Mahnbescheid an unbekannte Person – Wie reagieren?

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JoeFG
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Mahnbescheid an unbekannte Person – Wie reagieren?

Beitrag von JoeFG » 24.03.18, 10:20

Hallo,

eine Person die ca. Mitte Januar 2018 ohne Fahrausweis in der S-Bahn unterwegs war, wurde ca. Anfang Februar 2018 von der XX XXXXXXXX XXXX schriftlich aufgefordert, das erhöhte Beförderungsentgelt von 60 Euro zu überweisen.

Diese schriftliche Aufforderung erfolgte an eine Adresse, an der der Schuldner vollkommen unbekannt ist, und auch nicht gemeldet ist.

Mitte März erfolgte erneut eine schriftliche Zahlungsaufforderung, diesmal von dem Inkassounternehmen XXXXXXXXX XXXXXXXXXXXXXXXXXXXX XXXX, ebenfalls an die offensichtlich vom Gläubiger falsch ermittelte bzw. übermittelte Adresse.

Da aufgrund des obigen geschilderten Vorgangs zu erwarten ist, daß an die selbe Adresse, an der der Schuldner absolut unbekannt ist, in nächster Zeit ein Mahnbescheid eintreffen wird, frage ich, was nach der Zustellung des Mahnbescheids mit Postzustellungsurkunde zu beachten ist?

Für etwaige Antworten vielen Dank in Voraus.

Gruß

JoeFG

SusanneBerlin
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Re: Mahnbescheid an unbekannte Person – Wie reagieren?

Beitrag von SusanneBerlin » 24.03.18, 10:47

Hallo,

wenn der Schuldner an der Adresse, an der zugestellt wird, "absolut unbekannt" ist und das Inkassobüro seine wahre Adresse nicht kennt, wird der Schuldner niemals von den Zustellungen erfahren.
frage ich, was nach der Zustellung des Mahnbescheids mit Postzustellungsurkunde zu beachten ist?
Wer soll hier reagieren und irgendwas beachten? Der Schuldner weiß nichts vom Mahnbescheid, kann also nicht reagieren. Derjenige, der einen gelben Umschlag an eine ihm unbekannte Person in seinem Briefkasten vorfindet, sollte "Empfänger unbekannt" auf den Umschlag schreiben und ihm dem Briefträger wieder mitgeben.

Man kann natürlich weiter Versteck spielen und so tun, als fände zwischen den Bewohnern der Adresse an der zugestellt wird und dem Schuldner kein Informationsfluss statt. Wenn das Inkassobüro die aktuelle Meldeadresse herausfindet wird es dafür umso teuerer, da die Kosten der Adressermittlung und bis dahin aufgelaufene Verzugszinsen dem Schuldner zusätzlich aufgelastet werden.
Grüße, Susanne

Dig
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Re: Mahnbescheid an unbekannte Person – Wie reagieren?

Beitrag von Dig » 24.03.18, 13:06

Da öffnen also Personen Post, die gar nicht an sie adressiert ist? :shock:
Viele Grüße Dig

JoeFG
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Re: Mahnbescheid an unbekannte Person – Wie reagieren?

Beitrag von JoeFG » 24.03.18, 17:32

@Dig

Hallo,

da die Empfangsadresse, die vom Gläubiger offenbar falsch ermittelt bzw. übermittelt wurde,
im Einflussbereich des Hausbewohners liegt, wurden die Schreiben, um möglichen, etwaigen
rechtlichen Nachteilen des Hauseigentümers begegnen zu können, von diesem geöffnet.

Über einen etwaigen Verstoß gegen das Post- und Fernmeldegeheimnis wird meines
Wissens ein Richter entscheiden.

Gruß

JoeFG

FelixSt
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Re: Mahnbescheid an unbekannte Person – Wie reagieren?

Beitrag von FelixSt » 24.03.18, 17:43

Sorry, aber das ist ja nun wirklich haarsträubend...
Ich empfehle jedem, selbst zu denken und es sich nicht von unseren Forengutmenschen wie z.B. lottchen abnehmen zu lassen.

SusanneBerlin
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Re: Mahnbescheid an unbekannte Person – Wie reagieren?

Beitrag von SusanneBerlin » 24.03.18, 17:50

da die Empfangsadresse, die vom Gläubiger offenbar falsch ermittelt bzw. übermittelt wurde,
im Einflussbereich des Hausbewohners liegt
In anderen Worten: der Bewohner des Hauses, dessen Adresse auf dem Umschlag der falsch zugestellten Briefe steht, hat Zugriff auf den Briefkasten. Soweit ist das normal. So ziemlich jeder Erwachsene hat Zugriff auf seinen eigenen Briefkasten, außer die Menschen die im Gefängnis sind und noch ein paar Ausnahmen.
im Einflussbereich des Hausbewohners liegt, wurden die Schreiben, um möglichen, etwaigen
rechtlichen Nachteilen des Hauseigentümers begegnen zu können, von diesem geöffnet.
Ich verstehe nicht ganz das Verhältnis zwischen Hauseigentümer, Hausbewohner und Schuldner.

Laut Ihres eigenen Beitrags und wie es auch im Thread-Titel steht und im Betreff jedes einzelnen Beitrsgs dieses Threads ist der Name des Adressaten an der zugestellten Anschrift vollkommen UNBEKANNT. Welches Interesse hat also der Hauseigentümer am Inhalt der Briefe, außer reiner Neugierde? Das Schicksal des Unbekannten und ob dieser rechtliche Nachteile durch die Nicht-Kenntnis der Briefe erleidet, kann ihm doch völlig wurst sein, außerdem hat er doch eh keine Möglichkeit, den Adressaten zu kontaktieren.

Das beste was man tun kann, wenn man Briefe an eine Unbekannte Person im eigenen Briefkasten findet, ist wie ich schon mal geschrieben habe, sie mit "Empfänger unbekannt" zu kennzeichnen und zurück an den Absender zu schicken.
Grüße, Susanne

JoeFG
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Re: Mahnbescheid an unbekannte Person – Wie reagieren?

Beitrag von JoeFG » 24.03.18, 18:27

@SusanneBerlin
Das beste was man tun kann, wenn man Briefe an eine Unbekannte Person im eigenen Briefkasten findet, ist wie ich schon mal geschrieben habe, sie mit "Empfänger unbekannt" zu kennzeichnen und zurück an den Absender zu schicken.
Hallo,

das hat der Bewohner, und der Hauseigentümer mehrfach gemacht.

Es gibt für die Personen, in deren Einflussbereich die Briefe eintreffen,
Besseres zu tun, als auf falsch adressierte Schreiben zu reagieren.

Ich weiß nicht, ob die als "Unbekannter Empfänger" gekennzeichneten Briefe
jemals die Absender wieder erreichen.

Gruß

JoeFG

SusanneBerlin
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Re: Mahnbescheid an unbekannte Person – Wie reagieren?

Beitrag von SusanneBerlin » 24.03.18, 18:54

JoeFG hat geschrieben:Ich weiß nicht, ob die als "Unbekannter Empfänger" gekennzeichneten Briefe
jemals die Absender wieder erreichen.
Im Prinzip weiß man es nie wenn man einen Brief abschickt, ob der Brief jemals seinen Empfänger erreicht.
JoeFG hat geschrieben:Es gibt für die Personen, in deren Einflussbereich die Briefe eintreffen,
Besseres zu tun, als auf falsch adressierte Schreiben zu reagieren.
Es war doch Ihre Frage im Eröffnungsbeitrag:
JoeFG hat geschrieben:frage ich, was nach der Zustellung des Mahnbescheids mit Postzustellungsurkunde zu beachten ist?
Es steht in der Überschrift diese Themas:
Mahnbescheid an unbekannte Person – Wie reagieren?
Nächstes Mal habe ich auch besseres zu tun, als auf Ihre Themen zu antworten.
Grüße, Susanne

Evariste
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Re: Mahnbescheid an unbekannte Person – Wie reagieren?

Beitrag von Evariste » 24.03.18, 23:06

Das ist wirklich alles sehr unklar.

Ist der TE (der Fragende) nun eigentlich der Schuldner oder der, der die Briefe empfangen hat?

Gibt es ein Namensgleichheit, oder hat der Postbote wirklich einen an "Müller" adressierten Brief in einen mit "Meier" beschrifteten Brief eingeworfen, und das gleich mehrmals?

Wenn der Schuldner wirklich völlig unbekannt ist (und das nicht nur behauptet wird) und auch keine Namensgleichheit besteht, kann man die Briefe natürlich ignorieren, wenn man das unbedingt will.

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Re: Mahnbescheid an unbekannte Person – Wie reagieren?

Beitrag von JoeFG » 25.03.18, 13:03

@Evariste
Wenn der Schuldner wirklich völlig unbekannt ist (und das nicht nur behauptet wird) und auch keine Namensgleichheit besteht, kann man die Briefe natürlich ignorieren, wenn man das unbedingt will.
Hallo,

der Schuldner ist dem mutmaßlichen Empfänger vollkommen unbekannt, und es ist meines Wissens nicht ratsam
auf Scheiben dieser Art zu reagieren.

Mehrfache Versuche mit dem Hinweis "Empfänger unbekannt" führten leider zu keinem Ergebnis!

Gruß

JoeFG

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Re: Mahnbescheid an unbekannte Person – Wie reagieren?

Beitrag von JoeFG » 16.04.18, 02:46

Hallo,

inzwischen wurde das Verfahren von der Inkasso-Firma an eine Rechtsanwalts-Firma übergeben.

Da aufgrund des vollautomatisierten Mahnverfahrens, bei dem weder Gläubiger, noch Inkasso-Unternehmen
auf die Reaktionen des vermeintlichen bzw. unzutreffenden Empfängers reagierten, sehe ich dem Empfang
eines vermeintlichen "vollstreckbaren Titels" gelassen entgegen.

Gruß.

JoeFG

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Re: Mahnbescheid an unbekannte Person – Wie reagieren?

Beitrag von ktown » 16.04.18, 06:24

JoeFG hat geschrieben:Mehrfache Versuche mit dem Hinweis "Empfänger unbekannt" führten leider zu keinem Ergebnis!
Sollte das nicht zutreffen
Evariste hat geschrieben:Gibt es ein Namensgleichheit
, dann ist dies das Problem des Schuldners.
Für die Zukunft sollte man aber trotzdem das Briefgeheimnis wahren. :wink:
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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FM
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Re: Mahnbescheid an unbekannte Person – Wie reagieren?

Beitrag von FM » 16.04.18, 08:34

Verwunderlich, dass der Verkehrsbetrieb nicht schon längst Strafanzeige erstattet hat, bei "Schwarzfahren" kommt das ja auch in Betracht und die Polizei kann besser eine Anschrift ermitteln. Aber vielleicht kommt das noch.

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Re: Mahnbescheid an unbekannte Person – Wie reagieren?

Beitrag von gmmg » 16.04.18, 08:52

FM hat geschrieben:Verwunderlich, dass der Verkehrsbetrieb nicht schon längst Strafanzeige erstattet hat, bei "Schwarzfahren" kommt das ja auch in Betracht und die Polizei kann besser eine Anschrift ermitteln.
Wie soll die Polizei das denn machen, außer durch Nachfrage beim Einwohnermeldeamt? Meinst du etwa, die werden wegen einer Schwarzfahrt plötzlich kreativ? Selbst beim Top-Terroristen des Landes Anis Amri haben die immer wieder Strafverfahren nicht weiter verfolgt, weil er sich nicht ordnungsgemäß umgemeldet hatte. Ob man sich also auf die Fähigkeiten dieser Bürokraten in Uniform stützen sollte mag ich bezeifeln.

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Re: Mahnbescheid an unbekannte Person – Wie reagieren?

Beitrag von ktown » 16.04.18, 09:18

Hier geht es aber nicht um eine fehlende Ummeldung, sondern um einfach eine falsche Adresse. Der Beschuldigte ist, wie oben ausgeführt, dort nicht bekannt.
Wie dies zustande kam, ist dabei mal unerheblich. Da bei der Kontrolle der Ausweis vermutlich kontrolliert wurde, sollte zumindestens der Name und die Ausstellungsbehörde korrekt sein. Nicht jeder Schwarzfahrer ist Anis Amri. :wink:
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