Fitnesstudio - fehlgeschlagene Lastschrift

Moderator: FDR-Team

Tom_Ate
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Fitnesstudio - fehlgeschlagene Lastschrift

Beitrag von Tom_Ate »

Hallo zusammen,

ich bin nicht ganz sicher, ob das Thema hier in dieses Unter-Forum gehört.

Folgender Fall:

Der Mitgliedsbeitrag zu einem Fitness-Studio kann aufgrund mangelnder Kontodeckung bei Person A nicht abgebucht werden. Es kommt zu einer Lastschriftrückgabe. Die Bank des Kontoinhabers berechnet für die Rückbuchung der Lastschrift eine Gebühr von 2€. Soweit so gut.

Nun meldet sich das Fitness-Studio bei Person A und berechnet für die misslungene Lastschrift eine Gebühr in Höhe von 10€. Dagegen legt Person A Widerspruch ein, und verlangt, den Nachweis des Fitness-Studios über die ihnen tatsächlich entstandenen Kosten.

Das Fitness-Studio schickt als Antwort, dass sie "aus Kulanz" die Forderung um 4€ absenken und weiterhin 6€ verlangen. Diese setzen sich zusammen aus 3€, die ihre Bank ihnen berechnet, und weiteren 3€, die Person A an seine Bank zahlen muss.

Zunächst: Ist es zulässig, das Fitness-Studio weiterhin dazu aufzufordern, den Nachweis über die tatsächlich entstanden Kosten/Gebühren zu erbringen? Ist das Fitness-Studio dazu verpflichtet?

Also größten Kritikpunkt der Forderung erscheint mir, dass das Fitness-Studio der Überzeugung ist, dass sie die Kosten, die die Bank von Person A an Person A stellt, eintreiben zu können. Eine irre Vorstellung, wie ich finde.

Die 6€ wurden mit dem Mitgliedsbeitrag des Folgemonats vom Konto abgebucht.

Darauf hin hat Person A einen Brief an das Fitness-Studio geschrieben, mit der (erneuten) Aufforderung, den entstandenen Schaden/die Kosten nachzuweisen, und/oder die 6€ zurück zu buchen. Dafür wurde eine Frist von 2 Wochen gesetzt. Diese ist mittlerweile ereignislos verstrichen.

Wie verhält sich Person A nun weiter?

ExDevil67
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Re: Fitnesstudio - fehlgeschlagene Lastschrift

Beitrag von ExDevil67 »

Ähm, moment. A wurden von seiner Bank 2 € für den Fehlversuch berechnet und die versucht jetzt der Vertragspartner einzutreiben?????

Was A im Kopf behalten sollte, afaik berechnet auch die Bank des Auftraggebers bei einer fehlschlagenden Lastschrift selbigem (hier also dem Fitnessstudio) Gebühren in solchen Fällen. Die sind unbestreitbar ein von A zu ersetzender Schaden. Alles weitere gehört afaik nach höchstrichterlicher Rechtssprechung zum normalen Geschäftsalltag.

Tom_Ate
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Re: Fitnesstudio - fehlgeschlagene Lastschrift

Beitrag von Tom_Ate »

Klar, die Gebühren, die die Bank des Fitness-Studios berechnet, muss Person A zahlen. Das ist unstrittig.

Ist aber das Fitness-Studio verpflichtet, diese entstandenen Gebühren gegenüber A nachzuweisen? Wie verhält sich A, wenn das Fitness-Studio diesen Nachweise nicht erbringt?

Das Fitness-Studio versucht nicht, die 2€, die die Bank von A gegenüber A berechnet hat einzutreiben, sondern sie sagen, dass die insgesamt 6€ aus den Gebühren ihrer Bank (3€) sowie weiteren 3€ besteht, die Person As Bank gegenüber A berechnet hat. Keine Ahnung ob es sich dabei um eine unglückliche Formulierung, ein Missverständnis oder sonst was handelt. Für mich ist diese Forderung einfach sehr undurchsichtig.

Daher ist das Fitness-Studio von A ja auch aufgefordert worden, einen Nachweis über die entstandenen Kosten zu erbringen. Darauf hin wurde nicht reagiert.

Zafilutsche
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Re: Fitnesstudio - fehlgeschlagene Lastschrift

Beitrag von Zafilutsche »

Wenn ich mal zurückdenke, war das bei unserer Organisation und der damaligen Bank so:
Wenn die SEPA-Lastschriftbuchung wegen einem beispielsweise nicht gedecktem Konto eines Mitglieds platzte, wurden dem Verein 12 Euro Gebühren berechnet und vom Vereinskonto gleich abgezogen.
Meines Wissens wurde da das Mitglied aber nicht belastet, außer wir als "Organisation" hätten das Mitglied neben dem Fälligen Mitgliedsbeitrag auch die Bankgebühren aufgedröselt. Da das ganze auch noch Zeitintensiv ist (Das feststellen des Zahlungsverzuges und das Erstellen der Zahlungserinnerung/Erstellen eines Anschreibens) muss der ganze Zahlungsprozess neu gestartet werden und auch wieder geprüft werden.
Daher setzen manche Vereine eine extra Gebühr drauf, die zusätzlich zu der bankgebühr kommt. Das wird aber wahrscheinlich in der Satzung oder AGB zu finden sein. Wie die Hausbank selbst mit dem eigenen säumig zahlenden Kunden umgeht (Hier scheint diese die 2 Euro in Rechnung zu stellen) , ist alleinige Sache zwischen der Hausbank und dem Kunden. Da wäre das Fitnessstudio außen vor.

hawethie
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Re: Fitnesstudio - fehlgeschlagene Lastschrift

Beitrag von hawethie »

dass sie die Kosten, die die Bank von Person A an Person A stellt,
Für mich ist diese Forderung einfach sehr undurchsichtig.
da ist nichts undurchsichtig. Bei einer Rücklastschrift nimmt die Bank des Zahlungspflichtigen und die Bank des Empfängers eine Gebühr. Die ist auf dem Kontoauszug beim Empfänger aufgeschlüsselt - von daher sollte es ein Einfaches sein, das dem Zahlungspflichtigen mitzuteilen.
Warum sollte der Empfänger die Kosten tragen?
Auch finde ich es durchaus legitim, in den AGB oder der Satzung oder oder oder vorzusehen, dass dann eine pauschale Gebühr für die entstandene Arbeit erhoben wird. Selbst die 10 EUR wären da (in der Summe) nicht zu hoch gegriffen - 4 EUR für Arbeit sind lächerlich.
Was du nicht willst, das man dir will, das will auch nicht -
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lottchen
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Re: Fitnesstudio - fehlgeschlagene Lastschrift

Beitrag von lottchen »

Wenn bei meiner Bank eine Lastschrift platzt die ich einziehe bucht die Bank das Geld zurück zzgl. (je nach Konto) zwischen 2,96€ und 3,00€. Ich habe nicht nachgeschaut, aber das dürfte in der Gebührenordnung der Bank stehen. Mit den Gebühren, die derjenige ggf. zahlen muss, dessen Konto nicht gedeckt war, habe ich dann nichts zu tun. Mich als Einzieher kostet die geplatzte Lastschrift max. 3€. Fertig. Dazu kommt dann vielleicht noch die Mahnung incl. Porto, die dann vom Fitneßstudio verschickt wird, aber das müsste mit dem Fitneßstudio vertraglich vereinbart sein.

Wenn das Studio nicht mitspielt wie man will muss man eben den Lastschrifteinzug kündigen, von der nächsten Zahlung die Summe abziehen, die man nicht für gerechtfertigt hält und dann selber jeden Monat zahlen (Dauerauftrag). Und warten, was passiert.
Ich empfehle, Beiträge unserer Forentrolle BäckerHD, FelixSt und Dieter_Meisenkaiser konsequent zu ignorieren!

ExDevil67
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Re: Fitnesstudio - fehlgeschlagene Lastschrift

Beitrag von ExDevil67 »

hawethie hat geschrieben:
16.01.20, 09:49

da ist nichts undurchsichtig. Bei einer Rücklastschrift nimmt die Bank des Zahlungspflichtigen und die Bank des Empfängers eine Gebühr. Die ist auf dem Kontoauszug beim Empfänger aufgeschlüsselt - von daher sollte es ein Einfaches sein, das dem Zahlungspflichtigen mitzuteilen.
Auf welcher Grundlage will eigentlich die Bank des Zahlers dem Zahlungsempfänger etwas berechnen? Die haben doch gar keinen Vertrag miteinander.
Natürlich wäre denkbar das die Bank des Zahlers sowohl ihrem Kunden als auch der Bank des Zahlungsempfänger dafür etwas berechnet. Die Kosten kann diese dann natürlich an ihren Kunden (den Zahlungsempfänger) durchreichen. Ob sie die nun in ihre Kosten für eine geplatzte Lastschrift einkalkuliert oder extra durchreicht ist Sache der Bank. aber anders dürfte das nix werden.

Tom_Ate
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Re: Fitnesstudio - fehlgeschlagene Lastschrift

Beitrag von Tom_Ate »

Ist denn das Fitness-Studio verpflichtet, den Nachweis über die entstandenen Kosten zu erbringen? Das ist ja der einfachste Weg, die Sache zu klären. Dann ist genau aufgeschlüsselt, an welcher Stelle welche Kosten warum entstanden sind.

Wie aber reagiert man, wenn das Fitness-Studio dieser Aufforderung nicht nachkommt?

Zafilutsche
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Re: Fitnesstudio - fehlgeschlagene Lastschrift

Beitrag von Zafilutsche »

Tom_Ate hat geschrieben:
16.01.20, 11:29
Ist denn das Fitness-Studio verpflichtet, den Nachweis über die entstandenen Kosten zu erbringen? Das ist ja der einfachste Weg, die Sache zu klären. Dann ist genau aufgeschlüsselt, an welcher Stelle welche Kosten warum entstanden sind.
Wie aber reagiert man, wenn das Fitness-Studio dieser Aufforderung nicht nachkommt?
Als Unternehmer könnte ich im Mahnschreiben daran erinnern, dass mit ausbleiben der (Regelmäßigen!!! Zahlung) bereits Verzug eingesetzt hat.
D.h. mit setzen einer angemessenen Nachfrist könnte ein Verzugsschaden eintreten. Regelmäßig wird ein Mahnverfahren gestartet. Das könnte durch ein Inkasso laden übernommen werden, alternativ könnte auch das Fitnesstudio (online) ein gerichtliches Mahnverfahren beginnen. Dann werden die Belge als Anhänge beigefügt und man darf auf die Post vom "Gericht" Stellung beziehen. Ob ein Einwand (z.B. Wucher, unangemessen oder was weis ich) zum Erfolg führt, keine Ahnung. Sowas habe ich wegen einem Unverhältnis hohem Risiko noch nie ausprobiert, zumal wenn unbestritten ist, das das Geld mangels Kontodeckung nicht fließen konnte und das Problem eben nicht auf der Empfängerseite war.

Tom_Ate
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Re: Fitnesstudio - fehlgeschlagene Lastschrift

Beitrag von Tom_Ate »

Aber das Fitness-Studio kann doch nicht Mahnkosten versteckt in Bankgebühren erheben. Ich halte es für unzulässig, Kosten, die als X entstanden sind, als Y der Gegenpartei in Rechnung zu stellen.

Ansonsten wäre es ja: "Wir berechnen 3€. Ob das nun Mahnkosten sind oder Bankgebühren wissen wir selbst nicht so genau. Mal gucken, in welches Argument das später besser rein passt".

Mahnkosten müssen als Mahnkosten geltend gemacht werden. Bankgebühren als Bankgebühren.

Oder liege ich falsch?

lottchen
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Re: Fitnesstudio - fehlgeschlagene Lastschrift

Beitrag von lottchen »

Zafilutsche hat geschrieben:
16.01.20, 13:12
alternativ könnte auch das Fitnesstudio (online) ein gerichtliches Mahnverfahren beginnen. Dann werden die Belge als Anhänge beigefügt und man darf auf die Post vom "Gericht" Stellung beziehen.
Du hast noch nie Mahnbescheide und Vollstreckungsbescheide beantragt, oder? Belege werden da nie an die Anträge drangehängt und Stellung beziehen tut derjenige, dem der Mahnbescheid zugestellt wird, auch nicht groß. Wenn er doof ist ignoriert er das Teil, wenn er klug ist zahlt er entweder oder macht ein Kreuz bei "ich widerspreche dem Anspruch insgesamt" oder "teilweise" - je nachdem und schickt das Formular ans Gericht zurück. Das ist die einzige "Stellungnahme". Und das wars dann erst mal. Dann muss das Fitneßstudio klagen, wenn es sein Geld will. Was wegen 3€ oder 4€ oder 10€ eher unwahrscheinlich ist.
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Zafilutsche
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Re: Fitnesstudio - fehlgeschlagene Lastschrift

Beitrag von Zafilutsche »

lottchen hat geschrieben:
16.01.20, 15:01
Du hast noch nie Mahnbescheide und Vollstreckungsbescheide beantragt, oder? Es gab mal eine Zeit, da wurde das Verfahren nicht vollautomatisiert durchgeführt. Da gab es noch Hardware
Und ehrlich gesagt, die letzten zurückliegenden Gerichtsverfahren habe ich regelmäßig mit Fachanwälten durchgezogen. Die hatten auch die Klageschrift erstellt und die Klage Erwiderungen bewertet.
Gut, das gerichtliche Mahnverfahren kann ohne Belege/Nachweise gestartet werden. Das Risiko liegt dann beim Empfänger der Post und wie er sich entscheidet. Aber so ist das im Konflikt. Manche Hunde bellen, beißen aber nicht. Andere bellen nicht, aber beißen.

hawethie
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Re: Fitnesstudio - fehlgeschlagene Lastschrift

Beitrag von hawethie »

Mich als Einzieher kostet die geplatzte Lastschrift max. 3€.
Ich sehe immer nur die Aufschlüsselung:
Betrag x EUR
fremdgebühr y,yy EUR
eig. Gebühr z,zz EUR
Summe: x+y+z

y entfällt bei gleicher Bank.

Ob die Zahlerbank sich auch noch geld beim Pflichtigen holt: keine Ahnung
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FM
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Re: Fitnesstudio - fehlgeschlagene Lastschrift

Beitrag von FM »

Auch bei einer Klage sind Nachweise noch nicht erforderlich. Das werden sie erst dann, wenn der Beklagte die Behauptungen des Klägers bestreitet, ggf. mit Nichtwissen.

Was dann auch die ursprüngliche Frage beantwortet: zum jetzigen Zeitpunkt hängt die Berechtigung der Forderung nicht davon ab, ob der Gläubiger einen Wunsch des Schuldners nach Belegen nachkommt. Natürlich kann die Forderung aus anderen Gründen ganz oder teilweise unberechtigt sein. Es stellt sich eben für beide Seiten die Frage, ob man das Risiko der Verfahrenskosten eingeht (für den Gläubiger ob er bei Nichtzahlung wirklich klagt wegen ein paar Euro, für den Schuldner ob er darauf wartet dass eben dies geschieht).

Der Gläubiger könnte auch praktischer denken und den Vertrag fristgemäß kündigen, wenn er weiteren Aufwand bei der Zahlungsabwicklung künftig vermeiden will - oder eben auch die Forderung niederschlagen, wenn er den Kunden doch behalten will. Das wird auch davon abhängen, wie oft so etwas vorkommt. Aber schon der Aufwand das ganze einem Anwalt mitzuteilen kostet ja mehr Arbeitszeit als die Summe um die es geht.

ExDevil67
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Re: Fitnesstudio - fehlgeschlagene Lastschrift

Beitrag von ExDevil67 »

FM hat geschrieben:
16.01.20, 16:46
Es stellt sich eben für beide Seiten die Frage, ob man das Risiko der Verfahrenskosten eingeht (für den Gläubiger ob er bei Nichtzahlung wirklich klagt wegen ein paar Euro, für den Schuldner ob er darauf wartet dass eben dies geschieht).
Nö, die Frage stellt sich hier für den Gläubiger nicht. Der hat nach dem Ursprungsbeitrag die bestehende Einzugsermächtigung zur Selbstbedienung genutzt.
Tom_Ate hat geschrieben:
15.01.20, 19:08
Die 6€ wurden mit dem Mitgliedsbeitrag des Folgemonats vom Konto abgebucht.
Das heißt wenn müsste der Kunde also jetzt die Lastschrift für den Folgemonat zurückbuchen lassen, was zu weiteren Gebühren führt die vermutlich wieder im SB-Verfahren vom Gläubiger eingezogen werden usw bis irgendwann es einem reicht und er klagt.

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