Zeigt der Gerichtsvollzieher Kreditwarenbetrug an, wenn...

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fauer21
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Zeigt der Gerichtsvollzieher Kreditwarenbetrug an, wenn...

Beitrag von fauer21 » 11.08.18, 17:14

Eine eidesstattliche Versicherung wurde von Person A bereits abgegeben - führen weitere Schulden danach automatisch zur Anzeige via Gerichtsvollzieher?


Angenommen Person A hat bereits eine eidesstattliche Versicherung abgegeben (also hat bereits Schulden). Dann kauft sie weitere Dinge auf Rechnung und kann diese nicht zahlen. Das landet dann über Inkasso beim Gerichtsvollzieher.

> Bringt der Gerichtsvollzieher diese neuen Schulden dann automatisch zur Anzeige, wenn sie nicht sofort beglichen werden? Denn schließlich sieht er ja, dass obwohl eine eidesstattliche Versicherung abgegeben wurde, weitere Waren gekauft worden sind und nicht bezahlt bisher. Gibt es also eine Anzeige wegen Kreditwarenbetrugs ?

Wie ist die Rechtslage?

FelixSt
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Re: Zeigt der Gerichtsvollzieher Kreditwarenbetrug an, wenn.

Beitrag von FelixSt » 11.08.18, 17:17

Wenn die Person so weitermacht, bekommt sie bald einen Vormund.
Ich empfehle jedem, selbst zu denken und es sich nicht von unseren Forengutmenschen wie z.B. lottchen abnehmen zu lassen.

FM
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Re: Zeigt der Gerichtsvollzieher Kreditwarenbetrug an, wenn.

Beitrag von FM » 11.08.18, 19:35

Das wird wohl eher der Gläubiger machen, der bei erfolgloser Pfändung ja auch davon erfährt. Für den Gläubiger hat es den Vorteil, dass im Falle einer Insolvenz mit Restschuldbefreiung die Forderung nicht erlischt, wenn sie auf einer Straftat beruht (muss zwar nicht zwingend eine solche sein und deshalb verurteilt, aber so ist es am einfachsten und kostengünstigsten).

fauer21
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Re: Zeigt der Gerichtsvollzieher Kreditwarenbetrug an, wenn.

Beitrag von fauer21 » 13.08.18, 05:53

FM hat geschrieben:Das wird wohl eher der Gläubiger machen, der bei erfolgloser Pfändung ja auch davon erfährt. Für den Gläubiger hat es den Vorteil, dass im Falle einer Insolvenz mit Restschuldbefreiung die Forderung nicht erlischt, wenn sie auf einer Straftat beruht (muss zwar nicht zwingend eine solche sein und deshalb verurteilt, aber so ist es am einfachsten und kostengünstigsten).
Wäre das dann der Ablauf:
Wenn das Inkasso die Sache an den Gerichtsvollzieher übergibt versucht dieser also erstmal das Geld einzutreiben.
Wenn auch hier nicht bezahlt wird, geht der Gerichtsvollzieher in die Pfändung, und wenn da dann auch nichts zu holen ist kann der Gläubiger Strafanzeige stellen.

So in etwa?



(Wie ist die Rechtslage?)

ExDevil67
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Re: Zeigt der Gerichtsvollzieher Kreditwarenbetrug an, wenn.

Beitrag von ExDevil67 » 13.08.18, 06:50

fauer21 hat geschrieben: Wäre das dann der Ablauf:
Wenn das Inkasso die Sache an den Gerichtsvollzieher übergibt versucht dieser also erstmal das Geld einzutreiben.
Nicht ganz, ich meine der Gerichtsvollzieher prüft von sich aus ob er den Schuldner schon kennt und würde in dem Fall den Auftrag direkt an den Gläubiger zurückgeben mit dem Hinweis auf die bereits erfolgte eidesstattliche Versicherung vom x.y. .

SusanneBerlin
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Re: Zeigt der Gerichtsvollzieher Kreditwarenbetrug an, wenn.

Beitrag von SusanneBerlin » 13.08.18, 07:13

Voraussetzung für die Beauftragung eines Gerichtvollziehers ist ein gerichtlicher Titel. Jeder Gläubiger der einen Titel erwirkt hat, kann eine Auskunft aus dem Schuldnerverzeichnis beim örtlichen Amtsgericht erlangen. Im Schuldnerverzeichnis ist vermerkt, wer eine Vermögensverzeichnis abgegeben hat. Liegt also bereits ein Vermögensverzeichnis beim Amtsgericht vor (aus dem ersichtlich ist, dass beim Schuldner "nichts zu holen ist") und der Schuldner geht weitere Verbindlichkeiten ein ohne zu bezahlen, kann der Gläubiger eine Strafanzeige machen, dazu braucht er den Gerichtsvollzieher nicht.
Grüße, Susanne

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