Diffamierung & Rufmord bei Kunden

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DEKAN
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Diffamierung & Rufmord bei Kunden

Beitrag von DEKAN »

Der fiktive Fall des Herrn X.

Herr X ist selbstständig tätig (B2B). Im Laufe der Jahre erledigte er zahlreiche Aufträge zur Zufriedenheit seiner Kunden.
Mit den Jahren stellte er seine besten Auftragsarbeiten als Referenz auf seiner Website zur Ansicht zur Verfügung.
Die Referenzbilder stammen von ihm als Urheber, mit Einverständnis jeweiliger Kunden zur öffentlichen Darstellung auf seiner Website.

Herr X wird eines Tages von mehreren Kunden mit dem Hinweis und der Aufforderung kontaktiert, er möge jeweiliges Referenzbild entfernen.
Begründet wird dies damit, dass man Informationen durch Dritte erhalten habe, welche seine Integrität und Seriosität vollumfänglich in Frage stellen.

Auf drängende Nachfrage teilt man Herrn X namentlich mit wer diese Äußerungen kommunizierte.
Es stellt sich heraus, dass es sich um eine ihm bekannte Person aus privatem Umfeld handelt, mit welcher Herr X sich seit geraumer Zeit im Streit befindet.

Faktisch ist zu beweisen, dass diese Person aus reiner Boshaftigkeit alle Anstrengungen unternahm um Herrn X durch Diffamierung Schaden zuzufügen.

Nachdem Herr X die Sachlage bei seinen Kunden richtigstellte übermittelt man ihm alle Gesprächsinhalte nebst entsprechender Behauptungen jener Person und stellt sich auch als Zeuge des Sachverhalts zur Verfügung.

Aus unternehmerischer Sicht beabsichtigt Herr X zivilrechtliche Klage zu erheben.

Jedoch ist sich Herr X nicht sicher ob es sich nach ZPO um Rufmord, Verleumdung, Beleidigung handelt und gleichsam ein Schadensersatz (Höhe?) immaterieller Natur durchgesetzt werden könnte.

Wie denken Sie hierüber?

nordlicht02
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Re: Diffamierung & Rufmord bei Kunden

Beitrag von nordlicht02 »

Ich tippe auf Verleumdung oder aber Üble Nachrede.
Rufmord gibt es nicht.
Allerdings befände man sich dann im Strafrecht und nicht im Zivilrecht.
Zivilrechtlich bliebe wohl eine Klage auf Unterlassung.
„Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazugehört.“ (Hanns Joachim Friedrichs)

DEKAN
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Re: Diffamierung & Rufmord bei Kunden

Beitrag von DEKAN »

nordlicht02 hat geschrieben:Ich tippe auf Verleumdung oder aber Üble Nachrede.
Rufmord gibt es nicht.
Allerdings befände man sich dann im Strafrecht und nicht im Zivilrecht.
Zivilrechtlich bliebe wohl eine Klage auf Unterlassung.
Gehen wir davon aus, dass gem. StPO ermittelt und das Verfahren aufgrund (wie oftmals) Geringfügigkeit eingestellt würde.
Welcher Klagebegründung nach ZPO bestünde dann - sofern ein RA die Strafanzeige für Herrn X gestellt hätte und hieraus Kosten für diesen resultieren.

Anders gefragt: Müsste man jene Person vor einer Klage gem. ZPO (z.B. Schadensersatz) zur Zahlung auffordern?
Oder kann so eine Klage in dem Fall auf das Mahnverfahren verzichten.

Baden1957
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Re: Diffamierung & Rufmord bei Kunden

Beitrag von Baden1957 »

DEKAN hat geschrieben:
nordlicht02 hat geschrieben:Ich tippe auf Verleumdung oder aber Üble Nachrede.
Rufmord gibt es nicht.
Allerdings befände man sich dann im Strafrecht und nicht im Zivilrecht.
Zivilrechtlich bliebe wohl eine Klage auf Unterlassung.
Gehen wir davon aus, dass gem. StPO ermittelt und das Verfahren aufgrund (wie oftmals) Geringfügigkeit eingestellt würde.
Welcher Klagebegründung nach ZPO bestünde dann - sofern ein RA die Strafanzeige für Herrn X gestellt hätte und hieraus Kosten für diesen resultieren.

Anders gefragt: Müsste man jene Person vor einer Klage gem. ZPO (z.B. Schadensersatz) zur Zahlung auffordern?
Oder kann so eine Klage in dem Fall auf das Mahnverfahren verzichten.


Hallo,
es ist etws unglücklich beschrieben und daher zu viele fehlerhafte Deutungen möglich.

Wenn die eigenen Anwaltskosten geltend gemacht werden sollten, besteht nicht zwingend Erfolgsaussicht, denn die "Einstellung des Strafverfahrens wg. Geringfügigkeit" sagt nicht aus, ob der Verursacher sich strafbar gemacht hat; zivilrechtlich bleibt dennoch ein möglicher Anspruch bestehen, denn Strafrecht und Zivilrecht können unterschiedlich entscheiden.

Falls der Verursacher vorher nicht "abgemahnt" wurde, dürften die Anwaltskosten aus der eigenen Tasche bezahlt werden müssen, denn die Einschaltung eines RA war bei der Geringfügigkeit nicht zwingend notwendig und ein Strafantrag kann ein Geschädigter bei der Staatsanwaltschaft auch selber einreichen.

lG
Hinweise erfolgen ausschließlich aufgrund eines vorgetragenen Sachverhaltes und nicht aufgrund von Vermutungen; je detaillierter der Sachverhalt ist, desto zutreffender können die Hinweise sein.

DEKAN
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Re: Diffamierung & Rufmord bei Kunden

Beitrag von DEKAN »

Baden1957 hat geschrieben:
DEKAN hat geschrieben:
nordlicht02 hat geschrieben:Ich tippe auf Verleumdung oder aber Üble Nachrede.
Rufmord gibt es nicht.
Allerdings befände man sich dann im Strafrecht und nicht im Zivilrecht.
Zivilrechtlich bliebe wohl eine Klage auf Unterlassung.
Gehen wir davon aus, dass gem. StPO ermittelt und das Verfahren aufgrund (wie oftmals) Geringfügigkeit eingestellt würde.
Welcher Klagebegründung nach ZPO bestünde dann - sofern ein RA die Strafanzeige für Herrn X gestellt hätte und hieraus Kosten für diesen resultieren.

Anders gefragt: Müsste man jene Person vor einer Klage gem. ZPO (z.B. Schadensersatz) zur Zahlung auffordern?
Oder kann so eine Klage in dem Fall auf das Mahnverfahren verzichten.
Hallo,
es ist etws unglücklich beschrieben und daher zu viele fehlerhafte Deutungen möglich.

Wenn die eigenen Anwaltskosten geltend gemacht werden sollten, besteht nicht zwingend Erfolgsaussicht, denn die "Einstellung des Strafverfahrens wg. Geringfügigkeit" sagt nicht aus, ob der Verursacher sich strafbar gemacht hat; zivilrechtlich bleibt dennoch ein möglicher Anspruch bestehen, denn Strafrecht und Zivilrecht können unterschiedlich entscheiden.

Falls der Verursacher vorher nicht "abgemahnt" wurde, dürften die Anwaltskosten aus der eigenen Tasche bezahlt werden müssen, denn die Einschaltung eines RA war bei der Geringfügigkeit nicht zwingend notwendig und ein Strafantrag kann ein Geschädigter bei der Staatsanwaltschaft auch selber einreichen.

lG
Schwierig - aber verständlich.
Gehen wir davon aus, dass akuter Handlungsbedarf seitens Herrn X geboten ist da er nicht weiß wie viele Kunden der Schädiger bereits kontaktierte - oder im Begriff ist noch zu kontaktieren.

Gehen wir weiter davon aus, dass die persönliche "Abmahnung" vor rechtsanwaltlicher Beauftragung einen Zeitraum beansprucht, in welchem der Schädiger dennoch und zunächst ohne rechtliche Konsequenzen seinem Treiben weiter folgen kann; ebenso kann er später den Erhalt einer "Abmahnung" besteiten. In dieser Zeit könnte jedoch ein gewaltiger Schaden verursacht werden, den Herr X in erster Konsequenz zu tragen hätte. Es könnten somit 2-3 Kunden oder aber 20 Kunden sein die der Schädiger kontaktiert.

Wäre es angesichts dessen nicht ratsam - direkt - anwaltlich zu agieren?
Anwaltskosten: Unterlassungsschreiben an den Schädiger + Strafanzeige

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