Kündigung Fitnessvertrag wegen Überschuldung

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winterspaziergang
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Re: Kündigung Fitnessvertrag wegen Überschuldung

Beitrag von winterspaziergang » 02.05.19, 10:04

cherokee hat geschrieben:Das hat auch keiner behauptet. Es ist auch nicht verwerflich daran festzuhalten, selbst wenn der Kunde nicht mehr zahlen kann! Es dient immerhin noch den guten Zahlen des Geschäftes! Ich habe lediglich erklärt, warum es anscheinend Unternehmen gibt, die sich von nicht zahlenden und überschuldeten Kunden nicht trennen!
Sie wollen es einfach nicht verstehen und halten an rechtlich und logisch sinnfreien "Erklärungen" fest, nach denen hier übrigens hier niemand gefragt hat. Außerdem ist die Behauptung, dass Unternehmen an Kunden festhalten, die nicht zahlen und überschuldet sind, was das Unternehmen nach ihren Ausführungen auch weiß, schlicht haltlos.
:liegestuhl:

cherokee
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Re: Kündigung Fitnessvertrag wegen Überschuldung

Beitrag von cherokee » 02.05.19, 10:23

Sie lesen nicht was ich schreibe oder Sie verstehen es nicht.

Der Kunde bekommt eben trotz schlechtester Schufa und diversen Vollstreckungsbescheiden immer noch Verträge z.B. bei Fitnessstudios oder der selbe Betreiber, der schon den GV losgeschickt hat verlängert das bestehende Vertragsverhältnis um weitere 12 Monate, laut Vertrag, wozu er auch berechtigt ist, obwohl er doch genau weiß, dass der Kunde zahlungsunfähig ist und sich daran auch in absehbarer Zeit nichts ändern wird.

Nur weil es für Sie haltlos erscheint @Winterspaziergang, bedeutet es nicht, dass es nicht passiert. Ich erlebe es gerade genau so. Ich kann mir das Verhalten genau so wenig erklären, ich würde es auch als unwirtschaftlich bezeichnen, aber es scheint anders zu sein. Zumindestens bei den großen Ketten.

Ich glaube wir denken dabei einfach zu klein!

SusanneBerlin
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Re: Kündigung Fitnessvertrag wegen Überschuldung

Beitrag von SusanneBerlin » 02.05.19, 10:35

Der Kunde bekommt eben trotz schlechtester Schufa und diversen Vollstreckungsbescheiden immer noch Verträge z.B. bei Fitnessstudios oder der selbe Betreiber, der schon den GV losgeschickt hat verlängert das bestehende Vertragsverhältnis um weitere 12 Monate, laut Vertrag, wozu er auch berechtigt ist, obwohl er doch genau weiß, dass der Kunde zahlungsunfähig ist und sich daran auch in absehbarer Zeit nichts ändern wird.
Bei diesen Vertragskonstrukten verlängert sich die Laufzeit doch automatisch, da muss der Betreiber gar nichts dazu tun. Erwarten Sie jetzt, dass der Betreiber jedem Kunden rechtzeitig einen Brief schickt des Inhalts: "Lieber Kunde, Sie haben jetzt die Möglichkeit, den Vertrag mit uns zu kündigen. Überlegen Sie es sich! Können Sie sich den Mitgliedsbeitrag überhaupt noch leisten? Falls Sie knapp bei Kasse sind, kündigen Sie den Vertrag besser. Ihr Fitnessstudio."
Ich glaube wir denken dabei einfach zu klein!
Ja die große Verschwörung aller Fitnessstudioketten, die Bevölkerung durch scheinbar niedrige Beiträge von 50€ monatlich, in die Überschuldung zu treiben. Sie sollten damit an die Öffentlichkeit gehen.
Grüße, Susanne

winterspaziergang
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Re: Kündigung Fitnessvertrag wegen Überschuldung

Beitrag von winterspaziergang » 02.05.19, 13:20

cherokee hat geschrieben: Nur weil es für Sie haltlos erscheint @Winterspaziergang, bedeutet es nicht, dass es nicht passiert.
Was Sie beschreiben sind haltlose Unterstellungen. Mit meinem Erleben hat das nichts tun, sondern mit dem, was Sie sich vorstellen und wie sie den Kunden, der "über seine Verhältnisse lebt" weiter als Opfer eines Systems darstellen wollen. Dass man bei so viel Einfallsreichtum und Realitätsverzerrung unbeteiligt sein soll, ist schwer vorstellbar, indes, das wäre natürlich möglich
Ich erlebe es gerade genau so. Ich kann mir das Verhalten genau so wenig erklären, ich würde es auch als unwirtschaftlich bezeichnen, aber es scheint anders zu sein. Zumindestens bei den großen Ketten.
darf man bezweifeln, dass Sie das genauso erleben, dass Unternehmen um die Zahlungsunfähigkeit der Kunden wissen und neue Verträge abschließen oder noch besser. dass das dem "Hochtreiben der Aktienkurse" dienen soll
cherokee hat geschrieben:Ich glaube wir denken dabei einfach zu klein!
was Ihre Vorstellung von Unternehmensführung und Wirtschaftlichkeit angeht, haben Sie absolut recht damit.

cherokee
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Re: Kündigung Fitnessvertrag wegen Überschuldung

Beitrag von cherokee » 02.05.19, 13:46

Ich würde mir wahrscheinlich selbst nicht glauben, aber ich habe es schwarz auf weiß vor mir liegen. Und frage mich eben, warum machen die das? Die Erklärung von SusanneBerlin, weil Sie es können und dürfen, ist sicherlich richtig, aber in diesem Fall finde ich es wenig nachvollziehbar. Wie sie mir auch bestätigen, dass ein Unternehmer so nicht handeln würde. Ich würde so auch nicht handeln. Aber in diesem Fall wird es so gemacht. Bin gespannt, wie die Schuldnerberatung das beurteilt.

SusanneBerlin, nochmals, Der Anbieter weiß wie die Situation ist, er hat erfolglos den GV beauftrag und hat die Info von der Obergerichtsvollzieherin das eine VA abgegeben wurde. Er muss den Kunden auf nichts hinweisen oder ihn fragen ob er es sich weiterhin leisten kann, er weiß es schon längst. Wäre ich Anbieter, würde ich dem Kunden schreiben, auf Grund von Vertragsverletzungen und nicht zahlen der Beiträge über einen langen Zeitraum kündigen wir das Verhältnis mit Ihnen. Das wäre zumindestens aus meiner Sicht wirtschaftlich. Der Anbieter sieht das eben anders und hält das Vertragsverhältnis weiterhin aufrecht. Was er auch darf! Ich frage mich eben nur, zu welchem Zweck oder mit welchem Ziel?

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Re: Kündigung Fitnessvertrag wegen Überschuldung

Beitrag von ktown » 02.05.19, 13:49

cherokee hat geschrieben:Was nützt ein andere Wasser- oder Stromanbieter, wenn die Wasseruhren ausgebaut wurden oder der Stromanbieter die Hauptsicherungen im verplombten Zählerkasten gezogen hat?
:lachen: ach sie sind drollig. Schon mal davon gehört, dass das Netz vom Grundversorger getrennt wurde?
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Re: Kündigung Fitnessvertrag wegen Überschuldung

Beitrag von cherokee » 02.05.19, 13:57

Ja, nicht nur gehört, sondern auch gesehen. Da kommt eine Fachkraft, löst die Plombe am Zählerkasten, nimmt die 3 NH Sicherungen mit einem NH-Handschu raus, legt diese in den Sicherungskasten und verschließt und verplombt alles wieder. Und erst, wenn man seine Schuld bezahlt hat, kommt der Techniker wieder und legt die Sicherungen wieder ein.
Da nützt es einfach nichts, wenn man dann den Stromanbieter wechselt!

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Re: Kündigung Fitnessvertrag wegen Überschuldung

Beitrag von ktown » 02.05.19, 14:00

Dann hat derjenige rechtlich sich falsch abgesichert. Aber das ist ein anderes Thema und hat mit ihrer verquerten Sichtweise hinsichtlich der Opfer-Täter-Rolle bei privater Verschuldung nichts zutun.
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Re: Kündigung Fitnessvertrag wegen Überschuldung

Beitrag von SusanneBerlin » 02.05.19, 14:01

Der Anbieter sieht das eben anders und hält das Vertragsverhältnis weiterhin aufrecht. Was er auch darf! Ich frage mich eben nur, zu welchem Zweck oder mit welchem Ziel?
Mit dem Ziel, das Geld einzutreiben, das ihm zusteht. Aber was für ein abwegiger Gedanke. Ja, ich weiß, Sie halten das für unwirtschaftlich. Sie wollen sich und uns und den Schuldnern einreden, es ist doch viel wirtschaftlicher, einfach auf die 600€ zu verzichten und dem Schuldner die Schulden zu erlassen. Also liebe Schuldner, macht euch keine Sorgen. Erzählt dem Gläubiger einfach, dass ihr pleite seid und nichts zahlen werdet. Der Gläubiger denkt sich dann, das ist mir viel zu viel Aufwand, dem Geld hinterherzurennen.

Mit dem Vollstreckungstitel hat der Gläubiger 30 Jahre lang Zeit, die Forderung von immerhin 600 € einzutreiben. Ist ja nicht gesagt, dass der Schuldner die nächsten 30 Jahre arbeitslos und pleite ist. Der Schuldner könnte sich einen Job suchen und Geld verdienen. Dann kann der Gläubiger direkt beim Arbeitgeber den Lohn pfänden. Auch wieder so ein abwegiger Gedanke. Wer geht denn noch arbeiten, wenn er 600 € Schulden hat, die ihm vom Lohn abgezogen würden. DAS ist doch unwirtschaftlich. Dann lieber gar nicht arbeiten gehen, dann hat man auch mehr Zeit fürs Fitnesscenter und zum Onlineshopping.
Grüße, Susanne

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Re: Kündigung Fitnessvertrag wegen Überschuldung

Beitrag von cherokee » 03.05.19, 07:34

Es geht doch nicht nur um einen Fitnesstudiobetreiber, der alleinig versucht 600€ einzutreiben. Es geht um insgesamt 16 Gläubiger, die versuchen 21.000€ einzutreiben. Der Schuldner arbeitet, verdient aber nicht mehr als die Pfändungsfreigrenze. Da müsste der Schuldern schon erben oder sein Einkommen extrem verbessern können, um da allen gerecht zu werden. Lohnpfändung lief auch schon eine ins Leere.

Naja, sollen alle Ihre Verträge aufrecht erhalten und schauen woher das Geld kommen soll. Die Situation ist schließlich bekannt, können sich alle überlegen ob sie dem schlechten Geld noch gutes hinterher werfen. Ich werde sehen, wie es sich weiterentwickelt.

Danke für die Beteiligung.

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Re: Kündigung Fitnessvertrag wegen Überschuldung

Beitrag von windalf » 03.05.19, 07:40

Naja, sollen alle Ihre Verträge aufrecht erhalten und schauen woher das Geld kommen soll. Die Situation ist schließlich bekannt, können sich alle überlegen ob sie dem schlechten Geld noch gutes hinterher werfen. Ich werde sehen, wie es sich weiterentwickelt.
Ja ich finde es auch Schade, dass es keinen Schuldturm mehr gibt...
...fleißig wie zwei Weißbrote
0x2B | ~0x2B
Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

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Re: Kündigung Fitnessvertrag wegen Überschuldung

Beitrag von ktown » 03.05.19, 08:00

cherokee hat geschrieben:Naja, sollen alle Ihre Verträge aufrecht erhalten und schauen woher das Geld kommen soll. Die Situation ist schließlich bekannt, können sich alle überlegen ob sie dem schlechten Geld noch gutes hinterher werfen. Ich werde sehen, wie es sich weiterentwickelt.
Kennen sie die Vogel Strauß Taktik? Nur so kann man solche Aussagen verstehen.
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Re: Kündigung Fitnessvertrag wegen Überschuldung

Beitrag von lottchen » 03.05.19, 08:30

Ich finde so eine EInstellung schon unglaublich. Da schafft es jemand, bei 16 Leuten 21.000€ Schulden zu machen. Fragt sich dann allen Ernstes, warum diese Leute denn auf ihren Forderungen bestehen wenn doch beim Schuldner eh nichts zu holen ist. Und vielleicht noch ein paar Euro mehr ausgeben um sich ihre Ansprüche in Form von Vollstreckungsbescheiden oder Gerichtsurteilen für 30 Jahre zu sichern. In Privatinsolvenz will derjenige aber auch nicht gehen. Daran wird aber kein Weg vorbeigehen wenn derjenige jemals wieder ein normales Leben führen will und kein Geld für einen Vergleich zusammenbekommt.

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Re: Kündigung Fitnessvertrag wegen Überschuldung

Beitrag von winterspaziergang » 03.05.19, 09:04

cherokee hat geschrieben:Es geht doch nicht nur um einen Fitnesstudiobetreiber, der alleinig versucht 600€ einzutreiben. Es geht um insgesamt 16 Gläubiger, die versuchen 21.000€ einzutreiben.
:lol: und diese bedeutungslose Info auf Seite 6...
Das wirft natürlich ein ganz anderes Licht auf die Sache!
Der Mann der über seinen Verhältnissen lebt und seine Vertragspartner prellt, davon ausgeht, dass er zu wenig verdient im je das Geld zurück zu zahlen, aber weiter fleißig neue Verträge schließt ist natürlich „in Not“ und unschuldig. Man sollte ihm daher alles erlassen, denn alles andere wäre ja „Ausnutzen von jemand der eh wenig hat“ und damit er munter weitermachen kann. :christmas

Entweder Schuldner und sein Berater sind etwas dissozial unterwegs oder das ganze hier läuft unter der Rubrik „Don’t feed the Troll”

cherokee
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Re: Kündigung Fitnessvertrag wegen Überschuldung

Beitrag von cherokee » 03.05.19, 09:11

Das ist doch überhaupt nicht die Frage, natürlich soll der Schuldner mit all seinen Möglichkeiten die Schulden bezahlen und dafür gerade stehen! Es sollen auch, wenn möglich alle Forderungen aus aktuellen Verträgen und den jüngsten Verträgen beglichen werden. Es ist nur unverständlich und wie hier ebenfalls festgestellt wurde unwirtschaftlich, warum Verträge dann noch verlängert werden oder weiterhin auf dem selben Benutzerkonto fleißig eingekauft werden kann. Während andere Anbieter z.B. Strom/Wasser dem einen klaren Riegel vorschieben.

SusanneBerlin scheint damit zu mindestens in einem anderen Thema auch einverstanden zu sein:
SusanneBerlin hat geschrieben: Wenn bei der Frau nichts zu holen ist, dann ist jeder Versuch einen Schadensersatz zu erhalten, rausgeschmissenes Geld.

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