Pferdeunfall wegen Sattel-Problem -> Urlaub storniert

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Diefany
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Pferdeunfall wegen Sattel-Problem -> Urlaub storniert

Beitrag von Diefany » 30.05.18, 15:00

Guten Tag,
Ich hatte kürzlich bei einem gebuchten Wanderritt einen Sturz vom Pferd, da der Sattel nicht fest genug war. Als ich beim losreiten den Sattel enger machen wollte, meinte jemand vom Stall, dass dies genügt und ich es bloß nicht fester machen soll. Es wurde mir regelrecht verboten. Das Pferd ist wohl dafür bekannt, dass es Luft lässt und somit hätte der Sattel wohl doch noch enger befestigt werden müssen. Ich kannte weder das Pferd noch den Sattel. Beim Galopp kurz darauf hat sich der Sattel gedreht und ich bin auf die Hüfte/Becken gefallen und habe es mir ordentlich geprellt, den Hals überdehnt und Kiefer verdreht. Röntgenbild steht noch auf dem Programm, ob nicht doch mehr passiert ist.

Am nächsten morgen zwang mich die Pferdebesitzern mit allen möglichen Hilfen (auch mit einer Hebebühne!!) auf das Pferd zu steigen, da wir es nicht zurück lassen konnten. Ich habe unterwegs mehrmals gefragt ob wir es nicht auf eine Koppel die ich kannte stellen können und ich mich abholen lasse. Ich konnte weder auftreten noch mein Bein mehr als 15 cm heben, musste aber aufsteigen, am ersten Tag 3 Stunden und am zweiten Tag nochmal 8 Stunden am Stück reiten, bis zum nächsten Halt am Abend. Für die darauf folgenden Tage habe ich einen Ersatzreiter organisiert und konnte in Behandlung gehen.

Den Wanderritt (in Summe 350€) musste ich abbrechen und meine USA Reise ca 3000€ die Woche darauf canceln.

Ich möchte nicht zwangsläufig Klagen, aber wüsste gerne mal meine Rechte zwecks Versicherung und Schadenersatz/Schmerzensgeld... Danke für eure Antworten.

viele Grüße

ktown
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Re: Pferdeunfall wegen Sattel-Problem -> Urlaub storniert

Beitrag von ktown » 30.05.18, 15:24

In der Geschichte ist zwar ein Pferd involviert. trotzdem hat es nichts mit Tierrecht zutun. :wink: Hab es deswegen mal verschoben.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
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webelch
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Re: Pferdeunfall wegen Sattel-Problem -> Urlaub storniert

Beitrag von webelch » 30.05.18, 16:15

In welchem Zusammenhang stehen der Wanderritt und die USA-Reise? Besteht für die USA-Reise eine Reiserücktrittsversicherung?

Diefany
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Re: Pferdeunfall wegen Sattel-Problem -> Urlaub storniert

Beitrag von Diefany » 30.05.18, 16:37

Ja durch den Unfall könnte ich die kurz darauf folgende USA Reise nicht antreten. Reiserücktrittsversicherung klärt noch, inwieweit sie den Fall übernehmen können.

Danke fürs Verschieben und eure Hilfe!

Froggel
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Re: Pferdeunfall wegen Sattel-Problem -> Urlaub storniert

Beitrag von Froggel » 30.05.18, 18:02

Diefany hat geschrieben:Am nächsten morgen zwang mich die Pferdebesitzern mit allen möglichen Hilfen (auch mit einer Hebebühne!!) auf das Pferd zu steigen, da wir es nicht zurück lassen konnten.
Was hätte die Pferdebesitzerin gemacht, wenn Sie dabei gestorben wären? Die Leiche obenauf platziert?
Grundsätzlich hätte ich mich nicht zwingen lassen, sondern ihr dagegen mit einer Anzeige wegen Nötigung gedroht (was dann wieder ein Fall für das Strafprozessrecht gewesen wäre). Gibt es Zeugen dieser Nötigung? Gibt es Zeugen für die Anordnung, den Sattelgurt so zu lassen, wie er ist?

Auch wenn es einem nicht behagt: Ich würde mir einen Anwalt nehmen, denn die Kosten, die durch diesen Unfall zusammenkommen können, würde ich nicht allein tragen wollen.
Ich bin kein Jurist.
- alle Angaben ohne Gewähr -

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Re: Pferdeunfall wegen Sattel-Problem -> Urlaub storniert

Beitrag von Diefany » 30.05.18, 20:58

Gute Strichpunkte. Ja es gibt Zeugen. Ich weiß nicht, wie gut deren Zusammenhalt am Stall ist, aber es gibt 6 Zeugen, 2 davon ihre Kinder. ich wollte zwar eigentlich nicht im Bösen auseinander gehn, aber je mehr ich darüber nachdenke, desto verärgerte werde ich über die ganze Sache!
Die Anwaltskosten denkt keine Versicherung ab oder?

GS
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Re: Pferdeunfall wegen Sattel-Problem -> Urlaub storniert

Beitrag von GS » 30.05.18, 23:05

hallo fany,
Beim Galopp kurz darauf hat sich der Sattel gedreht und ich bin auf die Hüfte/Becken gefallen und habe es mir ordentlich geprellt, den Hals überdehnt und Kiefer verdreht.
Im Normalfall - sorry für das unfreiwillige Wortspiel - ist damit Schluss mit lustig. jedenfalls bevor sich ein Arzt das angeschaut hat.
Am nächsten morgen zwang mich die Pferdebesitzern mit allen möglichen Hilfen (auch mit einer Hebebühne!!) auf das Pferd zu steigen
Dieser Dame hätte ich eins mit der Reitgerte übergezogen, jedenfalls verbal, wenn gerade keine zur Hand gewesen wäre.
da wir es nicht zurück lassen konnten.
Immerhin wurde dem Tierwohl Beachtung geschenkt. Wenn auch nicht dem Menschen-, präziser, dem Kundenwohl.
Den Wanderritt (in Summe 350€) musste ich abbrechen und meine USA Reise ca 3000€ die Woche darauf canceln.
Nicht so schlimm, Hauptsache am 2. Tag auf dem Sattel die Zähne zusammengebissen.
Scherz beiseite, aber wenn Du für diese USA-Reise eine Reiserücktrittskostenversicherung abgeschlossen hast, wärst Du nach dem Abwurf am besten sofort zum Arzt geritten, aber nicht auf nur 1 PS.

Langer Schreibe kurzer Sinn:
Ab zum Anwalt, aber im Galopp!

Gute Besserung
wünscht GS
Dies ist keine Linksberatung und erst recht keine Rechtsberatung - wie käme ich dazu? Einzig verbindlicher Ratschlag: Lesen Sie von links oben nach rechts unten.

Diefany
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Re: Pferdeunfall wegen Sattel-Problem -> Urlaub storniert

Beitrag von Diefany » 30.05.18, 23:42

Dankeschön!! Was erwartet mich da an kosten? Oder zahlt es in diesem Fall die „Gegenpartei“. Ich habe eigentlich keine Nerven und auch kein Geld, alles in eine Prozess zu investieren...

Dankeschön!!

SusanneBerlin
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Re: Pferdeunfall wegen Sattel-Problem -> Urlaub storniert

Beitrag von SusanneBerlin » 31.05.18, 05:51

Hallo,

die Höhe des Anwaltshonorars richtet sich nach dem Betrag, der als Schadensersatz verlangt wird. Der Geschädigte kann die Rechtsverfolgungskosten, also das Anwaltshonorar, vom Schadensverursacher ersetzt verlangen.
Grüße, Susanne

ktown
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Re: Pferdeunfall wegen Sattel-Problem -> Urlaub storniert

Beitrag von ktown » 31.05.18, 09:13

Und der Schaden könnte beträchtlich sein.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

winterspaziergang
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Re: Pferdeunfall wegen Sattel-Problem -> Urlaub storniert

Beitrag von winterspaziergang » 31.05.18, 11:16

Diefany hat geschrieben:Guten Tag,
Ich hatte kürzlich bei einem gebuchten Wanderritt einen Sturz vom Pferd, da der Sattel nicht fest genug war. Als ich beim losreiten den Sattel enger machen wollte, meinte jemand vom Stall, dass dies genügt und ich es bloß nicht fester machen soll. Es wurde mir regelrecht verboten. Das Pferd ist wohl dafür bekannt, dass es Luft lässt und somit hätte der Sattel wohl doch noch enger befestigt werden müssen. Ich kannte weder das Pferd noch den Sattel.
Dafür zieht man den Gurt auch immer nach, nachdem man eine Weile geritten ist. Das müssen alle machen, auch wenn das Pferd keine Luft lässt. Am Anfang immer stramm, ist er im Verlauf locker.
Ob man nun "verboten" hat am Anfang nachzuziehen oder auch während des Ritts, ist hier nicht eindeutig. Es wäre aber mehr als ungewöhnlich, wenn nicht alle anderen genauso nachziehen mussten oder sonst mit lockerem Sattel unterwegs waren.
Am nächsten morgen zwang mich die Pferdebesitzern mit allen möglichen Hilfen (auch mit einer Hebebühne!!) auf das Pferd zu steigen, da wir es nicht zurück lassen konnten. Ich habe unterwegs mehrmals gefragt ob wir es nicht auf eine Koppel die ich kannte stellen können und ich mich abholen lasse. Ich konnte weder auftreten noch mein Bein mehr als 15 cm heben, musste aber aufsteigen, am ersten Tag 3 Stunden und am zweiten Tag nochmal 8 Stunden am Stück reiten, bis zum nächsten Halt am Abend.
Das müssen höllische Schmerzen sein. Ist man damit normal geritten? :shock: Eine gute medizinische Dokumentation dürfte unerlässlich sein, um hier rechtlich tätig zu werden, eine, die den Schaden auf den Sturz zurückführt, die aufführt, wie der Betreffende damit 2 Tage lang mehrere Stunden geritten ist, um danach aber keine Reise antreten zu können.
Ich möchte nicht zwangsläufig Klagen, aber wüsste gerne mal meine Rechte zwecks Versicherung und Schadenersatz/Schmerzensgeld... Danke für eure Antworten.
Das eine wird ohne das andere kaum möglich sein. Ein Veranstalter, der einen verunfallten Reiter trotz dieser Probleme und Schmerzen zwingt, 2 Tage weiter zu reiten, dürfte kaum auf bloße Anfrage Schmerzensgelder und Schadensersatz zahlen wollen.

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