Holocaustleugnung/Meinungsfreiheit

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Dipl.-Sozialarbeiter
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Beitrag von Dipl.-Sozialarbeiter »

pragmatiker hat geschrieben:
Mount'N'Update hat geschrieben:darf ich noch einmal drauf hinweisen, dass den Juden auch noch nach 1980 Jahren die Kreuzigung Jesu vorgeworfen wird. Und ich setze noch einen drauf: Diese Behauptung ist juristisch nicht haltbar.
häh, wieso nicht ? kannste mir das mal erklären ?
Siehe in der Bibel oder Wiki.
Wiki hat geschrieben:Die Kreuzigung Jesu von Nazaret steht im Zentrum der Passionsberichte im Neuen Testament. Danach geschah sie durch Römer, die auf jüdische Initiative hin tätig wurden. Den Hinrichtungsbefehl gab der römische Statthalter Pontius Pilatus (Mk 15,15 EU). Er ließ Jesus zudem geißeln und foltern (Mk 15,16-19 EU).
Zum Wahrheitsgehalt der Bibel sei angemerkt, daß die Erde bestimmt nicht in 7 Tagen erstanden ist.

Hier bedarf es sicher noch der Aufklärung.

Redfox

Beitrag von Redfox »

Dipl.-Sozialarbeiter hat geschrieben:Zum Wahrheitsgehalt der Bibel sei angemerkt, daß die Erde bestimmt nicht in 7 Tagen erstanden ist.
Naja, das steht da ja auch nicht --> www.bibel-online.net/buch/01.1-mose/1.html

Sonst müssten alle auch noch sonntags arbeiten.

Und wech

Dipl.-Sozialarbeiter
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Beitrag von Dipl.-Sozialarbeiter »

Redfox hat geschrieben:...
Sonst müssten alle auch noch sonntags arbeiten.

Und wech
Die Arbeitgeber würden sich bestimmt über die 7-Tage-Woche ohne Lohnausgleich freuen. ;-)

Dipl.-Sozialarbeiter
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Beitrag von Dipl.-Sozialarbeiter »

SpecialAgentCooper hat geschrieben:Bischof Mixa predigt auch nichts neues, deshalb auch von mir bis auf weiteres nichts zur Sache, nur die Bitte, den Diskussionstil anhand der nahstehenden Beispiele etwas zurückhaltender zu gestalten.
Stigmatisierungen von Diskussionspartnern sind nicht dem Zweck dieser Diskussoin förderlich. ...
Hierzu fällt mir gerade noch Kant ein.
Immanuel Kant (1724-1804), Philosoph aus Königsberg, hat geschrieben:"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines andern zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.

Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so großer Teil der Menschen, nachdem sie die Natur längst von fremder Leitung freigesprochen (naturaliter majorennes), dennoch gerne zeitlebens unmündig bleiben; und warum es anderen so leicht wird, sich zu deren Vormündern aufzuwerfen. Es ist so bequem, unmündig zu sein. ...

Wenn denn nun gefragt wird: Leben wir jetzt in einem aufgeklärten Zeitalter? so ist die Antwort: Nein, aber wohl in einem Zeitalter der Aufklärung. Daß die Menschen, wie die Sachen jetzt stehen, im ganzen genommen, schon imstande wären oder darin auch nur gesetzt werden könnten, in Religionsdingen sich ihres eigenen Verstandes ohne Leitung eines andern sicher und gut zu bedienen, daran fehlt noch sehr viel."
(aus: Dezember-Ausgabe "Berlinische Monatsschrift", 1784)
Ob Bischof Mixa dies weiß:

Mount'N'Update

Beitrag von Mount'N'Update »

pragmatiker hat geschrieben:
Mount'N'Update hat geschrieben:darf ich noch einmal drauf hinweisen, dass den Juden auch noch nach 1980 Jahren die Kreuzigung Jesu vorgeworfen wird. Und ich setze noch einen drauf: Diese Behauptung ist juristisch nicht haltbar.
häh, wieso nicht ? kannste mir das mal erklären ?
Mal den Wahrheitsgehalt der Bibel unterstellend war es Gott, der es so wollte. Er ließ seinen einzigen Sohn sterben, damit der für unsere Sünden büßt.

Gibt es evtl. andere Quellen aus jener Zeit? :?:

Dipl.-Sozialarbeiter
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Beitrag von Dipl.-Sozialarbeiter »

Mount'N'Update hat geschrieben:...
Mal den Wahrheitsgehalt der Bibel unterstellend war es Gott, der es so wollte. Er ließ seinen einzigen Sohn sterben, damit der für unsere Sünden büßt.

Gibt es evtl. andere Quellen aus jener Zeit? :?:
Wenn das, was in der Bibel steht wahr wäre, dann bräuchte es nicht des Glaubens.

[quote="Wiki - zur "Bibel" -"]Als Bibel (auch Buch der Bücher) bezeichnen das Judentum und das Christentum jeweils eine eigene Sammlung von Schriften, die für sie das Wort Gottes enthalten und als Heilige Schrift Urkunden ihres Glaubens sind.[/quote]
Bei dieser Gelegenheit könnten wir auch den § 166 StGB in die Diskussion einführen, denn schließlich gibt es auch den Art. 4 Abs. 1 GG.

Blade2
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Beitrag von Blade2 »

Danke schon mal für eure Beiträge, leider habe ich den thread total verschlafen :oops: ,
ich werde morgen die Beiträge durchlesen.

timmendorf
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Beitrag von timmendorf »

mich stört das auch.
sowas öffnet die tür für anderes.
entweder gibts nun freiheit der rede und meinungsfreiheit oder nicht.
da darf man erst garnicht mit einschränkungen anfangen.
auch wenns nicht stimmt.
sonst gehts ja gleich wieder los..
wer sagt denn was stimmt und was nicht!?
das öffnet tür und tor für mißbrauch.

wenn einer das mit dem holo anders sehen will soll man ihn doch lassen.
wenn es so lächerlich ist, macht er sich doch nur lächerlich damit.
außerdem hat man dann die möglicheit darauf zu antworten und es besser zu beobachten wenn sowas nicht im verborgenen stattfinden muß.

außer persönlichen beleidigungen sollte man alles sagen und glauben dürfen.
auch wenns "falsch" ist.

cmd.dea
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Beitrag von cmd.dea »

timmendorf hat geschrieben:mich stört das auch.
sowas öffnet die tür für anderes.
entweder gibts nun freiheit der rede und meinungsfreiheit oder nicht.
da darf man erst garnicht mit einschränkungen anfangen.
Tun Sie sich selbst mal einen Gefallen und lesen Sie sich die Grundrechte der Verfassung von Art. 1 bis 19 GG einmal aufmerksam durch.

Und dann überlegenen Sie sich eingehend, ob Sie sich in irgendeiner Weise vorstellen können, dass die dort normierten Freiheiten alle umfassend und ohne jede Einschränkung ausgeübt werden dürften (außer zu Art. 1 GG, da ist die Antwort eineutig).

Zudem denken Sie mal darüber nach, wozu es außer der Verfassung überhaupt noch Gesetze gibt. Denn wenn Sie sich die mal anschauen, werden Sie merken, dass diese zu nichts anderem dienen als dazu, die verschiedenen Regeln der Verfassung miteinander in Einklang zu bringen.

Dann werden Sie wahrscheinlich auch selbst merken, dass alle Grundrechte (bis auf Art. 1 GG) einschränkbar sind und sein müssen. Es ist also immer eine Frage des Maßes und der Vorgehensweise hierbei. Dass dabei, wie Sie es meinen, der Willkür nicht Tür und Tor geöffnet wird, dazu gibt es nunmal die Rechtswissenschaft und die Gerichte, nicht zuletzt das BVerfG, die hierfür umfassende Regeln aufstellen, bzw. diese bei der Abwägung befolgen.

Gruß
Dea

Mount'N'Update

Beitrag von Mount'N'Update »

timmendorf hat geschrieben:außer persönlichen beleidigungen sollte man alles sagen und glauben dürfen.
auch wenns "falsch" ist.
Ich fürchte nur, mit dieser Ansicht der Dinge legst du dir selbst ein Ei.

Wenn du die Meinungsfreiheit so weitreichend definierst,wirst du dir auch selbst gefallen lassen müssen, als "Astloch" tituliert zu werden, wenn jemand so empfindet.

Du wirst selbst feststellen, dass das so nicht sein darf. Denn auch dann wäre dem Missbrauch Tür und Tor geöffnet, nämlich den Missbrauch der Meinungsfreiheit, wie dies von rechter Seite - neben dem Missbrauch weiterer Grundrechte, die sie nur für sich in Anspruch nehemen, so lange sie ihnen nützen - gern praktiziert wird.

Und nachdem du dem Rat von cmd.dea gefolgt sein wirst, gebe auch ich dir noch einen Rat mit auf den Weg: Befasse dich mal intensiv mit der deutschen Geschichte, insbesondere mit der Zeit des Nationalsozialismus, auch mit seinen Folgen, an die wir heute noch zu tragen haben. Wer die millionenfache Vernichtung von unschuldigen Menschen als "holo" bezeichnet, hat dies bitter, bitter nötig.

Redfox

Beitrag von Redfox »

Mount'N'Update hat geschrieben:Wenn du die Meinungsfreiheit so weitreichend definierst,wirst du dir auch selbst gefallen lassen müssen, als "Astloch" tituliert zu werden, wenn jemand so empfindet.
Solange dies eine Meinung ist und nicht als Tatsache dargestellt ist, ist das für mich folgerichtig.

M.E. kann ich niemanden verbieten, mich für ein "Astloch" oder sonstwas zu halten und dies auch kundzutun.

Ich vierbiete schließlich auch niemanden, mich toll zu finden.

Mount'N'Update

Beitrag von Mount'N'Update »

Redfox hat geschrieben:
Mount'N'Update hat geschrieben:Wenn du die Meinungsfreiheit so weitreichend definierst,wirst du dir auch selbst gefallen lassen müssen, als "Astloch" tituliert zu werden, wenn jemand so empfindet.
Solange dies eine Meinung ist und nicht als Tatsache dargestellt ist, ist das für mich folgerichtig.
Eine Beleidigung wäre es dennoch.

btw: Die (Nicht-) Existenz irgend eines Ereignisses kann doch keine Meinung sein. Natürlich kannst du gerne bestreiten, dass heute Freitag ist. Du kannst gerne bestreiten, dass es je einen Freitag gegeben hat. Und doch hättest du gelogen.

Meinungsfreiheit? Sehe ich anders. Es mangelt an Meinung.

SpecialAgentCooper
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Beitrag von SpecialAgentCooper »

Aber die gesellschaftlich anerkannte, aber gleichwohl willkürliche Abspracheregelung, bestimmte Tage und deren rhytmisch wiederkehrendes Aufeinanderfolgen namentlich zu ordnen ist doch keine unverrückbare Tatsache. Genauso gut könnte der Freitag auch Robinson heißen.
„Die Welt wird immer absurder. Nur ich bin weiter Katholik und Atheist. Gott sei Dank!“ (Luis B.)

Mount'N'Update

Beitrag von Mount'N'Update »

Nein, könnte er nicht. Aber du kannst die Meinung vertreten, dass es besser wäre, wenn der Freitag Robinson hieße.

SpecialAgentCooper
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Beitrag von SpecialAgentCooper »

Er heißt ja durchaus auch anders. Im hebräischen Kalender, der Grundlage unseres Wochenkalenders ist, z. B. jôm šiššî (sechster Tag).
Weswegen sollte die Aussage, es handele sich nicht um Freitag, sondern um jôm šiššî eine Meinungsäußerung sein? Und weswegen ist dann nicht wenigstens der ethymologische Ursprung die "Tatsachenbehauptung" und die Bezeichnung des Wochentags als "Freitag" eine Meinung?
„Die Welt wird immer absurder. Nur ich bin weiter Katholik und Atheist. Gott sei Dank!“ (Luis B.)

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