Versandrisiko, Zeuge

Rechtsgeschäfte des täglichen Lebens, Kaufrecht für Käufer und Verkäufer, Werkvertragsrecht

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Carmen1
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Versandrisiko, Zeuge

Beitrag von Carmen1 » 08.11.19, 15:14

Hallo,

nehmen wir mal an, Käufer hätte bei einem Onlineshop einen Elektronikartikel gekauft, Wert knapp 400 Euro.
Nach Erhalt der Ware würde sich herausstellen, daß die Ware nicht der Beschreibung entspricht.
( Es wird kein schriftlicher Widerruf vom Käufer erklärt )
Der Händler schickt nach erfolgter telefonischer Reklamation einen "neuen" fehlerfreien Artikle zum Käufer.


Der erste fehlerhafte Artikel soll dann als X Paket an den Händler zurückgeschickt werden, Versandrisiko?


Kunde Käufer hat keinen guten Eindruck vom Händler,
würde die Ware einem neutralen Zeugen verpacken lassen, und das Paket aufgeben lassen ...
wäre der Kunde Käufer somit auf der sicheren Seite?

Liebe Grüße
Carmen
Zuletzt geändert von ktown am 08.11.19, 17:26, insgesamt 1-mal geändert.
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Celestro
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Re: Versandrisiko, Zeuge

Beitrag von Celestro » 08.11.19, 15:35

Carmen1 hat geschrieben:
08.11.19, 15:14
Der erste fehlerhafte Artikel soll dann als X Paket an den Händler zurückgeschickt werden, Versandrisiko?
Der Käufer muss natürlich die Ware zurückschicken und das notfalls auch belegen können.
Carmen1 hat geschrieben:
08.11.19, 15:14
Kunde Käufer hat keinen guten Eindruck vom Händler,
Warum nicht? Händler hat in dem Beispiel neue Ware los geschickt, ohne die "Alte" vorher kontrollieren zu können. Das finde ich heutzutage beachtlich.
Carmen1 hat geschrieben:
08.11.19, 15:14
würde die Ware einem neutralen Zeugen verpacken lassen, und das Paket aufgeben lassen ...
wäre der Kunde Käufer somit auf der sicheren Seite?
Grundsätzlich ja (hat einen Zeugen). Aber es macht eigentlich keinen Sinn, "die Arbeit" dem Zeugen aufzuhalsen. Wenn man die ganze Zeit den Zeugen dabei hat, kann das Paket auch der Käufer fertig machen und weg bringen. Dass das der Zeuge gemacht hat, bringt aus meiner Sicht jetzt keinerlei Vorteile ....

ktown
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Re: Versandrisiko, Zeuge

Beitrag von ktown » 08.11.19, 17:27

Das Versandrisiko trägt in der Konstellation B2C immer der Verkäufer.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

Carmen1
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Re: Versandrisiko, Zeuge

Beitrag von Carmen1 » 08.11.19, 20:40

ktown hat geschrieben:
08.11.19, 17:27
Das Versandrisiko trägt in der Konstellation B2C immer der Verkäufer.
Konstellation B2C = Eröffnungsthread ??

LG Carmen
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FM
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Re: Versandrisiko, Zeuge

Beitrag von FM » 08.11.19, 21:27

ktown hat geschrieben:
08.11.19, 17:27
Das Versandrisiko trägt in der Konstellation B2C immer der Verkäufer.
Das Versandrisiko beginnt aber erst mit der Absendung, die muss schon noch der Käufer nachweisen. Und letztlich auch, dass im Paket kein Backstein war. Das könnte z.B. ein Zeuge beim Empfänger sonst so feststellen (z.B. ein Angestellter).

Der sicherste Beweis wäre ein Notar der dabei ist und den Vorgang beurkundet, weil dieser Beweis als nicht widerlegbar gilt. Aber ob der dann auch noch mit zur Paketannahme geht?

Allerdings werden in Deutschland jährlich 286 Millionen Sendungen zurück geschickt
http://www.retourenforschung.de/definit ... hland.html
das sind fast 1 Million je Werktag. Nur die allerwenigsten werden, außer dem Einlieferungszettel, besondere Beweisanstrengungen erheben wie Zeuge (der auch wirklich da war und nicht nachher herbei gezaubert wird), Videodokumentation, Notar usw. Trotzdem funktioniert es nahezu immer. Ein Versandhändler der sein Geschäft auf Dauer betreiben will kann sich das ja auch gar nicht leisten, im Zeitalter der Internetbewertungen hätte er sehr bald keine Kunden mehr.

Ähnlich bei dem Argument bei Einschreiben "könnte ja ein leerer Zettel gewesen sein" - theoretisch denkbar, kommt aber nur in Internetforen vor, nie in Gerichtsurteilen.

Also ich würde vielleicht bei einer teuren Schweizer Uhr und einem unbekannten Händler das machen, aber nicht bei dem Paar Schuhe vom jahrzehntealten Versandhaus aus Hamburg.

Carmen1
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Re: Versandrisiko, Zeuge

Beitrag von Carmen1 » 08.11.19, 21:53

Im Eröffnungsthread steht
"Käufer hat keinen guten Eindruck vom Händler"

Nehmen wir an, der Händler hat dem Käufer nachweislich ein gebrauchtes Gerät als "neu" verkauft.
Der Händler hat es natürlich abgestritten, bis man ihm mit dem RS gedroht hat.
Käufer traut diesem Händler so einiges zu :wink:
Möchte bei dieser Rücksendung eine gut realisierbare Lösung /ohne Notar// :lol: finden, um weiteren Ärger zu vermeiden.

Darum die eingangs beschriebene Überlegung,
mit einem Zeugen den Versand erledigen

Liebe Grüße
Carmen

ach ja, von einem bekannten Händler und Schuhen war eigentlich auch nicht die Rede :kopfstreichel:
Zuletzt geändert von Carmen1 am 08.11.19, 22:03, insgesamt 2-mal geändert.
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ktown
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Re: Versandrisiko, Zeuge

Beitrag von ktown » 08.11.19, 21:58

Carmen1 hat geschrieben:
08.11.19, 20:40
ktown hat geschrieben:
08.11.19, 17:27
Das Versandrisiko trägt in der Konstellation B2C immer der Verkäufer.
Konstellation B2C = Eröffnungsthread ??

LG Carmen
Ja
Daher auch die Verschiebung ins Verbraucherrecht. :wink:
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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