Inkasso droht.

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hannibal2008
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Inkasso droht.

Beitrag von hannibal2008 » 24.10.18, 18:03

Hallo,
angenommen,
eine Inkasso Firma droht mit dem Satz:
" wir behalten uns vor, den offenen Forderungsbetrag gemäß §31 Abs. 2 Nr. 4 Bundesdatenschutzgesetz an die SCHUFA Holding...... zu übermitteln, soweit Sie nach Eintritt der Fälligkeit der Forderung mindestens zweimal schriftlich gemahnt wurden, zwischen der ersten Mahnung und der Übermittlung mindestens vier Wochen liegen und Sie die Forderung nicht bestritten haben."

Ist das nicht eine Straftat gemäß Paragraf 4 Nr. 1 UWG?

Kann man bei diesem Verstoß eine Anzeige erstatten?


mfg
[size=100][i]Gruß.[/i] [/size]

SusanneBerlin
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Re: Inkasso droht.

Beitrag von SusanneBerlin » 24.10.18, 18:50

Ist das nicht eine Straftat gemäß Paragraf 4 Nr. 1 UWG?
Nein, das ist die Ankündigung, nach §31 Abs. 2 Nr. 4 Bundesdatenschutzgesetz vorzugehen und die Wiedergabe von §31 Abs. 2 Nr. 4 Bundesdatenschutzgesetz.
Grüße, Susanne

Froggel
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Re: Inkasso droht.

Beitrag von Froggel » 24.10.18, 20:05

Ist die Forderung denn überhaupt berechtigt (oder irgendein Teil davon)? Ansonsten könnte man die Drohung als Nötigung (§ 240 StGB) sehen, und das wäre tatsächlich eine Straftat.
Ich bin kein Jurist.
- alle Angaben ohne Gewähr -

hannibal2008
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Re: Inkasso droht.

Beitrag von hannibal2008 » 25.10.18, 08:50

Die Hauptforderung und die Rücklastschriftgebühren wurden sofort bezahlt, da im Prinzip berechtigt.

Hauptforderung 11 Euro und zweimal Rücklastschrift durch vergebliche Abbuchung nach EC Nutzung wegen nicht gewusster fehlender Deckung des Kontos.
Eigentlich müsste doch nach einmal vergeblicher Abbuchung das 2. Mal keine Abbuchung versucht werden, oder?
Auch sollte bei Nutzung der EC Karte die Karte verweigert werden, wenn das Konto nicht gedeckt ist?

Die große Einzelhandelskette hat sofort ein Inkassobüro eingeschaltet und verlangt gleichmal, ohne vorherige schriftliche einfache Aufforderung, das 4 Fache der Hauptforderung.
Das halte ich nicht für gerechtfertigt.
[size=100][i]Gruß.[/i] [/size]

SusanneBerlin
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Re: Inkasso droht.

Beitrag von SusanneBerlin » 25.10.18, 09:12

Auch sollte bei Nutzung der EC Karte die Karte verweigert werden, wenn das Konto nicht gedeckt ist?
Woher soll die Einzelhandelskette wissen, ob das Konto des Käufers gedeckt ist? Das muss der Benutzer der EC-Karte schon selbst im Auge behalten, ob er noch Verfügungsrahmen auf dem Konto hat.
Eigentlich müsste doch nach einmal vergeblicher Abbuchung das 2. Mal keine Abbuchung versucht werden, oder?
Mit der Bezahlung per EC-Karte hat der Käufer ein SEPA-Mandat vergeben. Deshalb ist das auch der erste Zahlungsweg, auf dem die Einzelhandelkette rechtmäßig ihre Forderung einzieht. Auch zwei- oder dreimal, wenn der erste (und zweite) Versuch erfolglos ist. Bevor weitere, arbeits- und kostenauslösende Schritte gegangen werden. Der Kontoinhaber hätte sein Konto nach dem ersten Abbuchungsversuch auffüllen können oder sich mit der Einzelhandelskette zwecks Bezahlung seines Einkaufs in Verbindung setzen können.
Die große Einzelhandelskette hat sofort ein Inkassobüro eingeschaltet und verlangt gleichmal, ohne vorherige schriftliche einfache Aufforderung,
Es muss nicht schriftlich dazu aufgefordert werden, dass Einkäufe zu bezahlen sind. Bei einer Rücklastschrift erhält der Kontoinhaber eine Mitteilung seiner Bank. Das sollte der Kontoinhaber als Anlass nehmen, sich drum zu kümmern, denn die Einzelhandelskette hat ihm keinen Kredit eingeräumt und erwartet den Zahlungseingang.
das 4 Fache der Hauptforderung.
Das halte ich nicht für gerechtfertigt
Die Kosten sind nun mal entstanden, auch wenn die Hauptforderung nur 11€ war. Hätte der Käufer das gleich bereinigt, wäre es nicht so teuer geworden.
Grüße, Susanne

hannibal2008
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Re: Inkasso droht.

Beitrag von hannibal2008 » 25.10.18, 09:26

Die Bank hat zu keiner Zeit einen Hinweis geschickt. Also kann man auch nicht reagieren.
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SusanneBerlin
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Re: Inkasso droht.

Beitrag von SusanneBerlin » 25.10.18, 09:44

Mir ist das einmal passiert, damals gab es noch kein SEPA. Vielleicht ist das heute anders. Es ändert aber nichts daran, dass der Käufer, der mit EC-Karte zahlt die Verantwortung dafür hat, dass sein Konto ausreichend gedeckt ist die Folgen zu tragen hat, wenn es nicht der Fall ist. Per onlinebanking und Kontoauszugsdrucker hat man Möglichkeiten sich täglich über den Kontostand informieren und sollte es im eigenen Interesse auch regelmäßig tun, wenn man knapp über dem Limit ist und trotzdem weiter die EC-Karte benutzt.
Grüße, Susanne

Dig
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Re: Inkasso droht.

Beitrag von Dig » 25.10.18, 11:04

Zur Ergänzung und weil es viele nicht wissen: der Unterschied zwischen PIN und Unterschrift: <<klick>>
Viele Grüße Dig

hannibal2008
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Re: Inkasso droht.

Beitrag von hannibal2008 » 25.10.18, 13:12

Dig hat geschrieben:Zur Ergänzung und weil es viele nicht wissen: der Unterschied zwischen PIN und Unterschrift: <<klick>>
Interessant.
Und wenn man an der Kasse gar nichts machen muss?
Die EC-Karte wurde in den Terminal reingeschoben, aber weder musste ein PIN eingegeben noch eine Unterschrift gemacht werden.
Wie sieht es da aus?
Der Terminal hätte die Karte nicht annehmen dürfen, oder?
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SusanneBerlin
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Re: Inkasso droht.

Beitrag von SusanneBerlin » 25.10.18, 13:38

Der Besitzer der Kartehat dieKarte doch selber in den Terminal geschoben bzw. der Kassiererin übergeben. Wie komnt man jetzt auf die Idee, dass der Terminal die Karte nicht annehmen darf, nachdem man sie selber als Zahlungsmittel angeboten hat? Das Eingeben der PIN bzw. die Unterschrift erfolgt doch erst hinterher, nachdem der Terminal die Karte angenommen hat.
Grüße, Susanne

hannibal2008
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Re: Inkasso droht.

Beitrag von hannibal2008 » 25.10.18, 13:46

Wie Dig schon erwähnte gibt es einen Unterschied. Der Terminal prüft sofort, ob das Konto gedeckt ist und nimmt bei Nichtdeckung die Karte nicht an.
Das wäre die kundenfreundlichste und händlerfreundlichste Methode.
Bei einer Unterschrift erteilt man einen Lastschriftauftrag mit der Gefahr, dass das Konto später nicht gedeckt ist.
Aber ohne PIN und Unterschrift?
[size=100][i]Gruß.[/i] [/size]

Dig
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Re: Inkasso droht.

Beitrag von Dig » 25.10.18, 14:06

Für Kleinstbeträge bis 25€ (?) gibt es noch eine andere Regelung. Das wird wohl auf die gleiche wie mit Unterschrift sein. Das ist jetzt wieder in aller Munde, wenn man per NFC kleiner beträge zahlen kann. Da braucht man auch nichts unterschreiben. Das sollte man sich aber in den Regelungen der Bank (AGB?) ansehen.
Viele Grüße Dig

ExDevil67
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Re: Inkasso droht.

Beitrag von ExDevil67 » 25.10.18, 14:11

Dig hat geschrieben:Für Kleinstbeträge bis 25€ (?) gibt es noch eine andere Regelung. Das wird wohl auf die gleiche wie mit Unterschrift sein. Das ist jetzt wieder in aller Munde, wenn man per NFC kleiner beträge zahlen kann.
Wobei das anscheinend nicht auf die kontaktlose NFC Variante beschränkt ist. Kenne da einen Anwendungsfall bei dem ich die Karte klassisch ins Lesegerät stecke, aber dann auch ohne PIN oder Unterschrift die Zahlung erfolgt.

Dig
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Re: Inkasso droht.

Beitrag von Dig » 25.10.18, 15:15

Genau das meinte ich. Das scheint ja auch beim TE der Fall gewesen zu sein. Hat meiner Meinung nach etwas mit dem Chip auf der EC Karte zu tun. Auch darüber können ja Beträge bis zu einer bestimmten Höhe abgebucht werden.
Viele Grüße Dig

FM
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Re: Inkasso droht.

Beitrag von FM » 25.10.18, 17:53

hannibal2008 hat geschrieben:Wie Dig schon erwähnte gibt es einen Unterschied. Der Terminal prüft sofort, ob das Konto gedeckt ist und nimmt bei Nichtdeckung die Karte nicht an.
Das wäre die kundenfreundlichste und händlerfreundlichste Methode.
Bei einer Unterschrift erteilt man einen Lastschriftauftrag mit der Gefahr, dass das Konto später nicht gedeckt ist.
Aber ohne PIN und Unterschrift?
Unterschrift würde nichts ändern, nur bei Zahlung mit PIN wird online geprüft. Dann darf man eben nur diese Zahlungsart anwenden, wenn weder Guthaben noch Überziehungskredit ausreichend sicher sind. Man könnte die Bank fragen, ob sie Karten anbietet die nur dies machen, oder sich selbst entsprechend verhalten. Aber der Verkäufer im Supermarkt muss nicht bei jedem Kunden nachfragen. Wer auf diesem Weg bezahlt sichert zu, dass es auch klappen wird. Andernfalls kann auch eine Anzeige wegen Betruges erfolgen und das wird wohl dann auch der Fall sein, wenn man danach weiterhin beharrlich die Zahlung verweigert oder dergleichen häufiger vorkommt.

Oder einfach Bargeld verwenden, der Geldautomat prüft immer.

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