Widerspruch eingelegt - neue Anschrift im Ausland

Moderator: FDR-Team

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Starwars2001
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Widerspruch eingelegt - neue Anschrift im Ausland

Beitrag von Starwars2001 »

Hi,

V versteigert bei einer Auktionsplattform Ware im Wert von 10 EUR an G. Nach beendeter Auktion fragt G bei V, ob man die Ware auch ins Ausland (Frankreich) schicken könne. V bestätigt dies - zu erhöhten Portokosten natürlich.

Anschließend passiert 6 Wochen nichts - auf Mails von V reagiert G nicht.

V leitet das Mahnverfahren an die bei der bei der Auktionsplattform hinterlegten Anschrift ein.
Es handelt sich vermutlich um die Anschrift der Mutter mit Sitz in Deutschland.

Der Empfänger des Mahnschreibens legt erwartungsgemäß Widerspruch ein - und verweist auf eine Anschrift in Frankreich (aus dem Widerspruch zu entnehmen).

Gleichzeitig bekommt V vom Amtsgericht ein Schreiben ("Zur Abgabe des Verfahrens ist ein Antrag auf Durchführung des streitigen Verfahrens erforderlich, der bisher nicht gestellt wurde. Als Antrag wird auch die Zahlung der unten berechneten Kosten angesehen"). Die Kosten betragen 52 EUR.

Frage:
Was genau wird durch die Zahlung der 52 EUR ausgelöst? Das der Mahnbescheid der im Widerspruch genannten
Anschrift zugestellt wird?

Roni
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Re: Widerspruch eingelegt - neue Anschrift im Ausland

Beitrag von Roni »

soweit ich weiß kann man auch in Frankreich vollstrecken lassen, aber wegen 10 € würde ich mir das überlegen :?:

mano
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Re: Widerspruch eingelegt - neue Anschrift im Ausland

Beitrag von mano »

Moin,
Starwars2001 hat geschrieben:Der Empfänger des Mahnschreibens legt erwartungsgemäß Widerspruch ein
Damit ist der Mahnbescheid "kaputt".
Jetzt könnte ein Verfahren vor einem AG beantragt werden.
Starwars2001 hat geschrieben:Zur Abgabe des Verfahrens ist ein Antrag auf Durchführung des streitigen Verfahrens erforderlich
Haben Sie einen Antrag gestellt? Nein? Dann weiter:
Starwars2001 hat geschrieben:Als Antrag wird auch die Zahlung der unten berechneten Kosten angesehen
Die Zahlung der Kosten in Höhe von 52 €uronen ist der Antrag auf Durchführung eines Verfahrens.

mano
Beamte arbeiten nicht - sie machen irgendwas, jedenfalls arbeiten tun sie nicht.

DaChris77
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Re: Widerspruch eingelegt - neue Anschrift im Ausland

Beitrag von DaChris77 »

Roni hat geschrieben:soweit ich weiß kann man auch in Frankreich vollstrecken lassen, aber wegen 10 € würde ich mir das überlegen :?:

Es müssen alle Dokumente in F übersetzt (und beglaubigt) werden, dann muss ein örtlicher Anwalt hinzu gezogen werden.

Die Chancen etwas zu bekommen sind aber sehr gering, da die Behörden dort "eher weniger kooperativ" sind.

So hat man schnell ein paar hundert Euro kosten und es kommt nichts dabei raus.


Zudem sei zu bedenken: V ist ja kaum ein Schaden entstanden da er den Artikel ja noch hat. In solchen Fällen werden ausländische Behörden meist noch nicht mal tätig.

Starwars2001
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Re: Widerspruch eingelegt - neue Anschrift im Ausland

Beitrag von Starwars2001 »

DaChris77 hat geschrieben: Zudem sei zu bedenken: V ist ja kaum ein Schaden entstanden da er den Artikel ja noch hat. In solchen Fällen werden ausländische Behörden meist noch nicht mal tätig.
Hi, vielen Dank für Eure Hilfe.

Bei der Sache gibt es zwei Punkte, die für mich unklar sind:
1. Angenommen, der Gläubiger veräußert die Ware weiter. Einen Tag danach kommt der Schuldner um's Eck und sagt: "Hey - her mit der Ware. Was - Du kannst nicht liefern?. Mir egal - ich kaufe dann halt von jemandem anderen. Die Differenz ersetzt Du mir aber".
Wie kann sich der Gläubiger dagegen absichern?

2. Wer ersetzt dem Gläubiger den Schaden (Mahnverfahren)? Es wurde ja gegen die Richtlinien der Auktionsplattform verstoßen.

Roni
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Re: Widerspruch eingelegt - neue Anschrift im Ausland

Beitrag von Roni »

wenn man weiß dass der Schuldner zahlungsfähig ist kann man das durchziehen, dann zahlt der im Endefekt alles, wenn man das aber nicht weiß kann man selbst auf sämtlichen Kosten sitzen bleiben.
Das ist immer ( egal ob Deutschland oder Ausland ) das Problem bei der Sache .

DaChris77
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Re: Widerspruch eingelegt - neue Anschrift im Ausland

Beitrag von DaChris77 »

Ganz einfach: Den Rücktritt vom Kaufvertrag formulieren, wenn es die Bucht war geht das ja automatisch mit dem Melden des Käufers.

Normalerweise muss der Käufer den Schaden ersetzen, wobei man im Ausland immer vorsichtig sein sollte. Selbst in D sind die Chancen nicht sehr gut sein Geld zu bekommen.

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