Mahnbescheidempfänger setzt sich unbekannt ins Ausland ab

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RubRecht
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Mahnbescheidempfänger setzt sich unbekannt ins Ausland ab

Beitrag von RubRecht »

Hallo und Guten Abend!

Angenommen ein hier mit Familie gemeldet lebender Ungar bekommt wegen Honorarunterschlagung einen Mahnbescheid zugestellt, nimmt diesen an und verschwindet später angeblich unbekannt in seine Heimat.
  1. Was würde in diesem Fall mit dem Mahnbescheid passieren, bzw.
  2. wie könnte der Gläubiger seine Forderung durchsetzen, bzw.
  3. wie ließe sich feststellen, ob er tatsächlich außer Landes bzw.
    wo er jetzt wohnhaft wäre, bzw.
  4. wie würde ein Rechtsanwalt in dieser Situation vorgehen,
    bitte?

Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen!
Suzi

Baden1957
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Re: Mahnbescheidempfänger setzt sich unbekannt ins Ausland a

Beitrag von Baden1957 »

RubRecht hat geschrieben:Hallo und Guten Abend!

Angenommen ein hier mit Familie gemeldet lebender Ungar bekommt wegen Honorarunterschlagung einen Mahnbescheid zugestellt, nimmt diesen an und verschwindet später angeblich unbekannt in seine Heimat.
  1. Was würde in diesem Fall mit dem Mahnbescheid passieren, bzw.
  2. wie könnte der Gläubiger seine Forderung durchsetzen, bzw.
  3. wie ließe sich feststellen, ob er tatsächlich außer Landes bzw.
    wo er jetzt wohnhaft wäre, bzw.
  4. wie würde ein Rechtsanwalt in dieser Situation vorgehen,
    bitte?

Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen!
Suzi

Hallo,

wenn der MB zugestellt wurde, kann 14 Tage nach Zustellung der Vollstreckungsbescheid beantragt werden, allerdings müsste dann die neue Anschrift mitgeteilt werden, denn der VB würde bei der Altanschrift vom Briefträger nicht mehr zugestellt werden sondern ginge als "Empfänger unbekannt verzogen" zurück an das Mahngericht.

Das Mahngericht stellt allerdings keinen VB ins Ausland zu.

Die noch verbleibende Möglichkeit wäre, den Schuldner in Ungarn zu verklagen, wobei man einen Anwalt in Ungarn beauftragen müsste.

Das Einwohnermeldamt ist verpflichtet, bei "berechtigtem Interesse" den "neuen" Wohnort mitzuteilen; als "Nachweis des berechtigten Interesse" gilt auch die Kopie des Mahnbescheidantrag.

Ein Ra würde mitteilen, dass der VB nicht zugestellt werden konnte, da der Schuldner sich im Ausland aufhalte
oder
dass der Aufenthalt des Schuldners unbekannt sei und in Folge dessen der RA die öffentliche Zustellung des VB beantragt habe.

Abschließend: ein VB oder Urteil ist im Ausland/Ungarn nicht vollstreckbar.

lG
Hinweise erfolgen ausschließlich aufgrund eines vorgetragenen Sachverhaltes und nicht aufgrund von Vermutungen; je detaillierter der Sachverhalt ist, desto zutreffender können die Hinweise sein.

RubRecht
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Re: Mahnbescheidempfänger setzt sich unbekannt ins Ausland a

Beitrag von RubRecht »

Danke, Baden1957


für diese ausführliche Antwort!

Dann würde ich mit meinem jetzigen Wissen also erst einmal über das hiesige Einwohnermeldeamt erfragen,
ob der Schuldner tatsächlich nicht mehr hier gemeldet ist und dann weiterentscheiden.


Besten Gruß
Suzi

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