Anzahl der zugelassenen Anwälte - wann ist genug?

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knaller71
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Re: Anzahl der zugelassenen Anwälte - wann ist genug?

Beitrag von knaller71 » 29.11.14, 22:49

cmd.dea hat geschrieben:
knaller71 hat geschrieben:Wäre es nicht an der Zeit ggf. mal zu überlegen - wenn die Aufgaben so vielfältig sind - Anwälte immer nur in einem Fachbereich zuzulassen in dem sie wirklich hoch qualifiziert sind?

Beim Arzt gehe ich ja auch nicht zum Zahnarzt wenn ich eine Brille brauche - oder zum internisten wenn ich schlecht höre?
Diese Spezialsierung läuft schon längst über den Markt, konkret über die Fachanwaltschaft. Heute geht jeder praktisch ohnehin nur noch zum Fachanwalt für sein Rechtsproblem. Da bedarf es keiner gesetzlichen Regelung zu.
Naja - warum aber dann nicht gleich richtig?

Beispiel:

Habe ich ein Körperliches Leiden, gehe ich zum Hausarzt, der sich die gesamte Gechichte anhört und mich dann ggf. zu einem Spezialisten schickt - um dann dessen Ergebnisse zu interpretieren und zu nutzen....

Habe ich ein rechtliches Problem ist das nicht so einfach - allein schon wegen der Vergütungsregelungen. Ok im "Geld spielt keine Rolle Bereich" wird das wahrscheinlich so oder so ähnlich gehandhabt...

cmd.dea
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Re: Anzahl der zugelassenen Anwälte - wann ist genug?

Beitrag von cmd.dea » 30.11.14, 09:11

knaller71 hat geschrieben:Naja - warum aber dann nicht gleich richtig?
Weil das eine gesetzliche Einschränkung der verfassungsrechtlich gewährleisteten Berufsfreiheit ist, die man nicht einfach mal so machen kann, wenn man das gut findet. Der Markt reguliert die anwatliche Spezialisierung in hohem Maße, da gibt es kein Bedürfnis und somit auch keine Möglichkeit, Anwälten gesetzlich vorzuschreiben, was sie machen dürfen und was nicht.
Habe ich ein rechtliches Problem ist das nicht so einfach - allein schon wegen der Vergütungsregelungen.


Doch, Sie gehen zu einem Fachanwalt für das Gebiet, in dem Sie ein Problem haben (Mietrecht, Arbeitsrecht, Verkehrsrecht, etc.). Was das mit den Vergütungen zu tun haben soll (die zudem ebenso wie bei Ärzten entsprechenden Regelungen unterliegen), ist in dem Zusammenhang jetzt nicht ersichtlich.

knaller71
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Re: Anzahl der zugelassenen Anwälte - wann ist genug?

Beitrag von knaller71 » 30.11.14, 09:35

Was das mit den Vergütungen zu tun haben soll (die zudem ebenso wie bei Ärzten entsprechenden Regelungen unterliegen), ist in dem Zusammenhang jetzt nicht ersichtlich.
Naja, es gibt halt so Fälle die ggf. zwei Rechtsbereiche betreffen - z.B. IT-Recht und Gesellschaftsrecht wenn man in beiden Bereichen sicher gehen möchte, müsste man 2 Anwälte beauftragen, die sich dann mit der gleichen Sache beschäftigen. Da sind dann jeweils 2x volle Honorare zu zahlen.
Anders wäre es, wenn ein Anwalt - als vernünftige Schnittstelle für sich selbst klar macht wo er unsicher ist und dann den Kollegen konsultieren - was auch irgendwie zu vergüten wäre, aber eben nicht komplett nochmals.

cmd.dea
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Re: Anzahl der zugelassenen Anwälte - wann ist genug?

Beitrag von cmd.dea » 30.11.14, 10:31

Man könnte das System auch einfach so lassen, wie es jetzt ist, weil ich derzeit nicht erkennen kann, was genau das Problem sein soll.

Cicero
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Re: Anzahl der zugelassenen Anwälte - wann ist genug?

Beitrag von Cicero » 01.12.14, 11:22

knaller71 hat geschrieben:Naja, es gibt halt so Fälle die ggf. zwei Rechtsbereiche betreffen - z.B. IT-Recht und Gesellschaftsrecht wenn man in beiden Bereichen sicher gehen möchte, müsste man 2 Anwälte beauftragen, die sich dann mit der gleichen Sache beschäftigen. Da sind dann jeweils 2x volle Honorare zu zahlen.
Genau. Wenn jeder Anwalt künftig nur noch auf ausgewählten Rechtsgebieten tätig sein dürfte, dann wäre man als Mandant gezwungen, bei themenübergreifenden Sachverhalten zwei Anwälte zu beauftragen. Auch heute schon ist es einem Mandanten unbenommen, zwei Anwälte zu beauftragen und zu bezahlen, aber er muss es nicht. Er kann auch einfach darauf vertrauen, dass der Anwalt, den er beauftragt hat, die Sache richtig macht, sich fehlendes Fachwissen notfalls - auf welchem Weg auch immer - besorgt und für etwaige Beratungsfehler haftet.

ZetPeO
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Re: Anzahl der zugelassenen Anwälte - wann ist genug?

Beitrag von ZetPeO » 06.12.14, 11:39

Hmm, m.E. müsste das Thema lauten:

Anzahl der zugelassenen Anwälte im Bundestag, - wann ist genug?

Antwort:
Schon lange!

Gr
ZetPeO

cmd.dea
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Re: Anzahl der zugelassenen Anwälte - wann ist genug?

Beitrag von cmd.dea » 06.12.14, 19:12

Dann muss man eben weniger da rein wählen mit der Erststimme.

Dipl.-Sozialarbeiter
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Re: Anzahl der zugelassenen Anwälte - wann ist genug?

Beitrag von Dipl.-Sozialarbeiter » 06.12.14, 19:41

ZetPeO hat geschrieben:Hmm, m.E. müsste das Thema lauten:

Anzahl der zugelassenen Anwälte im Bundestag, - wann ist genug?
Wenn das Volk Anwälte als Vertreter in den Bundestag wählen, dann finde ich dies sehr gut. Warum sollte sich das Volk nicht von Anwälten vertreten lassen?

Artikel 20 GG schließt Anwälte doch nicht aus. :devil:

ZetPeO
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Re: Anzahl der zugelassenen Anwälte - wann ist genug?

Beitrag von ZetPeO » 06.12.14, 21:30

Dann muss man eben weniger da rein wählen mit der Erststimme.
:(
Da fällt mir leider nix zu ein. Frag ich mich auch, warum der mündige Wähler nicht Anwälte und Lehrer aus seiner Wahl ausschließt.
und
Warum sollte sich das Volk nicht von Anwälten vertreten lassen?
:wink:

Naja, wir hatten hier doch schon diverse Diskussionen über Moral, oder was auch immer,
von Anwälten.

Quintessenz, ist klar:
Der Anwalt ist verpflichtet, egal ob Straf- oder Zivilrecht, für seinen Mandanten, s…auf Moral, immer das Beste herausholen und die Interessen des Mandanten mit aller Kraft und Einsatz zu vertreten.
ACHTUNG KEINE :ironie:

Obwohl, sorry mein Fehler, genau das tun ja unsere Juristen im Bundestag auch.
Dumm nur, dass sich die Mandantschaft schon längst mehr nicht aus Volk oder Normalbürger zusammensetzen, sondern aus Interessenvertretern der Wirtschaft, Banken und Versicherungen.
Und mein Gott machen die eine exzellente Vertretung.
Aber das ist ja auch gut so. Die wissen schließlich was gut für das Volk ist.
Ach ja, … und die müssen nicht PKH beantragen, damit ihre Anliegen bearbeitet werden.

So betrachtet haben wir sogar zuwenig Juristen im Bundestag,
:shock: hmmm..hab ich den letzten Satz jetzt wirklich geschrieben? :shock:

Gr
ZetPeO

Dipl.-Sozialarbeiter
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Re: Anzahl der zugelassenen Anwälte - wann ist genug?

Beitrag von Dipl.-Sozialarbeiter » 07.12.14, 08:15

ZetPeO hat geschrieben:...
So betrachtet haben wir sogar zuwenig Juristen im Bundestag,
...
In der Tat, so ist es. ;-)
Deutscher Bundestag > Berufe der Abg. > hat geschrieben:Unselbständige Tätigkeiten

1.1 Öffentlicher Dienst
  • .1 Beamte 113
    .2 Angestellte 77
1.2 Politische und gesellschaftliche Organisationen, Mitarbeiter bei Abgeordneten 113
1.4 Wirtschaft (einschl. Verbände) 101

Selbständige Tätigkeiten

2.1 Wirtschaft (einschl. Verbände) 48
2.2 Freie Berufe 121
  • davon > Rechts-, wirtschafts- und steuerberatende Berufe 95
2.9 Sonstiges 49
  • Hausfrauen / Hausmann 3
    arbeitslos, ohne Berufsausübung 1
    Ausbildung (Schüler, Auszubildende, Studierende u. ä.) 9
    Keine (verwertbaren) Angaben 36
Stand: Juni 2014
Insgesamt haben wir im Deutschen Bundestag 631 Volksvertreter/innen.

§nix
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Re: Anzahl der zugelassenen Anwälte - wann ist genug?

Beitrag von §nix » 07.12.14, 12:19

Dipl.-Sozialarbeiter hat geschrieben:
ZetPeO hat geschrieben:...
So betrachtet haben wir sogar zuwenig Juristen im Bundestag,
...
In der Tat,so ist es ;-)
Naja, zu wenige sind das nicht, zumal man noch einige Bereiche finden könnte, aus denen Juristen kommen können, Versicherungen und Hochschulen bieten sich da an, denn auch ein Juradozent ist (hoffentlich) ein Jurist.

Aber was spricht dagegen, dass der Gesetzgeber etwas von Gesetzen versteht? ;)
Vielen Dank im Voraus für freundliche, hilfreiche Antworten.

§nix
Ein Mensch wollt' immer recht behalten: So kam's vom Haar- zum Schädelspalten. Eugen Roth

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Re: Anzahl der zugelassenen Anwälte - wann ist genug?

Beitrag von Dipl.-Sozialarbeiter » 07.12.14, 12:55

§nix hat geschrieben:...
Aber was spricht dagegen, dass der Gesetzgeber etwas von Gesetzen versteht? ;)
Wenn in den Gesetzen des Gesetzgebers auch der politische Wille des Volkes zum Ausdruck kommt, dann spricht m.E. nichts dagegen.

:roll: Aber "Wer ist das Volk?" :devil:

ZetPeO
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Re: Anzahl der zugelassenen Anwälte - wann ist genug?

Beitrag von ZetPeO » 07.12.14, 14:05

:roll: Aber "Wer ist das Volk?" :devil:
Guckst Du

Wir sind das Volk

Ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
Hinz und Kunz sind aber nicht dabei. :wink:

Gr
ZetPeO

P.S.
Spätestens jetzt erwarte einige User, die ich hier aber nicht benennen werde.

knaller71
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Re: Anzahl der zugelassenen Anwälte - wann ist genug?

Beitrag von knaller71 » 08.12.14, 12:47

Naja - vergessen wurde dabei, das bevor ein Gesetz auf den Weg geht u.a. in den Ministerien da Juristen Hand angelegt haben, Was die Abgeordneten da so Abstimmen - naja. Wenn die im nächsten Durchgang auf die Landesliste wollen oder einen Wahlkreis behalten... dann Stimmen die besser ab, wie Mutti oder Papi das sagen :lachen:

Gibt ja lecker Diäten und ein warmes Büro :engel:

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