Terminus "Sachkunde" genauer definiert?

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Tastenspitz
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Re: Terminus "Sachkunde" genauer definiert?

Beitrag von Tastenspitz » 13.01.19, 08:21

Etienne777 hat geschrieben:ob es eigentlich keine rechtliche Möglichkeit gebe, sich gegen solche Belästigungen durch einen mißgünstigen Nachbarn zur Wehr zu setzen. Da habe ich aber auch keine Idee.
Man kann dem Nachbarn das Klagen erstmal nicht verbieten. Wenn er denn einen Anwalt findet der sich der Sache annimmt. Interessant wäre in der Tat, was er denn konkret erreichen will.
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ktown
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Re: Terminus "Sachkunde" genauer definiert?

Beitrag von ktown » 13.01.19, 08:44

Zafilutsche hat geschrieben: Vielleicht würde ich die Frage anstellen, was reitet den Nachbarn genau? Explosionsgefahr? Verseuchung seines Grundstückes?
Wahrscheinlich zeitweise unangenehme Gerüche. :wink:
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Etienne777
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Re: Terminus "Sachkunde" genauer definiert?

Beitrag von Etienne777 » 13.01.19, 11:16

Zafilutsche hat geschrieben:Ich weiss nicht, wie es in Brandenburg geregelt ist, aber hier in NRW ist eine Schiedsstelle vorgeschaltet wenn's um so Themen mit Nachbarschaftsstress geht.
Das ist in Brandenburg an sich auch so, aber nicht bei jeglichen Streitthemen die zwischen Nachbarn vorkommen können. Hier ist die vorherige Schlichtung vorgeschrieben bei Überwuchs, Überhang, Einfriedung und der Zuführung wägbarer Stoffe. Da keiner dieser abschließend aufgezählten Punkte zuträfe, wäre hier eine Schlichtung nicht notwendig.
Zafilutsche hat geschrieben:Vielleicht würde ich die Frage anstellen, was reitet den Nachbarn genau? Explosionsgefahr? Verseuchung seines Grundstückes?
Weder noch. Das ist reines Dominanzgehabe und der Versuch einer Machtdemonstration.
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Zafilutsche
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Re: Terminus "Sachkunde" genauer definiert?

Beitrag von Zafilutsche » 13.01.19, 11:27

Wegen ein " Dominanzgehabe" wird sehr wahrscheinlich kein Richter sich einspannen lassen. Da müsste ganz sicher andere Sachlichen Themen vorgebracht werden.
Da wäre eine Klageschrift interessant,

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Re: Terminus "Sachkunde" genauer definiert?

Beitrag von Etienne777 » 13.01.19, 11:29

ktown hat geschrieben:Wahrscheinlich zeitweise unangenehme Gerüche. :wink:
Die Anlage steht etwa 50 m von den Wohnhäusern entfernt und jedes Grundstück hier hat eine solche Anlage. Es brächte gar nichts, da selektiv eine einzelne nicht mehr zu haben. Auch spricht gegen die Vermutung einer den Nachbarn störenden Geruchsbelästigung, daß er mit dieser Begründung erstmals kam, nachdem er vorher über viele Monate hinweg andere Gründe geltend machte. Und schließlich spricht gegen eine objektiv vorliegende Geruchsbelästigung, daß der besagte Nachbar sich vor einem halben Jahr in ca. 7 m Entfernung zur Kläranlage noch neu eine Terrasse errichtet hat, auf der er sitzt und grillt. Er hat ca. 4.600 m² (!) Grundstück zur Verfügung und besaß vorher bereits zwei andere Terrassen in 25 bis 30 m Entfernung zur Kläranlage, die immer noch bestehen. Somit hätte er genügend Möglichkeiten gehabt, beim Terrassenneubau Gerüchen der Anlage - so überhaupt gegeben - auszuweichen, wenn er denn meint, daß bereits zwei vorhandene Terrassen für zwei Personen immer noch nicht ausreichen. Daß der Betreiber der Anlage diese nicht zu beseitigen gewillt ist, war vorher bekannt.
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Re: Terminus "Sachkunde" genauer definiert?

Beitrag von SusanneBerlin » 13.01.19, 11:35

Die Anlage steht etwa 50 m von den Wohnhäusern entfernt und jedes Grundstück hier hat eine solche Anlage.
Der Nachbar, der die nachbarliche Kläranlage entfernt haben will, betreibt selber eine solche Kleinkläranlage? :lol:
Grüße, Susanne

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Re: Terminus "Sachkunde" genauer definiert?

Beitrag von Zafilutsche » 13.01.19, 11:50

Hier habe ich was zum Thema Geruchsbelästigung gefunden
Wenn die genannten Normen beachtet werden, sind weniger Fragen offen.

Etienne777
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Re: Terminus "Sachkunde" genauer definiert?

Beitrag von Etienne777 » 13.01.19, 12:03

SusanneBerlin hat geschrieben:Der Nachbar, der die nachbarliche Kläranlage entfernt haben will, betreibt selber eine solche Kleinkläranlage? :lol:
Richtig, eine zentrale Abwasserentsorgung ist nämlich nicht vorhanden und auch nicht geplant.
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Etienne777
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Re: Terminus "Sachkunde" genauer definiert?

Beitrag von Etienne777 » 13.01.19, 12:28

Zafilutsche hat geschrieben:Wenn die genannten Normen beachtet werden, sind weniger Fragen offen.
Werden sie. Die UWB hat bei der Überprüfung der Anlage vor Ort den Aspekt möglichen Geruchs ausdrücklich mit geprüft und "ist ja praktisch gar nichts zu riechen" festgestellt. Der Nachbar hat jedoch seinerseits einen Fachkundigen für Kleinkläranlagen engagiert, der vom Nachbargrundstück aus den Zustand der Anlage eingeschätzt hat. Von diesem Herrn, der übrigens regelmäßiger Auftragnehmer des Autohauses des Nachbarn ist, wurden dann am selben Tage mehrere schriftliche "Stellungnahmen" verfaßt, mit unterschiedlichen Einschätzungen. Wenn dem Nachbarn eine der Stellungnahmen um die Ohren geflogen ist, zauberten seine Anwälte die nächste aus der Tasche, die den Zustand schlimmer darstellte oder gar "Gefahren für Mensch, Tier und Umwelt" erblickten.

Durch einen erfahrenen Blick über die Grenze stellte der Fachkundige fest, daß der Schilfteich zugefroren war. Sodann stellte er die Vermutung an, daß der Kiesfilter kolmatiert sein könnte und außerdem gebe es sicherlich koliforme Keime in der Anlage. Die UWB hat sich halb totgelacht darüber, da koliforme Keime in jeder Pfütze, in jedem Bach und sogar im Erdboden vorhanden sind und natürlich auch in einer Kläranlage. Das sei aber ganz normal und ungefährlich. Die Anwälte machten dann aus koliformen Keimen Kolibakterien, mit denen die Anlage "kontaminiert" sei. Und das wiederum gehe darauf zurück, daß der Betreiber seine Anlage nicht sachkundig warten lasse. Obwohl man den Betreiber schon vor Monaten auf die Mißstände hingewiesen habe, seien sie nicht abgestellt worden! Somit kann die Anlage keinen Bestand mehr haben. Sagen die Anwälte des Nachbarn. :lol:
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Re: Terminus "Sachkunde" genauer definiert?

Beitrag von ktown » 13.01.19, 12:30

Da haben die Anwälte des Nachbarn wohl eine dauerhaft sprudelnde Geldquelle aufgemacht. :wink:
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Re: Terminus "Sachkunde" genauer definiert?

Beitrag von Zafilutsche » 14.01.19, 08:45

Etienne777 hat geschrieben:Richtig, eine zentrale Abwasserentsorgung ist nämlich nicht vorhanden und auch nicht geplant.
was nicht ist, kann ja noch werden. Wäre nicht auszuschließen, wenn die Stadt/Kommune die Anwohner mit einer "Kostenbeteiligung" für die Erschließung herantritt.
Dass sind dann die Fernsehbeiträge, wo Hausbesitzer an den Rand ihrer Finanziellen Rahmen gebracht werden :oops:

Etienne777
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Re: Terminus "Sachkunde" genauer definiert?

Beitrag von Etienne777 » 14.01.19, 11:19

Wir reden aber hier nicht von einer Stadt, sondern von einem Dörfchen mit ca. 70 Einwohnern, das entlegen am Rande des Einzugsgebiets des zuständigen Wasser- und Abwasserzweckverbandes (WAZ) liegt und nicht wirtschaftlich mit einer zentralen Abwasserentsorgung zu versehen ist. Nach der Konzeption des WAZ ist ein Anschluß des Dorfes mangels Rentabilität nicht geplant und für neue Kleinkläranlagen werden aktuell dort Befreiungen vom Anschlußzwang mit einer Laufzeit von 20 Jahren erteilt. Aus ökologischer Sicht sind die Kleinkläranlagen ja sogar besser als die Großanlagen, da das geklärte Wasser nicht über die Vorflut ins Meer abfließt, sondern der Region erhalten bleibt.
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Re: Terminus "Sachkunde" genauer definiert?

Beitrag von Zafilutsche » 14.01.19, 12:59

Dann würde ich mir wegen des Themas "Sachkunde" erst mal nicht ins Hemd machen. Soll der Nachbar seine Privat initiierten "Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen" doch durchführen lassen. Was soll's. Wer die Musik bestellt, bezahlt erst einmal.

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