist.
Und dann gibt es noch so Nischenstudiengänge wie Weinbetriebswirtschaft oder Tourismusmanagement, bei denen würde ich bezweifeln, dass diese äußerst mathelastig sind.
Insofern wäre es durchaus möglich über ein Studium an einer FH den Zugang zur Uni zu erlangen.

WernerHan
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Re: Jura ohne Abitur (Berlin / Potsdam)

Beitrag von WernerHan » 26.08.13, 10:19

Was ist denn letztendlich rausgekommen? Gibt es noch einen anderen Weg zum Studium?
Es ist nötiger, Menschen zu studieren als Bücher.

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