Mahnbescheid von einem Rechtsanwalt

Moderator: FDR-Team

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lemre
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Mahnbescheid von einem Rechtsanwalt

Beitrag von lemre »

Hallo,
im Dezember 2016 habe ich bei (Wortsperre: Firmename) einige Verbesserungsvorschläge eingereicht, die später auch umgesetzt wurden – diese wurden allerdings trotz entsprechender Zusicherung nicht vergütet. Im Anschluss wollte ich prüfen, inwiefern ein Rechtsanspruch meinerseits besteht, und wandte mich hierzu an einen Rechtsanwalt.

Auf meinen Hinweis hin, dass wir zuerst die Frage der Kostenübernahme durch meine Rechtsschutz-Versicherung klären sollte, da ich keine Kosten tragen könne, versicherte er mir, dass ich mir darüber keine Sorgen machen müsse. Er würde alles regeln. Er legte mir ein Dokument zur Unterschrift vor, mit dem Inhalt, dass er meine Interesse repräsentieren würde. Dieses sollte ich schnell unterschreiben. Zeit, es genau zu lesen, hatte ich nicht.

Nachdem die Versicherung eine Klage gegen (Wortsperre: Firmename) leider nicht unterstützt hatte, erhielt ich eine Rechnung in Höhe von 888,81 Euro. Mein Einwand, dass ich betont hatte, derartig gewaltige Kosten nicht tragen zu können und der Beratung nur unter dieser Bedingung zugestimmt hatte, wurde von der Kanzlei nicht berücksichtigt. Auch mein Versuch, den Konflikt dadurch zu lösen, dass ich versuchte, die Hälfte der Summe längerfristig auf Raten zu begleichen, war erfolglos.
Jetzt habe ich einen Mahnbescheid für 1104 Euro bekommen. Das will und kann ich nicht bezahlen.

Ich habe mich noch mal an die Rechtsschutz-Versicherung angewendet, und sie hat mir zugestimmt, die Sache mit einem Rechtsanwalt zu besprechen.

Meine Frage: aus welchem Rechtsbereich soll den Rechtsanwalt sein - Mahnungen / Mahnverfahren, Patentrecht oder ...?

Danke

FM
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Re: Mahnbescheid von einem Rechtsanwalt

Beitrag von FM »

Anwaltskosten ist ein Thema, das jeder Anwalt kann.

Aber vom Rechtsgebiet her ist es einfach Zivilrecht. Man streitet ja nicht um das Patent sondern um den Vertrag mit dem Anwalt.
Er legte mir ein Dokument zur Unterschrift vor, mit dem Inhalt, dass er meine Interesse repräsentieren würde. Dieses sollte ich schnell unterschreiben. Zeit, es genau zu lesen, hatte ich nicht.
Wie darf man sich das genau vorstellen? Sagte der Rechtsanwalt "Sie müssen das innerhalb von 10 Sekunden unterschreiben, sonst ... " (was auch immer sonst)?

SusanneBerlin
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Re: Mahnbescheid von einem Rechtsanwalt

Beitrag von SusanneBerlin »

Ihr vorletzter thread - erste Antwort:
Tastenspitz hat geschrieben:
30.01.17, 06:12
lemre hat geschrieben:Ich habe Rechtsschutzversicherung.
DA möchte ich Zweifel anmelden, ob diese dafür die Klagekosten übernimmt. Da sollte man sich vorab genau erkundigen.
lemre hat geschrieben: Ist es möglich, etwas von XX zu verlangen?
Verlangen kann man viel. Angesichts dessen
lemre hat geschrieben:keine Unterlagen über die Registrierung meiner Vorschläge
dürfte es problematisch werden, die Ansprüche zu belegen.
Anscheinend hat der Fall genau die Entwicklung genommen, vor der man Sie gewarnt hat.

Von dem Nicht-Eintreten der Rechtschutzversicherung bis zur Nicht-Durchsetzbarkeit des vermeintlichen Anspruchs.

Und anstatt das Honorar des Anwalts zu bezahlen, wollen Sie in Ihrer erstaunlichen Lernresistenz noch einen zweiten Anwalt mandatieren, damit Sie am Ende Gewissheit darüber haben, dass der erste Anwalt seine Rechnung zurecht erhebt.

Was kommt als nächstes, ein dritter Anwalt, der die Rechnung des zweiten prüft?

Man kann sein Geld mMn. auf amüsantere Art und Weise verschwenden, aber das ist Ihre Entscheidung.
Grüße, Susanne

ExDevil67
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Re: Mahnbescheid von einem Rechtsanwalt

Beitrag von ExDevil67 »

lemre hat geschrieben:
16.10.19, 22:05
Auf meinen Hinweis hin, dass wir zuerst die Frage der Kostenübernahme durch meine Rechtsschutz-Versicherung klären sollte, da ich keine Kosten tragen könne, ...
Da sich das vermutlich nicht wird nachweisen lassen und
lemre hat geschrieben:
16.10.19, 22:05
Er legte mir ein Dokument zur Unterschrift vor, mit dem Inhalt, dass er meine Interesse repräsentieren würde.
das die Beauftragung des Anwaltes inkl Regelungen zu seiner Vergütung gewesen sein dürfte, würde ich sagen sparen Sie sich den Weg zu weiteren Anwälten.

SusanneBerlin
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Re: Mahnbescheid von einem Rechtsanwalt

Beitrag von SusanneBerlin »

lemre hat geschrieben:Auch mein Versuch, den Konflikt dadurch zu lösen, dass ich versuchte, die Hälfte der Summe längerfristig auf Raten zu begleichen, war erfolglos.
D.h. Sie haben Ratenzahlung angeboten, bezahlt haben Sie seit 2016 aber genau nichts? Es wäre doch mindestens die Hälfte bereits abbezahlt, wenn Sie angefangen hätten die Raten zu bezahlen, und der Anwalt hätte gesehen, dass es Ihnen Ernst ist mit Ihrem Zahlungsangebot. Aber so, knapp 4 Jahre später noch keinen Cent bezahlt, keine Zahlungsbereitschaft erkennbar, da ist doch klar, dass der Anwalt die Rechnung eintreibt.
Jetzt habe ich einen Mahnbescheid für 1104 Euro bekommen. Das will und kann ich nicht bezahlen.
Ob Sie wollen ist nicht (mehr) die Frage, das geht jetzt seinen Gang mit Vollstreckungsbescheid und Zwangsvollstreckung.
Grüße, Susanne

lemre
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Re: Mahnbescheid von einem Rechtsanwalt

Beitrag von lemre »

Hallo,
ich bedanke mich bei allen, die mir geantwortet haben.

Ich habe meine Geschichte stark gekürzt.
In der Wirklichkeit, gibt es einen Brief(e-mail)wechsel, wo wir die Frage einer obligatorischen Unterstützung von der Seite der Rechtsschutzversicherung besprechen, "sonst komme ich nicht".

> "Sagte der Rechtsanwalt "Sie müssen das innerhalb von 10 Sekunden unterschreiben".
Genau. "Keine Sorge um die Rechtsschutzversicherung-Frage". Er hat mich einfach belogen (vielleicht, im Moment, nicht speziell). Dafür habe ich leider keine Nachweise.

Nach unserem Streit im 2016 gab es kein Wort vom Rechtsanwalt. Und jetzt plötzlich ,,,

---
Heute habe ich erfahren, dass Rechtsanwälte nicht gegen einen Kollegen wirken wollen. Auch, wenn die Rechtsschutzversicherung bezahlt.
Es scheint, ich gebe auf.

Noch mal Danke.

ExDevil67
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Re: Mahnbescheid von einem Rechtsanwalt

Beitrag von ExDevil67 »

lemre hat geschrieben:
17.10.19, 21:47
Heute habe ich erfahren, dass Rechtsanwälte nicht gegen einen Kollegen wirken wollen.
Das würde ich so pauschal nicht sagen. Das dürfte immer auf den Einzelfall ankommen. Und das hier kein Anwalt aktiv werden will, kann ich verstehen.
Oder würden Sie als Anwalt in einem, meiner Meinung nach, aussichtslosen Fall aktiv werden wollen mit der Aussicht hinterher noch dem eigenen Honorar hinterherrennen zu müssen?
lemre hat geschrieben:
17.10.19, 21:47
Auch, wenn die Rechtsschutzversicherung bezahlt.
Woher kommt die Aussage? AFAIK prüft eine RSV im Vorfeld die Erfolgsaussichten, dann muss sie ja "nur" den Prozess vorfinanzieren, und die halte ich halt für gering bis nicht vorhanden.

SusanneBerlin
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Re: Mahnbescheid von einem Rechtsanwalt

Beitrag von SusanneBerlin »

lemre hat geschrieben:Ich habe mich noch mal an die Rechtsschutz-Versicherung angewendet, und sie hat mir zugestimmt, die Sache mit einem Rechtsanwalt zu besprechen.
Falls Sie daraus gefolgert haben, dass die RS-Versicherung die Kosten der anwaltlichen Beratung bei einem weiteren Rechtsanwalt übernimmt, sollten Sie sich das von der Versicherung schriftlich geben lassen - nicht dass es später als Missverständnis dargestellt wird.
Heute habe ich erfahren, dass Rechtsanwälte nicht gegen einen Kollegen wirken wollen. Auch, wenn die Rechtsschutzversicherung bezahlt.
Hier gibt es schon wieder zwei Missverständnisse Ihrerseits:

1. Es gibt Anwälte, die es ablehnen, gegen Kollegen vorzugehen, aber das gilt nicht für alle Anwälte.

2. Eine Beratung/Auskunft darüber, ob die Rechnung eines anderen Anwalts korrekt ist, ist nicht das gleiche wie "gegen den Kollegen vorgehen".

Nur weil die Versicherung zugestimmt hat, "die Sache mit einem Anwalt zu besprechen" (was erstmal nur ein Beratungsgespräch beinhaltet), heißt das nicht, dass die Versicherung auch außergerichtliches Vorgehen und/oder eine gerichtliche Klage gegen den Erstanwalt finanziert.
Grüße, Susanne

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