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Redewendungen in anwaltlichen Schriftsätzen

Verfasst: 19.03.19, 22:17
von Leon6
Mal eine etwas andere Frage: Ist es unschicklich oder unprofessionell oder befremdlich oder aus anderen Gründen abzulehnen, in einem anwaltlichen Schriftsatz (z.B. Klageerwiderung oder Erwiderung dazu) Redensarten zu nutzen wie z.B. "die Beklagten reden um den heißen Brei", wenn sie durchgängig und auffällig nicht zum entscheidungserheblichen Kern der Sache erwidern ?

Re: Redewendungen in anwaltlichen Schriftsätzen

Verfasst: 20.03.19, 00:19
von Etienne777
Schlichtere Gemüter könnten sich dazu hinreißen lassen, verboten ist das nicht. Ich würde mich hingegen darüber freuen, wenn die Gegner nicht zu Potte kommen. Denn nach der ZPO sind der Urteilsfindung Tatsachen die vom Gegner nicht ausdrücklich bestritten werden als zugestanden und damit als zutreffend zugrunde zu legen. Hätte der Kläger behauptet, das Gras auf der Wiese war lila und der Himmel knallrot, dann müßte das Gericht das so zugrunde legen, wenn der Gegner das nicht bestreitet. Da wäre es doch töricht den Gegner darauf hinzuweisen, daß er sich nicht zur Sache geäußert hat. Es ist nicht die Aufgabe des Klägers oder seines Prozeßbevollmächtigten, die rechtlichen Interessen des Gegners zu vertreten.

Re: Redewendungen in anwaltlichen Schriftsätzen

Verfasst: 20.03.19, 00:47
von Leon6
Vielen Dank ! Genau das ist Hintergrund meiner Frage. Ich war mir nicht sicher, welche Version die bessere ist. Die flachere, die einlädt, richtig zurück zu feuern, oder die wohl klügere, die das Nichtbestreiten stillschweigend stehen lässt und sachlich auf die lediglich Sekundärereignisse behandelnde Erwiderung eingeht.
Danke für Ihre freundliche Erläuterung!