Aufhebung Kaufvertrag

Moderator: FDR-Team

Antworten
Infosuchender
Topicstarter
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 186
Registriert: 12.10.11, 07:09

Aufhebung Kaufvertrag

Beitrag von Infosuchender » 04.07.18, 05:44

Servus,

Privatperson A inseriert bei einer Autobörse ein defektes nicht fahrbereites Auto.
Händler B möchte das Auto kaufen aber da es ein weiterer Weg ist und das Auto mit dem Schlepper geholt werden muss möchte er vorher gerne einen Vertrag haben.

A sendet B dann den Kaufvertrag eines großen Deutschen Automobilclubs als PDF
B druckt diesen aus, unterschreibt ihn, scannt ihn ein und schickt ihn zurück
A druckt den Kaufvertrag aus unterschreibt ihn (außer bei der Stelle Geld erhalten) und schickt ihn an Händler B zurück.

A fährt zur Zulassungsstelle um das KFZ ab zu melden.
A kommt wieder nach Hause und der Händler B hat geschrieben das er das Auto nicht mehr will da er mit einem Benziner nichts will und einen Diesel wollte.

A möchte jetzt gerne von B einen Aufhebungsvertrag haben oder irgend etwas womit B vom Kaufvertrag zurück tritt so das A das Auto andersartig verkaufen kann.
Händler B schreibt per Email ohne Unterschrift "Hiermit mache ich Gebrauch von meinem 14 tägigen Widerrufsrecht und bestätige Ihnen den Rücktritt des Vertrag."
A weißt B darauf hin das er Privatperson ist und bei ihm es generell kein Rückgaberecht gibt was auch vertraglich ausgeschlossen wurde und bittet Händler B einfach den folgendes Text auszudrücken, zu unterschreiben und zurück zu schicken
Aufhebungsvertrag KFZ Kaufvertrag

Hiermit trete ich
Wald und Wiesenhändler B
Inhaber Max Mustermann
Strasse 123
12345 Musterstadt

im gegenseitigen Einverständnis mit
Herrn Privatperson B vom Kaufvertrag über
das KFZ mit der VIN 123456789ABCDEF
vom 02.07.2018 zurück.

Mustersadt, 02.07.2018
Ort/Datum


Unterschrift
Käufer
Einen Tag später hat Händler B immer noch nicht geantwortet, A setzt B daraufhin nochmals eine Frist bis Ablauf des Tages nach welcher er davon ausgeht das B das KFZ wohl doch kaufen möchte und er zur Durchsetzung seiner Ansprüche einen Anwalt einschalten möchte. Diese Frist lässt Händler B auch verstreichen lässt.

Bevor A jetzt hier seine Rechtsschutzversicherung anruft und um Kostenübernahme bittet, einen Termin beim Anwalt macht um dann dort erst mal 150 EUR los zu werden wollte er hier fragen wie die Rechtslage ausschaut.

1. War das ganze ein gültiger Kaufvertrag ? Ich denke mal ja
2. Ist B durch diesen Text vom Kaufvertrag zurückgetreten ? (Ich denke mal nicht)

A möchte im Endeffekt das Auto einfach nur an weiter verkaufen und akzeptiert auch den Rücktritt von B nur darf er das Auto jetzt RECHTLICH gesehen verkaufen ? Das B sich vermutlich nie wieder meldet ist A schon bewusst.

A hat im allgemeinen keine Lust auf einen Rechtsstreit aber für den Fall der Fälle wenn man das Ganze versucht ein zu klagen,
- hat man dann da eine Chance das B das Auto nehmen muss ?
- wenn B dann nur nach einem Anwaltsschreiben endlich die Bestätigung schickt bekommen man dann von B seine Selbstbeteiligung wieder ?
Ich bin kein Anwalt, Tipps die ich evtl gebe spiegeln nur meine persönliche Auffassung wieder.

SusanneBerlin
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 16199
Registriert: 05.11.12, 13:35

Re: Aufhebung Kaufvertrag

Beitrag von SusanneBerlin » 04.07.18, 08:20

1. War das ganze ein gültiger Kaufvertrag ? Ich denke mal ja
2. Ist B durch diesen Text vom Kaufvertrag zurückgetreten ? (Ich denke mal nicht)
Hallo,

weder der Kaufvertrag noch der Rücktritt unterliegen Formvorschriften. Wenn der Käufer schreibt "ich will das Auto nicht mehr" hat er seinen Rücktritt vom Kaufvertrag erklärt. Ob er berechtigt war, zurückzutreten ist eine andere Frage, aber der Verkäufer will den Rücktritt wohl gelten lassen.

Und da, wie ich annehme, das vorangegangene Hin- und Hersenden des Kaufvertrags unter derselben e-mail-Adresse des Händlers erfolgte wie der Rücktritt, ist der Rücktritt auch dem Händler zuzuordnen
Grüße, Susanne

Antworten