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Kündigung, womöglich Räumung ? Dringend Hilfe!

Verfasst: 15.06.09, 23:12
von wunna
Hallo,

wir wohnen zu zweit in einer Mietwohnung in einem 1-Familienhaus. Der Vermieter (alter Mann) wohnte vorher unter uns. Ende April hat der Sohn des Vermieters uns im Namen des Vermieters eine Kündigung zugestellt. Es steht keine Begründung darin. Er hat diverse Forderungen, aber das ist Nebensache, da ich mich schon erkundigt habe und jetzt weiß, dass diese nicht berechtigt sind.

Wir wohnen dort seit letzten Herbst. Die Kündigung geht über 3 Monate und ist wirksam zum 31.7. d. J.

Wir suchen auch fleißig, weil wir vorher schon überlegt haben, dass wir kündigen wollen und auch schon gekündigt hatten. Allerdings hat uns damals der Vermieter gut zugeredet, dass wir bleiben können, er würde auch auf die Kaution verzichten usw. Daraufhin haben wir die Kündigung zurückgezogen (In dem Zusammenhang kam es damals allerdings dazu, dass der Vermieter trotzdem mit einem Zweitschlüssel und in unserer Abwesenheit ohne unser Wissen unsere Wohnung betrat).

Nun scheint der Vermieter gestorben zu sein (haben wir nur so gehört, uns wurde nie etwas gesagt) und der Sohn hat wohl das Kommando übernommen. Er verbreitet Lügen über uns, angeblich schlage ich meinen Mitbewohner und die Kinder des Nachbarn haben wegen ihm Angst in den Garten zu gehen u. v. m., auch hat mein Mitbewohner Probleme mit einem Grundstücksnachbarn gehabt, dieser drängt den Vermieter angeblich auf Auszug. Hat sogar schon die Polizei geholt, allerdings aus einem lächerlichen Grund.

Jedenfalls haben wir dem Vermieter die Miete früher auch oft bar gegeben, es war kein Problem. Für Mai und Juni sind wir jetzt (am 15. Juni und wir müssten immer bis zum 10. d. Monats zahlen) im Rückstand. Nicht absichtlich, zumindest bei mir, denn ich war in einer Klinik und vertraute darauf, dass alle Abbuchungen usw. normal geschehen würden. Für meinen Mitbewohner kann ich nicht sprechen. Jedenfalls teilte mir der Sohn des Verm. nicht mit, dass Miete fehlt und ich hatte bis vor kurzem noch keinen rechten Überblick, hatte schwer mit Krankengeldzahlungen zu kämpfen.

Nun hat der Sohn die Mutter meines Mitbewohners mehrfach angerufen und ihr die Lügen (s.o.) über uns erzählt und behauptet wir hätten fast 1500 Euro Mietschulden usw. Und morgen würde uns eine Räumungsklage eines Anwalts zugehen, dann müssten wir schon zum 30.6. raus. Die Mutter bekam natürlich Panik und kam direkt nach der Arbeit zu uns. Sie hatte aus Angst direkt die 3 Monatsmieten für meinen Mitbewohner für Mai, Juni und Juli überwiesen um nur keinen Ärger zu bekommen.

Nun meine Frage: Kann er uns tatsächlich innerhalb der 2 Wochen rausschmeißen?

Und vor allem: Wir hatten diverse Probleme mit ihm, der Strom war weg, auch einfach mal im Keller ausgestellt, das Wasser mehrmals stundenlang aus, die Heizung tagelang aus, Handwerker lärmten über Wochen in der unteren Wohnung, er stand vor fast 2 Wochen sogar an unserer Wohnungstür und pöbelte, dass wir ihn reinlassen müssten, es wäre sein Eigentum und hat sogar Leute von den Stadtwerken weggeschickt (und uns blamiert), so dass wir dann übers Wochenende ohne warmes Wasser waren, bis er die Gnade hatte uns einen Handwerker zu schicken. Wir mussten auch schonmal die komplette Wohnung zeigen, weil er meinte wir würden sie vermüllen lassen. War natürlich nicht so, aber er musste trotzdem überalle rumschnüffeln. Er sagte auch wir hätten 10 Müllsäcke einfach vor die Tür gestellt und in den Garten und er hätte sie entsorgen müssen. Und er bzw. der Vermieter mokierten sich darüber, dass wir nicht abgewaschen hatten.

Seit einer Woche haben wir überhaupt keinen Fernsehempfang, weil er den Kabelanschluss gekündigt hat (angeblich schon vor 2-3 Monaten, ohne etwas zu sagen). Obwohl bei Einzug Kabelanschluss abgesprochen war. Nur, wir kriegen keine Nebenkostenabrechnung, zahlen nur soundsoviel Euro warm und Strom und Gas extra an die Stadtwerke. Können also nur durch Zeugenaussage der Vormieterin (Kollegin von mir) nachweisen, dass Kabelanschluss mitbezahlt wurde.

So, jetzt stehen wir so da und sind teils selbst schuld, teils aber der Überzeugung, dass es nicht sein kann, dass er sowas tut. Als ich sagte, er hätte uns doch etwas sagen können, dass ihm Miete fehlt, da wurde mir von der Mutter berichtet, dass er uns angeblich nie erreicht hätte.

Dabei hat mein Mitbewohner jede Woche 1mal und dann auch gerade an dem Tag mit ihm wegen dem Fernsehen gesprochen ohne dass er auch nur etwas angedeutet hat.

Will er uns rausekeln? Wir gehen ja, aber vor dem 31.7. werden wir nichts bekommen, ist schon schwierig genug. Zudem bin ich krank, habe mehrere Wochen Klinikaufenthalt hinter mir und versuche mich gerade wieder in meine Ausbildung einzufinden. Da kann ich so einen Stress eigentlich nicht gebrauchen. Ich will nur in Ruhe hier raus und diesen Mann und alles vergessen. Er soll das Geld natürlich bekommen, es steht ihm zu, er wird das Haus wohl geerbt haben, aber ich will nicht auf seinen Druck und seine Unverschämtheiten hin duckmäuserisch ankommen.

Bitte um Erklärung der Rechtslage!

Kann der Beitrag evtl. ins Mietrecht verschoben werden? War ein Versehen.

Verfasst: 18.06.09, 04:11
von Phönix3
Hallo, ich bin kein Fachmann in Sachen Mietrecht, möchte aber zum Beitrag anmerken, dass die Kündigung rechtens sein kann, weil EIGENBEDARF des Sohnes geltend gemacht werden könnte.
Ob ein "Kündigungsgrund" in der Kündigung genannt werden muss, weiss ich nicht.
Es hat aber auch keinen Wert, darüber nachzugrübeln. Das Mietverhältnis ist offensichtlich gestört, eine Kündigung zugestellt und Sie müssen nun schauen, schnell etwas zu finden. Über einen Makler gehts in der Regel sehr zügig, kostet halt bis zu drei Monatsmieten Provision und die Kaution kommt meist natürlich noch extra dazu. Nicht ganz billig, aber so ist das Leben.
Wenn Sie privat eine passende Wohnung finden wollen, können Sie die vielen kostenlosen Internet-Anzeigen-Märkte nutzen. WEnn Sie keinen eigenen PC haben, dann gehen Sie halt in ein Internetcafe und richten sich dort ein Freemail-Postfach ein. Geben Sie einfach in die Suchmaschine "kostenlos inserieren" ein und sie erhalten eine Menge Anbieter, wo Sie ihr Inserat einschreiben können. Inserieren Sie auch am besten in der örtlichen Presse und ganz wichtig, im GEMEINDEBLATT. So klein die Auflagen sind, so gross ist oft die Wirkung, WEIL es meist auch gelesen wird. Und erzählen Sie bitte nicht ihrem neuen Vermieter, was ihnen der alte Vermieter alles angetan hat.
Dass wäre, wie wenn man bei einem Vorstellungsgespräch sitzen würde und sich über den EX-Chef dort beschwert.
Es wird natürlich dann zu keiner Einstellung kommen, weil der neue Chef meint, man wäre ein schwieriger Mensch.
Und zum anderen Sachverhalt:
Wenn Sie tatsächlich verleumdet wurden oder gar bedroht, können Sie eine Strafanzeige bei der Polizei stellen.