Wer muss den vollstreckbaren KFB befriedigen?

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truther
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Wer muss den vollstreckbaren KFB befriedigen?

Beitrag von truther » 12.09.18, 20:32

Guten Abend,

folgende fiktive Situation:
Rechtsanwalt R habe in einer WEG-Anfechtungsklage eines Eigentümers der WEG (Kläger K) die Beklagten (das sind alle Eigentümer der WEG außer dem Kläger, also die "übrigen Eigentümer") vertreten.
Der klagende Eigentümer K habe die Klage ohne Anwalt geführt und vollständig gewonnen. Das Urteil sei rechtskräftig.
Gemäß vollstreckbarem KFB seien nun die Beklagten verpflichtet, dem Kläger K die Prozesskosten (vor allem: Gerichtskostenvorschuß) zu erstatten.
RA R sei die Bankverbindung des Klägers K mitgeteilt worden.
RA R zahle aber nicht und die übrigen Eigentümer zahlen auch nicht. Sie reagieren überhaupt nicht.

Kläger K könnte nun mit dem vollstreckbaren KFB vollstrecken.
Dadurch entstünden den Miteigentümern weitere erhebliche Kosten.

Wieso zahlt RA R nicht an Kläger K?
Wäre er im Rahmen seines Mandates nicht dazu verpflichtet?
Inwiefern ist es im Interesse seiner Mandanten nun auch noch mit Zwangsvollstreckungskosten belastet zu werden?

Wie wäre die Rechtslage?

Danke vorab für Rechtsmeinungen.

Edberg
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Re: Wer muss den vollstreckbaren KFB befriedigen?

Beitrag von Edberg » 12.09.18, 21:48

Warum sollte der Rechtsanwalt das zahlen? Woraus sollte sich ein Anspruch des Klägers gegen den RA selber ergeben? Wie man selber gemerkt hat sind Schuldner nach KFB die Beklagten. Das ein Anwalt dazu verpflichtet sei, ist eine etwas wirre Vorstellung.

truther
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Re: Wer muss den vollstreckbaren KFB befriedigen?

Beitrag von truther » 12.09.18, 22:22

Nun, mir ist schon bewußt, dass es keinen "direkten" Anspruch gegen den RA der Beklagten gibt, da man ja auch nicht gegen ihn vollstrecken kann, sondern nur gegen die Beklagten.

Aber überlegen Sie doch mal: Wie soll das eigentlich genau ablaufen?
Soll jetzt jeder der Beklagten seinen Anteil gemäß der Miteigentumsanteile selbst ausrechnen und dem Kläger überweisen?
Wie erfahren die Beklagten überhaupt von dem KFB und ihrer Zahlungsverpflichtung?
Wie erfahren Sie die Bankverbindung des Klägers K?
Das Gericht stellt schließlich bloß dem RA der Beklagten den vollstreckbaren KFB zu.
Das ganze ist also bei großen WEGs unglaublich aufwendig, wenn jeder einzelne Beklagte als Zahlungspflichtiger informiert werden müsste.

Und deswegen eben meine Frage, ob es in diesem Fall nicht die Verpflichtung des RA wäre, im Interesse seiner Beklagten zu zahlen und dann mit seiner Honorarnote gegenüber den Beklagten abzurechnen.

Oder wie wird das ansonsten gehandhabt?
Bitte beschreiben Sie mir den Ablauf der Zahlung im Detail, wenn nicht der Rechtsanwalt für seine Mandanten zahlt.

idem
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Re: Wer muss den vollstreckbaren KFB befriedigen?

Beitrag von idem » 13.09.18, 05:34

Wie kommt die WEG denn sonst so über den Tag? :shock:

Üblicherweise lassen sich die aufgeworfenen Punkte klären mit: Kommunikation, Mathematik, WEG-Verwaltung.

Hat sich durchausbewährt - bei großen und kleinen Gemeinschaften.

Jdepp
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Re: Wer muss den vollstreckbaren KFB befriedigen?

Beitrag von Jdepp » 13.09.18, 07:02

truther hat geschrieben: Und deswegen eben meine Frage, ob es in diesem Fall nicht die Verpflichtung des RA wäre, im Interesse seiner Beklagten zu zahlen und dann mit seiner Honorarnote gegenüber den Beklagten abzurechnen.
Nein. Sie erwarten also von einem Anwalt, dass er sein eigenes Geld in die Hand nimmt und damit das Ausfallrisiko der Gegenseite abnimmt?

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