Zwangsversteigerung eines Messi-Hauses

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Tjeridan
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Zwangsversteigerung eines Messi-Hauses

Beitrag von Tjeridan »

Hallo, folgender fiktiver Fall:

E erwirbt im Rahmen einer Zwangsversteigerung ein Mehrfamilienhaus. Vorherige Eigentümer waren A und B, welche sich jedoch zerstritten hatten. B ist daraufhin vor mehreren Jahren aus dem Haus ausgezogen, A wohnte weiterhin dort und vermietete ohne Einverständnis von B die restlichen Wohnungen.

Mit der Zeit sind ein Teil der Mieter ausgezogen. Deren Wohnungen werden inzwischen von A genutzt, teils als Wohnraum und teils als Büro, da A auch ein Gewerbe betreibt. Mieter C ist inzwischen in einer Partnerschaft mit A. Außerdem wohnt noch Mieter D in dem Haus.

Beim Gutachtentermin kam heraus, dass sämtliche Wohneinheiten mit Gerümpel vollgestellt sind. Also kein Hausmüll, sondern z.B. vollkommen veraltete und wertlose Elektrogeräte, Flohmarktartikel, alte Möbel und vor allem unzählige Kisten und Körbe voller Kram. Auch der Hof ist davon betroffen. Hier stehen diverse abgemeldete Kraftfahrzeuge, Anhänger und Gerätschaften.

Es ergeben sich für E nun einige Fragen:
1. Haben die bestehenden Mietverträge mit C und D Gültigkeit, wenn sie ohne Einverständnis von B geschlossen wurden?
2. Muss E diese Mietverträge übernehmen? Wenn ja, kann er diese einfach ordentlich kündigen?
3. Vermutlich muss A geräumt werden, da er freiwillig nicht gehen will. Ist es möglich, die überzähligen Wohneinheiten,
welche die Person nach Auszug der Mieter zusätzlich in Anspruch genommen hat, selbst in Besitz zu nehmen?
4. Kann für die Wohnheinheit, welche als Büro genutzt wird, anders verfahren werden?
5. Hat E gegenüber A, C oder D einen Anspruch, dass bei einem Auszug der ganze Krempel entfernt wird? Hat er Anspruch auf Kostenerstattung für die Entsorgung?
6. Wer ist überhaupt Eigentümer des ganzen Zeugs nach der Zwangsversteigerung? Nehmen wir an, die Mieter verlassen das Gebäude freiwillig und lassen alles da, darf E dann die möglicherweise wenigen brauchbaren und zurückgelassenen Dinge verkaufen oder anderweitig verwenden?

E wäre theoretisch bereit mit sämtlichen Personen neue Mietverträge auszuhandeln, wenn diese sich jeweils auf eine Mieteinheit beschränkten, ihren ganzen Schrott entfernten und er somit die Möglichkeit hätte die anderen Wohneinheiten sanieren zu lassen.

Habt ihr vielleicht ein paar Ratschläge für E?
Toleranz sollte immer vom eigenen Willen getragen werden. Aufgezwungene Toleranz ohne Aufbegehren ist Feigheit. Anerkennung nur allein der Toleranz wegen ist Gleichgültigkeit.
Mangelnde Toleranz ist keine Intoleranz, sondern einfach nur Ehrlichkeit!

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