Vergleichsangebot an falsche Stelle geschickt?

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nok
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Vergleichsangebot an falsche Stelle geschickt?

Beitrag von nok » 31.03.09, 15:40

Hallo an Alle,

Person X bekommt nicht vom Gläubiger direkt eine Zahlungsaufforderung sondern beauftragt gleich sein Inkassounternehmen.
1. Kann er das?

Daraufhin schickt Person X dem Gläubiger ein Vergleichsangebot, mit Leistungsbescheid und drohender Inso, da nochmehr Gläubiger.
Gläubiger hat nicht auf das Schreiben reagiert und und Person X erhält 3 Wochen später ein Mahnschreiben vom Amtsgericht.
2. Ist das Vergleichsangebot an die falsche Adresse gegangen, hätte es an das Inkassounternehmen gehen müssen?

Vielen Dank
nok

juggernaut
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Re: Vergleichsangebot an falsche Stelle geschickt?

Beitrag von juggernaut » 31.03.09, 15:52

so ganz werde ich hieraus nicht schlau.
nok hat geschrieben:Person X bekommt nicht vom Gläubiger direkt eine Zahlungsaufforderung sondern beauftragt gleich sein Inkassounternehmen.
1. Kann er das?
für den einzug von forderungen kann jeder gläubiger jeden beauftragen, auch ein inkassounternehmen.
ob der schuldner dann auch diese kosten zu tragen hat, ist eine andere frage.
nok hat geschrieben:2. Ist das Vergleichsangebot an die falsche Adresse gegangen, hätte es an das Inkassounternehmen gehen müssen?
was ist ein leistungsbescheid?

das vergleichsangebot ist durchaus an die richtige adresse gegangen, denn niemand kann dem schuldner verbieten, mit seinem gläubiger zu sprechen.
aber vllt war es so schlecht, dass der gläubiger es einer antwort nicht für nötig befand?
juggernaut
Redfox hat geschrieben:Das ist ein Irrtum. Beamte arbeiten nicht. Sondern ... machen sonstwas. Aber arbeiten tun sie nicht.

nok
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Re: Vergleichsangebot an falsche Stelle geschickt?

Beitrag von nok » 31.03.09, 16:24

Hallo,
juggernaut hat geschrieben:so ganz werde ich hieraus nicht schlau.
nok hat geschrieben:Ok..., wenn Forderungen bestehen, ist es nicht sinnvoll den Schuldner anzuschreiben bevor unnötige Kosten verursacht werden?
Person X bekommt nicht vom Gläubiger direkt eine Zahlungsaufforderung sondern beauftragt gleich sein Inkassounternehmen.
1. Kann er das?
für den einzug von forderungen kann jeder gläubiger jeden beauftragen, auch ein inkassounternehmen.
ob der schuldner dann auch diese kosten zu tragen hat, ist eine andere frage.

2. Ist das Vergleichsangebot an die falsche Adresse gegangen, hätte es an das Inkassounternehmen gehen müssen?

was ist ein leistungsbescheid?
nok hat geschrieben:AlG I bzw. AlG II z.B.?
das vergleichsangebot ist durchaus an die richtige adresse gegangen, denn niemand kann dem schuldner verbieten, mit seinem gläubiger zu sprechen.
aber vllt war es so schlecht, dass der gläubiger es einer antwort nicht für nötig befand?
nok hat geschrieben:Soso, wenn Jemanden etwas nicht bekannt ist, sollte Jemand sich nicht zu sehr aus dem Fenster hängen...
Trotzdem danke für die Antwort
Gruß

juggernaut
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Re: Vergleichsangebot an falsche Stelle geschickt?

Beitrag von juggernaut » 31.03.09, 16:51

nok hat geschrieben:Ok..., wenn Forderungen bestehen, ist es nicht sinnvoll den Schuldner anzuschreiben bevor unnötige Kosten verursacht werden?
die frage lautete: "kann er das?"
die antwort darauf war: ja.
von kosten war nicht die rede, und von sinn oder unsinn ebenfalls nicht.
nok hat geschrieben:AlG I bzw. AlG II z.B.?
ahso, aber was hat das mit der forderung zu tun, die das inkassounternehmen beitreiben will?
nok hat geschrieben:Soso, wenn Jemanden etwas nicht bekannt ist, sollte Jemand sich nicht zu sehr aus dem Fenster hängen...
:?: die vermutung bezog sich auf die tatsache, dass der gläubiger auf das vergleichsangebot nicht reagiert hat und sollte deutlich machen, dass niemand verpflichtet ist, auf ein vergleichsangebot zu reagieren.
juggernaut
Redfox hat geschrieben:Das ist ein Irrtum. Beamte arbeiten nicht. Sondern ... machen sonstwas. Aber arbeiten tun sie nicht.

nok
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Re: Vergleichsangebot an falsche Stelle geschickt?

Beitrag von nok » 31.03.09, 17:54

die frage lautete: "kann er das?"
die antwort darauf war: ja.
von kosten war nicht die rede, und von sinn oder unsinn ebenfalls nicht.
nok hat geschrieben:Stimmt. Gelobe Besserung
nok hat geschrieben:AlG I bzw. AlG II z.B.?
ahso, aber was hat das mit der forderung zu tun, die das inkassounternehmen beitreiben will?
nok hat geschrieben:Erstmal nichts, richtig. Daraufhin hat der Gläubiger das Vergleichsangebot bekommen und hat mitgeteilt bekommen, dass sich Schuldner in AlG II - Bezug befindet und die Gesamtsumme nicht bezahlt werden kann. Danach kam der Mahnbescheid vom Gericht. Gut, dazu hat er auch das Recht, nur wenn eh nichts zu holen ist warum dann dieser Schritt noch?
nok hat geschrieben:Soso, wenn Jemanden etwas nicht bekannt ist, sollte Jemand sich nicht zu sehr aus dem Fenster hängen...
:?: die vermutung bezog sich auf die tatsache, dass der gläubiger auf das vergleichsangebot nicht reagiert hat und sollte deutlich machen, dass niemand verpflichtet ist, auf ein vergleichsangebot zu reagieren.[/quote]
nok hat geschrieben:Ich verstand die Aussage so, dass es sich auf den Inhalt des Schreibens bezog. Das war ein Missverständnis meinerseits, entschuldigung.
Gruß
nok

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Beitrag von report » 31.03.09, 21:06

nok hat geschrieben:Erstmal nichts, richtig. Daraufhin hat der Gläubiger das Vergleichsangebot bekommen und hat mitgeteilt bekommen, dass sich Schuldner in AlG II - Bezug befindet und die Gesamtsumme nicht bezahlt werden kann. Danach kam der Mahnbescheid vom Gericht. Gut, dazu hat er auch das Recht, nur wenn eh nichts zu holen ist warum dann dieser Schritt noch?
Das ist eigentlich ein ganz normaler Prozess, um die Verjährung zu unterbinden. Die Forderung wird tituliert, somit hat man die nächsten 30 Jahre die Möglichkeit, immer mal wieder einen (Teil-)Pfändungsversuch zu starten. Irgendwann wird der Schuldner aus dem ALGII-Status wohl rauskommen.

Was mich nur ein wenig stutzig macht, ist der zeitliche Ablauf, kann er sich evtl so dargestellt haben:
Schuldner bestellt Ware oder Dienstleistung gegen offene Rechnung, Gläubiger beauftragt zeitnah (4 Wochen oder mehr ?) nach Ausbleiben der Zahlung ein Inkassobüro. Schuldner argumentiert dann mit drohender insolvenz und ALGII.
Hier drängt sich mir der Verdacht einer deliktischen Handlung auf.

Gruss
report
Suchet und ihr werdet finden. Fragt und euch wird geantwortet.
Doch verdammt sind jene, die nicht suchen und dennoch fragen. Selig ist der, der suchet und erst fragt, wenn er nichts gefunden hat.

nok
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Beitrag von nok » 31.03.09, 22:46

Was mich nur ein wenig stutzig macht, ist der zeitliche Ablauf, kann er sich evtl so dargestellt haben:
Schuldner bestellt Ware oder Dienstleistung gegen offene Rechnung, Gläubiger beauftragt zeitnah (4 Wochen oder mehr ?) nach Ausbleiben der Zahlung ein Inkassobüro. Schuldner argumentiert dann mit drohender insolvenz und ALGII.
Hier drängt sich mir der Verdacht einer deliktischen Handlung auf.
nok hat geschrieben:Da müsste etwas weiter ausgeholt werden. Schuldnerin (Alleinunternehmerin) macht sich mit Exfreund (zusammen seit März 08 ) im Aug. 08 selbständig u. stellt ihn ab 1. Sept. auf 400 € Basis ein, damit er Krankenversichert ist (3 Monate sperre vom Arbeitsamt)
Der Ex war in dem Bereich schon mal 2 J. selbständig. Schuldnerin hat sich da leider beschwatzen lassen. Der Ex bezog ab Dez 08 AlGI und lebte aber mit von den Einnahmen, da er so gesehen erstmal die ganze Logistik gemanagt hat. Schuldnerin war noch bis Ende Jan. 09 ges. Krankenversichert.
Anfang Jan. macht Ex ihr den Vorschlag, (wegen bevorstehender, noch nicht bezahlbarer Krankenversicherung) die Situationen zu tauschen. Er macht sich selbständig und sie wird auf 400 € basis eingestellt.
Am 16.01.09 beendet sie und er eröffnet am 19.01.09.
Alle Zahlungseingänge gingen dann ab 19.01. auf sein Konto. Forderungen des Gläubigers wollte er bezahlen, hat auch noch dafür Geld von ihr, zur Aufstockung der Summe überwiesen bekommen.
Von den weiteren Einnahmen sollte auch das FA noch bedient werden, nur er reagierte mit Ausreden und Hinhaltungen, Geld zum Leben gab es auch nicht, da der Kunde angeblich noch nicht überwiesen hatte, was bei dem Kunden auf keinen Fall sein konnte, zu dem späten Zeitpunkt. Anfang Febr. hat sie vorsorglich AlG II beantragt, ist weiter von ihm hingehalten worden.
Nachdem ihr dann bewusst wurde, dass sie nur benutzt wurde und er das alles von langer Zeit geplant hatte, hat sie Anfang Febr. die Beziehung beendet.
Dann der Anruf vom Gläubiger bei ihr am 10. 02. wegen offener Forderungen.
Nun ja, prima. Geld pfutsch und Rechnungen auch nicht bezahlt
Im Gespräch stellte sich dann noch heraus, dass er nicht, wie zugesagt, den Unternehmenswechsel bekannt gegeben hat. Gläubiger ist ein
Zeitarbeitsunternehmen, bei dem Leute geordert wurden. Hat auch noch am 10.02.09 Leute auf ihren Namen geordert, sie hat noch Rechnungen, die nach Schließung entstanden sind bekommen, das hat sich aber aufklären lassen.
Sie hat dem Gläubiger ihre momentane Situation erzählt und wie es dazu kam. Der Gläubiger riet ihr noch Anzeige wegen Betrugs gegen den Ex zu erstatten und dass es keine Leute mehr für den Ex von dem Unternehmen gibt. Gläubiger hat zugesagt, sich am selben oder spätestens nächsten Tag bei ihr zu melden um die geschilderte Situation zu überdenken und eine Lösung vorzuschlagen.
Ein paar Tage später Post vom Inkasso. Sofort ein Schreiben zum Gläubiger geschickt und einen Vergleich angeboten, die Reaktion, Mahnung vom Amtsgericht.

Nun ja, alles dumm gelaufen.

Gruß
nok

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