Falscher Name im Kaufvertrag

Moderator: FDR-Team

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Jousen
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Falscher Name im Kaufvertrag

Beitrag von Jousen »

Im folgenden fiktiven Fall geht es um einen Kaufvertrag (Schutzvertrag Tier).
Der Verkäufer (A) vermittelt im Auftrag eines Tierschutzvereins Katzen.
Einer der Käufer (B) möchte seinen vollständigen Namen, Adressdaten, E-Mail-Adresse, Telefonnummer zunächst nicht - wie es der Vertrag vorsieht - angeben.
Im Vertrag heißt es u.a., dass sich der Tierschutzverein vorbehält, jederzeit nachzusehen, ob die Tierchen es auch tatsächlich gut haben beim neuen Eigentümer. B zögert beim Angeben o.g. Daten. Er schreibt zwar letztendlich Daten in den Vertrag und unterzeichnet denselben auch, doch zweifelt A an der Korrektheit derselben (A hat keine Zweifel daran, dass es den Tieren beim neuen Eigentümer gut geht). Die Frage jedoch ist nun: Was kann dem Käufer passieren, wenn seine Falschangaben (gehen wir davon aus, die Adresse existiert, jedoch gibt es den Namen des Käufers nicht an dieser Anschrift) - wie auch immer - je "auffliegen" sollten (unterstellt, den Tieren geht es bei B bestens)? Ist das Urkundenfälschung? Betrug? Kann A die Tiere zurückverlangen?
Danke für jede hilfreiche Antwort.

Etienne777
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Re: Falscher Name im Kaufvertrag

Beitrag von Etienne777 »

Das erscheint mir als rein akademischer Natur, denn wenn die Angaben des Käufers zu Identität und / oder Wohnanschrift falsch sind, wie könnte man dann die Tiere zurückverlangen?

Aber mal angenommen man würde es schaffen den Käufer dennoch ausfindig zu machen, so könnte der Verkäufer die Tiere zurückverlangen. Das begründet sich damit, daß hier von keinem wirksamen Kaufvertrag auszugehen ist. Denn der Käufer hätte keinen Kaufvertrag im eigenen Namen abgeschlossen, sondern einen Kaufvertrag für einen - wenn auch erfundenen - Dritten. Einen Dritten der nicht existiert kann man nicht vertreten. Für sich selbst hat der Käufer ausweislich seiner Angaben aber nicht abgeschlossen. Daran wird er sich festhalten lassen müssen.
Aus technischen Gründen befindet sich die Signatur
auf der Rückseite dieses Beitrags.

freemont
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Re: Falscher Name im Kaufvertrag

Beitrag von freemont »

Jousen hat geschrieben:Im folgenden fiktiven Fall geht es um einen Kaufvertrag (Schutzvertrag Tier).
Der Verkäufer (A) vermittelt im Auftrag eines Tierschutzvereins Katzen.
Einer der Käufer (B) möchte seinen vollständigen Namen, Adressdaten, E-Mail-Adresse, Telefonnummer zunächst nicht - wie es der Vertrag vorsieht - angeben.
Im Vertrag heißt es u.a., dass sich der Tierschutzverein vorbehält, jederzeit nachzusehen, ob die Tierchen es auch tatsächlich gut haben beim neuen Eigentümer. B zögert beim Angeben o.g. Daten. Er schreibt zwar letztendlich Daten in den Vertrag und unterzeichnet denselben auch, doch zweifelt A an der Korrektheit derselben (A hat keine Zweifel daran, dass es den Tieren beim neuen Eigentümer gut geht). Die Frage jedoch ist nun: Was kann dem Käufer passieren, wenn seine Falschangaben (gehen wir davon aus, die Adresse existiert, jedoch gibt es den Namen des Käufers nicht an dieser Anschrift) - wie auch immer - je "auffliegen" sollten (unterstellt, den Tieren geht es bei B bestens)? Ist das Urkundenfälschung? Betrug? Kann A die Tiere zurückverlangen?
Danke für jede hilfreiche Antwort.
Eines der Wesensmerkmale eines Kaufvertrages ist die Identität der Vertragsparteien. Beim Brötchenkauf spielt das keine Rolle, aber hier im Thread hängt die Wirksamkeit des Vertrages davon ab, dass über die Identität des Käufers Klarheit besteht.

So lange das nicht der Fall ist, ist kein wirksamer KV zustande gekommen.

Celestro
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Re: Falscher Name im Kaufvertrag

Beitrag von Celestro »

Jousen hat geschrieben:(A hat keine Zweifel daran, dass es den Tieren beim neuen Eigentümer gut geht).
A hat keine Zweifel daran, daß es den Tieren bei einem neuen Eigentümer gut geht, der ein Problem damit hat, seine korrekten Adressdaten anzugeben ? :shock:

bavarian tax collector
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Re: Falscher Name im Kaufvertrag

Beitrag von bavarian tax collector »

Genau wegen solchen "Witzbolden" geht bei unserem Verein gar nichts ohne Vorlage des Personalausweises!

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FM
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Re: Falscher Name im Kaufvertrag

Beitrag von FM »

Jousen hat geschrieben:Im folgenden fiktiven Fall geht es um einen Kaufvertrag (Schutzvertrag Tier).
Der Verkäufer (A) vermittelt im Auftrag eines Tierschutzvereins Katzen.
.....
Er schreibt zwar letztendlich Daten in den Vertrag und unterzeichnet denselben auch, doch zweifelt A an der Korrektheit derselben
Da wäre dann die Frage, warum überprüft A die Adresse nicht, wenn er schon zweifelt? Dass er dies dennoch nicht tut, spricht dafür, dass es ihm doch nicht als wesentliche Bedingung erscheint.

Aber da A selbst gar nicht der Verkäufer ist sondern im Auftrag des Vereins handelt wäre die weitere Frage, ob er selbst das überhaupt entscheiden darf.

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