Ratenzahlung gegen den Willen des Gläubigers

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Cooora
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Ratenzahlung gegen den Willen des Gläubigers

Beitrag von Cooora » 10.04.09, 10:26

Hallo,
ich denke über folgendes Szenario nach:
mal angenommen, für einen Handyvertrag hat jemand bisher nichts gezahlt, nach längerem Totstellen Ratenzahlungen angeboten und das Angebot wurde nicht akzeptiert, weil das Mahnverfahren schon fortgeschritten sei. Nun kommt die Kündigung des Vertrags mit einer Endrechnung, sollte das nicht auf einen Sitz gezahlt werden geht die Forderung ans Inkasso. Bin ich da mit einem Denkfehler unterwegs, ich dachte immer solange ein Zahlungswille erkennbar ist, darf eine Forderung nicht ins Inkasso? Also quasi ein Recht des Schuldners auf Ratenzahlungen? Ich arbeite mit Jugendlichen und rate manchmal dazu, einfach irgendeinen Betrag zu überweisen der vorhanden ist, um das Mahnverfahren zu stoppen- wenn das Unternehmen die Forderung nicht zurücküberweist, kommt dadurch stillschweigend eine Ratenvereinbarung zustande. Hat früher auch geklappt. Wie ist da heutzutage die Rechtslage? Nicht falsch verstehen- ich bringe denen nicht bei, Leistungen zu erschleichen und Gläubiger auf ihren Forderungen sitzen zu lassen- nein, sie sollen lernen, wie man sich als ordentlicher Vertragspartner verhält- und im Blick haben, was sie sich leisten können und was nicht. Aber was da teilweise kurz nach dem 18. Geburtstag schon an Verträgen und Schulden aufläuft- da werde ich immer auch sauer, dass es diesen FastnochKindern so leicht gemacht wird, sich die Zukunft zu versauen. So, wie war nochmal die Frage? Ach ja: macht es Sinn, auf eine Endrechnung einen selbstgewählten Teilbetrag zu überweisen? Evtl. Begleitschreiben nach dem Motto "haben Sie ein Herz für die Jugend"....
Danke,
Cora
Um zu machen, was Du willst-
...musst Du wissen, was Du willst.

pragmatiker
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Re: Ratenzahlung gegen den Willen des Gläubigers

Beitrag von pragmatiker » 10.04.09, 10:42

Cooora hat geschrieben:Hallo,
ich denke über folgendes Szenario nach:
mal angenommen, für einen Handyvertrag hat jemand bisher nichts gezahlt, nach längerem Totstellen Ratenzahlungen angeboten und das Angebot wurde nicht akzeptiert, weil das Mahnverfahren schon fortgeschritten sei. Nun kommt die Kündigung des Vertrags mit einer Endrechnung, sollte das nicht auf einen Sitz gezahlt werden geht die Forderung ans Inkasso. Bin ich da mit einem Denkfehler unterwegs, ich dachte immer solange ein Zahlungswille erkennbar ist, darf eine Forderung nicht ins Inkasso? Also quasi ein Recht des Schuldners auf Ratenzahlungen? Ich arbeite mit Jugendlichen und rate manchmal dazu, einfach irgendeinen Betrag zu überweisen der vorhanden ist, um das Mahnverfahren zu stoppen- wenn das Unternehmen die Forderung nicht zurücküberweist, kommt dadurch stillschweigend eine Ratenvereinbarung zustande. Hat früher auch geklappt. Wie ist da heutzutage die Rechtslage? Nicht falsch verstehen- ich bringe denen nicht bei, Leistungen zu erschleichen und Gläubiger auf ihren Forderungen sitzen zu lassen- nein, sie sollen lernen, wie man sich als ordentlicher Vertragspartner verhält- und im Blick haben, was sie sich leisten können und was nicht. Aber was da teilweise kurz nach dem 18. Geburtstag schon an Verträgen und Schulden aufläuft- da werde ich immer auch sauer, dass es diesen FastnochKindern so leicht gemacht wird, sich die Zukunft zu versauen. So, wie war nochmal die Frage? Ach ja: macht es Sinn, auf eine Endrechnung einen selbstgewählten Teilbetrag zu überweisen? Evtl. Begleitschreiben nach dem Motto "haben Sie ein Herz für die Jugend"....
Danke,
Cora
ein ordentlicher vertragspartner hält sich an den vertrag. soviel mal dazu.
und nein, ein schuldner hat keinen anspruch auf ratenzahlung gegen den willen des gläubiger. wieso auch ?
Jeder ist seines Glückes Schmied.

idem
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Beitrag von idem » 10.04.09, 11:10

lies dazu auch § 266 BGB

Dipl.-Sozialarbeiter
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Re: Ratenzahlung gegen den Willen des Gläubigers

Beitrag von Dipl.-Sozialarbeiter » 10.04.09, 11:25

Cooora hat geschrieben:... Nicht falsch verstehen- ich bringe denen nicht bei, Leistungen zu erschleichen und Gläubiger auf ihren Forderungen sitzen zu lassen- nein, sie sollen lernen, wie man sich als ordentlicher Vertragspartner verhält- und im Blick haben, was sie sich leisten können und was nicht. Aber was da teilweise kurz nach dem 18. Geburtstag schon an Verträgen und Schulden aufläuft- da werde ich immer auch sauer, dass es diesen FastnochKindern so leicht gemacht wird, sich die Zukunft zu versauen. ...
Hallo Cooora,

ich arbeite auch mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen und rate ihnen den Gang zur Schuldnerberatung oder den Verbraucherzentralen, obwohl ich mich etwas in rechtlichen Fragen auskenne. ;-)

Vielleicht sollte in den Schulen mal die Sache mit der Handy-Schuldenfalle zum Pflichtunterricht gemacht werden.

Liebe Grüße

Klaus

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