Mit Gerichtsvollzieher und Titel die Forderung beitreiben?

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TDI-Manfred
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Mit Gerichtsvollzieher und Titel die Forderung beitreiben?

Beitrag von TDI-Manfred » 01.04.09, 22:43

Folgender Fall

Herr xy hat ein durch Gericht und Rteilssprechung, einen Titel gegen Herr Z. erhalten.

Entstanden ist der Rechtsstreit durch eine nicht bzw. Schlecht erbrachte mit Vertrag vereinbarte, im vorraus von Herrn xy, an Hr Z bezahlte Dienstleistung.

Nun der Titel des Gläubigers Hr. xy beziffert sich auf ca. 3500 Euro.

Herr xy hatte durch seine Zahlung an Hr. Z eine Bankverbindung die der RA von Hr. xy auch pfänden lassen wollte. Nun hat sich dann herausgestellt dass Hr Z das Konto aufgelöst hat. Es ist somit keine weitere Bankverbindung von Hr. Z bekannt.

Herr xy hat per Gerichtsvollzieher eine fruchtlose Pfändung schon durchführen lassen, damals kostet diese mit Abnahme einer (angestrebten aber nciht durchgeführten) Eidesstatlicher Versicherung des Schuldner um die 150 Euro...Die Eidesstatliche war aber damals schon von einem anderen Gläubiger gegen Hr. Z abgenommen worden und es reichte von dieser die Kopie vom beauftragten Gerichtsvollzieher an den RA des Hr xy zu senden..(als Nachweis) das war im Jahr 2006..
Was da noch interessanterweise an Information hinzugefügt werden sollte, Hr. Z hatte bei Vertragsabschluss mit Hr. xy damals schon eine Eidestatliche Vers. gegenüber einem anderm Gläubiger 6 Monate zuvor abgegeben :evil:

Nun die Fragen hierzu.
1) Wie teuer wird es für den Gläubiger Hr. xy eine neue eigene Eidesstatliche Vers. vom Schuldner über einen Gerichtsvollzieher vorort abnehmen zu lassen. (Gibst da Regelsätze?)
2)Welche Möglichkeiten hat man ein Konto des Schuldners "ausfindig" zu machen ?
3)Wie lange besteht der Titel ab der Ausstellung?
4)Es wurde ermittelt dass insgesamt 3 weitere Gläubiger gegen Hr. Z einen Titel besitzen, gibt es da dann eine Reihnefolge wie diese abgegolten werden oder gehts nach der alten Redensart "Wer zuerst kommt malt zuerst"
5)Welche Möglichkeiten ausser einem Gerichtsvollzieher mit Pfändungsbeschluss zu senden der warscheinlich wieder fruchtlos ablaufen wird gibt es noch an sein Geld zu kommen oder auf dem Schuldner zumindest Druck auszuübern (nur was legal ist versteht sich ja von selbst)

Danke.

juggernaut
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Re: Mit Gerichtsvollzieher und Titel die Forderung beitreibe

Beitrag von juggernaut » 02.04.09, 10:05

TDI-Manfred hat geschrieben:1) Wie teuer wird es für den Gläubiger Hr. xy eine neue eigene Eidesstatliche Vers. vom Schuldner über einen Gerichtsvollzieher vorort abnehmen zu lassen. (Gibst da Regelsätze?)
ja. ca. 100-200 EUR.
TDI-Manfred hat geschrieben:2)Welche Möglichkeiten hat man ein Konto des Schuldners "ausfindig" zu machen ?
suchen.
TDI-Manfred hat geschrieben:3)Wie lange besteht der Titel ab der Ausstellung?
30 jahre für die hauptforderung, 3 jahre für die zinsen, es sei denn man vollstreckt, dann ggf auch länger.
TDI-Manfred hat geschrieben:4)Es wurde ermittelt dass insgesamt 3 weitere Gläubiger gegen Hr. Z einen Titel besitzen, gibt es da dann eine Reihnefolge wie diese abgegolten werden oder gehts nach der alten Redensart "Wer zuerst kommt malt zuerst"
letzteres, es sei denn der schuldner rettet sich in die insolvenz.
TDI-Manfred hat geschrieben:5)Welche Möglichkeiten ausser einem Gerichtsvollzieher mit Pfändungsbeschluss zu senden der warscheinlich wieder fruchtlos ablaufen wird gibt es noch an sein Geld zu kommen
möglichkeiten der zwangsvollstreckung gibt es viele.
aber ermitteln muß man die selbst, und sei es aus der e.V.
ansonsten: abwarten.
juggernaut
Redfox hat geschrieben:Das ist ein Irrtum. Beamte arbeiten nicht. Sondern ... machen sonstwas. Aber arbeiten tun sie nicht.

TDI-Manfred
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Re: Mit Gerichtsvollzieher und Titel die Forderung beitreibe

Beitrag von TDI-Manfred » 02.04.09, 21:38

juggernaut hat geschrieben:letzteres, es sei denn der schuldner rettet sich in die insolvenz.
Von rettet kann sich bei diesem Weg der Insolvenz bei diesem Schuldner ja nicht die Rede sein. Eher Flucht oder drücken vor der Verantwortung, da mehrmals noch Aufräge angenommen, nicht oder nur teilweise ausgeführt und vorab (Abschlagzahlungen) abkassiert worden sind, obwohl dieser schon den Offenbarungseid geleistet hatte....
Das ist schon an der Grenze des vorsätzlichen Betrug oder?

juggernaut hat geschrieben: möglichkeiten der zwangsvollstreckung gibt es viele.
aber ermitteln muß man die selbst, und sei es aus der e.V.
ansonsten: abwarten
Können Sie für Herrn xy einen Tip geben, zur Zwangsvollstreckung und die Möglichkeiten hierzu, und was wird mit e. V. gemeint, der "eingetragene Verein" ist damit ja nicht gemeint...*grüppel* ahh Meinen Sie etwa die Eidesst. Vers.?

Die Zinsen sind also 3 Jahren nach Titelzugang , nicht mehr geltend zu machen, oder wie ist dies gemeint? Können dann zumindest die Zinsen für die ersten 3 Jahren berechnet werden und nur für die Zeit nach den 3 Jahren nicht berechnet und eingefordert werden?

Danke

juggernaut
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Re: Mit Gerichtsvollzieher und Titel die Forderung beitreibe

Beitrag von juggernaut » 03.04.09, 12:56

konkrete tips verstossen gegen die forenregeln.
TDI-Manfred hat geschrieben:Die Zinsen sind also 3 Jahren nach Titelzugang , nicht mehr geltend zu machen, oder wie ist dies gemeint? Können dann zumindest die Zinsen für die ersten 3 Jahren berechnet werden und nur für die Zeit nach den 3 Jahren nicht berechnet und eingefordert werden?
die bestimmung des zeitpunkts der verjährung bei zinsen ist aufwendig. grundsätzlich verjähren zinsen (" ... wird verurteilt, ..... nebst zinsen in höhe von ... seit ...") nun mal eben in 3 jahren gemäß 194 BGB. die verjährung beginnt nach 201 BGB. soweit alles einfach. allerdings beginnt die verjährung gemäß 212 I Nr. 2 BGB mit jeder vollstreckungshandlung neu, soweit auch über die zinsen vollstreckt wird. und dann wird´s kompliziert mit der berechnung.
juggernaut
Redfox hat geschrieben:Das ist ein Irrtum. Beamte arbeiten nicht. Sondern ... machen sonstwas. Aber arbeiten tun sie nicht.

TDI-Manfred
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Beitrag von TDI-Manfred » 03.04.09, 20:35

Hallo
Nun wird’s noch etwas kurioser....Mal angenommen Herr xy hat den Schuldner Herr Z damals über eine Handwerker Plattform beauftragt. Jetzt durch etwas Recherche hat sich nun herausgestellt dass dieser Schuldner auf der Plattform rege seine Dienste wieder anbietet und einige Aufträge die letzten Monate angenommen, realisiert und somit wohl abkassiert hat. Dies alles obwohl Er Offiziell nicht arbeitet und keine Einnahmen hat...dass wäre aber doch jetzt der Tatbestand des vorsätzlichen Betrugs oder? Herr xy würde nun versuchen auch über eine Scheinbeauftragung des Schuldner Herr Z., über einen Strohmann (Dritten) ihm eine Aufragsannahme abzuringen....Danach für die Bezahlung im voraus für die angefragte Dienstleistung, z. B. Statikberechnung einer neuen Garage, die aktuelle Kontoverbindung zu erfahren, und so Gott will ist dann, bei dem umgehend durch den RA zu pfändenden Konto ein Guthaben drauf. :D :D :D
(Würde der Zweck dieses Mittel erlauben, oder müsste da mit Konsequenzen und somit einem sogenanten Eigentor für den Gläubiger gerechnet werden?) :?

Kann man zu dem vorangegangenen Post zumindest mal Möglichkeiten aufzeigen die sich in dem fiktivem Fall anbieten könnten, wären ja keinerlei konkreten Tipps, sondern nur die Aufzeigung möglicherweise machbaren Dingen verstößt nicht gegen die Forenregeln hier und werden auch sehr oft zu den jeweiligen Beispielfällen angegeben.
:shock:
Danke.

Was mal interessant wäre zu Erfahren da hier doch viel Wissen in diesem Forum vorherrscht und zwar nicht nur Fachwissen, gibt es für Statiker, Bauplanungsbüro Betreiber (selbständig) und den damit verbundenen Leistungen ein Art Verzeichnis in welchem alle aus diesem Bereich erfasst und eingetragen sind. Ähnlich wie bei der IHK bei Gmbh usw….

Kobayashi Maru
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Beitrag von Kobayashi Maru » 06.04.09, 15:24

TDI-Manfred hat geschrieben: Herr xy würde nun versuchen auch über eine Scheinbeauftragung des Schuldner Herr Z., über einen Strohmann (Dritten) ihm eine Aufragsannahme abzuringen....Danach für die Bezahlung im voraus für die angefragte Dienstleistung, z. B. Statikberechnung einer neuen Garage, die aktuelle Kontoverbindung zu erfahren, und so Gott will ist dann, bei dem umgehend durch den RA zu pfändenden Konto ein Guthaben drauf. :D :D :D
Ziemlich aufwendig und um die Ecke gedacht. Im übrigen würde Herr xy hier jedenfalls eine Straftat begehen, in dem er Herrn Z. beauftragt, ihn von vornherein aber nicht bezahlen will.

Wenn Herr xy die Namen der Auftraggeber von Herr Z. kennt, dann kann er die Ansprüche von Herrn Z. gegen die Auftraggeber auf Zahlung des Werklohnes pfänden. Darauf sollte der Anwalt von Herrn xy auch kommen.
SusanneBerlin hat geschrieben:Im Forum darf jeder seine unqualifizierte Meinung oder Erfahrungswerte schreiben.

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