Kündigung Fitnessvertrag wegen Überschuldung

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zimtrecht
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Re: Kündigung Fitnessvertrag wegen Überschuldung

Beitrag von zimtrecht » 29.04.19, 09:48

Celestro hat geschrieben: P.S. Meine Ex-Frau hatte mal Mietschulden hinterlassen und da ich noch im Mietvertrag stand, ...
... hat nicht die Ex-Frau allein Mietschulden hinterlassen, sondern die gemeinschaftlichen Mieter. Nur so als Ergänzung.

cherokee
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Re: Kündigung Fitnessvertrag wegen Überschuldung

Beitrag von cherokee » 29.04.19, 10:41

@SusanneBerlin,
ich meine, unabhängig vom Fitnessstudio, wenn jemand bei z.B. einer großen Onlineshoppingplattform mehrfach einkauft, die daraus entstehenden Forderungen nicht begleicht und der Betreiber dann ein Verfahren bis zur Vollstreckunge betreibt, dass dann der Kunde nicht für Einkäufe auf dieser Plattform gesperrt wird, weil der Betreiber schließlich aus eigener Erfahrung weiß, dass der Kunde nicht zahlen kann.

Und natürlich ist jeder für seinen persönlichen finanziellen Haushalt zuständig, das aktuelle Kredit/Finanzsystem macht es aber sehr leicht den Überblick zu verlieren und sich dann eben zu verschulden bzw. zu überschulden. Aktuelle Zahlen zu diesem Thema belegen das doch. Ich meine hier ist auch das System gefragt, einen Riegel davor zu schieben, dass sich Menschen so überlasten können.

Wie gesagt Banken bekommen das doch auch hin. Ebenso die Strom und Wasseranbieter!

SusanneBerlin
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Re: Kündigung Fitnessvertrag wegen Überschuldung

Beitrag von SusanneBerlin » 29.04.19, 10:53

Wenn jemand mehr shoppt als er sich leisten kann und trotz Briefen von Inkassobüros, Besuchen vom Gerichtsvollzieher und/oder Kontopfändungen immer noch nicht realisiert hat, dass er sein finanzielles Limit schon längst überzogen hat, der hat doch den Schuss nicht gehört und wird bei Sperrung vom Onlineshop dann einfach beim nächsten Onlineshop bestellen. Da draußen gibt es tausende Onlineshops, wenn da jemand unbedingt einkaufen will wird er das tun. Gegen Dummheit bzw den unbedingten Willen sich mit Onlinekäufen zu verschulden ist der Staat machtlos.
Ich meine hier ist auch das System gefragt, einen Riegel davor zu schieben, dass sich Menschen so überlasten können.
Und wie soll so ein Schuldenschutzsystem aussehen, Vorschläge?
Grüße, Susanne

cherokee
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Re: Kündigung Fitnessvertrag wegen Überschuldung

Beitrag von cherokee » 29.04.19, 11:18

Richtig, der kann dann auf andere Shops ausweichen, wenn er den Schuß noch immer nicht gehört hat. Eigentlich macht er sich damit auch strafbar durch Eingehungsbetrug. Aber warum wird er auf diesem einen großen Shopsystem nicht gesperrt? Sondern muss gar nicht auf andere Shops ausweichen?

So ein System wäre doch einfach zu realisieren: Jeder hat z.B. eine Steuernummer, diese müsste bei einer Anmeldung in einem Shopsystem hinterlegt werden und die Kreditwürdigkeit müsste damit direkt verknüpft sein. In Zeiten des Datensammlerwahns dürfte das doch kein Problem sein. Und schon weiß der Shopbetreiber ob er hier überhaupt mit einem zahlungsfähigem Kunden zusammenarbeitet oder nicht. Aber das ist anscheinend gar nicht gewollt! Dann wären Inkassos und RA's schlagartig arbeitslos!

SusanneBerlin
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Re: Kündigung Fitnessvertrag wegen Überschuldung

Beitrag von SusanneBerlin » 29.04.19, 11:32

SIE WOLLEN ein System, bei dem sämtliche finanziellen Transaktionen jeder Person überwacht und ausgewertet werden, das jederzeit meinen Kontostand und mein sonstiges Vermögen kennt und das anhand von Algorithmen entscheidet, wer bei wem kaufen darf und welche Verträge man eingehen darf? Und dieses System soll mit Steuern finanziert werden? Nur weil eine Minderheit zu blöd ist auf ihr finanzielles Limit zu achten?

Also ich will das NICHT.
Grüße, Susanne

cherokee
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Re: Kündigung Fitnessvertrag wegen Überschuldung

Beitrag von cherokee » 29.04.19, 11:57

Nein, natürlich nicht,
aber wenn jemand mehrfach seinen Verpflichtungen zur Zahlung nicht nachkommt, sollte das in einer Datenbank vermerkt werden können, die automatisch abgefragt werden muss, damit jeder weiterer möglicher Geschäftspartner eben nicht nur darauf hoffen muss sein Geld zu bekommen.

Ach was ist Bargeld doch schön, wenn nichts mehr im Geldbeutel ist, ist vorbei mit ausgeben....

ExDevil67
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Re: Kündigung Fitnessvertrag wegen Überschuldung

Beitrag von ExDevil67 » 29.04.19, 11:58

cherokee hat geschrieben:Richtig, der kann dann auf andere Shops ausweichen, wenn er den Schuß noch immer nicht gehört hat. Eigentlich macht er sich damit auch strafbar durch Eingehungsbetrug. Aber warum wird er auf diesem einen großen Shopsystem nicht gesperrt?
Das Zauberwort dürfte, im Rahmen einer späteren Insolvenz, vorsätzlich begangene unerlaubte Handlung sein. Forderungen die auf solch einer Handlung beruhen, kann der Gläubiger nämlich von der Restschuldbefreiung ausnehmen lassen. Er bekommt also sein Geld doch irgendwann.

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Re: Kündigung Fitnessvertrag wegen Überschuldung

Beitrag von ktown » 29.04.19, 11:59

Schon mal was von einem mündigen Bürger gehört?
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

SusanneBerlin
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Re: Kündigung Fitnessvertrag wegen Überschuldung

Beitrag von SusanneBerlin » 29.04.19, 12:09

Nein, natürlich nicht,
aber wenn jemand mehrfach seinen Verpflichtungen zur Zahlung nicht nachkommt, sollte das in einer Datenbank vermerkt werden können, die automatisch abgefragt werden muss, damit jeder weiterer möglicher Geschäftspartner eben nicht nur darauf hoffen muss sein Geld zu bekommen.
Diese Auskunfteien gibt es doch schon. Was es nicht gibt, ist der Zwang diese Auskünfte abfragen zu müssen. Warum auch, die Auskunfteien sollen die Gläubiger schützen, nicht die Schuldner. Ob ein Anbieter das Risiko eingehen will einen eventuell zahlungsunfähigen Kunden Geschäfte zu machen, ist die Entscheidung des Anbieters. Er kann Auskunfteien zur Rate ziehen oder auch nicht, das ist ihm überlassen.

Und selbst wenn die Abfrage verpflichtend wäre, ist es immer noch die Entscheidung des Anbieters, ob er einen Vertrag abschließt oder nicht. Für ein Verbot des Anbietens von Leistungen an Kunden die die sich das Angebot nicht leisten können, müsste man wieder dieses allumfassende Kontroll- und Überwachungssystem haben und dutzende Gesetze ändern oder neu einführen.
Grüße, Susanne

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Re: Kündigung Fitnessvertrag wegen Überschuldung

Beitrag von FM » 29.04.19, 12:32

cherokee hat geschrieben: ich meine, unabhängig vom Fitnessstudio, wenn jemand bei z.B. einer großen Onlineshoppingplattform mehrfach einkauft, die daraus entstehenden Forderungen nicht begleicht und der Betreiber dann ein Verfahren bis zur Vollstreckunge betreibt, dass dann der Kunde nicht für Einkäufe auf dieser Plattform gesperrt wird, weil der Betreiber schließlich aus eigener Erfahrung weiß, dass der Kunde nicht zahlen kann.
Das ist schon ein Unterschied. Ein Verkäufer wird keine Waren mehr liefern, weil er damit einen Verlust hätte.

Das Fitness-Studio wird aber während des Zahlungsverzuges keine Leistung mehr erbringen (da dürfte im Regelfall in den AGB stehen, dass der Zutritt dann verwehrt werden kann). Durch das Weiterbestehen des Vertrages hat man also keine Ausgaben, aber weiterhin Anspruch auf die fällig werdenden Zahlungen.

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Re: Kündigung Fitnessvertrag wegen Überschuldung

Beitrag von cherokee » 29.04.19, 12:47

Doch es gibt Verkaufsplattformen, die liefern fleißig weiter Ware! Es scheint so, dass Schulden ein so lukratives Geschäft sind, dass es eben völlig egal ist, ob der Schuldner damit ins offene Messer läuft oder nicht. Es werde auch zu Hauf nachweislich Gebühren für Inkassodienste in Rechnung gestellt, die höchst zweifelhaft sind. Das wird ganz bewusst so gemacht, da steckt doch ein System hinter. Nicht umsonst laufen die Verbraucherverbände Sturm gegen diese Praktiken, dass Hilft dem mit der Situation völlig überfordertem Schuldern momentan aber auch nicht weiter. Es gibt nun mal Menschen, die mit dem Geldsystem nicht klar kommen, die Gründe mögen vielfältig sein, bis hin zu psychologischen Hintergründen.

Fakt ist, es lässt sich damit anscheinend wunderbar Geld verdienen! Und das eben auf Kosten derer, die eh schon nichts haben.

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Re: Kündigung Fitnessvertrag wegen Überschuldung

Beitrag von FM » 29.04.19, 12:54

cherokee hat geschrieben:Es gibt nun mal Menschen, die mit dem Geldsystem nicht klar kommen, die Gründe mögen vielfältig sein, bis hin zu psychologischen Hintergründen.
Dafür gibt es im BGB die Möglichkeit der Betreuung mit Einwilligungsvorbehalt.

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Re: Kündigung Fitnessvertrag wegen Überschuldung

Beitrag von ktown » 29.04.19, 12:58

Auf besagten Verkaufsplattformen ist jeder Händler für sich selbst verantwortlich.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

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Re: Kündigung Fitnessvertrag wegen Überschuldung

Beitrag von SusanneBerlin » 29.04.19, 13:05

Fakt ist, es lässt sich damit anscheinend wunderbar Geld verdienen! Und das eben auf Kosten derer, die eh schon nichts haben
Ja sicher, die Inkasso-Dienste verdienen damit ihr Geld, das ist deren Geschäftsmodell. Das aber nur, wenn der überforderte Online-Shopper jahrelang krampfhaft versucht seine Schulden durch monatliche Minibeträge abzustottern (womit er lediglich die Gebühren der Inkasso-Dienste und Zinsen bedient aber nicht von seinen Schulden runterkommt) statt einen Schlussstrich zu ziehen und die Verbraucherinsolvenz zu beantragen. Dann nämlich sehen die Inkassodienste und die Onlineshops in die Röhre.

Wenn Sie also den Schuldnern helfen wollen, schicken Sie sie zur Schuldnerberatung oder machen Sie Ihnen eine rechtliche Betreuung schmackhaft. Das letztere wollen die meisten aber nicht, weil der Betreuer sie dann am Geldausgeben hindert und ihnen ein monatliches/wöchentliches Taschengeld zuteilt mit dem sie auskommen müssen.

Das wäre dann genau diese Kontrolle, die sie für finanziell Unbedarfte fordern. Nur dass eben nicht das Konsumverhalten der gesamte Bevölkerung überwacht und eingegrenzt wird, sondern nur sehr individuell diejenigen die ihre Finanzen aufgrund psychischer/intellektueller Einschränkung nicht alleine in den Griff bekommen.
Grüße, Susanne

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Re: Kündigung Fitnessvertrag wegen Überschuldung

Beitrag von winterspaziergang » 29.04.19, 15:21

cherokee hat geschrieben:Jetzt wird mir auch klar, warum so ein Anbieter sich nicht vor Vertragsschluss noch eben eine Schufaauskunft zieht, es scheint nicht wichtig zu sein, ob der Kunde Zahlungsfähig ist, das Risiko wird bewusst eingegangen, weil die Chance darauf besteht wesentlich mehr zu bekommen, als das geringe Risiko eines Totalverlustes. Das scheint nicht nur bei Fitnessstudiobetreibern so zu funktionieren, sondern zieht sich durch alle gleichgearteten Verträge.
:lol: :lol: :lol:
Natürlich, wussten Sie das nicht? Kein Unternehmer lebt von den Leistungen, die er anbietet und für die er laut abgeschlossenem Vertrag Geld fordert, der Hauptverdienst entsteht durch Leute, die ihre Finanzen nicht im Blick haben, Rechnungen nicht bezahlen oder gar viel mehr kaufen, als sie sich leisten können und danach Zinsen und Mahngebühren zahlen müssen.
Das sind die eigentlichen Kunden. Diejenigen die regelmäßig zahlen, machen dem Unternehmer eigentlich den Gewinn kaputt, deswegen mag auch kein Unternehmen Kunden, die fristgemäß ihren Verpflichtungen nachkommen.
Darüber redet aber niemand :ironie:
Also ist die Schufa ein Zahnloser Papiertieger, der eh nicht mehr genutzt wird!
Schufa-Auskünfte kosten Geld. Auf wessen Rechnung sollte das gehen? Sollen nun alle mehr zahlen, nur weil einige sich überschulden und statt dass sie spätestens jetzt die Verantwortung dafür zu übernehmen und schauen, wie sie ihre Verbindlichkeiten doch noch zahlen könnten, im Unternehmen, das so blöd war, einen Vertrag mit ihnen einzugehen, einem Sündenbock suchen?
Und Inkassokosten werden regelmässig viel zu hoch angesetzt, genau aus den gleichen Gründen. Denn die Chance, dass das nicht bemerkt wird scheint groß und dann hat man selbst bei einem geringen Vergleich noch ordentlich Gewinn eingefahren.
genau- den höchsten Gewinn hat der Betreiber bekanntlich, wenn er monate- bis jahrelang auf sein Geld warten und in der Zeit zusehen muss, wie und woher er seine eigenen Verbindlichkeiten wie Miete und alle Kosten, die z.B. so ein Fitnessstudio bedeutet, begleichen kann. :engel:

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