Geld verliehen

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Biko78
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Geld verliehen

Beitrag von Biko78 »

Hallo liebes Forum,

ich habe da ein kleines Problem: Im November 2008 habe ich einer Freundin 500 Euro geliehen. Sie benötigte dies als Miet-Anzahlung, das Geld wollte sie mir so schnell wie möglich zurückzahlen. In den folgenden Wochen vertröstete sie mich immer nur und irgendwann meldete sie sich einfach gar nicht mehr. Nun habe ich das Warten satt, ich frage mich, ob es die Rechtslage zulässt, dass ich etwas unternehmen kann. Als "Beweis" für das Ganze habe ich leider nur meinen Kontoauszug, auf dem vermerkt ist, dass das Geld als Anzahlung für diese Person an die Wohnungsgenossenschaft gegangen ist.

Wie sieht die Rechtslage in diesem Fall aus? Kann ich etwas unternehmen oder muss ich es als "Lehrgeld" abheften?

Vielen Dank schon mal für die Hilfe.

yamato
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Beitrag von yamato »

http://bundesrecht.juris.de/bgb/__488.html

Vermutlich müssten Sie den Darlehensvertrag fristgerecht kündigen (siehe Abs. 3), sollte dann nach Fälligkeit keine Zahlung erfolgen, mahnen und ggf. in das gerichtliche Mahnverfahren gehen.

Das Problem wird hier in der Tat bei der Beweisbarkeit liegen, aber zumindest bis zum gerichtlichen Mahnverfahren sind auch die Kosten hier auf entsprechende Postgebühren (Einschreiben) beschränkt.
Caedite eos! Novit enim Dominus qui sunt eius

pOtH
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Beitrag von pOtH »

sollten sich die wirtschaftlichen verhältnisse des darlehensnehmers verschlechtern (z.B. drohende arbeitslosigkeit) kann man nach BGB §490 Abs.1 auch fristlos kündigen - sollte jedoch eine frist von ein paar tagen (ich hatte 14 tage angesetzt!) einräumen.

das "beste" einschreiben ist wertlos wenn man den inhalt nicht beweisen kann, sinnvoller ist es den brief persönlich mit zeugen (inhalt gelesen u. "überbracht" + unterschrift der personen) in den briefkasten des darlehensnehmers zu werfen!


ps.: man muss dem darlehensnehmer ja nicht "schmackhaft" machen das man es auch beweisen muss, einfach ein schreiben aufsetzen u. den entsprechenden § nennen - oftmals sind sie dann so beeindruckt das es ohne mahnbescheid/anwalt/gericht klappt.

Biko78
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Beitrag von Biko78 »

Erstmal vielen Dank für eure Antworten.

Gibt es da formal etwas zu beachten bei so einem Schreiben oder direkter gefragt, gibt es irgendwo eine Art Musterbrief, nach dem man vorgehen kann?

pOtH
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Beitrag von pOtH »

erstmal sollte man sich BGB § 488 Abs. 3 ansehen um zu sehen ob man überhaupt kündigen kann, dort steht.:
(3) Ist für die Rückerstattung des Darlehens eine Zeit nicht bestimmt, so hängt die Fälligkeit davon ab, dass der Darlehensgeber oder der Darlehensnehmer kündigt. Die Kündigungsfrist beträgt drei Monate. Sind Zinsen nicht geschuldet, so ist der Darlehensnehmer auch ohne Kündigung zur Rückerstattung berechtigt.
d.h. wenn z.b. vereinbart ist, das man das geld bis in einem jahr zurückzahlt ist eine kündigung nicht möglich.

zur kündigung genügt ein einfacher "ein-zeiler", z.b.
briefkopf absender mit ort u. datum
briefkopf empfänger

hiermit kündige ich das darlehen vom xx.xx.xxxx nach bgb § 488 abs. 3 mit einer frist von 3 monaten.

gelesen u. überbracht von folgenden zeugen
datum unterschrift
um auch was in der hand zu haben sollte man ggf. 2 od. gar 3 ausdrucke machen u. alle unterschreiben lassen.

sollte man nach bgb §490 kündigen (also fristlos) sollte man reinschreiben weshalb man kündigt, z.b. da sich die wirtschafltichen verhältnisse aufgrund von xyz verschlechtert haben/werden, kündige ich das darlehen fristlos.

meiner laienmeinung nach sollte man demjenigen mit § klarmachen das man sich zum. ernsthaft mit der darlehenskündigung beschäftigt hat u. ggf. sogar den eindruck erweckt das man sich hat anwaltlich beraten lassen - gegen die "hardcore-zechbreller" (die he keine kohle in der tasche haben) wird aber selbst die anwalts/gerichtskeule nix bringen!
hier bleibt meiner laienmeinung nach nur noch der weg über den mahnbescheid/anwalt u. gericht, somit hat man einen titel in der hand der 30j. lang gültig ist - irgendwann hat derjenige schon/hoffentlich kohle.
Zuletzt geändert von pOtH am 20.06.09, 10:28, insgesamt 1-mal geändert.

ChevChelios
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Beitrag von ChevChelios »

Ich kann dir da konkreten Ablauf anzeigen:

August 2007 500€ geliehen (schriftlich festgehalten - innerhalb 1 Jahr zurückzahlen)
August 2008 385€ offen
September 2008 Anwalt - Mahnbescheid
November 2008 Anwalt -Vollstreckungsbescheid
Februar 2009 Anwalt - Vollstreckung durchgeführt
März 2009 Anwalt - eidesstattliche Erklärung abgegeben (u.a. noch falsch)
April 2009 Anwalt - Strafanzeige gestellt wegen falscher Angaben

Ebenfalls, das Ende einer langen Freundschaft. Rechtschutz sei dank.

Biko78
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Beitrag von Biko78 »

Ok, vielen Dank für eure Hilfe, ich werde gleich mal so ein Schreiben aufsetzen.

@ChevCelios Ja, da bewahrheitet sich leider die Weisheit, dass bei Geld die Freundschaft aufhört, so schade das auch ist. :-(

Tim_S.
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Beitrag von Tim_S. »

Tag Biko78,

wenn Sie die bisherigen Hinweise berücksichtigen kommen Sie möglicherweise früher oder später noch auf das eigentliche Hauptproblem:
Als "Beweis" für das Ganze habe ich leider nur meinen Kontoauszug, auf dem vermerkt ist, dass das Geld als Anzahlung für diese Person an die Wohnungsgenossenschaft gegangen ist
Haben Sie das Geld abgehoben und der Freundin in bar gegeben oder ihr überwiesen? Im letzteren Fall haben Sie ein Problem beim Nachweis des Darlehensvertrages, also dass das Geld überhaupt zurückgezahlt werden sollte. Das müssen Sie beweisen, nicht die Freundin eine Schenkung (da gabs hier schon mal einen Thread...).

Wenn Sie das Geld in bar übergeben haben Sie noch ein Problem mehr: Der Nachweis der Übergabe.

(alles natürlich für den Fall des Leugnens durch die Freundin, sollte klar sein)

Dipl.-Sozialarbeiter
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Beitrag von Dipl.-Sozialarbeiter »

Liebes FDR-Mitglied,

wie Sie sicher in unserer Juriquette gelesen haben, darf hier keine individuelle Rechtsberatung in einem konkreten Fall erfolgen.

Für Fragesteller bedeutet das:
Bitte helfen Sie unserem Forum, in dem Sie Ihren Beitrag so umformulieren (in Ihrem Beitrag rechts den Button "edit" anklicken), dass daraus eine allgemeine Fragestellung zur Rechtslage entsteht.

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Achten Sie bitte auf diesen Grundsatz bei jedem weiteren Beitrag.


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