Gibt es Zwangsversteigerung gegen Personen mit Vermögen?

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rechtfrage
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Gibt es Zwangsversteigerung gegen Personen mit Vermögen?

Beitrag von rechtfrage » 26.01.19, 18:09

Ist folgendes richtig.
Mann hat Grundstück und kein Geld und das Grundstück ist 1 Mio wert und mit 1 Mio Euro belastet.
Nun macht die Bank Zwangsvollstreckung und Erlös geht an Bank und Rest an Schuldner.
Ok so?
Nun die Frage.
Herr Maier hat nun 10 Grundstücke zu eine Mio und auf dem Sparbuch 20 Mio Euro.
Nun belastet er Grundstück Nummer 7 mit 800 000 Euro. Er kümmert sich nicht
und die Schulden sind höher als eine Mio.
Frage:
Kann nun der Schuldner Zwangsversteigerung beantragen oder sagt Gläubiger wir nehmen von den 20 Mio
und dann hat er 19 Mio und Grundstück Nummer 7 ist nicht mehr belastet.
Ist meine theoretische Frage verständlich?

Wäre Gericht verpflichtet, abzulehnen?
Muss Bank Offenbarungseid beantragen vor Zwangsvollstreckung?

FM
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Re: Gibt es Zwangsversteigerung gegen Personen mit Vermögen?

Beitrag von FM » 26.01.19, 18:33

Der Gläubiger entscheidet, welchen Weg der Vollstreckung er wählt. Der Schuldner kann das verhindern, indem er noch rechtzeitig bezahlt.
sagt Gläubiger wir nehmen von den 20 Mio
und dann hat er 19 Mio und Grundstück Nummer 7 ist nicht mehr belastet
Das klingt aber eher nach einer Aufrechnung als nach einer Zwangsvollstreckung, falls die Bank sowohl der Gläubiger der Grundschuld als auch das kontoführende Institut ist. Das geht dann viel einfacher, ganz ohne Gericht, Titel und Vollstreckungsverfahren. Ein Brief reicht.

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Re: Gibt es Zwangsversteigerung gegen Personen mit Vermögen?

Beitrag von rechtfrage » 26.01.19, 19:06

Die Aktion ist unlogisch und Schikane.
Nehmen wir an
Frau hat Lieblingsbaum auf Grundstück 7.
Oder so.
Klar logisch ist:
Gläubiger will Geld.
Mahnbescheid.
Titel.
GV.
Der hebt von den 20 Mio eine Mio ab Schuldner hat 19 Mio .

Das ist Usus.
Richtig?


Frage war:
Schuldner will Grundstück loswerden zb um Scheidungsfrau zu schikanieren.
Frage:
Sagt Bank Neee, sowas geht nicht.
Kein Offenbarungseid 20 Mio in bar
Kontopfändung.
AG lehnt Antrag auf Zwangs. ab?


Ist Problembeschreibung verständlicher.


?

Danke für nette Hilfe.

hambre
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Re: Gibt es Zwangsversteigerung gegen Personen mit Vermögen?

Beitrag von hambre » 26.01.19, 20:40

AG lehnt Antrag auf Zwangs. ab?
Das AG wird den Antrag auf Zwangsversteigerung nicht ablehnen. Allerdings wird die Bank gar nicht erst so einen Antrag stellen.

Die Bank wählt in so einem Fall regelmäßig den einfachen Weg und das wäre die Kontopfändung.

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Re: Gibt es Zwangsversteigerung gegen Personen mit Vermögen?

Beitrag von rechtfrage » 26.01.19, 21:37

Aber ein Gläubiger kann oder könnte
egal
privat oder Bank
Zwangsvollstreckung beantragen
das Grundstück sich holen
und das AG macht mit?
***
Und Gläubiger kann das entscheiden?
Danke nochmal für Hilfe.

SusanneBerlin
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Re: Gibt es Zwangsversteigerung gegen Personen mit Vermögen?

Beitrag von SusanneBerlin » 26.01.19, 23:10

Ja der Gläubiger kann entscheiden, ob er das Geld auf dem Konto sofort nimmt oder ein bis zwei Jahre wartet bis das Grundstück versteigert ist und er das Geld aus der Versteigerung erhält.

Was denken Sie, wie wird der Gläubiger sich entscheiden?
Grüße, Susanne

hambre
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Re: Gibt es Zwangsversteigerung gegen Personen mit Vermögen?

Beitrag von hambre » 26.01.19, 23:49

Was denken Sie, wie wird der Gläubiger sich entscheiden?
Niemand in der Bank darf sich in so einem Fall für die Zwangsversteigerung entscheiden, da das zu einem wirtschaftlichen Nachteil für die Bank führen würde und sich der entsprechende Mitarbeiter der Untreue schuldig machen könnte und daher nicht nur mit einem Strafverfahren, sondern auch mit seiner fristlosen Kündigung rechnen müsste. Das gilt auch für den Vorstand. Das Amtsgericht könnte einen Antrag auf Zwangsversteigerung jedoch nicht ablehnen.

Der Schuldner riskiert übrigens auch eine Anzeige wegen Betruges, wenn die Nichtzahlung der Darlehensraten bereits beim Abschluss des Darlehensvertrages geplant war.

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Re: Gibt es Zwangsversteigerung gegen Personen mit Vermögen?

Beitrag von rechtfrage » 27.01.19, 09:41

Noch eine Konstruktion:
Das Grunstück wurde wertlos.
Giftfässer gefunden und Wert geht von 1 Mio auf 5000 Euro.
Aber die Bank würde dann doch das Grundstück für 500 Euro versteigern
dann sich die Mio von den 20 Mio Bargeld holen mit einem normalen Titel?

*
Deswegen machen AG und Bank ZVS nur wenn Offenbarungseid?

Danke für Hilfe.


Ja der Gläubiger kann entscheiden, ob er das Geld auf dem Konto sofort nimmt oder ein bis zwei Jahre wartet bis das Grundstück versteigert ist und er das Geld aus der Versteigerung erhält.
***
Auch wenn es wirtschaftlich unsinnig ist?


Was denken Sie, wie wird der Gläubiger sich entscheiden?
Dieser Thread dreht sich um Schikane. Denn jede Bank wird doch wenn Geld da ist
erstmal das Bargeld per Titel holen oder?

Niemand in der Bank darf sich in so einem Fall für die Zwangsversteigerung entscheiden, da das zu einem wirtschaftlichen Nachteil für die Bank führen würde und sich der entsprechende Mitarbeiter der Untreue schuldig machen könnte und daher nicht nur mit einem Strafverfahren, sondern auch mit seiner fristlosen Kündigung rechnen müsste.

**
Genau sehe ich auch so. ZWS kostet mehr Geld als Pfändung oder?

Das Amtsgericht könnte einen Antrag auf Zwangsversteigerung jedoch nicht ablehnen.
***
Das war meine Frage. Wenn also zb Gläubiger unbedingt Grundstück 7 will, dann kann er und das Gericht macht das mit.
Und dann ist Gläubiger selbst schuld wenn er nur 500 nEuro kriegt.
Allerdings wird er dann von den 20 Mio per Titel den Rest holen.
Das wäre in Praxis möglich?

Ausserdem Zusatzfrage; Freiwillig gibt Schuldner Geld an Gläubiger NACH ZWS Antrag, dann stellt AG sofort immer ein oder?




Der Schuldner riskiert übrigens auch eine Anzeige wegen Betruges, wenn die Nichtzahlung der Darlehensraten bereits beim Abschluss des Darlehensvertrages geplant war.
***
Das wollte ich wissen.
Ist das so?
Deswegen der Thread. Ist das nicht strafbar?
Von wegen Verheimlichen?

SusanneBerlin
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Re: Gibt es Zwangsversteigerung gegen Personen mit Vermögen?

Beitrag von SusanneBerlin » 27.01.19, 10:27

Den Offenbarungseid gibt es seit 1.1.2013 nicht mehr, das heißt jetzt Vermögensauskunft.

Und wieso Schikane? Der Schuldner ist doch der Schikanierende, wenn er das Geld und/oder wertvolle Grundstücke hat, also problemlos bezahlen könnte und trotzdem nicht zahlt. Der braucht sich nicht darüber zu beschweren, dass er sich schikaniert fühlt indem er über Zwangsvollstreckungsmaßnahmen gezwungen wird zu bezahlen.

Auch die Kontopfändung ist eine Zwangsvollstreckungsmaßnahme.


Und benutzen Sie bitte die Zitatfunktion. Das kann ja kein Mensch lesen.
Grüße, Susanne

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Re: Gibt es Zwangsversteigerung gegen Personen mit Vermögen?

Beitrag von rechtfrage » 27.01.19, 12:15

Stimmt. Der Schuldner ist der Schikanierende. Frage: Darf er das?
Oder verbietet das das AG?

Jdepp
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Re: Gibt es Zwangsversteigerung gegen Personen mit Vermögen?

Beitrag von Jdepp » 27.01.19, 13:24

SusanneBerlin hat geschrieben:Den Offenbarungseid gibt es seit 1.1.2013 nicht mehr, das heißt jetzt Vermögensauskunft.
Den gibt es schon seit mehr als 40 Jahren unter dem Begriff nicht mehr.

FM
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Re: Gibt es Zwangsversteigerung gegen Personen mit Vermögen?

Beitrag von FM » 27.01.19, 13:55

Wie schhon oben gesagt: der Schuldner kann jede Maßnahme der Zwangsvollstreckung sofort beenden, indem er bezahlt.

rechtfrage
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Re: Gibt es Zwangsversteigerung gegen Personen mit Vermögen?

Beitrag von rechtfrage » 28.01.19, 11:29

Danke für nette Hilfe.
Nehmen wir an Grundsteuer wird nicht bezahlt.
Macht dann der der Staat ZWS?
Kann man die auf Mahnverfahren umlenken?

SusanneBerlin
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Re: Gibt es Zwangsversteigerung gegen Personen mit Vermögen?

Beitrag von SusanneBerlin » 28.01.19, 11:48

Die Grundsteuer geht nicht an den Staat, sondern an die Gemeinde. Die Gemeinden betreiben ein Mahnverfahren, bevor die Vollstreckung eingeleitet wird.
Grüße, Susanne

ChrisR
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Re: Gibt es Zwangsversteigerung gegen Personen mit Vermögen?

Beitrag von ChrisR » 28.01.19, 12:14

rechtfrage hat geschrieben:Danke für nette Hilfe.
Nehmen wir an Grundsteuer wird nicht bezahlt.
Macht dann der der Staat ZWS?
Kann man die auf Mahnverfahren umlenken?

Worum geht es Ihnen eigentlich wirklich? Wenn es darum geht ein gemeinsames Grundstück zwangszuversteigern, kann dass auch einer der Eigentümer in die Wege leiten, um das gemeinsame Eigentum aufzulösen :arrow: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Teilungsversteigerung

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