Versandrisiko Rücksendung privat

Moderator: FDR-Team

Antworten
ralle123
Topicstarter
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 150
Registriert: 31.03.11, 15:26

Versandrisiko Rücksendung privat

Beitrag von ralle123 » 19.10.18, 11:01

Hallo,

Privatverkäufer A erklärt sich bereit, einen verkauften Artikel aufgrund einer Fehlerhaften Beschreibung zurückzunehmen.
Käufer B verpackt die Ware nicht ordentlich und sie wird mit Transportschaden beim Verkäufer angeliefert.

Wer trägt das Versandrisiko?

freemont
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 8317
Registriert: 21.08.14, 15:57

Re: Versandrisiko Rücksendung privat

Beitrag von freemont » 19.10.18, 11:44

ralle123 hat geschrieben:Hallo,

Privatverkäufer A erklärt sich bereit, einen verkauften Artikel aufgrund einer Fehlerhaften Beschreibung zurückzunehmen.
Käufer B verpackt die Ware nicht ordentlich und sie wird mit Transportschaden beim Verkäufer angeliefert.

Wer trägt das Versandrisiko?

Mit Versandrisiko = Frachtführer verursacht einen Schaden hat das nichts zu tun. Dieses Risiko müsste i.R. der Sachmängelhaftung/Rückabwicklung der Verkäufer tragen. Da wäre dann zu prüfen, ob es eine Transportversicherung gibt.

Wenn der Schaden aber durch eine Schechtverpackung = vertragliche Nebenpflichtverletzung des Käufers entstanden ist, muss der Käufer den Schaden ersetzen, der durch seine schuldhafte Pflichtverlezung entstanden ist. Das deckt auch ggf. eine Versicherung nicht ab, der Spediteur haftet dafür nicht.

ralle123
Topicstarter
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 150
Registriert: 31.03.11, 15:26

Re: Versandrisiko Rücksendung privat

Beitrag von ralle123 » 19.10.18, 11:45

Wo findet sich die gesetzliche Grundlage dazu?

Der Verkäufer kann mittlerweile nicht mehr ausschließen, dass der Schaden beim Käufer entstanden ist und deshalb auf Rückgabe bestanden wurde.
Die Argumentaion war an den Haaren herbeigezogen.
Wer wäre hier beweispflichtig?

freemont
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 8317
Registriert: 21.08.14, 15:57

Re: Versandrisiko Rücksendung privat

Beitrag von freemont » 19.10.18, 11:52

ralle123 hat geschrieben:Wo findet sich die gesetzliche Grundlage dazu?

Der Verkäufer kann mittlerweile nicht mehr ausschließen, dass der Schaden beim Käufer entstanden ist und deshalb auf Rückgabe bestanden wurde.
Die Argumentaion war an den Haaren herbeigezogen.
Wer wäre hier beweispflichtig?

§§ 280, 433 BGB

Wenn der K die Ware abgenommen hat muss er beweisen, dass sie bereits beschädigt bei ihm angekommen ist.

Für die Richtigkeit seiner AB muss aber der Verkäufer einstehen.

Falls der Schaden auf dem Rück-Transport passiert ist, wird der Paketdienst die Verpackung beanstanden. Das kann dann als Nachweis der Schlechtverpackung dienen. Das gilt allerdings nicht, wenn die Ware in der Verpackung zurückgesandt wurde, die auch der Verkäufer verwendet hat.

ralle123
Topicstarter
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 150
Registriert: 31.03.11, 15:26

Re: Versandrisiko Rücksendung privat

Beitrag von ralle123 » 19.10.18, 12:00

freemont hat geschrieben: §§ 280, 433 BGB
Das lese ich gleich mal durch.
freemont hat geschrieben: Wenn der K die Ware abgenommen hat muss er beweisen, dass sie bereits beschädigt bei ihm angekommen ist.
Zumindest hat der Käufer das nicht bemängelt. Er bestand auf Rücksendung, obwohl eine Nachbesserung eines geringen Mangels ohne weiteres möglich gewesen wäre.
Der Verkäufer ist als Gutmensch darauf eingegangen.
freemont hat geschrieben: Für die Richtigkeit seiner AB muss aber der Verkäufer einstehen.
Das hätte der Verkäufer ja getan, nach Rücksendung.
freemont hat geschrieben: Falls der Schaden auf dem Rück-Transport passiert ist, wird der Paketdienst die Verpackung beanstanden. Das kann dann als Nachweis der Schlechtverpackung dienen. Das gilt allerdings nicht, wenn die Ware in der Verpackung zurückgesandt wurde, die auch der Verkäufer verwendet hat.

Jetzt wird es interessant, was wäre wenn Teile der Ursprungsverpackung weggelassen wurden?
Bzw nicht wieder so verwendet wurden, wie beim Hinversand?


Mal eine andere Frage: Wenn der Verkäufer bereits eine Rücknahme zugesagt hat, kann er später doch auf Nacherüllung bestehen?
Es wäre ja nur der ursprüngliche Mangel nachzubessern.

freemont
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 8317
Registriert: 21.08.14, 15:57

Re: Versandrisiko Rücksendung privat

Beitrag von freemont » 19.10.18, 12:07

ralle123 hat geschrieben:
freemont hat geschrieben: §§ 280, 433 BGB
Das lese ich gleich mal durch.
freemont hat geschrieben: Wenn der K die Ware abgenommen hat muss er beweisen, dass sie bereits beschädigt bei ihm angekommen ist.
Zumindest hat der Käufer das nicht bemängelt. Er bestand auf Rücksendung, obwohl eine Nachbesserung eines geringen Mangels ohne weitere möglich gewesen wäre.
freemont hat geschrieben: Für die Richtigkeit seiner AB muss aber der Verkäufer einstehen.
Das hätte der Verkäufer ja getan, nach Rücksendung.
freemont hat geschrieben: Falls der Schaden auf dem Rück-Transport passiert ist, wird der Paketdienst die Verpackung beanstanden. Das kann dann als Nachweis der Schlechtverpackung dienen. Das gilt allerdings nicht, wenn die Ware in der Verpackung zurückgesandt wurde, die auch der Verkäufer verwendet hat.

Jetzt wird es interessant, was wäre wenn Teile der Ursprungsverpackung weggelassen wurden?
Bzw nicht wieder so verwendet wurden, wie beim Hinversand?
Das geht schief, man kann einen Sachverhalt nicht so hindrehen, dass das Wunschergebnis heraus kommt.

Wenn es zum Streit kommt, wird per Beweisaufnahme der Parteivortrag verifiziert.

Also hat der K doch sofort den Schaden bemängelt. Dann ist die Beweislast wahrscheinlich nicht nach § 363 BGB übergegangen.

ralle123
Topicstarter
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 150
Registriert: 31.03.11, 15:26

Re: Versandrisiko Rücksendung privat

Beitrag von ralle123 » 19.10.18, 12:14

Ich habe mich unverständlich ausgedrückt.
Angenommen der vom Käufer reklamierte Sachmangel, entspricht nicht dem nun vorliegenden viel größeren Schaden (vermeintlich Schaden bei Transport durch schlechte Verpackung)

Die Idee war den reklamierten Sachmangel abzustellen und die Ware erneut zu liefern.
Für den größeren Schaden ist der Käufer im Rahmen der Nebenpflichtverletzung sowieso selbst verantwortlich.

ädit: Angenommen Verkäufer A erstattet den Kaufbetrag, behält argumentativ jedoch einen (selbstverständlich angemessenen) Teil zur Beseitigung der nachträglich entstandenen Schäden ein.
Gerät dieser in Verzug, oder darf zunächst gegenrechnen?

Antworten