Sonderkündigung Internetanbieter: Jetzt Inkasso-Forderung

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Sodale
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Sonderkündigung Internetanbieter: Jetzt Inkasso-Forderung

Beitrag von Sodale »

Hallo, ich habe meinen Vertrag bei einem Internetanbieter vorzeitig gekündigt, da ich aus meiner Wohnung ausgezogen bin und im Haushalt meiner neuen Wohnung bereits ein Internetanschluss besteht, was mir erlaubte, das Sonderkündigungsrecht mit einer Kündigungsfrist von drei Monaten in Anspruch zu nehmen. Dies habe ich meinem Internetanbieter am 28.05.2014 mitgeteilt und ich bekam per Mail folgende Antwort:
[...] Daher bieten wir Ihnen an, Ihren Vertrag vorzeitig, mit einer Kündigungsfrist von 3 Monaten - ab dem Tag Ihrer Umzugsmitteilung am 28.05.2014 zu beenden. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie uns Ihren Umzug telefonisch oder schriftlich mitgeteilt haben. Wir verkürzen für Sie in diesem Fall die Vertragslaufzeit und berechnen Ihnen, mit einer Einmalzahlung, im Gegenzug 3 monatliche Grundgebühren vom 28.05.2014 bis zum 28.08.2014. Sind Sie mit unserem Angebot einverstanden? Dann schicken Sie uns bitte folgende Unterlagen mit dem Betreff "Angebot angenommen/Kundennummer XYZ" zu:
-eine schriftliche Kündigung mit Zustimmung zum heutigen Angebot und Ihrem Kündigungswunschtermin
-eine Ummeldebestätigung von Ihrem Einwohnermeldeamt
-eine Kopie der Bestellbestätigung des bereits vorhandenen DSL-Anbieters an Ihrem neuen Wohnort [...]

Ein paar Tage später habe ich alle Unterlage, bis auf die Unmeldebestätigung an den Internetanbieter geschickt. Die Unmeldebestätigung konnte ich noch nicht mitschicken, da ich erst zum 1.8.2014 umziehen wollte und ich habe deshalb dabei geschrieben, dass ich die Unmeldebestätigung nachsende, sobald sie mir vorliegt. In der Antwort vom 18.06.2014 stand dann:
[...] Sie senden uns Unterlagen zur Sonderkündigung. Sobald uns die Ummeldebescheinigung vorliegt, lösen wir Ihren Vertrag auf. [...]

Anfang August habe ich dann die Ummeldebestätigung nachgesendet und als Antwort kam dann am 21.08.2014, dass sie diese elektronisch gespeichert haben.

Im September dann wurde mein Konto belastet, obwohl der Verteag ja längst hätte gekündigt sein müssen. Habe dann bei der Bank diese Lastschrift sofort rückgängig gemacht und seitdem bekomme ich eine Mahnung nach der anderen (erst per Mail, dann auch per Post). Habe zwischenzeitlich mal eine Mail an die Firma geschrieben, dass das ja alles nicht sein kann aber sie blieb unbeantwortet. Dann habe ich vor ein paar Wochen dort angerufen und um Aufklärung gebeten. Die Dame im Kundencenter sagte mir, dass sie dafür nicht zuständig ist und meinte, dass mich ein Kollege aus der zuständigen Abteilung in ein paar Tagen zurückrufen werde. Ich habe bis heute keinen Anruf erhalten. Stattdessen flatterte mir heute ein Brief einer Inkasso Firma ins Haus, in dem sich die Gesamtforderung auf mittlerweile über 100 Euro beläuft.

Was bedeutet es, bei einer Inkasso Firma gemeldet zu sein?
Was soll ich jetzt klügerweise am besten machen? Nochmal beim Internetdienstarbeiter anrufen und mich wieder mit unfähigen Mitarbeitern auseinandersetzen? (Möglicherweise habe ich ja auch einen Fehler gemacht, nur scheinbar blickt in dieser Firma keiner durch)
Kann man diesen Inkasso Bescheid irgendwie wiederrufen? Soll ich mir Rechtsbeistand holen?

Vielen Dank für Ihre Antworten!

Myriam
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Re: Sonderkündigung Internetanbieter: Jetzt Inkasso-Forderun

Beitrag von Myriam »

Sodale hat geschrieben: Was bedeutet es, bei einer Inkasso Firma gemeldet zu sein?
Was soll ich jetzt klügerweise am besten machen? Nochmal beim Internetdienstarbeiter anrufen und mich wieder mit unfähigen Mitarbeitern auseinandersetzen? (Möglicherweise habe ich ja auch einen Fehler gemacht, nur scheinbar blickt in dieser Firma keiner durch)
Kann man diesen Inkasso Bescheid irgendwie wiederrufen? Soll ich mir Rechtsbeistand holen?
Der Internetanbieter hat die Forderung an eine andere Firma, das Inkassounternehmen, verkauft.
Bestreiten Sie die Forderung und fordern Sie das Inkassounternehmen auf die Forderung zu beweisen, so bekommen Sie Sicherheit.
Das Schreiben des Inkassounternehmens ist eine Rechnung und kein rechtsmittelfähiger Bescheid einer Behörde.

bye Myri

Baden1957
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Re: Sonderkündigung Internetanbieter: Jetzt Inkasso-Forderun

Beitrag von Baden1957 »

Myriam hat geschrieben:
Sodale hat geschrieben: Was bedeutet es, bei einer Inkasso Firma gemeldet zu sein?
Was soll ich jetzt klügerweise am besten machen? Nochmal beim Internetdienstarbeiter anrufen und mich wieder mit unfähigen Mitarbeitern auseinandersetzen? (Möglicherweise habe ich ja auch einen Fehler gemacht, nur scheinbar blickt in dieser Firma keiner durch)
Kann man diesen Inkasso Bescheid irgendwie wiederrufen? Soll ich mir Rechtsbeistand holen?
Der Internetanbieter hat die Forderung an eine andere Firma, das Inkassounternehmen, verkauft.

Das ist falsch, der Internetanbieter hat lediglich das Inkassounternehmen mit dem Einzug der Forderung beauftragt; wäre die Forderung an das Inkassounternehmen verkauft worden, hatte der Internetanbieter gem. § 398 BGB die Forderung durch eine Abtretungsurkunde an das Inkasso abtreten müssen, das Inkasso hätte die Abtretung auf gleicher Urkunde annehmen müssen und der Schuldner hätte nachweislich die Abtretungsurkunde zugeschickt werden müssen.
Für das Inkasso wäre dies zudem wirtschaftlich sinnlos, denn dann könnte das Inkasso nur noch die reinen Vollstreckungskosten geltend machen, nicht aber die Inkasso-Kosten. :wink:



Bestreiten Sie die Forderung und fordern Sie das Inkassounternehmen auf die Forderung zu beweisen, so bekommen Sie Sicherheit.
Das Schreiben des Inkassounternehmens ist eine Rechnung und kein rechtsmittelfähiger Bescheid einer Behörde.

bye Myri
Hinweise erfolgen ausschließlich aufgrund eines vorgetragenen Sachverhaltes und nicht aufgrund von Vermutungen; je detaillierter der Sachverhalt ist, desto zutreffender können die Hinweise sein.

Baden1957
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Re: Sonderkündigung Internetanbieter: Jetzt Inkasso-Forderun

Beitrag von Baden1957 »

Was bedeutet es, bei einer Inkasso Firma gemeldet zu sein?
Was soll jetzt klügerweise am besten machen? Nochmal beim Internetdienstarbeiter anrufen und wieder mit unfähigen Mitarbeitern auseinandersetzen? (Möglicherweise ja auch einen Fehler gemacht, nur scheinbar blickt in dieser Firma keiner durch)
Kann man diesen Inkasso Bescheid irgendwie wiederrufen? Soll Rechtsbeistand holen?

Vielen Dank für Ihre Antworten!

Hallo,
keine Ich-Fragen wegen FAQ 1129; wir geben hier keine Rechtsberatung :lol:

Im beschriebenen fiktiven Fall wäre es sinnvoll, dem Inkassounternehmen schriftlich mitzuteilen, dass der Forderung widersprochen wird, da der Internetanbieter keine Ansprüche mehr hat. Punkt.
Das Schreiben an das Inkassounternehmen sollte nachweislich erfolgen, also Einschreiben mit Rückschein oder Einwurfeinschreiben.

Weitere Erklärungen an das Inkasso wären unerheblich, werden von denen Mitarbeiter sowieso nicht gelesen ggf. wenn man Glück hat, wird das Inkasso mit dem Internetanbieter Rücksprache nehmen.
Generell gilt: je mehr man da schreibt desto größer wird die Möglichkeit, dass die gegnerische Partei Möglichkeiten sieht, doch noch "einhaken" zu können.
Wenn kein Anspruch besteht, teilt man dies mit und erklärt sich aber nicht mit viel Geschreibe, das zeugt von Unsicherheit. 8)

lG
Hinweise erfolgen ausschließlich aufgrund eines vorgetragenen Sachverhaltes und nicht aufgrund von Vermutungen; je detaillierter der Sachverhalt ist, desto zutreffender können die Hinweise sein.

fodeure
FDR-Mitglied
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Re: Sonderkündigung Internetanbieter: Jetzt Inkasso-Forderun

Beitrag von fodeure »

@Baden1957: Bitte benutze doch in Zukunft die Zitierfunktion. Deine Beiträge sind in der bisherigen Form eine Zumutung.

ktown
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Re: Sonderkündigung Internetanbieter: Jetzt Inkasso-Forderun

Beitrag von ktown »

Ich muss leider sagen, dass er diesbezüglich schon mehrmals von mir darauf hingewiesen wurde. Er scheint aber auf diesem Ohr taub zu sein. :evil:


Achja an den TE sei noch gesagt:

Liebes FDR-Mitglied,

wie Sie sicher in unserer Juriquette gelesen haben, darf hier keine individuelle Rechts- oder Steuerberatung in einem konkreten Fall erfolgen. Bitte helfen Sie unserem Forum, indem Sie Ihren Beitrag so umformulieren (in Ihrem Beitrag rechts den Button "edit" anklicken), dass daraus eine allgemeine Fragestellung zur Rechtslage entsteht.

Achten Sie bitte auf diesen Grundsatz bei jedem weiteren Beitrag.

Die Antworter bitten wir darum, auch auf individuelle konkrete Fragestellungen nur mit relevanten Transparenzinformationen (Gesetze, Verordnungen, Urteile, Leitsätze, Informationsquellen, Links usw.) zu antworten. Diese Informationen dienen der Förderung der Rechtskunde bzw. dem allgemeinen Rechtsverständnis.


Es bedankt sich für die Beachtung

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Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
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