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Hotelübernachtung doppelt abkassiert - Inkassobescheid nach Widerruf des Lastschriftmandats der zweiten Zahlung

Verfasst: 27.07.19, 17:05
von IgnazK
Die Übernachtung in einem Hotel wurde vor Anreise bereits vollständig per Internetzahlungsportal bezahlt. Bei Anreise wurde dem Gast gesagt die vorherige Zahlung sei nur ein "Sicherheitsdeposit" gewesen und die eigentliche Zahlung müsse jetzt erfolgen. Der Gast bezahlte, da er die Angaben nicht unmittelbar prüfen konnte, mit Erteilung eines Lastschriftmandats seiner Bank. Am Abend prüfte der Gast seinen Account des Internetzahlungsportals und stellte fest, dass die dortige Zahlung bereits die vollständige, dauerhafte Bezahlung des Aufenthaltes war. Am nächsten morgen wies er die Rezeptionistin darauf hin, die seine Angaben bestätigte und ihm versicherte das Geld der zweiten Zahlung werde sofort zurück überwiesen. Als nach 10 Tagen jedoch noch immer kein Eingang der Zahlung vorlag, widerrief der Gast das Lastschriftmandat. Eine Woche später erhielt der Gast einen Inkassobescheid inkl. Mahngebühren für die Forderung aufgrund des widerrufenen Mandats. Die Hotelbetreiber sind der Ansicht, der Gast hätte sie erst telefonisch und schriftlich ermahnen müssen das Geld zurück zu überweisen und teilen dem Gast mit, er müsse die Inkassogebühren übernehmen.

Ist die dem Inkasso zugrundeliegende Forderung, die sich aus dem Lastschriftmandat ergab gültig? (Gast hatte dies nur erteilt, da ihm falsche Angaben bei seiner Anreise gemacht wurden)

Ist der Gast verpflichtet trotzdem Inkassogebühren dafür zu bezahlen, da er die Hotelbetreiber zur Rückerstattung des unrechtmäßig doppelt abgerechneten Betrages nicht "gemahnt" hat?

Wie ist die Rechtslage?

Re: Hotelübernachtung doppelt abkassiert - Inkassobescheid nach Widerruf des Lastschriftmandats der zweiten Zahlung

Verfasst: 28.07.19, 06:27
von winterspaziergang
IgnazK hat geschrieben:
27.07.19, 17:05
Ist der Gast verpflichtet trotzdem Inkassogebühren dafür zu bezahlen, da er die Hotelbetreiber zur Rückerstattung des unrechtmäßig doppelt abgerechneten Betrages nicht "gemahnt" hat?
Die Erklärung ist m.E. rechtlich und auch sonst blanker Unsinn. Da beauftragt das fiktive Hotel 8) also ein Inkasso um einen Betrag einzufordern, der ihm gar nicht zusteht :shock: , was auch bekannt war.
Sicher hätte der fiktive Gast nochmals anrufen können, aber allein die Forderung
der Gast hätte sie erst telefonisch und schriftlich ermahnen müssen das Geld zurück zu überweisen
ist nur dumm und dreist.
Hier
Am nächsten morgen wies er die Rezeptionistin darauf hin, die seine Angaben bestätigte und ihm versicherte das Geld der zweiten Zahlung werde sofort zurück überwiesen.
wurde bereits eine umgehende Rückzahlung in Aussicht gestellt, die ja nicht erfolgt ist.
Man könnte darüber reden, wer die Kosten der Rücküberweisung zu zahlen hat, allerdings lag der Fehler ja offenbar von Anfang an am Hotel.

Wenn dieses meint, ein Inkasso mit einer bekannt nicht berechtigten Forderung beauftragen zu müssen, darf es auch die unnötigen Kosten tragen.

Re: Hotelübernachtung doppelt abkassiert - Inkassobescheid nach Widerruf des Lastschriftmandats der zweiten Zahlung

Verfasst: 28.07.19, 07:05
von ktown
Dieses Gespräch mit der Angestellten an der Rezeption ist natürlich beweisbar. :wink:

Re: Hotelübernachtung doppelt abkassiert - Inkassobescheid nach Widerruf des Lastschriftmandats der zweiten Zahlung

Verfasst: 28.07.19, 08:11
von winterspaziergang
ktown hat geschrieben:
28.07.19, 07:05
Dieses Gespräch mit der Angestellten an der Rezeption ist natürlich beweisbar. :wink:
Ist das wichtig? Darf das Hotel ein Inkasso für eine klar und nachweisbar unberechtigte Forderung beauftragen und das dem Gast in Rechnung stellen?
Das Zimmer war ja bereits bezahlt. Die Rückbuchung erfolgte für die 2. Zahlung.

Wieso hat das Hotel nicht telefonisch und schriftlich angemahnt, wenn man der Ansicht war, das Zimmer müsste erst 2x bezahlt werden, um dann irgendwann vielleicht die zweite Zahlung zurückzuzahlen?

Re: Hotelübernachtung doppelt abkassiert - Inkassobescheid nach Widerruf des Lastschriftmandats der zweiten Zahlung

Verfasst: 28.07.19, 09:04
von Tastenspitz
ktown hat geschrieben:
28.07.19, 07:05
Dieses Gespräch mit der Angestellten an der Rezeption ist natürlich beweisbar. :wink:
Das ist unrelevant.
Nach dem SV ist die Zahlung weit im Vorfeld erfolgt. Das kann man dem Inkassoverein mitteilen wenn man mag. Ansonsten kann man das Ganze getrost ignorieren, solange kein Mahnbescheid kommt.

Re: Hotelübernachtung doppelt abkassiert - Inkassobescheid nach Widerruf des Lastschriftmandats der zweiten Zahlung

Verfasst: 28.07.19, 09:06
von Altbauer
Warum denn nur so kompliziert?

Wenn man sich seiner Sache sicher sein kann, dass man eine Forderung rechtswirksam beglichen hat, dann muss man eigentlich
erst einmal gar nichts tun, außer eintreffenden Mahnbescheiden zu widersprechen.
Prüfen Sie also noch mal alle Daten bei dem Internet-Zahlungsportal, ob da alle Buchungs- und Kontonummern stimmen.

Wenn man obendrein noch ein netter freundlicher Mensch ist, teilt man dies demjenigen, der da eine unberechtigte Forderung
erhebt, mit einer kurzen Schilderung des Sachverhaltes (und evtl. ausgedruckten Belegen über die Bezahlung beim Buchungsportal) mit.

Gleiches teilt man ggf. dem Inkassounternehmen mit und verabschiedet sich mit der Formel "klagen Sie wohl!"

Re: Hotelübernachtung doppelt abkassiert - Inkassobescheid nach Widerruf des Lastschriftmandats der zweiten Zahlung

Verfasst: 28.07.19, 11:02
von IgnazK
Zunächst mal dankt der fiktive Gast euch recht herzlich für eure Antworten. :)

Das Inkassounternehmen wurde durch die nicht-gedeckte Lastschrift automatisiert eingeschaltet, da das fiktive Hotel einen Vertrag mit einem entsprechenden Dienstleister hat.

Die Hotelbetreiber erkennen zwar an, dass die Forderung bereits längst beglichen wurde, meinen aber der Gast sollte die Inkassogebühren zahlen, da er ja einfach ohne Ankündigung/Mahnung die Lastschrift widerrufen hat.
Altbauer hat geschrieben:
28.07.19, 09:06

Wenn man obendrein noch ein netter freundlicher Mensch ist, teilt man dies demjenigen, der da eine unberechtigte Forderung
erhebt, mit einer kurzen Schilderung des Sachverhaltes (und evtl. ausgedruckten Belegen über die Bezahlung beim Buchungsportal) mit.

Gleiches teilt man ggf. dem Inkassounternehmen mit und verabschiedet sich mit der Formel "klagen Sie wohl!"
Der Gast hat bereits mit den Hotelbetreibern telefoniert, diese entschuldigten sich zwar für die Unannehmlichkeiten, aber beharrten darauf, dass die Beauftragung des Inkassos die Schuld des Gastes sei, da er ohne nochmals zu mahnen die Lastschrift auflöste. (woher der Gast wissen soll, das dadurch ein Inkasso ohne Fallprüfung beauftragt wird und was er überhaupt mit deren fehlerhaften internen Prozessen zu tun haben soll, wurde nicht erläutert)

Re: Hotelübernachtung doppelt abkassiert - Inkassobescheid nach Widerruf des Lastschriftmandats der zweiten Zahlung

Verfasst: 28.07.19, 11:11
von Tastenspitz
IgnazK hat geschrieben:
28.07.19, 11:02
aber beharrten darauf, dass die Beauftragung des Inkassos die Schuld des Gastes sei,
Blödsinn. :evil:
Da steht es doch:
IgnazK hat geschrieben:
28.07.19, 11:02
Das Inkassounternehmen wurde durch die nicht-gedeckte Lastschrift automatisiert eingeschaltet, da das fiktive Hotel einen Vertrag mit einem entsprechenden Dienstleister hat.
Ich würde jeden weiteren Kontakt zu dem Hotel abbrechen.

Re: Hotelübernachtung doppelt abkassiert - Inkassobescheid nach Widerruf des Lastschriftmandats der zweiten Zahlung

Verfasst: 28.07.19, 18:31
von ktown
Sorry das ich jetzt erst antworte. Bin im Urlaub und jetzt erst vom Strand gekommen :liegestuhl:
Meines Erachtens ist es deswegen wichtig, da der Widerruf des SEPA Mandats für das Hotel Kosten verursacht hat. Klar ist, dass alle weiteren Kosten das Hotel selbst zu tragen hat, da der grundsätzliche Fehler dem Hotelgast nicht angelastet werden kann.

Re: Hotelübernachtung doppelt abkassiert - Inkassobescheid nach Widerruf des Lastschriftmandats der zweiten Zahlung

Verfasst: 28.07.19, 21:53
von Rolf22
Das Inkassounternehmen wurde durch die nicht-gedeckte Lastschrift automatisiert eingeschaltet, da das fiktive Hotel einen Vertrag mit einem entsprechenden Dienstleister hat.
Ha, ha, ha - wer so etwas macht, ist doch selber schuld!

Re: Hotelübernachtung doppelt abkassiert - Inkassobescheid nach Widerruf des Lastschriftmandats der zweiten Zahlung

Verfasst: 29.07.19, 06:02
von winterspaziergang
IgnazK hat geschrieben:
28.07.19, 11:02
Zunächst mal dankt der fiktive Gast euch recht herzlich für eure Antworten. :)

Das Inkassounternehmen wurde durch die nicht-gedeckte Lastschrift automatisiert eingeschaltet, da das fiktive Hotel einen Vertrag mit einem entsprechenden Dienstleister hat.
Tja, das ist dann Pech- fürs Hotel.

Wenn man einen solchen Automatismus hat, sollte man halt darauf achten, keine unberechtigten Abbuchungen vorzunehmen, die der Kontoinhaber dann ob der fehlenden Berechtigung zurück buchen darf.
Außerdem war die Lastschrift ja nicht ungedeckt, der Kontoinhaber ließ sie aus berechtigtem Grund zurück gehen. Weshalb sollte man riskieren monatelang seinem Geld Hinterherzulaufen, wenn man einfach der Abbuchung widersprechen kann.
Die Hotelbetreiber erkennen zwar an, dass die Forderung bereits längst beglichen wurde, meinen aber der Gast sollte die Inkassogebühren zahlen, da er ja einfach ohne Ankündigung/Mahnung die Lastschrift widerrufen hat.
jedem seine Meinung, diese ist rechtlich nicht begründet. Kosten für nicht berechtigte Forderungen darf man selbst zahlen.
Der Gast hat bereits mit den Hotelbetreibern telefoniert, diese entschuldigten sich zwar für die Unannehmlichkeiten, aber beharrten darauf, dass die Beauftragung des Inkassos die Schuld des Gastes sei, da er ohne nochmals zu mahnen die Lastschrift auflöste. (woher der Gast wissen soll, das dadurch ein Inkasso ohne Fallprüfung beauftragt wird und was er überhaupt mit deren fehlerhaften internen Prozessen zu tun haben soll, wurde nicht erläutert)
s.o. Klar hätte der Gast so nett sein können, so wie das Hotel eine ordentliche Buchhaltung machen könnte. Die Kosten für nicht berechtigte Forderungen darf man wie genannt selbst zahlen.

Re: Hotelübernachtung doppelt abkassiert - Inkassobescheid nach Widerruf des Lastschriftmandats der zweiten Zahlung

Verfasst: 29.07.19, 06:42
von Tastenspitz
winterspaziergang hat geschrieben:
29.07.19, 06:02
Die Kosten für nicht berechtigte Forderungen darf man wie genannt selbst zahlen.
Eben.
Sonst würden das viele machen. Irgendwo irgendwas abbuchen, die Rücklastschrift abwarten um dann Kosten geltend zu machen.
Völlig sinnfrei sowas.