Haften die Superspreader?

Moderator: FDR-Team

hawethie
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Re: Haften die Superspreader?

Beitrag von hawethie »

Wobei ich mich Frage warum man den (ungewissen) Ausflug ins Strafrecht macht, afaik enthält das Infektionsschutzgesetz doch schon selber geeignete Strafvorschriften
nennt sich "Strafrechtsnebengesetz" oder so ähnlich. Gibbet mehr als eines von (z.B. Waffenrecht)

Abgesehen davon: als Wirt, der nun um 22 Uhr zumachen muss, würde ich auf alle Fälle Zivilklage (Schadensersatz) gegen die Frau einreichen - weg. des entgangenen Umsatzes. Mein Personal sicher auch, da sie ja nicht bis 2 Uhr arbeiten können und denen natürlich Geld entgeht.....
Was du nicht willst, das man dir will, das will auch nicht -
was willst denn du.

ExDevil67
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Re: Haften die Superspreader?

Beitrag von ExDevil67 »

hawethie hat geschrieben:
16.09.20, 09:09
Abgesehen davon: als Wirt, der nun um 22 Uhr zumachen muss, würde ich auf alle Fälle Zivilklage (Schadensersatz) gegen die Frau einreichen - weg. des entgangenen Umsatzes. Mein Personal sicher auch, da sie ja nicht bis 2 Uhr arbeiten können und denen natürlich Geld entgeht.....
Aber müsste ich dann nicht den Nachweis führen das die Gegenseite auch wirklich allein für den Anstieg verantwortlich ist? Sprich ich müsste nachweisen wer sich im fraglichen Zeitraum bei wem angesteckt hat. Und die Daten dürfte doch nur das Gesundheitsamt haben und unter Verweis auf den Datenschutz unter Verschluss halten.

WHKD2000
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Re: Haften die Superspreader?

Beitrag von WHKD2000 »

ExDevil67 hat geschrieben:
16.09.20, 09:25

Aber müsste ich dann nicht den Nachweis führen das die Gegenseite auch wirklich allein für den Anstieg verantwortlich ist? Sprich ich müsste nachweisen wer sich im fraglichen Zeitraum bei wem angesteckt hat. Und wodurch.Und ob er nicht schon vorher infiziert war :mrgreen:


Wer etwas möchte, muß beweisen, daß es ihm durch §§ und §§ zusteht.So kenne ich das jedenfalls :engel:
Und die Daten dürfte doch nur das Gesundheitsamt haben und unter Verweis auf den Datenschutz unter Verschluss halten.

btw.
700 Tests
3 Infizierte.
Das sind in Nullkomma wieviel Prozent?

:engel:
Zuletzt geändert von WHKD2000 am 16.09.20, 10:04, insgesamt 1-mal geändert.

WHKD2000
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Re: Haften die Superspreader?

Beitrag von WHKD2000 »

Evariste hat geschrieben:
15.09.20, 21:19
Die Frau ist aber nicht einmal NATO-Truppenmitglied, nur eine Zivilangestellte.
hatten Sie besser recherchiert wie ich.

:engel:

Tastenspitz
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Re: Haften die Superspreader?

Beitrag von Tastenspitz »

ExDevil67 hat geschrieben:
15.09.20, 09:16
Dann müsste man sich ja nur noch durch den 73 hangeln und prüfen ob eine der Ziffern davon die in 74 verschärft wird zutrifft.
Genau. Easy going bei dem übersichtlichen Geschreibsel da...... :mrgreen:
WHKD2000 hat geschrieben:
16.09.20, 09:56
Das sind in Nullkomma wieviel Prozent?
0,4%
ExDevil67 hat geschrieben:
16.09.20, 09:25
Und die Daten dürfte doch nur das Gesundheitsamt haben und unter Verweis auf den Datenschutz unter Verschluss halten.
Die Anzahl der Ansteckungen nebst Nachweis der Ansteckungskette sollte reichen. Ein Gutachten wäre dann im Tenor
"Frau S. Spreader war im "Café Filter" und hatte Kontakt mit XY Personen. Von denen wurden danach XX Positiv mit dem selben Stamm getestet."
zu erstellen.
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.

Evariste
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Re: Haften die Superspreader?

Beitrag von Evariste »

Tastenspitz hat geschrieben:
16.09.20, 11:56
Die Anzahl der Ansteckungen nebst Nachweis der Ansteckungskette sollte reichen. Ein Gutachten wäre dann im Tenor
"Frau S. Spreader war im "Café Filter" und hatte Kontakt mit XY Personen. Von denen wurden danach XX Positiv mit dem selben Stamm getestet."
zu erstellen.
Bei einer "Ansteckungsquote" von gerade mal 0.4 Prozent hat man schon mal ein Problem mit dem Nachweis der Kausalität. Von der weiter oben erwähnten Frage der objektiven Zurechenbarkeit ganz zu schweigen.

WHKD2000
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Re: Haften die Superspreader?

Beitrag von WHKD2000 »

Evariste hat geschrieben:
16.09.20, 12:37

Bei einer "Ansteckungsquote" von gerade mal 0.4 Prozent hat man schon mal ein Problem mit dem Nachweis der Kausalität. Von der weiter oben erwähnten Frage der objektiven Zurechenbarkeit ganz zu schweigen.
:shock:
genau wie immer.
Oder auf den Punkt gebracht. :wink:

:ironie:
TS hat die zweite Stelle hinterm Komma nicht richtig ausgerechnet. Die 0,4% sind einfach zu ungenau.

jetzt fehlt noch der Fußballverein, der offenbar geschlossen infiziert wurde.

Wodurch?
Was haben die da :devil: gemacht??

:engel:

WHKD2000
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Re: Haften die Superspreader?

Beitrag von WHKD2000 »

Tastenspitz hat geschrieben:
16.09.20, 11:56

Die Anzahl der Ansteckungen nebst Nachweis der Ansteckungskette sollte reichen. Ein Gutachten wäre dann im Tenor
"Frau S. Spreader war im "Café Filter" und hatte Kontakt mit XY Personen. Von denen wurden danach XX Positiv mit dem selben Stamm getestet."
zu erstellen.

jenau. :mrgreen:
Basics: Old Winston war ja maßgeblicher Begründer moderner Statistik und Hochrechnungen.

Aber nur EIN Gutachten??
Andere wollen doch auch verdienen.

:engel:

Celestro
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Re: Haften die Superspreader?

Beitrag von Celestro »

hawethie hat geschrieben:
16.09.20, 09:09
Abgesehen davon: als Wirt, der nun um 22 Uhr zumachen muss, würde ich auf alle Fälle Zivilklage (Schadensersatz) gegen die Frau einreichen - weg. des entgangenen Umsatzes. Mein Personal sicher auch, da sie ja nicht bis 2 Uhr arbeiten können und denen natürlich Geld entgeht.....
und von einem Moderator bei www.recht.de würde ich erwarten, das man erst einmal richtig hinguckt, bevor man solche Ratschläge gibt:

https://www.tagesschau.de/faktenfinder/ ... a-101.html

FM
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Re: Haften die Superspreader?

Beitrag von FM »

Celestro hat geschrieben:
17.09.20, 18:10
und von einem Moderator bei www.recht.de würde ich erwarten, das man erst einmal richtig hinguckt, bevor man solche Ratschläge gibt:
Erwarten darf man natürlich was man will, aber wer Internetforen kennt sollte wissen: es gibt keine Pflicht und ist auch nicht allgemein üblich, vor einem Diskussionsbeitrag umfangreiche Recherchen durchzuführen. Niemand behauptet hier, eine Situation verbindlich zu beurteilen. Ermitteln muss ein Staatsanwalt, ggf. ein Gericht, recherchieren muss man für die Dissertation - aber nicht in einem Forum. Auch die Moderatoren behaupten nie, ihre Beiträge würden sich durch besondere Verlässlichkeit auszeichnen.

Auch wenn der Beitrag sich nun von der ursprünglichen zivilrechtlichen Fragestellung gelöst hat und somit im falschen Forum steht:
Der Bericht dort zielt v.a. darauf ab, der Frau wäre vielleicht nicht individuell mitgeteilt worden, dass für die Quarantäne gilt. Das ist aber gar nicht relevant. Die Anordnung wurde in Form einer Rechtsverordnung:
https://www.gesetze-bayern.de/Content/D ... ayEQV/true
im Ministerialblatt veröffentlicht, ist also jedermann bekannt. Nach § 1 Abs. 1 gilt die Absonderung automatisch für 14 Tage, eine besondere Mitteilung durch Behörden oder Ärzte ist nicht erforderlich. Im Gegenteil, nach Abs. 2 Satz 1 müssen sogar sie selbst die Behörde darauf hinweisen, dass sie zur Absonderung verpflichtet sind (eine durchaus verwunderliche Regelung). Die Ausnahme nach Abs. 2 Satz 1 (Testergebnis liegt vor und wurde der Behörde übergeben, keine Absonderung mehr nötig) traf offenbar nicht zu.

Die rechtswidrige Handlung war also gegeben, das Nichtwissen um die Rechtslage mag zwar so sein (ob die US-Streitkräfte ihre Beschäftigten in einer für sie verständlichen Sprache informieren, weiß ich nicht), ändert aber nichts daran.

Für evtl. Schadensersatzfragen reicht auch schon Fahrlässigkeit. Dass sie mit Vorsatz Schäden erreichen wollte, behauptete niemand.

fodeure
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Re: Haften die Superspreader?

Beitrag von fodeure »

FM hat geschrieben:
17.09.20, 19:40
Die Anordnung wurde in Form einer Rechtsverordnung:
https://www.gesetze-bayern.de/Content/D ... ayEQV/true
im Ministerialblatt veröffentlicht, ist also jedermann bekannt.
Und inwiefern fällt die Frau unter die Regelung dieser Verordnung?

FM
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Re: Haften die Superspreader?

Beitrag von FM »

Kam sie nicht aus einem Risikogebiet?

Wenn nicht, würde ja gar kein Fall überhaupt vorliegen.

Celestro
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Re: Haften die Superspreader?

Beitrag von Celestro »

FM hat geschrieben:
17.09.20, 19:40
Die rechtswidrige Handlung war also gegeben, das Nichtwissen um die Rechtslage mag zwar so sein (ob die US-Streitkräfte ihre Beschäftigten in einer für sie verständlichen Sprache informieren, weiß ich nicht), ändert aber nichts daran.

Für evtl. Schadensersatzfragen reicht auch schon Fahrlässigkeit. Dass sie mit Vorsatz Schäden erreichen wollte, behauptete niemand.
Ich frage mich, ob Sie den von mir geposteten Link überhaupt vernünftig gelesen haben:
Somit ist bislang keine Infektion in Garmisch-Partenkirchen nachweislich auf die Frau zurückzuführen, die von Behörden, Politik und Medien seit Tagen "Superspreaderin" genannt wird.
oder welches Gericht würde angesichts dessen, jemanden wegen Fahrlässigkeit zu Schadenersatz verurteilen?

FM
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Re: Haften die Superspreader?

Beitrag von FM »

Beweisbarkeit ist völlig uninteressant bei juristischen Fragen.

fodeure
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Re: Haften die Superspreader?

Beitrag von fodeure »

FM hat geschrieben:
17.09.20, 20:08
Kam sie nicht aus einem Risikogebiet?
Nein, wie kommst du darauf? Sie hat sich nur testen lassen.

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