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Kosten für Vollstrecker eines EVU

Verfasst: 05.01.15, 23:18
von Mike R.
Hallo und guten Abend,
Ein Bekannter von mir streitet gerade mit seinem EVU herum. Er betrachtet die Jahresabrechnung aus verschiedenen Gründen als falsch und widersprach ihr. (Genaueres entzieht sich meiner Kenntnis, ist hier aber auch nicht Thema)
Vor ein paar Tagen besuchte ich ihn am Vormittag. Als er mich von der Tür abholte, prüfte er gleich seinen Briefkasten auf Post. Er war leer. Als ich ihn kurz nach Mittag wieder verlassen wollte, geleitete er mich zur Tür, um dort festzustellen, dass ein Brief aus dem Kasten ragte. Sein "Tobsuchtsanfall" hieß mich noch ein wenig bleiben.
Es handelte sich um ein Formschreiben eines Vollstreckers des EVU. In diesem wurde die Gesamtsumme gefordert, mit Sperrung gedroht und für den 'vergeblichen Besuch' eine hohe zweistellige Summe in Rechnung gestellt. Allerdings waren wir beide den ganzen Morgen anwesend, ein Klingeln hätte keiner von uns beiden überhört.
Mein Bekannter rief die beigelegte Nummer an und beschwerte sich. Dennoch wiederholte sich das Spielchen, wenige Tage später wurde wieder während seiner Anwesenheit ein Schreiben niedergelegt. Für den vergeblichen Sperrversuch insgesamt mehr als 200 € gefordert.
Rund 100 € für die Zustellung eine Briefes in den Kasten halte ich auch ein wenig übertrieben.

Gibt es nicht irgendwelche Vorschriften wie so ein Vollstreckungsversuch auszusehen hat, wie viel er maximal kosten darf? Ist es überhaupt ein Vollstreckungsversuch, wenn der Mann nicht mal versucht hat den 'Schuldner' zu erreichen?

Re: Kosten für Vollstrecker eines EVU

Verfasst: 05.01.15, 23:33
von Baden1957
Mike R. hat geschrieben:Hallo und guten Abend,
Ein Bekannter von mir streitet gerade mit seinem EVU herum. Er betrachtet die Jahresabrechnung aus verschiedenen Gründen als falsch und widersprach ihr. (Genaueres entzieht sich meiner Kenntnis, ist hier aber auch nicht Thema)
Vor ein paar Tagen besuchte ich ihn am Vormittag. Als er mich von der Tür abholte, prüfte er gleich seinen Briefkasten auf Post. Er war leer. Als ich ihn kurz nach Mittag wieder verlassen wollte, geleitete er mich zur Tür, um dort festzustellen, dass ein Brief aus dem Kasten ragte. Sein "Tobsuchtsanfall" hieß mich noch ein wenig bleiben.
Es handelte sich um ein Formschreiben eines Vollstreckers des EVU. In diesem wurde die Gesamtsumme gefordert, mit Sperrung gedroht und für den 'vergeblichen Besuch' eine hohe zweistellige Summe in Rechnung gestellt. Allerdings waren wir beide den ganzen Morgen anwesend, ein Klingeln hätte keiner von uns beiden überhört.
Mein Bekannter rief die beigelegte Nummer an und beschwerte sich. Dennoch wiederholte sich das Spielchen, wenige Tage später wurde wieder während seiner Anwesenheit ein Schreiben niedergelegt. Für den vergeblichen Sperrversuch insgesamt mehr als 200 € gefordert.
Rund 100 € für die Zustellung eine Briefes in den Kasten halte ich auch ein wenig übertrieben.

Gibt es nicht irgendwelche Vorschriften wie so ein Vollstreckungsversuch auszusehen hat, wie viel er maximal kosten darf? Ist es überhaupt ein Vollstreckungsversuch, wenn der Mann nicht mal versucht hat den 'Schuldner' zu erreichen?

Hallo,

sollen wir raten wer oder was EVU ist?
Vermutlich der örtliche Stromversorger.

Wenn die Stromrechnung nicht bezahlt wird kommt nach Zahlungserinnerung und Mahnung, oftmals noch die letzte Mahnung die Stromsperre.
Die Sperrung kostet Geld und die Entsperrung kosten nochmals Geld.

Vermutlich handelt es sich bei den in den Schreiben genannten Summen um Rückstände und Kosten für die Sperrung. Das ist eine Vermutung, weil hier nichts sachlich vorgetragen ist.

Da nützen keine tel. Beschwerden sondern nur eine Einigung mit dem Versorger, und dies erledigt man i.d.R. persönlich.

lG

Re: Kosten für Vollstrecker eines EVU

Verfasst: 06.01.15, 00:09
von Mike R.
Baden1957 hat geschrieben: sollen wir raten wer oder was EVU ist?
Vermutlich der örtliche Stromversorger.
Sorry, wenn ich unterstellte, dass EVU (EnergieVersorgungsUnternehmen) eine gängige Abkürzung ist.
Baden1957 hat geschrieben: Wenn die Stromrechnung nicht bezahlt wird kommt nach Zahlungserinnerung und Mahnung, oftmals noch die letzte Mahnung die Stromsperre.
Die Sperrung kostet Geld und die Entsperrung kosten nochmals Geld.

Vermutlich handelt es sich bei den in den Schreiben genannten Summen um Rückstände und Kosten für die Sperrung. Das ist eine Vermutung, weil hier nichts sachlich vorgetragen ist.

Da nützen keine tel. Beschwerden sondern nur eine Einigung mit dem Versorger, und dies erledigt man i.d.R. persönlich.

lG
Sorry, wenn ich etwas verwirrt bin. Die Rechnung als Solche war in meinem Beitrag nicht das Thema, sondern die Höhe und Art des angeblichen Sperrversuchs.

Re: Kosten für Vollstrecker eines EVU

Verfasst: 06.01.15, 04:58
von webelch
Die gesetzlichen Regelungen zur Stromsperre bei Nichtzahlung ergeben sich aus dem §19 StromGVV. Zudem dürften sich in den AGB bzw der Preisliste des Energieversorgers die entsprechenden Regelungen der Kosten finden.

Ich vermute jetzt einfach mal, dass im ersten Brief die Sperre nach §19 StromGVV angekündigt worden ist. Der zweite Brief ist die Folge, dass zum Tag der angekündigten Sperre nicht geöffnet wurde.

Re: Kosten für Vollstrecker eines EVU

Verfasst: 06.01.15, 07:23
von Mike R.
webelch hat geschrieben: Ich vermute jetzt einfach mal, dass im ersten Brief die Sperre nach §19 StromGVV angekündigt worden ist. Der zweite Brief ist die Folge, dass zum Tag der angekündigten Sperre nicht geöffnet wurde.
Morgen.
Okay, dann scheine ich mich wohl doch missverständlich ausgedrückt zu haben.

In beiden beschriebenen Schreiben (Formular mit freien Stellen für handschriftliche Vermerke) wurde behauptet, der Stromkunde sei nicht angetroffen worden. In Beiden wurde neben der Hauptforderung Kosten für den jeweils 'vergeblichen Sperrversuch' berechnet. In beiden Fällen war der Kunde jedoch anwesend, der 'Vollstrecker' hat es offensichtlich nicht für nötig befunden zu klingeln. Die Schreiben wurden einfach eingeworfen. Trotzdem wurden deutliche Kosten berechnet.

Um die Forderung selber geht es hier nicht. Ich habe nur im erwähnten Telefongespräch mitbekommen, dass die Nachforderung aufgrund von Fehlern in der Abrechnung zur Korrektur zurückgewiesen wurde. Hierzu offenbar noch keine Reaktion des EVU besteht. Wie gesagt, nicht das Thema.

Thema ist einzig das Verfahren des EVU, des Beauftragten, die Schreiben in den Briefkasten zu werfen, ohne Kontrolle, ob tatsächlich jemand zu Hause ist. Dafür aber deutliche Kosten zu verlangen. Ich sehe dieses Verfahren zumindest als fragwürdig an und wollte wissen, ob der Ablauf eines solchen Sperrversuchs irgendwo geregelt ist.

In §19 StromGVV habe ich dazu nichts gefunden. In §19, 4 StromGVV steht nur etwas von Kosten der Pauschale zur Unterbrechung und deren Nachvollziehbarkeit.

Re: Kosten für Vollstrecker eines EVU

Verfasst: 06.01.15, 08:13
von webelch
Wurde denn in einem Schreiben eine Sperrung mit Termin angedroht? Das ist der übliche Weg entsprechend dem eingeführten §. Warum der Stromkunde nicht geöffnet hat, obwohl er anwesend war, kann das Forum nicht klären. Dass der Beauftragte des Energieversorgers zweimal zwecks Stromsperrung vor Ort ist und nicht klingelt, erscheint mir wenig glaubhaft.

Re: Kosten für Vollstrecker eines EVU

Verfasst: 12.01.15, 07:43
von Mike R.
Hallo Webelch,
webelch hat geschrieben:Wurde denn in einem Schreiben eine Sperrung mit Termin angedroht? Das ist der übliche Weg entsprechend dem eingeführten §.
Wie bereits erwähnt ist mir zum vorhergehendem nur bekannt, dass Widerspruch gegen die Jahresabrechnung eingelegt wurde und dieser noch nicht bearbeitet ist. Offenbar dennoch ein Sperrbeauftragter losgeschickt wurde. Dies ist aber nicht Thema dieses Threads.

webelch hat geschrieben: Warum der Stromkunde nicht geöffnet hat, obwohl er anwesend war, kann das Forum nicht klären.
Ist auch nicht die Frage, denn ich war im Zeitraum der Niederlegung des Schreibens mit anwesend. Die Klingel befindet sich im Raum des Aufenthaltes und war funktionsbereit. (Ein Paketdienstler gab ein Paket für den Nachbarn ab.)
webelch hat geschrieben: Dass der Beauftragte des Energieversorgers zweimal zwecks Stromsperrung vor Ort ist und nicht klingelt, erscheint mir wenig glaubhaft.
Ist aber in mindestens einem Falle (eben durch mich erlebt) so geschehen und gerade aus diesem Grunde Thema dieses Threads.

Also noch mal die Frage: Weiß jemand ob es Vorschriften zum Vorgehen eines EVU-Vollstreckungsbeauftragten gibt? Die oben erwähnten Paragrafen geben wenig bis garnichts her.

Re: Kosten für Vollstrecker eines EVU

Verfasst: 12.01.15, 08:37
von flokon
webelch hat geschrieben: Dass der Beauftragte des Energieversorgers zweimal zwecks Stromsperrung vor Ort ist und nicht klingelt, erscheint mir wenig glaubhaft.
Ich gehe mal davon aus, dass der Stromzähler sich in der Wohnung befindet.
Sonst wäre die Wohnung schon dunkel.

Werden denn aktuell die normalen oder ggfls erhöhten Vorauszahlungen an den Stromversorger gezahlt?

Re: Kosten für Vollstrecker eines EVU

Verfasst: 12.01.15, 08:45
von webelch
flokon hat geschrieben:Ich gehe mal davon aus, dass der Stromzähler sich in der Wohnung befindet.
Wäre möglich. Und dann erscheint es noch unwahrscheinlicher, dass der Mitarbeiter des EVU nicht geklingelt haben soll. Zumal er vor der tatsächlichen Durchführung der Sperrung dem Schuldner nochmals Gelegenheit gibt die offene Forderung zu begleichen.

Re: Kosten für Vollstrecker eines EVU

Verfasst: 12.01.15, 10:03
von Mike R.
flokon hat geschrieben: Ich gehe mal davon aus, dass der Stromzähler sich in der Wohnung befindet.
Sonst wäre die Wohnung schon dunkel.
Der Zähler befindet sich im Keller des Zweifamilienhauses.
flokon hat geschrieben:Werden denn aktuell die normalen oder ggfls erhöhten Vorauszahlungen an den Stromversorger gezahlt?
Die Abschlagszahlungen werden m. W. n. per Dauerauftrag bedient. Ob erhöht oder nicht entzieht sich meiner Kenntnis.
webelch hat geschrieben: [ ... ] Und dann erscheint es noch unwahrscheinlicher, dass der Mitarbeiter des EVU nicht geklingelt haben soll. Zumal er vor der tatsächlichen Durchführung der Sperrung dem Schuldner nochmals Gelegenheit gibt die offene Forderung zu begleichen.
:shock: Wollen Sie mit aller Gewalt zwei Personen einer selektiven Schwerhörigkeit bezichtigen, welche sich die meiste Zeit vielleicht drei Meter von der Klingel entfernt aufhielten und seltsamerweise den Paketboten klingeln hörten?

Re: Kosten für Vollstrecker eines EVU

Verfasst: 12.01.15, 11:04
von webelch
Selektive Schwerhörigkeit tritt häufig in Zusammenhang mit den (dann erfolglosen) Besuchen von Gerichtsvollziehern und anderen mit Zwangs- und Vollstreckungsmassnahmen betrauten Personen auf.

Hat man sich denn in der Zwischenzeit mit dem Stromversorger einigen können?

Nicht dass in Kürze ein dritter Besuch stattfindet.

Re: Kosten für Vollstrecker eines EVU

Verfasst: 12.01.15, 12:29
von freemont
Mike R. hat geschrieben: ...
Also noch mal die Frage: Weiß jemand ob es Vorschriften zum Vorgehen eines EVU-Vollstreckungsbeauftragten gibt? Die oben erwähnten Paragrafen geben wenig bis garnichts her.
Das ergibt sich aus den AGB, Bsp., googlefund:
6.3 Wenn der Kunde trotz ordnungsgemäßer Termin- und Ersatzterminankündigung nicht angetroffen wurde und die erforderlichen Maßnahmen deshalb nicht durchgeführt werden konnten, kann die XYZ die dadurch zusätzlich entstehenden Kosten dem Kunden berechnen.
...
Für jede vom Kunden zu vertretene Anfahrt zur Unterbrechung 62,31 EUR
...
Wenn nicht geklingelt wurde, sollte man sich beschweren, es kann ja sein, daß sich die Beschwerden gegen diesen Mitarbeiter häufen, vielleicht seine Methode die Tour auf Kosten der Kunden schneller abzuwickeln. Wenn ein Zeuge zur Verfügung steht, sollte man das bei der Gelegenheit gleich mitteilen.

Im Extremfall läuft es so, man zahlt die Gebühr nicht, Versorger klagt sie ein, MA wird als Zeuge benannt er hätte geklingelt. Sagt er das tatsächlich so aus und man hat selbst keinen Zeugen ist das schlecht. Hier scheint es ja aber so zu sein, dass man per Zeuge plausibel belegen kann, daß der MA sich "geirrt" haben muss. Das sollte man schon Denen zuliebe, die das nicht nachweisen können klären.