Verstoß gegen Ratenvertrag - komplette Forderung fällig?

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spideX
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Verstoß gegen Ratenvertrag - komplette Forderung fällig?

Beitrag von spideX » 08.04.09, 11:11

Guten Morgen zusammen,

ich habe eine Frage bzgl. eines zwischen A und B (Ex-Lebensgefährte) abgeschlossenen Ratenvertrages.

Er schuldet A Geld, welches A in der Beziehung mehrfach für ihn vorgelegt hat (Einkäufe, Miete, Kaution, etc.)

Nun haben A und B darüber einen Vertrag damals abgeschlossen, in welchem B sich zur Rückzahlung der Schulden verpflichtet. Darin wird neben dem Gesamtbetrag auch eine Ratenzahlung festgesetzt.

Meine Frage ist nun:

Wenn der Schuldner mit der Monatsrate in Verzug kommt und ich einen Mahnbescheid erlasse, kann A direkt den gesamten Betrag fordern?

Oder müsste A jeden Monat einzeln einen Mahnbescheid in Höhe der Rate erlassen?


Beste Grüße,
SpideX
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Beitrag von report » 08.04.09, 13:13

Zunächst einmal muß der Gläubiger den Kredit mit einer angemessenen Frist (z.B. 14 Tage) fällig stellen, danach kann bei Nichtbezahlung ein Mahnbescheid beantragt werden.

Gruss
report
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Beitrag von spideX » 08.04.09, 13:17

Danke für die Antwort :-)

Okay, und dann würde der Gläubiger komplett auf einmal die Forderung stellen? Das ist mir nicht so ganz klar...
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Beitrag von report » 08.04.09, 13:33

Ja,

Kündigung des Darlehnsvertrag wegen Nichterfüllung der Ratenverpflichtung zum xx.xx.2009. Restbetrag (falls schon was gezahlt wurde) vom Kreditbetrag abziehen. Diese restsumme kommt dann in den Mahnbescheid.

Gruss
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Beitragsschreiber

Beitrag von Beitragsschreiber » 08.04.09, 13:40

spideX hat geschrieben:Wenn der Schuldner mit der Monatsrate in Verzug kommt und ich einen Mahnbescheid erlasse, kann A direkt den gesamten Betrag fordern?
Einen "Mahnbescheid" können Sie bzw. A nicht erlassen. Das kann nur ein Gericht.

Den gesamten Betrag kann A nur fordern, wenn dieser fällig ist. Da anscheinend eine monatliche Zahlung vereinbart und keine spezielle Regelung zum Falle des Verzugs getroffen ist, ist der Gesamtbetrag nicht ohne Weiteres fällig.
Dafür müsste der Vertrag, bei dem es sich vermutlich um einen Darlehensvertrag handelt, zunächst wirksam gekündigt werden. Da eine bestimmte Zeit für die Rückerstattung bestimmt ist, wird eine ordentliche Kündigung nicht in Betracht kommen. Ob außerordentlich gekündigt werden kann, bestimmt sich nach § 490 bzw. 314 BGB.
report hat geschrieben:Zunächst einmal muß der Gläubiger den Kredit mit einer angemessenen Frist (z.B. 14 Tage) fällig stellen, danach kann bei Nichtbezahlung ein Mahnbescheid beantragt werden.
Die Grundlage dieser Antwort ist mir nicht ganz klar.

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Beitrag von spideX » 08.04.09, 14:16

Mahnbescheid erlassen - sorry, mein Fehler ;-) Meinte natürlich beantragen.

Es wurde kein bestimmtes Zahlungsziel vereinbart, nur eben eine feste Rate von EUR 50,00. Aus der Schuldensumme ergibt sich ja dann die Dauer.
Über die "Kündigung" der Ratenvereinbarung steht nichts im Dokument.

Ich denke, im Zweifelsfall wird es dann - wenn es soweit ist - besser sein, wenn A einen Anwalt beauftragt...
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