Mengenschätzung bei Online-Kauf

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Kazuto
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Mengenschätzung bei Online-Kauf

Beitrag von Kazuto » 07.06.17, 21:33

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe vor wenigen Tagen einen Artikel von privat erworben in dem Glauben es handele sich, laut Aussage des Verkäufers, um eine Sammlung von "ca. 2.500" Sammelkarten.
Nun wurden diese mir heute zugestellt und ich habe diese selbstverständlich gezahlt. Ich kam lediglich auf eine Anzahl von 1.860 Sammelkarten, somit 640 Sammelkarten bzw. 25,6% weniger als der Verkäufer geschätzt hat.

Auf das hinweisen dem Käufer gegenüber gab diese selbst zu: "Ich habe sie geschätzt nie gezahlt nur sortiert".

Wer ist in diesem Fall im Recht?
Der Verkäufer, da dieser lediglich eine Schätzung abgegeben hat oder der Käufer, da er von einer größeren Stückzahl ausging?

Und gibt es eine Toleranzgrenze für Schätzungen? Wie, zum Beispiel, dass die Schätzung im Verkauf nur X% von der eigentlichen Anzahl abweichen darf.

Mit freundlichen Grüßen,
Kazuto

lottchen
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Re: Mengenschätzung bei Online-Kauf

Beitrag von lottchen » 09.06.17, 09:41

Haben die Karten dasselbe Format oder sind zumindest gleich schwer oder gleich dick? Dann wäre es für den Verkäufer ein Leichtes gewesen, mal einen Schwung zu nehmen, die Höhe des Stapels zu messen oder das Gewicht, die Karten in diesem kleinen Stapel mal zu zählen und das Ganze dann hochzurechnen. Eine ca.-Angabe, die letztendlich nur 75% der veranschlagten Menge ergibt halte ich nicht für rechtens. Mir fällt allerdings keine Vorschrift oder kein Gesetz ein, in dem das explizit drinnen steht. Es dürfte sich um eine Einzelfallentscheidung handeln falls der TE dagegen vorgehen will.
Ich empfehle, Beiträge unserer Forentrolle BäckerHD, FelixSt und Dieter_Meisenkaiser konsequent zu ignorieren!

winterspaziergang
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Re: Mengenschätzung bei Online-Kauf

Beitrag von winterspaziergang » 09.06.17, 10:41

Kazuto hat geschrieben:

Wer ist in diesem Fall im Recht?

Der Verkäufer, da dieser lediglich eine Schätzung abgegeben hat oder der Käufer, da er von einer größeren Stückzahl ausging?
bei der Angabe "ca. 2500" bei einem zählbaren Gut, darf man mit 2490 oder 2510 Karten rechnen, sicher aber nicht mit einer Stückzahl die deutlich unter 2000 liegt.
Zumal die Karten in der Tat auch anders als durch einfaches Zählen besser geschätzt werden können.
Und gibt es eine Toleranzgrenze für Schätzungen? Wie, zum Beispiel, dass die Schätzung im Verkauf nur X% von der eigentlichen Anzahl abweichen darf.
mehr als 10% bei einem zählbaren Gut dürfte zu viel sein

BäckerHD
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Re: Mengenschätzung bei Online-Kauf

Beitrag von BäckerHD » 09.06.17, 10:53

lottchen hat geschrieben:Haben die Karten dasselbe Format oder sind zumindest gleich schwer oder gleich dick? Dann wäre es für den Verkäufer ein Leichtes gewesen, mal einen Schwung zu nehmen, die Höhe des Stapels zu messen oder das Gewicht, die Karten in diesem kleinen Stapel mal zu zählen und das Ganze dann hochzurechnen.
:lachen: Das bekommt doch heutzutage kaum noch jemand hin...

Froggel
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Re: Mengenschätzung bei Online-Kauf

Beitrag von Froggel » 09.06.17, 13:43

Tja, dann muss der Verkäufer zusehen, wie er die restlichen 640 Karten zum Käufer bringt, denn selbst mit der geschätzten Angabe hat der Verkäufer eine bindende Ansage gemacht, an die er sich nun auch halten muss.
Ich bin kein Jurist.
- alle Angaben ohne Gewähr -

idem
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Re: Mengenschätzung bei Online-Kauf

Beitrag von idem » 09.06.17, 19:32

Was will der Käufer denn eigentlich erreichen?

Baden-57
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Re: Mengenschätzung bei Online-Kauf

Beitrag von Baden-57 » 10.06.17, 16:27

Wie immer kommt es auf den Wortlaut des Kaufvertrages an; ist explizit "ca." bestellt worden, kann man von ABweichungen von 5% nach oben und unten kalkulieren, jedoch ist bsp. die ca.Angabe in einem Mietvertrag bei 2% Abweichung bereits unwirksam. Selbstverständlich verstößt die extreme Abweichung auch gegen mein Gerechtigkeitsgefühl, aber das Gerichtigkeitsgefühl ist nicht Maßstab des Gerichtsurteils.

winterspaziergang
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Re: Mengenschätzung bei Online-Kauf

Beitrag von winterspaziergang » 10.06.17, 20:37

Weder Gerechtigkeitsgefühl, noch Gerichtigkeitsgefühl sind gefragt.

Hier bietet jemand ca. 2500 Teile an und liefert 1860. Diese Differenz ist erheblich und kann mit der "ca"-Angabe nicht entkräftet werden- die 2500 sind als Phantasiezahl zu sehen, wenn nicht mal 2000 Stück geliefert werden (und selbst das wäre noch zu wenig).

Kazuto
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Re: Mengenschätzung bei Online-Kauf

Beitrag von Kazuto » 19.06.17, 20:45

Danke für alle Antworten.

Ich habe mit dem Verkäufer vor einiger Zeit eine Rückzahlung vereinbart. Von ursprünglich 80€ Kaufpreis hat er mit 15€ erstattet.

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