Muss man sich wohl merken: Mittelalter nahezu unschuldig

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Ronny1958
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Re: Muss man sich wohl merken: Mittelalter nahezu unschuldig

Beitrag von Ronny1958 » 30.09.11, 08:27

Das Bonner Grundgesetz ist unverändert in Kraft. Eine deutsche Reichsverfassung, eine kommissarische Reichs-Regierung oder ein kommissarisches Reichsgericht existieren ebenso wenig, wie die Erde eine Scheibe ist. (AG Duisburg 26.01.2006)

Sethcon
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Re: Muss man sich wohl merken: Mittelalter nahezu unschuldig

Beitrag von Sethcon » 05.10.11, 21:28

Hochinteressant das Ganze. Habe das so noch nie betrachtet, werd ich mir merken. (Gemeint ist der erste Post, nicht serengetis für mich krude Theorie.) Vielleicht ist das Internet, betrachtet nach Ciceros Theorie, eventuell eine positive Entwicklung für die Verbreiter negativer Inhalte?

Cicero
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Re: Muss man sich wohl merken: Mittelalter nahezu unschuldig

Beitrag von Cicero » 11.10.11, 17:29

Sethcon hat geschrieben:Vielleicht ist das Internet, betrachtet nach Ciceros Theorie, eventuell eine positive Entwicklung für die Verbreiter negativer Inhalte?
Aber selbstverständlich ist es das, ebenso aber auch für die Verbreiter positiver Inhalte. Nicht umsonst ist Nordkorea faktisch vom Internet abgeschottet.

carn
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Re: Muss man sich wohl merken: Mittelalter nahezu unschuldig

Beitrag von carn » 16.01.12, 11:32

serengeti hat geschrieben:Wir leben so gesehen auch heute noch im Mittelalter.
Die Herrschenden haben nur andere Mittel um das Volk zu disziplinieren und zu foltern zB. Juristen.
Ah, genau die These des Threads ignoriert:

Wenn dann leben wir aufgrund irgendwelcher noch stattfindender Folter eben gerade nicht noch im Mittelalter, sondern noch in der Neuzeit/Renaissance/Aufklärung!
Im Mittelalter war Folter (zumindest wenn man glaubt das die Kirche damals alles dominierte) die meiste Zeit verboten, bzw. zumindest von der damals wichtigsten moralischen Instanz geächtet.

Und der Rest, naja...



Bezüglich Inquisition habe ich noch was lustiges gehört, was sich aber glaubwürdig anhörte:
Teilweise haben Leute mit Absicht vor weltlichen Gerichten Gotteslästerung begangen und zwar so, dass es jedem auffiel. Damit war dann ein Inquisitionsgericht zuständig. Und da Inquisitionsjuristen im Gegensatz zu lokalen Juristen des Fürsten nicht einfach nach Gutdünken ausgewählt waren, sondern wenigstens eine theologische Ausbildung brauchten, konnten sie Latein und konnten lesen und deswegen war ihnen der Satz "In dubio pro reo" eher bekannt, womit sich die Aussichten des Angeklagten verbessern konnten (Natürlich nur wenn er es mit der Gotteslästerung nicht übertrieb).

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